Geballtes Wissen über den Kreis Minden-Lübbecke Geographische Kommission für Westfalen legt Buch über Städte und Gemeinden im Kreis vor / Sieben Autoren Von Jürgen Langenkämper Minden (mt).Geballtes Wissen über den Kreis liegt seit gestern in gedruckter Form vor. Landesdirektor Dr. Wolfgang Kirsch vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) übergab Landrat Dr. Ralf Niermann im Kreishaus das neueste Buch der Geographischen Kommission für Westfalen. Sieben Autoren untersuchen darin die elf Städte und Gemeinden des Mühlenkreises.Dem Kreis Minden-Lübbecke ist der 13. Band der Reihe "Städte und Gemeinden in Westfalen" gewidmet, die neben dem geographisch-landeskundlichen Atlas das zweite große Publikationsprojekt der Geographischen Kommission (GeKo) ist. "Ziel ist, Entscheidungshilfen für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft für eine nachhaltige Entwicklung zu geben", sagte Prof. Dr. Klaus Temlitz, bis vor Kurzem Vorsitzender der 1936 gegründeten GeKo, zu den im Laufe der Zeit mehrfach veränderten und erweiterten Aufgaben der Geographen.Die Mitherausgeberin des Bandes und Autorin des "Minden"-Beitrags, Dr. Carola Bischoff, erläuterte bei der Buchvorstellung, dass seit dem Start der Reihe bestimmte Strukturelemente in der Darstellung eine Vergleichbarkeit zwischen den Kreisen und der Gemeinden untereinander gewährleisten. So folgen Übersichtsbeiträgen zum Kreisgebiet seit der Eiszeit über die Siedlungskunde bis zur wirtschaftlichen Entwicklung die Gemeindedarstellungen in alphabetischer Reihenfolge. Besonders hinsichtlich der Wirtschaft solle der Leser "ein Gefühl dafür bekommen, wo stehen wir denn eigentlich".Trotz vorgegebener Grobgliederung der einzelnen Beiträge konnten die Autoren, die fast ausschließlich ehrenamtlich forschten und schrieben, die individuellen Besonderheiten ihres jeweiligen Untersuchungsgegenstandes auf den bis zu 60 zur Verfügung stehenden Seiten herausarbeiten. Luftbilder aus einer aktuellen Befliegung zeigen die Einbettung in die Landschaft. Schnell greifbare Statistiken und anschauliche Karten (Niermann: "Ich liebe Karten, sie geben Freiraum für Fantasie") bieten geballte Information auf einen und manchmal auch auf den zweiten Blick. Als "Novum für diesen Bereich" hob Bischoff die kartographische Darstellung des großflächigen Einzelhandels aufgrund von IHK-Daten vom Mai 2013 hervor. Das habe es so noch nicht gegeben - Dank des relativ späten Veröffentlichungstermins innerhalb der seit den 1980er-Jahren laufenden Reihe.Interesse verdient auch die wirtschaftshistorische Untersuchung für Porta Westfalica durch Manfred Nolting, der anhand der Auswertung von Chroniken herausfand, wann und über welche Zeiträume verschiedene Gewerbearten betrieben wurden. Für Espelkamp beleuchtete Mitherausgeber Friedhelm Pelzer die charakteristische Vielfalt der Religionen.Viele der Detailinformationen seien auch an anderer Stelle zu erhalten, "aber nicht über so lange Zeitschnitte", beantwortete Carola Bischoff die Frage nach der Notwendigkeit der Publikation. Das Wissen sei "in Büchern besser gebündelt und besser gesichert". LWL-Chef Kirsch sagte: "Ich selbst habe in der Vergangenheit oft in den Büchern dieser Reihe nachgeschlagen, um mich über unsere Städte und Gemeinden in Westfalen zu informieren." Es sei falsch anzunehmen, "dass die unmittelbare Umgebung die Menschen nicht mehr interessiert, das Gegenteil ist der Fall", sagt der Landesdirektor. "Ein Teil der zwölf bisherigen Bände ist schon vergriffen."Zur Zielgruppe das Werkes, das in einer Auflage von 1000 Exemplaren im Aschendorff-Verlag erscheint, gehören neben Einheimischen und Neubürgern vor allem Schulen und Bibliotheken. "Lehrer wollen mehr über die Region wissen und es mit Schülern anschauen", sagte Bischoff. Dr. Dirk Paßmann, Verlagsleiter des Aschendorff-Buchverlages, regte nicht ganz uneigennützig an, "Unternehmer zu finden, die das Buch als Sponsoren für Schulen anschaffen". Kreis Minden-LübbeckeVorläufer der Reihe "Städte und Gemeinden in Westfalen" war der Sammelband "Berichte zur Deutschen Landeskunde", in dem bereits im Jahr 1965 geographisch-landeskundliche Kurzbeschreibungen der damals 175 Stadtgemeinden in Westfalen veröffentlicht wurden.Mit der Reihe liefert die Geographische Kommission neben ihrem "Atlas von Westfalen" und der Online-Plattform www.westfalen-regional.de eine weitere geographisch-landeskundliche Dokumentation.Dr. Carola Bischoff (Münster) schrieb über Minden und gemeinsam mit Dr. Günter Rook (Minden) über Hille und Petershagen. Mit Diplom-Geographin Kerstin Hüls (Münster) gab sie einen aktuellen Überblick über den Kreis. Diplom-Geographin Sandra Hamer (Münster) verfasste den Beitrag zu Preußisch Oldendorf. Prof. Dr. Werner Klohn (Vechta) schrieb über Rahden und Stemwede. Dr. Manfred Nolting (Nottuln) befasste sich mit Porta Westfalica. Dr. Friedhelm Pelzer (Altenberge) schrieb die Beiträge zu Bad Oeynhausen, Espelkamp und Hüllhorst. Dr. Georg Römhild (Borchen) lieferte den Beitrag zu Lübbecke.Kreis Minden-Lübbecke. Städte und Gemeinden in Westfalen, hg. von der Geographischen Kommission von Westfalen durch Carola Bischoff, Rudolf Groethues, Friedhelm Pelzer und Klaus Temlitz, Münster 2013, Aschendorff-Verlag, 441 Seiten, 36,80 Euro, ISBN 978-3-402-14939-3

Geballtes Wissen über den Kreis Minden-Lübbecke

Minden (mt).Geballtes Wissen über den Kreis liegt seit gestern in gedruckter Form vor. Landesdirektor Dr. Wolfgang Kirsch vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) übergab Landrat Dr. Ralf Niermann im Kreishaus das neueste Buch der Geographischen Kommission für Westfalen.

Prof. Dr. Klaus Temlitz, ehemaliger Vorsitzender der Geographischen Kommission für Westfalen, stellte die Entwicklung der erfolgreichen Buchreihe dar und gab einen Überblick über die Geschichte der Kommission des LWL. - © Fotos: Alex Lehn
Prof. Dr. Klaus Temlitz, ehemaliger Vorsitzender der Geographischen Kommission für Westfalen, stellte die Entwicklung der erfolgreichen Buchreihe dar und gab einen Überblick über die Geschichte der Kommission des LWL. - © Fotos: Alex Lehn

Sieben Autoren untersuchen darin die elf Städte und Gemeinden des Mühlenkreises.

Dem Kreis Minden-Lübbecke ist der 13. Band der Reihe "Städte und Gemeinden in Westfalen" gewidmet, die neben dem geographisch-landeskundlichen Atlas das zweite große Publikationsprojekt der Geographischen Kommission (GeKo) ist. "Ziel ist, Entscheidungshilfen für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft für eine nachhaltige Entwicklung zu geben", sagte Prof. Dr. Klaus Temlitz, bis vor Kurzem Vorsitzender der 1936 gegründeten GeKo, zu den im Laufe der Zeit mehrfach veränderten und erweiterten Aufgaben der Geographen.

Die Mitherausgeberin des Bandes und Autorin des "Minden"-Beitrags, Dr. Carola Bischoff, erläuterte bei der Buchvorstellung, dass seit dem Start der Reihe bestimmte Strukturelemente in der Darstellung eine Vergleichbarkeit zwischen den Kreisen und der Gemeinden untereinander gewährleisten. So folgen Übersichtsbeiträgen zum Kreisgebiet seit der Eiszeit über die Siedlungskunde bis zur wirtschaftlichen Entwicklung die Gemeindedarstellungen in alphabetischer Reihenfolge. Besonders hinsichtlich der Wirtschaft solle der Leser "ein Gefühl dafür bekommen, wo stehen wir denn eigentlich".

Trotz vorgegebener Grobgliederung der einzelnen Beiträge konnten die Autoren, die fast ausschließlich ehrenamtlich forschten und schrieben, die individuellen Besonderheiten ihres jeweiligen Untersuchungsgegenstandes auf den bis zu 60 zur Verfügung stehenden Seiten herausarbeiten. Luftbilder aus einer aktuellen Befliegung zeigen die Einbettung in die Landschaft. Schnell greifbare Statistiken und anschauliche Karten (Niermann: "Ich liebe Karten, sie geben Freiraum für Fantasie") bieten geballte Information auf einen und manchmal auch auf den zweiten Blick. Als "Novum für diesen Bereich" hob Bischoff die kartographische Darstellung des großflächigen Einzelhandels aufgrund von IHK-Daten vom Mai 2013 hervor. Das habe es so noch nicht gegeben - Dank des relativ späten Veröffentlichungstermins innerhalb der seit den 1980er-Jahren laufenden Reihe.

Die Autoren: Sandra Hamer (von links), Werner Klohn, Georg Römhild, Carola Bischoff, Günter Rook, Manfred Nolting und Friedhelm Pelzer arbeiteten an dem Band mit.
Die Autoren: Sandra Hamer (von links), Werner Klohn, Georg Römhild, Carola Bischoff, Günter Rook, Manfred Nolting und Friedhelm Pelzer arbeiteten an dem Band mit.

Interesse verdient auch die wirtschaftshistorische Untersuchung für Porta Westfalica durch Manfred Nolting, der anhand der Auswertung von Chroniken herausfand, wann und über welche Zeiträume verschiedene Gewerbearten betrieben wurden. Für Espelkamp beleuchtete Mitherausgeber Friedhelm Pelzer die charakteristische Vielfalt der Religionen.

Viele der Detailinformationen seien auch an anderer Stelle zu erhalten, "aber nicht über so lange Zeitschnitte", beantwortete Carola Bischoff die Frage nach der Notwendigkeit der Publikation. Das Wissen sei "in Büchern besser gebündelt und besser gesichert". LWL-Chef Kirsch sagte: "Ich selbst habe in der Vergangenheit oft in den Büchern dieser Reihe nachgeschlagen, um mich über unsere Städte und Gemeinden in Westfalen zu informieren." Es sei falsch anzunehmen, "dass die unmittelbare Umgebung die Menschen nicht mehr interessiert, das Gegenteil ist der Fall", sagt der Landesdirektor. "Ein Teil der zwölf bisherigen Bände ist schon vergriffen."

Zur Zielgruppe das Werkes, das in einer Auflage von 1000 Exemplaren im Aschendorff-Verlag erscheint, gehören neben Einheimischen und Neubürgern vor allem Schulen und Bibliotheken. "Lehrer wollen mehr über die Region wissen und es mit Schülern anschauen", sagte Bischoff. Dr. Dirk Paßmann, Verlagsleiter des Aschendorff-Buchverlages, regte nicht ganz uneigennützig an, "Unternehmer zu finden, die das Buch als Sponsoren für Schulen anschaffen".

Kreis Minden-Lübbecke
Vorläufer der Reihe "Städte und Gemeinden in Westfalen" war der Sammelband "Berichte zur Deutschen Landeskunde", in dem bereits im Jahr 1965 geographisch-landeskundliche Kurzbeschreibungen der damals 175 Stadtgemeinden in Westfalen veröffentlicht wurden. Mit der Reihe liefert die Geographische Kommission neben ihrem "Atlas von Westfalen" und der Online-Plattform www.westfalen-regional.de eine weitere geographisch-landeskundliche Dokumentation. Dr. Carola Bischoff (Münster) schrieb über Minden und gemeinsam mit Dr. Günter Rook (Minden) über Hille und Petershagen. Mit Diplom-Geographin Kerstin Hüls (Münster) gab sie einen aktuellen Überblick über den Kreis. Diplom-Geographin Sandra Hamer (Münster) verfasste den Beitrag zu Preußisch Oldendorf. Prof. Dr. Werner Klohn (Vechta) schrieb über Rahden und Stemwede. Dr. Manfred Nolting (Nottuln) befasste sich mit Porta Westfalica. Dr. Friedhelm Pelzer (Altenberge) schrieb die Beiträge zu Bad Oeynhausen, Espelkamp und Hüllhorst. Dr. Georg Römhild (Borchen) lieferte den Beitrag zu Lübbecke. Kreis Minden-Lübbecke. Städte und Gemeinden in Westfalen, hg. von der Geographischen Kommission von Westfalen durch Carola Bischoff, Rudolf Groethues, Friedhelm Pelzer und Klaus Temlitz, Münster 2013, Aschendorff-Verlag, 441 Seiten, 36,80 Euro, ISBN 978-3-402-14939-3

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Minden