Forschung zu Schlüsseltechnologien: Mindener übernimmt neue Stiftungsprofessur am FH-Campus Minden (mob/mt). Künstliche Intelligenz, autonomes Fahren, neuronale Netze, effizientere digitale Kommunikation: Mit Dr. Philip Wette hat der Campus Minden der Fachhochschule (FH) Bielefeld einen neuen Professor gewonnen, der zu Schlüsseltechnologien der Zukunft lehrt und forscht. Wette (35) ist Mindener und kommt nach Jahren in der Wirtschaft und an anderen Hochschulen zurück. Einen Master im Bereich Ingenieurwissenschaften sollte es in Minden geben – das hatten sich mehrere Mindener Firmen gewünscht. Das allerdings sei „aus Stammmitteln der praxisintegrierten Studiengänge nicht darstellbar" gewesen, so Lars Kruse, Leiter der Hochschulkommunikation. Daher taten sich Wago, Melitta, Minda,  der Arbeitgeberverband und die FH zusammen und riefen eine Stiftungsprofessur für Ingenieurinformatik mit einem Masterstudiengang „Integrierte Technologie- und Systementwicklung"ins Leben. André Bell, Mitglied des Beirats der Stiftungsprofessur und Leiter Ausbildung Elektrotechnik bei Wago, ist überzeugt: „Philip Wette ist ein dynamischer und trotz seines jungen Alters bereits sehr breit aufgestellter Wissenschaftler." Von diesem Know-how würden die Studierenden am Campus Minden ebenso profitieren wie die FH Bielefeld insgesamt. Wette bringt über zehn Jahre praktischer Forschungserfahrung mit, in reiner Grundlagenforschung ebenso wie in produktorientierter Ausrichtung für Unternehmen. Nach Informatikstudium und Promotion an der Universität Paderborn folgten erste Erfahrungen in der akademischen Lehre und Forschung, bevor er mehrere Jahre in der Forschungsabteilung eines großen deutschen Automobilzulieferers tätig war. Jetzt zieht es den gebürtigen Mindener wieder in die Wissenschaft. „Hier reizt mich nicht zuletzt die akademische Freiheit." In der Industrieforschung gebe es oft sehr konkrete Anforderungen und Zielvorgaben. „Als Professor kann ich den Blick wieder etwas breiter schweifen lassen und auch relevante Forschungsfragen bearbeiten, die nicht sofort, zum Beispiel in Hinblick auf Wirtschaftlichkeit und Zeitplanung, zu den Zielen eines Unternehmens passen müssen." Sein Forschungsinteresse ist breit. So hat er sich eingehend mit der medizinischen Bildverarbeitung, mit Navigationssystemen und mit Kommunikationsnetzwerken beschäftigt. Immer wieder ging es ihm dabei auch um die Verbesserung von Algorithmen. Seine Frage: Wie können die von den Maschinen gesammelten Informationen so aufbereitet, interpretiert und genutzt werden, dass effizientere, robustere und womöglich auch ganz neue Lösungen daraus entstehen. Anwendungsbeispiele wären das autonome Fahren. Hier sind technologisch noch einige Hürden zu überwinden, bevor Fahrzeuge tatsächlich selbstständig und sicher im komplexen Verkehrsgeschehen unterwegs sind. Wette hat sich unter anderem mit besserer Lokalisierung von Fahrzeugen befasst. Ein weiteres Projekt war die Auswertung und Datenaufbereitung von Rückfahrkameras. Wette: „Im Rahmen eines Projekts haben wir mithilfe der Bilder der Rückfahrkamera einem Fahrzeug beigebracht zu erkennen, auf welcher Fahrspur es sich gerade befindet." Trotz der Fortschritte in der Forschung liegt das flächendeckende autonome Fahren noch in ferner Zukunft. Greifbarer sind da schon Lösungen auf einem anderen Gebiet, das Philip Wette brennend interessiert: die effiziente Aufteilung von endlichen Kommunikationsressourcen. „Möchten alle Menschen und alle Maschinen, die sich an einem Ort befinden, auf einmal kommunizieren – Stichwort Industrie 4.0 –, ist es nicht unwahrscheinlich, dass WLAN, Mobilfunk und Co. zusammenbrechen." Wette möchte die vorhandenen Kommunikationsressourcen besser unter den Teilnehmenden aufteilen, so dass der Nutzen über alle maximiert wird. Die Systeme sollen nicht nur die jeweils benötigten Ressourcen erkennen, sondern auch entscheiden: Was eilt, was kann warten? Neben der Forschung freut sich Philip Wette jetzt vor allem auf die Arbeit mit den Studierenden. Er setzt auf Praxisnähe im Unterricht, die sich mit der Schaffung intelligenter, vernetzter Systeme gut umsetzen lässt. Wette ist sich sicher: „Die Studierenden lernen so im Masterstudiengang ,Integrierte Technologie- und Systementwicklung‘ wichtiges Handwerkszeug für den Einsatz in Unternehmen, besonders im Hinblick auf die Megatrends Industrie 4.0 und Internet of Things."

Forschung zu Schlüsseltechnologien: Mindener übernimmt neue Stiftungsprofessur am FH-Campus

Prof. Dr. Philip Wette ist auf die Stiftungsprofessur berufen worden. Er
wird seine Expertise insbesondere im Master „Integrierte Technologie- und
Systementwicklung“ einbringen. Foto: Patrick Pollmeier / FH Bielefeld
© paddelproduction

Minden (mob/mt). Künstliche Intelligenz, autonomes Fahren, neuronale Netze, effizientere digitale Kommunikation: Mit Dr. Philip Wette hat der Campus Minden der Fachhochschule (FH) Bielefeld einen neuen Professor gewonnen, der zu Schlüsseltechnologien der Zukunft lehrt und forscht. Wette (35) ist Mindener und kommt nach Jahren in der Wirtschaft und an anderen Hochschulen zurück.

Einen Master im Bereich Ingenieurwissenschaften sollte es in Minden geben – das hatten sich mehrere Mindener Firmen gewünscht. Das allerdings sei „aus Stammmitteln der praxisintegrierten Studiengänge nicht darstellbar" gewesen, so Lars Kruse, Leiter der Hochschulkommunikation. Daher taten sich Wago, Melitta, Minda,  der Arbeitgeberverband und die FH zusammen und riefen eine Stiftungsprofessur für Ingenieurinformatik mit einem Masterstudiengang „Integrierte Technologie- und Systementwicklung"ins Leben.

André Bell, Mitglied des Beirats der Stiftungsprofessur und Leiter Ausbildung Elektrotechnik bei Wago, ist überzeugt: „Philip Wette ist ein dynamischer und trotz seines jungen Alters bereits sehr breit aufgestellter Wissenschaftler." Von diesem Know-how würden die Studierenden am Campus Minden ebenso profitieren wie die FH Bielefeld insgesamt.


Wette bringt über zehn Jahre praktischer Forschungserfahrung mit, in reiner Grundlagenforschung ebenso wie in produktorientierter Ausrichtung für Unternehmen. Nach Informatikstudium und Promotion an der Universität Paderborn folgten erste Erfahrungen in der akademischen Lehre und Forschung, bevor er mehrere Jahre in der Forschungsabteilung eines großen deutschen Automobilzulieferers tätig war. Jetzt zieht es den gebürtigen Mindener wieder in die Wissenschaft. „Hier reizt mich nicht zuletzt die akademische Freiheit."

In der Industrieforschung gebe es oft sehr konkrete Anforderungen und Zielvorgaben. „Als Professor kann ich den Blick wieder etwas breiter schweifen lassen und auch relevante Forschungsfragen bearbeiten, die nicht sofort, zum Beispiel in Hinblick auf Wirtschaftlichkeit und Zeitplanung, zu den Zielen eines Unternehmens passen müssen."

Sein Forschungsinteresse ist breit. So hat er sich eingehend mit der medizinischen Bildverarbeitung, mit Navigationssystemen und mit Kommunikationsnetzwerken beschäftigt. Immer wieder ging es ihm dabei auch um die Verbesserung von Algorithmen. Seine Frage: Wie können die von den Maschinen gesammelten Informationen so aufbereitet, interpretiert und genutzt werden, dass effizientere, robustere und womöglich auch ganz neue Lösungen daraus entstehen.

Anwendungsbeispiele wären das autonome Fahren. Hier sind technologisch noch einige Hürden zu überwinden, bevor Fahrzeuge tatsächlich selbstständig und sicher im komplexen Verkehrsgeschehen unterwegs sind. Wette hat sich unter anderem mit besserer Lokalisierung von Fahrzeugen befasst. Ein weiteres Projekt war die Auswertung und Datenaufbereitung von Rückfahrkameras. Wette: „Im Rahmen eines Projekts haben wir mithilfe der Bilder der Rückfahrkamera einem Fahrzeug beigebracht zu erkennen, auf welcher Fahrspur es sich gerade befindet."

Trotz der Fortschritte in der Forschung liegt das flächendeckende autonome Fahren noch in ferner Zukunft. Greifbarer sind da schon Lösungen auf einem anderen Gebiet, das Philip Wette brennend interessiert: die effiziente Aufteilung von endlichen Kommunikationsressourcen. „Möchten alle Menschen und alle Maschinen, die sich an einem Ort befinden, auf einmal kommunizieren – Stichwort Industrie 4.0 –, ist es nicht unwahrscheinlich, dass WLAN, Mobilfunk und Co. zusammenbrechen." Wette möchte die vorhandenen Kommunikationsressourcen besser unter den Teilnehmenden aufteilen, so dass der Nutzen über alle maximiert wird. Die Systeme sollen nicht nur die jeweils benötigten Ressourcen erkennen, sondern auch entscheiden: Was eilt, was kann warten?

Neben der Forschung freut sich Philip Wette jetzt vor allem auf die Arbeit mit den Studierenden. Er setzt auf Praxisnähe im Unterricht, die sich mit der Schaffung intelligenter, vernetzter Systeme gut umsetzen lässt. Wette ist sich sicher: „Die Studierenden lernen so im Masterstudiengang ,Integrierte Technologie- und Systementwicklung‘ wichtiges Handwerkszeug für den Einsatz in Unternehmen, besonders im Hinblick auf die Megatrends Industrie 4.0 und Internet of Things."

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