Forschungsprojekt: Mindener Studentin untersucht die Stadtsprache Jürgen Langenkämper Minden. Wo wird das reinste Hochdeutsch gesprochen? In Hannover, wie viele meinen? Oder doch in Minden, von dem die Niedersachsen im Mittelalter das Stadtrecht übernahmen? Arleen Voßmeyer will es genau wissen und im Rahmen ihrer Masterarbeit an der Leibniz-Universität eingehend untersuchen. Seit fünf Monaten schon ist die gebürtige Mindenerin mit einem Aufruf in den Sozialen Medien auf der Suche „nach Freiwilligen, die Interesse an Sprache haben und an einer Studie für meine Masterarbeit teilnehmen würden, in der es darum geht herauszufinden, wie Mindenerinnen und Mindener sprechen“, wie sie vor Weihnachten auf Facebook schrieb. Einen Flyer mit Erläuterungen und Kontaktdaten stellte sie gleich dazu. Doch entweder lesen Mindener Facebook nicht so tiefgründig wie gedacht, oder sie gehören nicht zu einer der Zielgruppen, die für diese Studie benötigt wird. „Ich suche zweimal zwei Gruppen“, sagt Arleen Voßmeyer, die 2014 am Besselgymnasium Abitur gemacht hat. Zum einen sollten die Probanden zwischen 20 und 35 Jahre oder 50 bis 65 Jahre alt sein. Und beide Eltern sollten entweder aus Minden kommen oder beide zugezogen sein. Als zugezogen gelten auch schon Eltern aus Hille, Porta und Petershagen oder Bückeburg. Andererseits dürfen Interessierte aus diesen Orten selbst nicht teilnehmen. 32 Teilnehmer, die in bis zu 60-minütigen Online-Interviews – corona-konform – befragt werden und spielerisch kleine Aufgaben über Sprache und Lesen bewältigen sollen, sucht Arleen Voßmeyer. „Für die Gruppe derjenigen mit Eltern aus Minden haben ich schon fast genügend Leute beisammen“, sagt sie. Kopfzerbrechen machen aber noch die anderen, deren Eltern zugezogen sind. Die Probanden müssen dabei selbst nicht in der Stadt geboren sein, sollten aber noch im Vorschulalter mit ihren Eltern nach Minden gezogen sein. Im Januar, als eigentlich schon die ersten Interviews hätten laufen sollen, musste die junge Frau noch einmal nachlegen und erneut um Unterstützung bitten – und dann nach Ostern wieder. So langsam drängt die Zeit. Die Masterarbeit ist eingebettet in ein größeres Forschungsprojekt. „Mein Dozent untersucht die Stadtsprache Hannovers“, sagt die Mindenerin, die an ihrer eigenen Studie übrigens nicht teilnehmen dürfte. Denn mütterlicherseits reichen die Wurzeln über Generationen nach Minden, aber ihr Vater war aus Uchte zugezogen. Dr. François Conrad geht in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt der vielfach diskutierten Frage nach: „Mythos oder nicht: Ist Hannover das Zentrum des Hochdeutschen?“. Die Mindener Stadtsprache könnte in dem Kontext noch größere Beachtung finden. Kontakt können Interessierte möglichst umgehend aufnehmen per E-Mail an: arleen.vossmeyer@gmail.com oder über Instagram: @mindenerstadtsprache. Über die Ergebnisse der Studie wird das Mindener Tageblatt berichten.

Forschungsprojekt: Mindener Studentin untersucht die Stadtsprache

Wie spricht der Buttjer, wenn er reden könnte: Arleen Voßmeyer sucht Freiwillige für ihre Masterarbeit. MT-Foto: Lehn © Alex Lehn

Minden. Wo wird das reinste Hochdeutsch gesprochen? In Hannover, wie viele meinen? Oder doch in Minden, von dem die Niedersachsen im Mittelalter das Stadtrecht übernahmen? Arleen Voßmeyer will es genau wissen und im Rahmen ihrer Masterarbeit an der Leibniz-Universität eingehend untersuchen.

Seit fünf Monaten schon ist die gebürtige Mindenerin mit einem Aufruf in den Sozialen Medien auf der Suche „nach Freiwilligen, die Interesse an Sprache haben und an einer Studie für meine Masterarbeit teilnehmen würden, in der es darum geht herauszufinden, wie Mindenerinnen und Mindener sprechen“, wie sie vor Weihnachten auf Facebook schrieb. Einen Flyer mit Erläuterungen und Kontaktdaten stellte sie gleich dazu.

Doch entweder lesen Mindener Facebook nicht so tiefgründig wie gedacht, oder sie gehören nicht zu einer der Zielgruppen, die für diese Studie benötigt wird. „Ich suche zweimal zwei Gruppen“, sagt Arleen Voßmeyer, die 2014 am Besselgymnasium Abitur gemacht hat. Zum einen sollten die Probanden zwischen 20 und 35 Jahre oder 50 bis 65 Jahre alt sein. Und beide Eltern sollten entweder aus Minden kommen oder beide zugezogen sein. Als zugezogen gelten auch schon Eltern aus Hille, Porta und Petershagen oder Bückeburg. Andererseits dürfen Interessierte aus diesen Orten selbst nicht teilnehmen.

32 Teilnehmer, die in bis zu 60-minütigen Online-Interviews – corona-konform – befragt werden und spielerisch kleine Aufgaben über Sprache und Lesen bewältigen sollen, sucht Arleen Voßmeyer. „Für die Gruppe derjenigen mit Eltern aus Minden haben ich schon fast genügend Leute beisammen“, sagt sie. Kopfzerbrechen machen aber noch die anderen, deren Eltern zugezogen sind. Die Probanden müssen dabei selbst nicht in der Stadt geboren sein, sollten aber noch im Vorschulalter mit ihren Eltern nach Minden gezogen sein.

Im Januar, als eigentlich schon die ersten Interviews hätten laufen sollen, musste die junge Frau noch einmal nachlegen und erneut um Unterstützung bitten – und dann nach Ostern wieder. So langsam drängt die Zeit.

Die Masterarbeit ist eingebettet in ein größeres Forschungsprojekt. „Mein Dozent untersucht die Stadtsprache Hannovers“, sagt die Mindenerin, die an ihrer eigenen Studie übrigens nicht teilnehmen dürfte. Denn mütterlicherseits reichen die Wurzeln über Generationen nach Minden, aber ihr Vater war aus Uchte zugezogen.

Dr. François Conrad geht in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt der vielfach diskutierten Frage nach: „Mythos oder nicht: Ist Hannover das Zentrum des Hochdeutschen?“. Die Mindener Stadtsprache könnte in dem Kontext noch größere Beachtung finden.

Kontakt können Interessierte möglichst umgehend aufnehmen per E-Mail an: arleen.vossmeyer@gmail.com oder über Instagram: @mindenerstadtsprache. Über die Ergebnisse der Studie wird das Mindener Tageblatt berichten.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Minden