Gedankenspiel: Wenn der Preis stimmt, würde die Stadt das MEW-Gebäude verkaufen Monika Jäger Minden. „Gegenwärtig werden Überlegungen angestellt, unter anderem auch das Objekt Simeonscarré 2 auf dem Immobilienmarkt anzubieten.“ Dieser Satz steht in der Anlage „Zwischenbericht Projektfinanzierung MEW“ zum Großen Haushaltsbericht für 2021. Jetzt hat die Politik das im Rechnungsprüfungsausschuss nochmals aufgegriffen. Angela Gradler-Gebecke (Die Linke) fragte, Bürgermeister Michael Jäcke (SPD) antwortete. Die Antwort: Konkret nein, prinzipiell aber – warum nicht, wenn’s sich lohnt. Schon Ende September hatte Joachim Schmidt, Geschäftsführer der Mindener Entwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (MEW) auf MT-Anfrage dazu erklärt: Das sei eine grundsätzliche Überlegung, ein konkreter Verkauf stehe aber nicht im Raum. Doch das würde zum Auftrag der Stadt-Tochter passen, die ja zuständig für Entwicklung und Vermarktung von städtischen Flächen und Gebäuden ist Ursprünglich war die MEW 1993 gegründet worden, um die ehemaligen Militärliegenschaften – besonders die Kasernen – im Stadtgebiet nutzbar zu machen. „Das Gebäude Simeonscarré 2 ist das letzte Objekt innerhalb der ehemaligen Simeonskaserne, welches sich noch im Eigentum der MEW befindet“, so Schmidt. Die Politik der Geschäftsführung sei stets gewesen, Immobilien dem Markt zur Verfügung zu stellen, „sofern eine entsprechende Nachfrage vorliegt und ein attraktiver Kaufpreis geboten wird.“ Momentan stehe das Gebäude Simeonscarré 2 allerdings nicht auf einer Verkaufsliste. „Ein Kaufangebot zu einem interessanten Preis würde dennoch sicherlich unserem Aufsichtsgremium zur Beratung vorgelegt werden.“ Ulrich Stadtmann ist CDU-Stadtverordneter und Aufsichtsratsvorsitzender. Er erklärte gegenüber dem MT, dass er aktuell keine politische Mehrheit für einen Verkauf sehe. Das Gebäude sei doch nicht nur Sitz der MEW, sondern dort ist auch unter anderem das Gründerzentrum untergebracht. Und in Zeiten von Niedrigzinsen lohne sich der Verkauf ja eher auch nicht. Im Rechnungsprüfungsausschuss erklärte auch Bürgermeister Michael Jäcke, dass aktuell kein Verkauf geplant sei. Gegenüber dem MT sagte er, dass er das mit der politischen Mehrheit durchaus anders sehe als Stadtmann. Und ein Verkauf könnte gerade jetzt, wo viele Unternehmen Geld in Gebäude anlegen wollen, auch lukrativ sein. Auch Jäcke verweist auf den ursprünglichen Zweck der MEW, Flächen für Gewerbe und Wohnbau zu entwickeln. Selbst wenn das beim Simeonscarré 2 etwas anders sei, weil dort ja der Sitz der MEW und das Gründerzentrum sind, müsse man doch die Frage stellen dürfen, ob ein Verkauf einen wirtschaftlichen Vorteil bringen könnte.Und aus seiner Sicht sei es kein schlechter Zeitpunkt, da der Immobilienmarkt gerade so ist, dass das Gebäude Kaufinteressenten finden könnte. Es gebe aber keinen konkreten Verkaufsplan und auch keinen Interessenten, sondern das sei „ein Gedankenspiel“. Die Wirtschaftlichkeit eines Verkaufs müsste im Einzelfall durchgeprüft werden. „Es ist eine Top-Lage, das Gebäude ist gut durchsaniert und im Moment suchen viele, die mit Immobilien zu tun haben, solche Gebäude, die gut im Schuss sind.“

Gedankenspiel: Wenn der Preis stimmt, würde die Stadt das MEW-Gebäude verkaufen

Die ehemalige Kaserne Simeonscarré 2 ist Sitz der Mindener Entwicklungs- und Wirtschaftförderungsgesellschaft (MEW) sowie des Gründerzentrums. MT-Foto: Alex Lehn

Minden. „Gegenwärtig werden Überlegungen angestellt, unter anderem auch das Objekt Simeonscarré 2 auf dem Immobilienmarkt anzubieten.“ Dieser Satz steht in der Anlage „Zwischenbericht Projektfinanzierung MEW“ zum Großen Haushaltsbericht für 2021. Jetzt hat die Politik das im Rechnungsprüfungsausschuss nochmals aufgegriffen. Angela Gradler-Gebecke (Die Linke) fragte, Bürgermeister Michael Jäcke (SPD) antwortete. Die Antwort: Konkret nein, prinzipiell aber – warum nicht, wenn’s sich lohnt.

Schon Ende September hatte Joachim Schmidt, Geschäftsführer der Mindener Entwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (MEW) auf MT-Anfrage dazu erklärt: Das sei eine grundsätzliche Überlegung, ein konkreter Verkauf stehe aber nicht im Raum. Doch das würde zum Auftrag der Stadt-Tochter passen, die ja zuständig für Entwicklung und Vermarktung von städtischen Flächen und Gebäuden ist

Ursprünglich war die MEW 1993 gegründet worden, um die ehemaligen Militärliegenschaften – besonders die Kasernen – im Stadtgebiet nutzbar zu machen. „Das Gebäude Simeonscarré 2 ist das letzte Objekt innerhalb der ehemaligen Simeonskaserne, welches sich noch im Eigentum der MEW befindet“, so Schmidt. Die Politik der Geschäftsführung sei stets gewesen, Immobilien dem Markt zur Verfügung zu stellen, „sofern eine entsprechende Nachfrage vorliegt und ein attraktiver Kaufpreis geboten wird.“ Momentan stehe das Gebäude Simeonscarré 2 allerdings nicht auf einer Verkaufsliste. „Ein Kaufangebot zu einem interessanten Preis würde dennoch sicherlich unserem Aufsichtsgremium zur Beratung vorgelegt werden.“


Ulrich Stadtmann ist CDU-Stadtverordneter und Aufsichtsratsvorsitzender. Er erklärte gegenüber dem MT, dass er aktuell keine politische Mehrheit für einen Verkauf sehe. Das Gebäude sei doch nicht nur Sitz der MEW, sondern dort ist auch unter anderem das Gründerzentrum untergebracht. Und in Zeiten von Niedrigzinsen lohne sich der Verkauf ja eher auch nicht.

Im Rechnungsprüfungsausschuss erklärte auch Bürgermeister Michael Jäcke, dass aktuell kein Verkauf geplant sei. Gegenüber dem MT sagte er, dass er das mit der politischen Mehrheit durchaus anders sehe als Stadtmann. Und ein Verkauf könnte gerade jetzt, wo viele Unternehmen Geld in Gebäude anlegen wollen, auch lukrativ sein.

Auch Jäcke verweist auf den ursprünglichen Zweck der MEW, Flächen für Gewerbe und Wohnbau zu entwickeln. Selbst wenn das beim Simeonscarré 2 etwas anders sei, weil dort ja der Sitz der MEW und das Gründerzentrum sind, müsse man doch die Frage stellen dürfen, ob ein Verkauf einen wirtschaftlichen Vorteil bringen könnte.Und aus seiner Sicht sei es kein schlechter Zeitpunkt, da der Immobilienmarkt gerade so ist, dass das Gebäude Kaufinteressenten finden könnte.

Es gebe aber keinen konkreten Verkaufsplan und auch keinen Interessenten, sondern das sei „ein Gedankenspiel“. Die Wirtschaftlichkeit eines Verkaufs müsste im Einzelfall durchgeprüft werden. „Es ist eine Top-Lage, das Gebäude ist gut durchsaniert und im Moment suchen viele, die mit Immobilien zu tun haben, solche Gebäude, die gut im Schuss sind.“

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