Ganz vorne mit dabei: 7-Tage-Inzidenz vom Kreis Minden-Lübbecke im bundesweiten Vergleich Vasco Stemmer Minden. Der Kreis Minden-Lübbecke spielt im Moment ganz oben mit. Nicht nur in Ostwestfalen, sondern auch bundesweit. Ein Grund zum Feiern ist das aber nicht, denn es geht nicht um einen sportlichen Wettkampf, sondern um die Corona-Inzidenzwerte. Vergleicht man die Daten aller Kreise, kreisfreien Städte und Bezirke in Deutschland, belegt der Mühlenkreis den 35. Platz - von insgesamt 412. Dem Ranking zu Grunde liegen dabei die Inzidenzwerte, die das Robert-Koch-Institut (RKI) am 11. November, Stand 0 Uhr, veröffentlicht hat. Mit einem Inzidenzwert 219,7 liegt der Mühlenkreis bundesweit direkt vor der Stadt Dortmund, für die ein Wert von 217,3 zu Buche schlägt. Mit den vom MT ermittelten Inzidenzwerten würde der Kreis sogar den 24. Platz belegen. Dieser lag am Mittwoch bei 231,64. Auf Platz eins des Rankings liegt der Landkreis Traunstein in Oberbayern, hier beträgt der Inzidenzwert 382,2. Holzminden in Niedersachsen liegt mit einem Wert von 19,9 bundesweit auf dem vorletzten Platz. Nur auf der Mecklenburgischen Seenplatte haben sich in den letzten sieben Tagen noch weniger Menschen infiziert. In Nordrhein-Westfalen liegt der Mühlenkreis auf dem achten Platz und damit vor Großstädten wie zum Beispiel Düsseldorf, Köln und Essen. Würden die vom MT ermittelten Zahlen berücksichtigt, wäre es hier sogar der sechste Platz. In Ostwestfalen-Lippe gibt es keinen Landkreis und keine kreisfreie Stadt, in denen sich mehr Menschen in der letzten Woche infiziert haben, als in Minden-Lübbecke. In Bielefeld und den Kreisen Paderborn, Soest, Gütersloh, Herford und Lippe liegen die Werte zum Teil deutlich unter 200. In Münster und Coesfeld liegt der Inzidenzwert sogar bei weniger als 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner. Ein genauer Blick auf den Mühlenkreis zeigt, dass gerade Preußisch  Oldendorf und Espelkamp die Hotspots der Region sind.  Hier gibt es 76,30 aktive Fälle pro 10.000 Einwohner (Pr. Oldendorf) und 75,46 in Espelkamp. Der stellvertretende Leiter des Corona-Krisenstabs, Gesundheitsdezernent Hans-Joerg Deichholz, sieht den Nutzen des Rankings allerdings kritisch. „Wenn wir ein paar Wochen zurückschauen, dann liegen besonders die Städte im Ruhrgebiet vor uns", erklärt Deichholz im MT-Gespräch. Die Höhe der Inzidenzwerte sei immer sehr dynamisch und können sich schnell ändern. Das aktuelle Infektionsgeschehen im Kreis bezeichnet er als diffus: „Aktuell gibt es keinen zentralen Hotspot, wie den bayrischen Abend im März." Deichholz versichert, dass der Corona-Krisenstab zusammen mit dem Ordnungsamt versucht, alle angeordneten Maßnahmen umzusetzen: "Ich weiß, dass wir eine schlimme Lage haben, da arbeiten wir dran." Weitere Maßnahmen zur Absenkung der Infektionszahlen seien derzeit nicht geplant, trotzdem stünde der Krisenstab in stetigen Beratungen mit dem Land NRW und der Bezirksregierung, um gegebenenfalls handeln zu können. Deichholz appelliert an die Bürger, sich an die bestehenden Regeln zu halten: "Wir hoffen, dass zu Weihnachten alles wieder offen ist, und dass wir keine weiteren Maßnahmen brauchen. Da können wir alle etwas für tun."

Ganz vorne mit dabei: 7-Tage-Inzidenz vom Kreis Minden-Lübbecke im bundesweiten Vergleich

Im Vergleich zu den 412 Landkreisen und kreisfreien Städten liegt der Mühlenkreis in den oberen zehn Prozent. MT-Symbolfoto: Alex Lehn © Alex Lehn

Minden. Der Kreis Minden-Lübbecke spielt im Moment ganz oben mit. Nicht nur in Ostwestfalen, sondern auch bundesweit. Ein Grund zum Feiern ist das aber nicht, denn es geht nicht um einen sportlichen Wettkampf, sondern um die Corona-Inzidenzwerte. Vergleicht man die Daten aller Kreise, kreisfreien Städte und Bezirke in Deutschland, belegt der Mühlenkreis den 35. Platz - von insgesamt 412. Dem Ranking zu Grunde liegen dabei die Inzidenzwerte, die das Robert-Koch-Institut (RKI) am 11. November, Stand 0 Uhr, veröffentlicht hat.

Mit einem Inzidenzwert 219,7 liegt der Mühlenkreis bundesweit direkt vor der Stadt Dortmund, für die ein Wert von 217,3 zu Buche schlägt. Mit den vom MT ermittelten Inzidenzwerten würde der Kreis sogar den 24. Platz belegen. Dieser lag am Mittwoch bei 231,64. Auf Platz eins des Rankings liegt der Landkreis Traunstein in Oberbayern, hier beträgt der Inzidenzwert 382,2. Holzminden in Niedersachsen liegt mit einem Wert von 19,9 bundesweit auf dem vorletzten Platz. Nur auf der Mecklenburgischen Seenplatte haben sich in den letzten sieben Tagen noch weniger Menschen infiziert.

In Nordrhein-Westfalen liegt der Mühlenkreis auf dem achten Platz und damit vor Großstädten wie zum Beispiel Düsseldorf, Köln und Essen. Würden die vom MT ermittelten Zahlen berücksichtigt, wäre es hier sogar der sechste Platz. In Ostwestfalen-Lippe gibt es keinen Landkreis und keine kreisfreie Stadt, in denen sich mehr Menschen in der letzten Woche infiziert haben, als in Minden-Lübbecke. In Bielefeld und den Kreisen Paderborn, Soest, Gütersloh, Herford und Lippe liegen die Werte zum Teil deutlich unter 200. In Münster und Coesfeld liegt der Inzidenzwert sogar bei weniger als 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner.

Ein genauer Blick auf den Mühlenkreis zeigt, dass gerade Preußisch  Oldendorf und Espelkamp die Hotspots der Region sind.  Hier gibt es 76,30 aktive Fälle pro 10.000 Einwohner (Pr. Oldendorf) und 75,46 in Espelkamp.

Hans-Joerg Deichholz, stellvertretender Leiter des Krisenstabs, sieht das Ranking wegen des dynamischen Infektionsgeschehens kritisch. MT-Foto: Alex Lehn - © Alex Lehn
Hans-Joerg Deichholz, stellvertretender Leiter des Krisenstabs, sieht das Ranking wegen des dynamischen Infektionsgeschehens kritisch. MT-Foto: Alex Lehn - © Alex Lehn

Der stellvertretende Leiter des Corona-Krisenstabs, Gesundheitsdezernent Hans-Joerg Deichholz, sieht den Nutzen des Rankings allerdings kritisch. „Wenn wir ein paar Wochen zurückschauen, dann liegen besonders die Städte im Ruhrgebiet vor uns", erklärt Deichholz im MT-Gespräch. Die Höhe der Inzidenzwerte sei immer sehr dynamisch und können sich schnell ändern. Das aktuelle Infektionsgeschehen im Kreis bezeichnet er als diffus: „Aktuell gibt es keinen zentralen Hotspot, wie den bayrischen Abend im März."

Deichholz versichert, dass der Corona-Krisenstab zusammen mit dem Ordnungsamt versucht, alle angeordneten Maßnahmen umzusetzen: "Ich weiß, dass wir eine schlimme Lage haben, da arbeiten wir dran." Weitere Maßnahmen zur Absenkung der Infektionszahlen seien derzeit nicht geplant, trotzdem stünde der Krisenstab in stetigen Beratungen mit dem Land NRW und der Bezirksregierung, um gegebenenfalls handeln zu können. Deichholz appelliert an die Bürger, sich an die bestehenden Regeln zu halten: "Wir hoffen, dass zu Weihnachten alles wieder offen ist, und dass wir keine weiteren Maßnahmen brauchen. Da können wir alle etwas für tun."

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