Fürst zu Schaumburg-Lippe sagt zum dritten Mal Ja: Auch viele Mindener unter den rund tausend Schaulustigen Anja Peper,Stefanie Dullweber,Leonhard Behmann Minden/Bückeburg (mt/szlz). Zwischen dem Bückeburger Schloss und der Stadtkirche liegen nur 450 Meter. Aber die haben es in sich. Das holprige Altstadtpflaster ist ein berüchtigter Absatzkiller. Wer eine Einladung zur kirchlichen Trauung von Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe und Pianistin Mahkameh Navabi bekommen hatte, war schriftlich vorgewarnt. Darum hatten Damen in High Heels vorsorglich spezielle Absatzschoner aus Gummi dabei, um die 450 Meter unfallfrei und so elegant wie möglich zu absolvieren. Die Braut fuhr zwar mit der Kutsche, hatte aber sichtlich Mühe, das wunderschöne Kleid mit dem Endlosschleier halbwegs ordentlich darin unterzubringen. Die beste Lösung für diesen Anlass bei Top-Wetter war tatsächlich: das Fahrrad. Für ein klassisches schwarzes Damenrad samt geschmücktem Lenkerkörbchen hatte sich der „Schwippschwager“ des Fürsten, Pieter Mulier, entschieden. An diesem Auftritt hatten die Schaulustigen am Roten Teppich vor der Stadtkirche sichtlich Spaß. In Hochform war am Tag der Trauung auch des Fürsten Exfrau, Lilly zu Sayn-Wittgenstein. Sie ist so gut mit dem Paar befreundet, dass sie als eine von Navabis Trauzeuginnen fungierte. In der Kirche ordnete Lilly persönlich die lange Schleppe der Braut, nachdem diese Platz genommen hatte. Laut der Zeitschrift „Gala“ soll sie über die neue Frau an der Seite des Fürsten gesagt haben: „Sie ist ein absoluter Herzensmensch, das verbindet uns.“ Mahkameh Fürstin zu Schaumburg-Lippe (40) hatte für diesen besonderen Tag eine wunderschöne Robe mit aufwendigen Strickereien, tiefem Ausschnitt und Endlosschleier ausgewählt. Ihr Hochzeitskleid ist von den international bekannten Modedesignern George Azzi und Assaad Osta aus Beirut (Libanon) entworfen worden. Nach dem Auszug aus der Kirche funkelte ihre Diamant-Tiara in der hoch stehenden Mittagssonne. Das Paar – er ist Jurist und Oberhaupt des Hauses Schaumburg-Lippe, sie eine erfolgreiche und renommierte Konzertpianistin – hatten bereits im vergangenen Jahr standesamtlich geheiratet – im engsten Familienkreis. Die Öffentlichkeit war von dieser Trauung seinerzeit ebenso ausgeschlossen wie von den nachfolgenden Feierlichkeiten. Das war Corona geschuldet. Nun, 13 Monate später, folgte die kirchliche Zeremonie. Der Termin war geheim gehalten worden. Das Fürstenhaus wollte in diesen von der Pandemie bestimmten Zeiten einen Massenauflauf vermeiden. Das Spalier bildete die Trachtengruppe Röcke. Mehr als 1.000 Menschen säumten laut Polizei bei Kaiserwetter die Straßen. Nach Auskunft der Beamten verlief der Einsatz „ohne besondere Vorkommnisse“. Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke und Pastor Dr. Marc Bergermann von der reformierten Gemeinde hielten die Predigt – auf Deutsch und auf Englisch. Vor Landesbischof Manzke gaben sich Braut und Bräutigam um 13.06 Uhr das Ja-Wort. Hochzeitsgäste von nah und fern waren angereist – darunter Vertreter des europäischen Hochadels, Unternehmer, aktive und ehemalige Politiker und ein Filmproduzent aus New York. Zu den prominentesten Gästen dürfte Dr. Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, gezählt haben. In Begleitung seiner Ehefrau Wiebke kam der ehemalige Bundesgesundheitsminister und Vizekanzler Philipp Rösler (FDP). Auch George Philip Nicholas Windsor, Graf von St. Andrews, der ältere Sohn von Prinz Edward, Herzog von Kent, und seine Ehefrau Sylvana Palma Tomaselli waren dabei. Der Schauspieler und Kabarettist Wolfgang Bahro (Gute Zeiten, schlechte Zeiten) zählte ebenfalls zu den Gästen. Das Orchester der Opera Wroc?awska Rumi unter der Leitung von Maestro Bassem Akiki spielte, Felicitas Breest (Sopranistin), Sebastian Mach (Tenor), Matteo el-Khodr (Contratenor) sangen sich in die Herzen des Brautpaars und der Gäste. Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe und Prinzessin Navabi verließen die Stadtkirche in einer Kutsche. Offenbar war bekannt geworden, weshalb das Schlossgelände von Polizei und Bürgerbataillon abgesperrt worden war. Bis in die Nacht wurde die Hochzeit im Kreise von Freunden des Paares auf Schloss Bückeburg gefeiert. Dort sollen der 62-jährige Bräutigam und die 40-jährige Konzertpianistin auch gemeinsam eine vierhändige Kostprobe am Flügel abgegeben haben. Denn die Musik verbindet das Paar, wie der Bückeburger Schlossherr schon in Interviews verraten hat: „Mahkameh spielt nach Noten, ich nach Gehör. Aber wenn wir improvisieren, klappt es ganz gut.“ Am Abend machte das Bürgerbataillon dem Brautpaar ein Geschenk der besonderen Art – vor dem in den Farben der Schaumburg-Lipper illuminierten Schloss marschierten zu einer Serenade – gespielt von den Bückeburger Jägern – 100 Fackelträger ein. Wer ist die Frau an der Seite des Fürsten? Die Konzertpianistin aus dem Iran hat in Paris und Teheran studiert und kam 2011 nach Deutschland. Mit ihrem Mann verbindet sie die Leidenschaft für Kultur und Musik, auch der Unternehmer spielt extrem gut Klavier. Freunde schwärmen von ihren privaten Konzerten gemeinsam am Flügel. Zum ersten Mal waren sich der Adelige und die Pianistin in Friedrichsruh bei Ferdinand Fürst von Bismarck begegnet. „Das war im Jahr 2009. Mahkameh hat auf dem Piano gespielt. Ich bin leider zu spät gekommen, habe diesen Moment verpasst“, zitiert die Schaumburger Zeitung und Landes-Zeitung (SZ/LZ) Alexander zu Schaumburg-Lippe. „Ich bin mit ihr ins Gespräch gekommen, habe sie gebeten, noch einmal für mich zu spielen. Sie hat es getan“, sagt der Bückeburger und schiebt lächelnd ein „Zum Glück“ hinterher. Erst Jahre später – nach der Scheidung von Dr. Nadja-Anna Zoeks – lernten sich Mahkameh Navabi und Fürst Alexander besser kennen und lieben. Am 22. Dezember 2019, drei Tage vor seinem 61. Geburtstag, überreichte Alexander zu Schaumburg-Lippe seiner Traumfrau den Verlobungsring. In einem stillen Moment, auf dem Sofa – „ganz intim und daheim“.

Fürst zu Schaumburg-Lippe sagt zum dritten Mal Ja: Auch viele Mindener unter den rund tausend Schaulustigen

Das Brautpaar beim Auszug aus der Stadtkirche. Die Predigt hielten Landesbischof Karl-Hinrich Manzke (links) und Pastor Marc Bergermann. MT-Foto: Stefanie Dullweber © Stefanie Dullweber

Minden/Bückeburg (mt/szlz). Zwischen dem Bückeburger Schloss und der Stadtkirche liegen nur 450 Meter. Aber die haben es in sich. Das holprige Altstadtpflaster ist ein berüchtigter Absatzkiller. Wer eine Einladung zur kirchlichen Trauung von Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe und Pianistin Mahkameh Navabi bekommen hatte, war schriftlich vorgewarnt. Darum hatten Damen in High Heels vorsorglich spezielle Absatzschoner aus Gummi dabei, um die 450 Meter unfallfrei und so elegant wie möglich zu absolvieren. Die Braut fuhr zwar mit der Kutsche, hatte aber sichtlich Mühe, das wunderschöne Kleid mit dem Endlosschleier halbwegs ordentlich darin unterzubringen. Die beste Lösung für diesen Anlass bei Top-Wetter war tatsächlich: das Fahrrad.

Für ein klassisches schwarzes Damenrad samt geschmücktem Lenkerkörbchen hatte sich der „Schwippschwager“ des Fürsten, Pieter Mulier, entschieden. An diesem Auftritt hatten die Schaulustigen am Roten Teppich vor der Stadtkirche sichtlich Spaß. In Hochform war am Tag der Trauung auch des Fürsten Exfrau, Lilly zu Sayn-Wittgenstein. Sie ist so gut mit dem Paar befreundet, dass sie als eine von Navabis Trauzeuginnen fungierte. In der Kirche ordnete Lilly persönlich die lange Schleppe der Braut, nachdem diese Platz genommen hatte. Laut der Zeitschrift „Gala“ soll sie über die neue Frau an der Seite des Fürsten gesagt haben: „Sie ist ein absoluter Herzensmensch, das verbindet uns.“

Mahkameh Fürstin zu Schaumburg-Lippe (40) hatte für diesen besonderen Tag eine wunderschöne Robe mit aufwendigen Strickereien, tiefem Ausschnitt und Endlosschleier ausgewählt. Ihr Hochzeitskleid ist von den international bekannten Modedesignern George Azzi und Assaad Osta aus Beirut (Libanon) entworfen worden. Nach dem Auszug aus der Kirche funkelte ihre Diamant-Tiara in der hoch stehenden Mittagssonne.


Das Paar – er ist Jurist und Oberhaupt des Hauses Schaumburg-Lippe, sie eine erfolgreiche und renommierte Konzertpianistin – hatten bereits im vergangenen Jahr standesamtlich geheiratet – im engsten Familienkreis. Die Öffentlichkeit war von dieser Trauung seinerzeit ebenso ausgeschlossen wie von den nachfolgenden Feierlichkeiten. Das war Corona geschuldet. Nun, 13 Monate später, folgte die kirchliche Zeremonie. Der Termin war geheim gehalten worden. Das Fürstenhaus wollte in diesen von der Pandemie bestimmten Zeiten einen Massenauflauf vermeiden. Das Spalier bildete die Trachtengruppe Röcke. Mehr als 1.000 Menschen säumten laut Polizei bei Kaiserwetter die Straßen. Nach Auskunft der Beamten verlief der Einsatz „ohne besondere Vorkommnisse“.

Cooler Auftritt am Roten Teppich: Pieter Mulier kommt mit dem Damenrad. MT-Fotos: Anja Peper - © Anja Peper
Cooler Auftritt am Roten Teppich: Pieter Mulier kommt mit dem Damenrad. MT-Fotos: Anja Peper - © Anja Peper

Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke und Pastor Dr. Marc Bergermann von der reformierten Gemeinde hielten die Predigt – auf Deutsch und auf Englisch. Vor Landesbischof Manzke gaben sich Braut und Bräutigam um 13.06 Uhr das Ja-Wort. Hochzeitsgäste von nah und fern waren angereist – darunter Vertreter des europäischen Hochadels, Unternehmer, aktive und ehemalige Politiker und ein Filmproduzent aus New York.

Coronabedingt war die kirchliche Trauung auf den Termin im Oktober verschoben worden. - © ani
Coronabedingt war die kirchliche Trauung auf den Termin im Oktober verschoben worden. - © ani

Zu den prominentesten Gästen dürfte Dr. Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, gezählt haben. In Begleitung seiner Ehefrau Wiebke kam der ehemalige Bundesgesundheitsminister und Vizekanzler Philipp Rösler (FDP). Auch George Philip Nicholas Windsor, Graf von St. Andrews, der ältere Sohn von Prinz Edward, Herzog von Kent, und seine Ehefrau Sylvana Palma Tomaselli waren dabei. Der Schauspieler und Kabarettist Wolfgang Bahro (Gute Zeiten, schlechte Zeiten) zählte ebenfalls zu den Gästen. Das Orchester der Opera Wroc?awska Rumi unter der Leitung von Maestro Bassem Akiki spielte, Felicitas Breest (Sopranistin), Sebastian Mach (Tenor), Matteo el-Khodr (Contratenor) sangen sich in die Herzen des Brautpaars und der Gäste.

Sie zählte zu den prominentesten Gästen: Ursula von der Leyen (CDU), Europäische Kommission. - © Anja Peper
Sie zählte zu den prominentesten Gästen: Ursula von der Leyen (CDU), Europäische Kommission. - © Anja Peper

Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe und Prinzessin Navabi verließen die Stadtkirche in einer Kutsche. Offenbar war bekannt geworden, weshalb das Schlossgelände von Polizei und Bürgerbataillon abgesperrt worden war. Bis in die Nacht wurde die Hochzeit im Kreise von Freunden des Paares auf Schloss Bückeburg gefeiert. Dort sollen der 62-jährige Bräutigam und die 40-jährige Konzertpianistin auch gemeinsam eine vierhändige Kostprobe am Flügel abgegeben haben. Denn die Musik verbindet das Paar, wie der Bückeburger Schlossherr schon in Interviews verraten hat: „Mahkameh spielt nach Noten, ich nach Gehör. Aber wenn wir improvisieren, klappt es ganz gut.“ Am Abend machte das Bürgerbataillon dem Brautpaar ein Geschenk der besonderen Art – vor dem in den Farben der Schaumburg-Lipper illuminierten Schloss marschierten zu einer Serenade – gespielt von den Bückeburger Jägern – 100 Fackelträger ein.

In Feierlaune: Exfrau Lilly zu Sayn-Wittgenstein (49) fungierte am Samstag als Trauzeugin. - © Anja Peper
In Feierlaune: Exfrau Lilly zu Sayn-Wittgenstein (49) fungierte am Samstag als Trauzeugin. - © Anja Peper

Wer ist die Frau an der Seite des Fürsten? Die Konzertpianistin aus dem Iran hat in Paris und Teheran studiert und kam 2011 nach Deutschland. Mit ihrem Mann verbindet sie die Leidenschaft für Kultur und Musik, auch der Unternehmer spielt extrem gut Klavier. Freunde schwärmen von ihren privaten Konzerten gemeinsam am Flügel.

Ex-Vizekanzler Philipp Rösler (FDP) besuchte die Hochzeit in Begleitung seiner Ehefrau Wiebke. - © Anja Pepr
Ex-Vizekanzler Philipp Rösler (FDP) besuchte die Hochzeit in Begleitung seiner Ehefrau Wiebke. - © Anja Pepr

Zum ersten Mal waren sich der Adelige und die Pianistin in Friedrichsruh bei Ferdinand Fürst von Bismarck begegnet. „Das war im Jahr 2009. Mahkameh hat auf dem Piano gespielt. Ich bin leider zu spät gekommen, habe diesen Moment verpasst“, zitiert die Schaumburger Zeitung und Landes-Zeitung (SZ/LZ) Alexander zu Schaumburg-Lippe. „Ich bin mit ihr ins Gespräch gekommen, habe sie gebeten, noch einmal für mich zu spielen. Sie hat es getan“, sagt der Bückeburger und schiebt lächelnd ein „Zum Glück“ hinterher. Erst Jahre später – nach der Scheidung von Dr. Nadja-Anna Zoeks – lernten sich Mahkameh Navabi und Fürst Alexander besser kennen und lieben. Am 22. Dezember 2019, drei Tage vor seinem 61. Geburtstag, überreichte Alexander zu Schaumburg-Lippe seiner Traumfrau den Verlobungsring. In einem stillen Moment, auf dem Sofa – „ganz intim und daheim“.

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