Geduld am Ende: Am Besselgymnasium fordern Eltern kreative Zwischenlösung für schnelleres Internet Anja Peper Minden. Inzwischen ist den Eltern egal, woran es hakt. Nach monatelangem Streit um den Breitbandanschluss Mindener Schulen haben sie genug. Sie fordern fürs nächste Schuljahr eine „kreative Zwischenlösung“ für das Besselgymnasium und die beiden benachbarten Berufskollegs – und zwar schnell. Ihnen ist mittlerweile gleichgültig, wo die Probleme liegen zwischen der Stadt Minden und dem vom Kreis beauftragten Unternehmen Greenfiber. „Wir wollen niemanden an den Pranger stellen, sondern wir wollen eine Lösung“, sagt die Schulpflegschaftsvorsitzende des Besselgymnasiums, Nicole Bernardy. Gemeinsam mit Svenja Grolla (Vertretung) und Oliver Wetter als Vater macht sie jetzt auf die Probleme aufmerksam, die den Eltern unter den Nägeln brennen. Für den Corona-Herbst, wenn 885 Schüler hierher zurückkommen, sei die Schule nicht gut aufgestellt. Wenn das Wetter schlechter wird und sich die Delta-Variante des Coronavirus weiter ausbreitet, muss wieder mit einem Anstieg der Inzidenz-Zahlen gerechnet werden. Schon in den vergangenen Tagen gab es wieder eine Tendenz nach oben und neue Regeln. Der Mühlenkreis wird seit heute wieder der Inzidenzstufe 1 zugeordnet. Der Lehrerverband erwartet auch im kommenden Schuljahr große Einschränkungen infolge der Corona-Pandemie. Darum machen die Eltern jetzt vermehrt Druck. Nicht noch mehr Zeit verlieren will auch die Stadt Minden. Darum hatte der Rat eine außerplanmäßige Ausgabe in Höhe von 214.000 Euro genehmigt – für die Erschließung der weiterführenden Schulen und einen Anbieterwechsel: Die Firma EWE TEL halte eine kurzfristige Umsetzung des Auftrags für möglich, so Kämmerer Norbert Kresse vor den Ferien: In der Innenstadt werde sie etwa 16 Wochen, für weiter außen gelegene Gebiete maximal 25 Wochen benötigen. Allerdings hat die Schulpflegschaft am Besselgymnasium Zweifel. Denn im Bereich der Hahler Straße hat Greenfiber bereits die Leerrohre verlegt. Jetzt fragen sich die Eltern: Kommt die Stadt in diesem Fall noch aus dem Vertrag raus? Schließlich ist ein Teil des Auftrags bereits erledigt, auch wenn noch kein Licht auf den Leitungen ist. Die Leerrohre liegen auch bei den beiden benachbarten Berufskollegs. Um die Zeit bis zur Glasfaserabdeckung zu überbrücken gebe es zum Beispiel Richtfunklösungen, sagt Dr. Oliver Wetter. Diverse Telekommunikationsanbieter entwickeln Lösungen auf Richtfunkbasis, um in der Corona-Krise schnell eine Alternative anbieten zu können. Die kann auch anders aussehen: „Hauptsache, es gibt eine kreative Zwischenlösung“, so die Eltern. Die scheint aber nicht in Sicht. Die Stadt Minden verweist auf einen weiteren Anlauf in der letzten Ferienwoche. Pressesprecherin Susann Lewerenz schreibt auf Anfrage: „Nach derzeitigem Stand plant Greenfiber ab der 32. Kalenderwoche eine Begehung mit den SBM, um den Umgang mit kritischen Punkten vor Ort zu diskutieren. Das ist ein üblicher Vorgang bei solchen Baumaßnahmen, wo es immer Konflikte mit querenden anderen Leitungen geben kann. Danach soll mit dem Ausbau – voraussichtlich ab 34. KW – für das Besselgymnasium begonnen werden.“ Ein Arbeitsgespräch mit den Beteiligten Kreis, Stadt Minden/Städtische Betriebe (SBM) und Greenfiber sei bereits in der vergangenen Woche zusammengekommen. Dabei ging es um den Stand der Genehmigungen und über Kollisionen mit anderen Leitungen. An den Gesprächen müsse grundsätzlich auch der Kreis Minden-Lübbecke als Auftraggeber beteiligt werden. Stadt-Pressesprecherin Susann Lewerenz schreibt weiter: „Das Unternehmen wurde aufgefordert, einen konkreten verbindlichen Zeitplan für den Anschluss der Schulen vorzulegen. Sollte Greenfiber dem nicht nachkommen, dann würde es die Option für Gespräche mit anderen Versorgern/Breitbandakteuren geben.“ Dem beauftragten Dienstleister, also voraussichtlich Greenfiber, gehört im Anschluss das gebaute Netz – mit allen Eigentümerrechten und Pflichten.

Geduld am Ende: Am Besselgymnasium fordern Eltern kreative Zwischenlösung für schnelleres Internet

Der Breitbandausbau in Minden läuft weiter schleppend – nicht nur zum Ärger der Schulen. Foto: Imago/Christian Ohde © imago/Christian Ohde

Minden. Inzwischen ist den Eltern egal, woran es hakt. Nach monatelangem Streit um den Breitbandanschluss Mindener Schulen haben sie genug. Sie fordern fürs nächste Schuljahr eine „kreative Zwischenlösung“ für das Besselgymnasium und die beiden benachbarten Berufskollegs – und zwar schnell. Ihnen ist mittlerweile gleichgültig, wo die Probleme liegen zwischen der Stadt Minden und dem vom Kreis beauftragten Unternehmen Greenfiber. „Wir wollen niemanden an den Pranger stellen, sondern wir wollen eine Lösung“, sagt die Schulpflegschaftsvorsitzende des Besselgymnasiums, Nicole Bernardy. Gemeinsam mit Svenja Grolla (Vertretung) und Oliver Wetter als Vater macht sie jetzt auf die Probleme aufmerksam, die den Eltern unter den Nägeln brennen. Für den Corona-Herbst, wenn 885 Schüler hierher zurückkommen, sei die Schule nicht gut aufgestellt.

Wenn das Wetter schlechter wird und sich die Delta-Variante des Coronavirus weiter ausbreitet, muss wieder mit einem Anstieg der Inzidenz-Zahlen gerechnet werden. Schon in den vergangenen Tagen gab es wieder eine Tendenz nach oben und neue Regeln. Der Mühlenkreis wird seit heute wieder der Inzidenzstufe 1 zugeordnet. Der Lehrerverband erwartet auch im kommenden Schuljahr große Einschränkungen infolge der Corona-Pandemie. Darum machen die Eltern jetzt vermehrt Druck.

Nicht noch mehr Zeit verlieren will auch die Stadt Minden. Darum hatte der Rat eine außerplanmäßige Ausgabe in Höhe von 214.000 Euro genehmigt – für die Erschließung der weiterführenden Schulen und einen Anbieterwechsel: Die Firma EWE TEL halte eine kurzfristige Umsetzung des Auftrags für möglich, so Kämmerer Norbert Kresse vor den Ferien: In der Innenstadt werde sie etwa 16 Wochen, für weiter außen gelegene Gebiete maximal 25 Wochen benötigen.


Allerdings hat die Schulpflegschaft am Besselgymnasium Zweifel. Denn im Bereich der Hahler Straße hat Greenfiber bereits die Leerrohre verlegt. Jetzt fragen sich die Eltern: Kommt die Stadt in diesem Fall noch aus dem Vertrag raus? Schließlich ist ein Teil des Auftrags bereits erledigt, auch wenn noch kein Licht auf den Leitungen ist. Die Leerrohre liegen auch bei den beiden benachbarten Berufskollegs. Um die Zeit bis zur Glasfaserabdeckung zu überbrücken gebe es zum Beispiel Richtfunklösungen, sagt Dr. Oliver Wetter. Diverse Telekommunikationsanbieter entwickeln Lösungen auf Richtfunkbasis, um in der Corona-Krise schnell eine Alternative anbieten zu können. Die kann auch anders aussehen: „Hauptsache, es gibt eine kreative Zwischenlösung“, so die Eltern.

Es hat sich Frust aufgestaut bei Oliver Wetter, Svenja Grolla und Nicole Bernardy (Schulpflegschaft). Sie fordern in Sachen Digitalisierung eine „kreative Zwischenlösung“ fürs neue Schuljahr. MT-Foto: Anja Peper - © Anja Peper
Es hat sich Frust aufgestaut bei Oliver Wetter, Svenja Grolla und Nicole Bernardy (Schulpflegschaft). Sie fordern in Sachen Digitalisierung eine „kreative Zwischenlösung“ fürs neue Schuljahr. MT-Foto: Anja Peper - © Anja Peper

Die scheint aber nicht in Sicht. Die Stadt Minden verweist auf einen weiteren Anlauf in der letzten Ferienwoche. Pressesprecherin Susann Lewerenz schreibt auf Anfrage: „Nach derzeitigem Stand plant Greenfiber ab der 32. Kalenderwoche eine Begehung mit den SBM, um den Umgang mit kritischen Punkten vor Ort zu diskutieren. Das ist ein üblicher Vorgang bei solchen Baumaßnahmen, wo es immer Konflikte mit querenden anderen Leitungen geben kann. Danach soll mit dem Ausbau – voraussichtlich ab 34. KW – für das Besselgymnasium begonnen werden.“

Ein Arbeitsgespräch mit den Beteiligten Kreis, Stadt Minden/Städtische Betriebe (SBM) und Greenfiber sei bereits in der vergangenen Woche zusammengekommen. Dabei ging es um den Stand der Genehmigungen und über Kollisionen mit anderen Leitungen. An den Gesprächen müsse grundsätzlich auch der Kreis Minden-Lübbecke als Auftraggeber beteiligt werden.

Stadt-Pressesprecherin Susann Lewerenz schreibt weiter: „Das Unternehmen wurde aufgefordert, einen konkreten verbindlichen Zeitplan für den Anschluss der Schulen vorzulegen. Sollte Greenfiber dem nicht nachkommen, dann würde es die Option für Gespräche mit anderen Versorgern/Breitbandakteuren geben.“

Dem beauftragten Dienstleister, also voraussichtlich Greenfiber, gehört im Anschluss das gebaute Netz – mit allen Eigentümerrechten und Pflichten.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Minden