Festival auch in diesem Jahr abgesagt - Weserrauschen statt Weserlieder? Jan Henning Rogge Minden. Die Nachricht kommt nicht überraschend, traurig sind die Veranstalter trotzdem: Die für den 16. und 17. Juli geplanten Weserlieder 2021 werden nicht stattfinden. „Wir haben mit der Absage lange gewartet“, sagt Andreas Schöneberg, Vorsitzender des Vereins „Weserlieder Kultur“. „Letztendlich war es uns seit Monaten klar, spätestens seit der dritten Corona-Welle. Jetzt ist es aber auch amtlich, dass wir eine Veranstaltung mit 7.000 Besuchern so nicht durchführen können.“ Ganz sang- und klanglos will das Weserlieder-Team den Sommer aber nicht verstreichen lassen. „Wir prüfen derzeit, was möglich ist“, sagt Schöneberg. Er denkt dabei an ein Format wie das „Weserrauschen“, ein kleines Konzertereignis am Weserufer mit etwas leiseren Tönen als das Rockfestival Weserlieder. Dass die Weserlieder nun zum zweiten Mal in Folge ausfallen, ist nach der derzeitigen Corona-Schutzverordnung des Landes NRW unvermeidbar: Demnach sind trotz der positiven Entwicklung der Corona-Lage in den letzten Wochen Großveranstaltungen wie das Festival auch in diesem Sommer nach wie vor nicht erlaubt. Erst ab September soll es Lockerungen geben: Dann dürfen bis zu 1.000 Zuschauer bei einer Inzidenz unter 35 ein Festival besuchen – wenn sie getestet sind und ein Corona-Schutzkonzept besteht. „Das wollen wir aber nicht“, sagt Schöneberg. „Wir wollen, die Weserlieder so machen, wie die Leute das kennen.“ Die ehrenamtlichen Helfer hatte der Vereinsvorstand schon vorher informiert und auch die Bands, die bereits 2020 spielen sollten und nun das zweite Mal umdisponieren müssen. „Mit denen haben wir gesprochen, die wollen alle im nächsten Jahr dabei sein“, sagt der Vereinsvorsitzende. Zumindest werden die Bands dabei sein, die es dann noch gibt. „Eine Band hat sich inzwischen aufgelöst.“ Ob sich als kleines Trostpflaster ein oder zwei kleinere Veranstaltungen wie das „Weserrauschen“ durchführen lassen, will der Verein nun prüfen. Das erste Konzert unter diesem Titel gab es 2017. Mit einer kleinen Bühne auf einer Buhne direkt am Fluss, leiseren Tönen und Besuchern auf Picknickdecken war das Konzept damals gut aufgegangen. Trotzdem steht und fällt auch eine solche Veranstaltung mit den Auflagen und den finanziellen Mitteln – und beides hängt voneinander ab: „Wenn es da ähnliche Auflagen wie im letzten Jahr bei Veranstaltungen gibt und die Leute im Anschluss nicht mal etwas trinken können, wird es schwierig“, sagt Schöneberg – schließlich finanziert der Verein Bands und Technik mit Sponsorengeldern und zum großen Teil über den Getränkeverkauf, Eintritt kosten die Veranstaltungen nie. „Aber vielleicht gibt es ja auch Fördermittel für so eine Veranstaltung – die sollten ja eigentlich da sein.“ Die letzten Jahre waren für das Team des Festivals nicht einfach. Zwar hatte die zweitägige Veranstaltung 2019 am Skatepark an der Weserpromenade stattfinden können und viele Besucher angezogen, 2018 musste das Konzert am ersten Abend aber wegen eines heftigen Gewitters unterbrochen werden. Deutlich weniger Gäste als in den Vorjahren waren danach noch übrig. Die Vereinsmitglieder hoffen nun, dass die Veranstaltung 2022 stattfinden können. „Dann gibt es die Weserlieder seit 20 Jahren – dann können wir künftig immer zwei mal feiern: 20 Jahre Weserlieder und 2024 dann die 20. Weserlieder. Zum 25. machen wir es dann auch so“, sagt Schöneberg. „Wir nehmen das mit Humor – aber natürlich sind wir enttäuscht und auch die vielen Helfer sind enttäuscht. Aber klar ist: Jetzt muss erstmal Corona weg. Und dann schauen wir mal weiter.“

Festival auch in diesem Jahr abgesagt - Weserrauschen statt Weserlieder?

Mehrere tausend Leute waren in den letzen Jahren zum zweitägigen Festival gekommen – zu viele auch für die Lockerungen, die ab September gelten könnten. Archivfoto: Kerstin Rickert © Kerstin Rickert

Minden. Die Nachricht kommt nicht überraschend, traurig sind die Veranstalter trotzdem: Die für den 16. und 17. Juli geplanten Weserlieder 2021 werden nicht stattfinden. „Wir haben mit der Absage lange gewartet“, sagt Andreas Schöneberg, Vorsitzender des Vereins „Weserlieder Kultur“. „Letztendlich war es uns seit Monaten klar, spätestens seit der dritten Corona-Welle. Jetzt ist es aber auch amtlich, dass wir eine Veranstaltung mit 7.000 Besuchern so nicht durchführen können.“ Ganz sang- und klanglos will das Weserlieder-Team den Sommer aber nicht verstreichen lassen. „Wir prüfen derzeit, was möglich ist“, sagt Schöneberg. Er denkt dabei an ein Format wie das „Weserrauschen“, ein kleines Konzertereignis am Weserufer mit etwas leiseren Tönen als das Rockfestival Weserlieder.

Dass die Weserlieder nun zum zweiten Mal in Folge ausfallen, ist nach der derzeitigen Corona-Schutzverordnung des Landes NRW unvermeidbar: Demnach sind trotz der positiven Entwicklung der Corona-Lage in den letzten Wochen Großveranstaltungen wie das Festival auch in diesem Sommer nach wie vor nicht erlaubt. Erst ab September soll es Lockerungen geben: Dann dürfen bis zu 1.000 Zuschauer bei einer Inzidenz unter 35 ein Festival besuchen – wenn sie getestet sind und ein Corona-Schutzkonzept besteht. „Das wollen wir aber nicht“, sagt Schöneberg. „Wir wollen, die Weserlieder so machen, wie die Leute das kennen.“

Die ehrenamtlichen Helfer hatte der Vereinsvorstand schon vorher informiert und auch die Bands, die bereits 2020 spielen sollten und nun das zweite Mal umdisponieren müssen. „Mit denen haben wir gesprochen, die wollen alle im nächsten Jahr dabei sein“, sagt der Vereinsvorsitzende. Zumindest werden die Bands dabei sein, die es dann noch gibt. „Eine Band hat sich inzwischen aufgelöst.“


Ob sich als kleines Trostpflaster ein oder zwei kleinere Veranstaltungen wie das „Weserrauschen“ durchführen lassen, will der Verein nun prüfen. Das erste Konzert unter diesem Titel gab es 2017. Mit einer kleinen Bühne auf einer Buhne direkt am Fluss, leiseren Tönen und Besuchern auf Picknickdecken war das Konzept damals gut aufgegangen. Trotzdem steht und fällt auch eine solche Veranstaltung mit den Auflagen und den finanziellen Mitteln – und beides hängt voneinander ab: „Wenn es da ähnliche Auflagen wie im letzten Jahr bei Veranstaltungen gibt und die Leute im Anschluss nicht mal etwas trinken können, wird es schwierig“, sagt Schöneberg – schließlich finanziert der Verein Bands und Technik mit Sponsorengeldern und zum großen Teil über den Getränkeverkauf, Eintritt kosten die Veranstaltungen nie. „Aber vielleicht gibt es ja auch Fördermittel für so eine Veranstaltung – die sollten ja eigentlich da sein.“

Die letzten Jahre waren für das Team des Festivals nicht einfach. Zwar hatte die zweitägige Veranstaltung 2019 am Skatepark an der Weserpromenade stattfinden können und viele Besucher angezogen, 2018 musste das Konzert am ersten Abend aber wegen eines heftigen Gewitters unterbrochen werden. Deutlich weniger Gäste als in den Vorjahren waren danach noch übrig. Die Vereinsmitglieder hoffen nun, dass die Veranstaltung 2022 stattfinden können. „Dann gibt es die Weserlieder seit 20 Jahren – dann können wir künftig immer zwei mal feiern: 20 Jahre Weserlieder und 2024 dann die 20. Weserlieder. Zum 25. machen wir es dann auch so“, sagt Schöneberg. „Wir nehmen das mit Humor – aber natürlich sind wir enttäuscht und auch die vielen Helfer sind enttäuscht. Aber klar ist: Jetzt muss erstmal Corona weg. Und dann schauen wir mal weiter.“

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