Feuersäule im Hafenbecken - 16 Menschen bei Explosion am Hahler Hafen verletzt Carsten Korfesmeyer Minden (mt). Nicht einmal Flammen waren zu sehen, als die Löschgruppe Hahlen der Freiwilligen Feuerwehr am Dienstagabend als erste Einsatzgruppe bei dem Boot im Hahler Hafen erschien. Von dort wurde eine Rauchentwicklung gemeldet. Wenig später explodierte die „Gina" – mit zwei Feuerwehrleuten an Bord. Beide liegen auf der Intensivstation – zusammen mit einem dritten Kameraden, den Trümmerteile schwer verletzt hatten. Insgesamt sind 16 Verletzte die Folge des Unglücks, dessen Ursache zurzeit ein Rätsel ist. Feuerwehrchef Heino Nordmeyer stand als Einsatzleiter nur wenige Meter neben der Explosion am Ufer. Wie er gestern erklärte, ging am Dienstag gegen 22.23 Uhr der Alarm wegen eines Schwelbrandes im Hahler Hafen ein. Schon um 22.30 Uhr waren die Einsatzkräfte aus Hahlen vor Ort. Kurz danach traf die Berufsfeuerwehr ein. „Es gab nur eine Rauchentwicklung", so Nordmeyer. Kräfte der Löschgruppe Hahlen gingen deshalb an Bord, um die Ursachen zu erkunden. Die Sicht war stark eingeschränkt. Vor dem Boot verlegten weitere Einsatzkräfte vorsorglich die Wasserleitung für mögliche Löscharbeiten. Den beiden Kräften an Deck wurde eine Wärmebildkamera gereicht, um die Quelle der Verrauchung aufzuspüren. Und dann geschah, was Nordmeyer in der Pressekonferenz nach dem Unglück so beschrieb: „Bislang hatte der Rauch eine weiße Farbe. Im hinteren Teil des Schiffs wurde plötzlich der Rauch schwarz – dann explodierte das Schiff. Vorn waren die Feuerwehrleute."Wie die Aufnahmen einer privaten Drohnenkamera während des zunächst harmlos wirkenden Einsatzes zeigen, stößt eine Feuersäule steil in den Himmel. Trümmerteile werden über das Hafengelände geschleudert und regnen zu Boden. Menschen rennen vom Zentrum der Explosion weg, um nicht getroffen zu werden. Was sich danach unten abspielte, berichtet Nordmeyer: „Als ich das Schiff sah, dachte ich, dass wir die Leute nicht mehr wiederfinden." Nur noch der Rumpf des Bootes war übrig. Darauf lag ein Mitglied des Erkundungstrupps und rief um Hilfe. Unversehrte Einsatzkräfte entledigten sich ihrer Ausrüstung und sprangen ins Hafenbecken, um mögliche Opfer zu retten. Dann wurde auch der zweite Feuerwehrmann entdeckt. Er lag auf dem Boot unter Trümmern begraben mit dem Kopf halb im Wasser.Für die Löschgruppe Hahlen war nach der Explosion der Einsatz vorüber. Ein Notfallteam mit psychosozialer Betreuung kümmerte sich um die Männer und Frauen. Weitere Kräfte der Löschgruppen Kutenhausen und Stemmer rückten nach. Es meldeten sich noch in der Nacht Freiwillige aus den Reihen des Rettungsdienstes und der Berufsfeuerwehr zum Dienst. Zum Einsatz kamen auch Feuerwehrtaucher aus Petershagen, da ein Senior sowie ein niederländisches Ehepaar im Hahler Hafen vorübergehend vermisst wurden. Auch ein Hubschrauber der Polizei war an der Suche beteiligt. Später wurden die Vermissten wohlbehalten gefunden. Nordmeyer bezeichnet den Einsatz trotz der massiven Zerstörungen und der Verletzungen von Einsatzkräften als „positiv". Zu den Ursachen des Explosionsunglücks in dem Boot mit einem Hybridantrieb kann er keine Erklärung abgeben. „Wir hatten es in der Erkundungsphase mit einem Entstehungsbrand zu tun, der nicht größer als eine Plastikkiste war." Nicht einmal ein richtiges Feuer sei zu sehen gewesen. „So etwas ist mir in meiner Zeit als Feuerwehrmann noch nie begegnet

Feuersäule im Hafenbecken - 16 Menschen bei Explosion am Hahler Hafen verletzt

© Foto: Carsten Korfesmeyer

Minden (mt). Nicht einmal Flammen waren zu sehen, als die Löschgruppe Hahlen der Freiwilligen Feuerwehr am Dienstagabend als erste Einsatzgruppe bei dem Boot im Hahler Hafen erschien. Von dort wurde eine Rauchentwicklung gemeldet. Wenig später explodierte die „Gina" – mit zwei Feuerwehrleuten an Bord. Beide liegen auf der Intensivstation – zusammen mit einem dritten Kameraden, den Trümmerteile schwer verletzt hatten. Insgesamt sind 16 Verletzte die Folge des Unglücks, dessen Ursache zurzeit ein Rätsel ist.

Feuerwehrchef Heino Nordmeyer stand als Einsatzleiter nur wenige Meter neben der Explosion am Ufer. Wie er gestern erklärte, ging am Dienstag gegen 22.23 Uhr der Alarm wegen eines Schwelbrandes im Hahler Hafen ein. Schon um 22.30 Uhr waren die Einsatzkräfte aus Hahlen vor Ort. Kurz danach traf die Berufsfeuerwehr ein. „Es gab nur eine Rauchentwicklung", so Nordmeyer. Kräfte der Löschgruppe Hahlen gingen deshalb an Bord, um die Ursachen zu erkunden. Die Sicht war stark eingeschränkt. Vor dem Boot verlegten weitere Einsatzkräfte vorsorglich die Wasserleitung für mögliche Löscharbeiten. Den beiden Kräften an Deck wurde eine Wärmebildkamera gereicht, um die Quelle der Verrauchung aufzuspüren.

Fotostrecke 11 Bilder

Und dann geschah, was Nordmeyer in der Pressekonferenz nach dem Unglück so beschrieb: „Bislang hatte der Rauch eine weiße Farbe. Im hinteren Teil des Schiffs wurde plötzlich der Rauch schwarz – dann explodierte das Schiff. Vorn waren die Feuerwehrleute."
Wie die Aufnahmen einer privaten Drohnenkamera während des zunächst harmlos wirkenden Einsatzes zeigen, stößt eine Feuersäule steil in den Himmel. Trümmerteile werden über das Hafengelände geschleudert und regnen zu Boden. Menschen rennen vom Zentrum der Explosion weg, um nicht getroffen zu werden.

Was sich danach unten abspielte, berichtet Nordmeyer: „Als ich das Schiff sah, dachte ich, dass wir die Leute nicht mehr wiederfinden." Nur noch der Rumpf des Bootes war übrig. Darauf lag ein Mitglied des Erkundungstrupps und rief um Hilfe. Unversehrte Einsatzkräfte entledigten sich ihrer Ausrüstung und sprangen ins Hafenbecken, um mögliche Opfer zu retten. Dann wurde auch der zweite Feuerwehrmann entdeckt. Er lag auf dem Boot unter Trümmern begraben mit dem Kopf halb im Wasser.
Für die Löschgruppe Hahlen war nach der Explosion der Einsatz vorüber. Ein Notfallteam mit psychosozialer Betreuung kümmerte sich um die Männer und Frauen. Weitere Kräfte der Löschgruppen Kutenhausen und Stemmer rückten nach.

Es meldeten sich noch in der Nacht Freiwillige aus den Reihen des Rettungsdienstes und der Berufsfeuerwehr zum Dienst. Zum Einsatz kamen auch Feuerwehrtaucher aus Petershagen, da ein Senior sowie ein niederländisches Ehepaar im Hahler Hafen vorübergehend vermisst wurden. Auch ein Hubschrauber der Polizei war an der Suche beteiligt. Später wurden die Vermissten wohlbehalten gefunden.

Nordmeyer bezeichnet den Einsatz trotz der massiven Zerstörungen und der Verletzungen von Einsatzkräften als „positiv". Zu den Ursachen des Explosionsunglücks in dem Boot mit einem Hybridantrieb kann er keine Erklärung abgeben. „Wir hatten es in der Erkundungsphase mit einem Entstehungsbrand zu tun, der nicht größer als eine Plastikkiste war." Nicht einmal ein richtiges Feuer sei zu sehen gewesen. „So etwas ist mir in meiner Zeit als Feuerwehrmann noch nie begegnet

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Minden