Gefahr für Autofahrer: Serientäter verstreut spitze Schrauben in Dützen Malina Reckordt Minden. Ein Reinigungsfahrzeug der Städtischen Betriebe Minden (SBM) biegt in den Satellitenweg, eine kleine Straße in Dützen, ein. Eigentlich wird die Fahrbahn hier nicht von einem solchen Fahrzeug gereinigt, stattdessen sind die Anwohner zuständig. Heute kommen die SBM doch. Der Fahrer stoppt bei Anwohner Sven Forberg und fragt: „Hier sollen Schrauben auf der Straße liegen. Können Sie mir sagen, wo genau?" Forberg zeigt dem SBM-Mitarbeiter, wo überall schon Schrauben gefunden wurden und hält auch eines der Beweisstücke hoch, das er gesammelt hat. Das orangene Fahrzeug fährt den Bereich anschließend zwei Mal ab und verschwindet wieder. Doch damit hat sich die Angelegenheit nicht erledigt, ist sich Sven Forberg sicher. Seit fast einem Monat finden Anwohner des Satelliten- und des Postillionswegs immer wieder Metallteile auf der Fahrbahn und auch in ihren Autoreifen. „Es glitzerte so komisch am Straßenrand und dann habe ich dort jede Menge Schrauben entdeckt", sagt der elfjährige Jan Forberg, der zuerst darauf aufmerksam wurde. Anfangs habe er sie einfach in den Gully geworfen und sich nichts weiter dabei gedacht. Doch als es immer mehr Schrauben wurden, sammelte er sie in der Garage. Innerhalb von zwei Wochen sei eine große Hand voll zusammengekommen, sagt der Elfjährige. Diese Beweismittel hat die Polizei inzwischen mitgenommen. Sven Forberg schaltete sie ein, nachdem ihm beim nächsten platten Reifen der Kragen platzte. Er erstattete Anzeige gegen Unbekannt, auch wenn er sich wenig Chancen ausrechnet, dass der Schuldige gefunden wird. „Ich habe kaum Hoffnung, dass sich etwas ergibt. Aber irgendetwas musste ich einfach tun", sagt Forberg. Immerhin habe sich die Polizei darum gekümmert, dass die Straße von den SBM gereinigt wurde. Auch ein weiterer Anwohner, der bei dem Ortstermin in Dützen zufällig auf der Straße unterwegs ist, rätselt schon seit Tagen über die Herkunft der Schrauben. „Das sind sicherlich keine Handwerker, die etwas verlieren", meint er. Vermutlich sei der Täter im Dunkeln unterwegs und schmeiße die Schrauben aus dem Auto oder verteile sie mit dem Fahrrad. Nur wer hätte daran ein Interesse? „Wir haben keinen Streit in der Nachbarschaft, sondern kommen alle sehr gut miteinander klar", ergänzt Forberg. Die Nachbarschaft halte nun die Augen offen, das aber sei teilweise gar nicht so einfach. „Viele Schrauben sind schon etwas älter, abgenutzt und spiegeln sich im Licht nicht mehr so gut", sagt Forberg. Nicht immer sei auch der Reifen direkt platt, wenn man über eine Schraube gefahren sei. „Ich hatte eines Morgens eine im Reifen. Wir konnten die Schraube rausziehen und der Reifen war nicht platt, aber ich war trotzdem mit einem unguten Gefühl unterwegs", sagt Stefanie Forberg. Andere Nachbarn hätten innerhalb von zwei Wochen sechsmal eine Autowerkstatt aufsuchen müssen. „Das ist nicht nur ärgerlich, sondern irgendwann auch ziemlich teuer", ärgert sich Sven Forberg. Auch bei der Mindener Feuerwehr hat Ende September ein bislang unbekannter Täter mehrere Nägel und Schrauben im Bereich der Fahrzeugtore verteilt. Ein Rettungstransportwagen wurde bei dem Vorfall beschädigt. „Wir sehen da derzeit keinen Zusammenhang, sondern haben den Eindruck, dass das zwei verschiedene Fälle sind", sagt Polizei-Pressesprecher Ralf Steinmeyer. In beiden Fälle würden aktuell noch Ermittlungen laufen. Ob noch in anderen Straßen Schrauben verteilt werden, kann er nicht sagen. „Im Moment liegen uns keine weiteren Anzeigen vor", so Steinmeyer. Familie Forberg hofft, dass „der Streich bald ein Ende hat". In jedem Fall hätten sie aber nicht vor, sich nachts auf die Lauer zu legen.

Gefahr für Autofahrer: Serientäter verstreut spitze Schrauben in Dützen

Sven Forberg, Anwohner des Satellitenwegs in Dützen, erklärt dem Mitarbeiter der Städtischen Betriebe Minden, wo überall schon Schrauben verteilt worden sind. MT-Foto: Malina Reckordt © mre

Minden. Ein Reinigungsfahrzeug der Städtischen Betriebe Minden (SBM) biegt in den Satellitenweg, eine kleine Straße in Dützen, ein. Eigentlich wird die Fahrbahn hier nicht von einem solchen Fahrzeug gereinigt, stattdessen sind die Anwohner zuständig. Heute kommen die SBM doch. Der Fahrer stoppt bei Anwohner Sven Forberg und fragt: „Hier sollen Schrauben auf der Straße liegen. Können Sie mir sagen, wo genau?" Forberg zeigt dem SBM-Mitarbeiter, wo überall schon Schrauben gefunden wurden und hält auch eines der Beweisstücke hoch, das er gesammelt hat. Das orangene Fahrzeug fährt den Bereich anschließend zwei Mal ab und verschwindet wieder. Doch damit hat sich die Angelegenheit nicht erledigt, ist sich Sven Forberg sicher.

Seit fast einem Monat finden Anwohner des Satelliten- und des Postillionswegs immer wieder Metallteile auf der Fahrbahn und auch in ihren Autoreifen. „Es glitzerte so komisch am Straßenrand und dann habe ich dort jede Menge Schrauben entdeckt", sagt der elfjährige Jan Forberg, der zuerst darauf aufmerksam wurde.

Anfangs habe er sie einfach in den Gully geworfen und sich nichts weiter dabei gedacht. Doch als es immer mehr Schrauben wurden, sammelte er sie in der Garage. Innerhalb von zwei Wochen sei eine große Hand voll zusammengekommen, sagt der Elfjährige.


Diese Beweismittel hat die Polizei inzwischen mitgenommen. Sven Forberg schaltete sie ein, nachdem ihm beim nächsten platten Reifen der Kragen platzte. Er erstattete Anzeige gegen Unbekannt, auch wenn er sich wenig Chancen ausrechnet, dass der Schuldige gefunden wird. „Ich habe kaum Hoffnung, dass sich etwas ergibt. Aber irgendetwas musste ich einfach tun", sagt Forberg. Immerhin habe sich die Polizei darum gekümmert, dass die Straße von den SBM gereinigt wurde.

Auch ein weiterer Anwohner, der bei dem Ortstermin in Dützen zufällig auf der Straße unterwegs ist, rätselt schon seit Tagen über die Herkunft der Schrauben. „Das sind sicherlich keine Handwerker, die etwas verlieren", meint er. Vermutlich sei der Täter im Dunkeln unterwegs und schmeiße die Schrauben aus dem Auto oder verteile sie mit dem Fahrrad. Nur wer hätte daran ein Interesse? „Wir haben keinen Streit in der Nachbarschaft, sondern kommen alle sehr gut miteinander klar", ergänzt Forberg.

Die Nachbarschaft halte nun die Augen offen, das aber sei teilweise gar nicht so einfach. „Viele Schrauben sind schon etwas älter, abgenutzt und spiegeln sich im Licht nicht mehr so gut", sagt Forberg.

Nicht immer sei auch der Reifen direkt platt, wenn man über eine Schraube gefahren sei. „Ich hatte eines Morgens eine im Reifen. Wir konnten die Schraube rausziehen und der Reifen war nicht platt, aber ich war trotzdem mit einem unguten Gefühl unterwegs", sagt Stefanie Forberg. Andere Nachbarn hätten innerhalb von zwei Wochen sechsmal eine Autowerkstatt aufsuchen müssen. „Das ist nicht nur ärgerlich, sondern irgendwann auch ziemlich teuer", ärgert sich Sven Forberg.

Auch bei der Mindener Feuerwehr hat Ende September ein bislang unbekannter Täter mehrere Nägel und Schrauben im Bereich der Fahrzeugtore verteilt. Ein Rettungstransportwagen wurde bei dem Vorfall beschädigt. „Wir sehen da derzeit keinen Zusammenhang, sondern haben den Eindruck, dass das zwei verschiedene Fälle sind", sagt Polizei-Pressesprecher Ralf Steinmeyer. In beiden Fälle würden aktuell noch Ermittlungen laufen. Ob noch in anderen Straßen Schrauben verteilt werden, kann er nicht sagen. „Im Moment liegen uns keine weiteren Anzeigen vor", so Steinmeyer.

Familie Forberg hofft, dass „der Streich bald ein Ende hat". In jedem Fall hätten sie aber nicht vor, sich nachts auf die Lauer zu legen.

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