Flächenverbrauch deutlich hinter Prognose Im Stadtgebiet Minden wurden 2010 knapp 46000 Quadratmeter Wohnbaufläche verbraucht/196 Hektar noch frei Von Hans-Jürgen Amtage Minden (mt). Im vergangenen Jahr sind im Stadtgebiet Minden knapp 46000 Quadratmeter Bauland verbraucht worden. Der größte Flächenverbrauch fiel dabei mit etwa 8200 Quadratmetern auf die Nordstadt. Ein nachhaltiger Umgang mit der Ressource Fläche steht seit 2006 im Mittelpunkt der Planungen in der Stadt Minden. Damals fasste der Bauausschuss einen entsprechenden Beschluss. Dazu gehört, dass unter qualitativen Aspekten langfristig nur noch Flächen im Stadtgebiet entwickelt werden sollen, die den Zielen einer nachhaltigen Stadtentwicklung entsprechen. In einem sogenannten Baulandbericht wird die Entwicklung jährlich von der Bauverwaltung der Stadt dokumentiert.Innenentwicklung vor Außenentwicklung beziehungsweise vor Erweiterung des Siedlungsraumes heißt seither die Devise. Doch stellt sich der Verwaltung die Problematik, dass Flächen, die hinter vorhandener Wohnbebauung liegen, oft nicht mobilisiert werden können, sodass die Stadt häufig doch noch neues Bauland schaffen muss.Bereits seit 2005 wird der Verbrauch von Wohnbauland in der Weserstadt festgehalten. 10,8 Hektar waren in dem Jahr mit Baurecht versehen. Ein Jahr später nahm der Verbrauch dramatisch ab und sank auf 3,1 Hektar. Der Grund lag nach Ansicht der Baufachleute in der Abschaffung der Eigenheimzulage. Viele potenzielle Häuslebauer zogen damals ihr Bauvorhaben vor, da, sollte die Zulage Berücksichtigung finden, Bauanträge bis zum 31. Dezember 2005 vorliegen mussten.Seither liegt der jährliche Baulandverbrauch bei gut vier Hektar. Im vergangenen Jahr waren es genau 45939 Quadratmeter. Damit stehen noch rund 196 Hektar Fläche für Wohnbebauung zur Verfügung.Nachverdichtung und Bauen im BestandIn der Nordstadt verzeichnete die Bauverwaltung im Jahr 2010 mit 0,8 Hektar den höchsten Flächenverbrauch. Im gleichen Zeitraum ging die Einwohnerzahl in diesem Stadtteil aber um 127 Personen zurück. Mit 0,79 Hektar liegt der Bereich Königstor an zweiter Stelle, obwohl auch hier die Einwohnerzahl unter dem Strich um 30 Personen sank. Weitere Schwerpunkte beim Verbrauch von Bauland waren mit etwa 0,5 Hektar die Stadtteile Rechtes Weserufer und Dankersen. Keine Landaufzehrung verzeichnete die Stadt im vergangenen Jahr in Bölhorst, Haddenhausen und Kutenhausen.Auffallend war in 2010, dass rund 1,5 Hektar zusätzliche Fläche durch Abbruch und Grundstücksteilungen gleichmäßig über die Stadt verteilt entstanden. "Das entspricht dem städtebaulichen Ziel der Nachverdichtung beziehungsweise dem Bauen im Bestand", betont Malte Wittbecker, der in der Bauleitplanung der Stadt Minden tätig ist.2005 waren Politik und Verwaltung noch davon ausgegangen, dass bis zum Jahr 2020 circa 120 Hektar Wohnbaufläche im Stadtgebiet Minden verbraucht werden. Doch die Entwicklung der vergangenen sechs Jahre zeigt, dass der tatsächliche Verbrauch weit hinter der Prognose zurückbleibt.Noch deutlich geringer als beim Wohnbau ist der Verbrauch von Bauland durch Industrie- und Gewerbebetriebe. 1,5 Hektar weist die Dokumentation für das vergangene Jahr aus. Im Jahr davor war es nicht ein einziger Quadratmeter. 2005 und 2007 schnitten mit 2,6 beziehungsweise 2,2 Hektar seit Beginn der Erfassung noch am besten ab.Etwa 130 Hektar freie Gewerbe- und Industriefläche stehen in Minden aktuell noch zur Verfügung. Für mehr als 66 Hektar ist bereits Baurecht vorhanden. Bei knapp 64 Hektar ist das Baurecht in der Planung. Nicht berücksichtigt sind dabei die Flächen, die am Mittellandkanal für den Regioport Weser an der Grenze zum Stadtgebiet Bückeburg vorgesehen sind, der bis 2013 entstehen soll.

Flächenverbrauch deutlich hinter Prognose

Minden (mt). Im vergangenen Jahr sind im Stadtgebiet Minden knapp 46000 Quadratmeter Bauland verbraucht worden. Der größte Flächenverbrauch fiel dabei mit etwa 8200 Quadratmetern auf die Nordstadt.

196 Hektar freie Wohnbaufläche stehen im Stadtgebiet aktuell zur Verfügung. - © Foto: E. Dodd
196 Hektar freie Wohnbaufläche stehen im Stadtgebiet aktuell zur Verfügung. - © Foto: E. Dodd

Ein nachhaltiger Umgang mit der Ressource Fläche steht seit 2006 im Mittelpunkt der Planungen in der Stadt Minden. Damals fasste der Bauausschuss einen entsprechenden Beschluss. Dazu gehört, dass unter qualitativen Aspekten langfristig nur noch Flächen im Stadtgebiet entwickelt werden sollen, die den Zielen einer nachhaltigen Stadtentwicklung entsprechen. In einem sogenannten Baulandbericht wird die Entwicklung jährlich von der Bauverwaltung der Stadt dokumentiert.

Innenentwicklung vor Außenentwicklung beziehungsweise vor Erweiterung des Siedlungsraumes heißt seither die Devise. Doch stellt sich der Verwaltung die Problematik, dass Flächen, die hinter vorhandener Wohnbebauung liegen, oft nicht mobilisiert werden können, sodass die Stadt häufig doch noch neues Bauland schaffen muss.

Bereits seit 2005 wird der Verbrauch von Wohnbauland in der Weserstadt festgehalten. 10,8 Hektar waren in dem Jahr mit Baurecht versehen. Ein Jahr später nahm der Verbrauch dramatisch ab und sank auf 3,1 Hektar. Der Grund lag nach Ansicht der Baufachleute in der Abschaffung der Eigenheimzulage. Viele potenzielle Häuslebauer zogen damals ihr Bauvorhaben vor, da, sollte die Zulage Berücksichtigung finden, Bauanträge bis zum 31. Dezember 2005 vorliegen mussten.

Seither liegt der jährliche Baulandverbrauch bei gut vier Hektar. Im vergangenen Jahr waren es genau 45939 Quadratmeter. Damit stehen noch rund 196 Hektar Fläche für Wohnbebauung zur Verfügung.

Nachverdichtung und Bauen im Bestand

In der Nordstadt verzeichnete die Bauverwaltung im Jahr 2010 mit 0,8 Hektar den höchsten Flächenverbrauch. Im gleichen Zeitraum ging die Einwohnerzahl in diesem Stadtteil aber um 127 Personen zurück. Mit 0,79 Hektar liegt der Bereich Königstor an zweiter Stelle, obwohl auch hier die Einwohnerzahl unter dem Strich um 30 Personen sank. Weitere Schwerpunkte beim Verbrauch von Bauland waren mit etwa 0,5 Hektar die Stadtteile Rechtes Weserufer und Dankersen. Keine Landaufzehrung verzeichnete die Stadt im vergangenen Jahr in Bölhorst, Haddenhausen und Kutenhausen.

Auffallend war in 2010, dass rund 1,5 Hektar zusätzliche Fläche durch Abbruch und Grundstücksteilungen gleichmäßig über die Stadt verteilt entstanden. "Das entspricht dem städtebaulichen Ziel der Nachverdichtung beziehungsweise dem Bauen im Bestand", betont Malte Wittbecker, der in der Bauleitplanung der Stadt Minden tätig ist.

2005 waren Politik und Verwaltung noch davon ausgegangen, dass bis zum Jahr 2020 circa 120 Hektar Wohnbaufläche im Stadtgebiet Minden verbraucht werden. Doch die Entwicklung der vergangenen sechs Jahre zeigt, dass der tatsächliche Verbrauch weit hinter der Prognose zurückbleibt.

Noch deutlich geringer als beim Wohnbau ist der Verbrauch von Bauland durch Industrie- und Gewerbebetriebe. 1,5 Hektar weist die Dokumentation für das vergangene Jahr aus. Im Jahr davor war es nicht ein einziger Quadratmeter. 2005 und 2007 schnitten mit 2,6 beziehungsweise 2,2 Hektar seit Beginn der Erfassung noch am besten ab.

Etwa 130 Hektar freie Gewerbe- und Industriefläche stehen in Minden aktuell noch zur Verfügung. Für mehr als 66 Hektar ist bereits Baurecht vorhanden. Bei knapp 64 Hektar ist das Baurecht in der Planung. Nicht berücksichtigt sind dabei die Flächen, die am Mittellandkanal für den Regioport Weser an der Grenze zum Stadtgebiet Bückeburg vorgesehen sind, der bis 2013 entstehen soll.

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