Fest mit Wohnzimmeratmosphäre: Viele Besucher kommen ins Schurrviertel Andreas Laubig Minden. „Das Herz der Oberen Altstadt schlägt im Schnurrviertel“ – Quartiersmanagerin Franziska Richardson zeigt sich beeindruckt vom Einsatz und der Eigeninitiative zahlreicher Ehrenamtlicher, die das Schnurrviertelfest organisiert haben. Und ihr Einsatz hat sich gelohnt – es herrscht reger Andrang an den Flohmarktständen und bei den Speisen- und Getränkeanbietern. Da heißt es „Hühner zur Sonne zur Freiheit“ am Verkaufsstand für wahlweise Rühr- oder Spiegeleier, alles aus biologischer Freilandhaltung. Gegen eine ungezügelte Fortpflanzung der Stadttauben setzt sich dagegen die Initiative Stadttauben ein. Mit künstlichen Eiern werden die Vögel um den Bruterfolg gebracht. „Wir haben bereits mehr als 3.000 Eier ausgetauscht“, sieht Olga Efremoutseva das Anliegen auf einem guten Weg, wobei sie sich mehr Anerkennung durch die Stadt Minden wünsche. Nebenan wirbt die Volkshochschule für ihr Semesterangebot mit Mentaltraining und Strategien für die Gehaltsverhandlung. Eine heimelige Wohnatmosphäre mit Bett und gasbetriebenem Teekocher hat die Simeonsherberge auf dem Flohmarkt eingerichtet. Der christlich motivierte Verein möchte „Kontakte zwischen Menschen aus unterschiedlichen sozialen, kulturellen oder religiösen Lebenswelten fördern“, wie es sie in der Oberen Altstadt in vielen Formen gibt. Klappstühle hat die Seebrücke Minden auf dem Friedensplatz aufgestellt. Plakataufsteller fordern Solidarität mit Afghanistan. Am Vormittag hatte es hier noch kluge Schachzüge gegeben, auf den Brettern des Schachclubs „Proleter“. Für den Kaloriennachschub sorgen Dattelbällchen und Kuchen aus der veganen Küche. Es gibt keine professionellen und rein kommerziellen Verkaufsstände, alles basiert auf privater Initiative, Speisen und Getränke werden per freiwilliger Spende bezahlt. Die Preise an den Flohmarktständen sind Verhandlungssache. „Wir haben mit Handzetteln zu einem Vorbereitungstreffen eingeladen“, berichtet Franziska Richardson. „So sind 40 bis 50 Leute zusammengekommen, die das Stadtteilfest gemeinsam organisiert haben.“ Nach allen Seiten offen zeigen sich die Organisatoren beim Musikangebot: Unter dem weißen Zelt-Pavillon kann auftreten, wer mag. Bis auf das Duo „White Coffee“, das auf Einladung des Weltladens dabei ist, bestreiten reine Hobby-Musiker und -Musikerinnen das Programm. So kann man sich am frühen Nachmittag in die Anfangszeiten der Punkbewegung zurückversetzen – handgemachte Musik, laut, einfach und authentisch. Bei der ausgelassenen und entspannten Stimmung scheint die Pandemie fast vergessen. Eine Kontrolle gibt es am Zugang zum Flohmarktgelände, wo die „Omas gegen Rechts“ bunte Knöpfe an jeden Besucher austeilen, die beim Verlassen des Geländes wieder abgegeben werden. Das Kontingent wird zu keiner Zeit vollständig ausgeschöpft, es gibt immer ausreichend Platz für das geforderte Abstandhalten.

Fest mit Wohnzimmeratmosphäre: Viele Besucher kommen ins Schurrviertel

An den Ständen herrschte reger Andrang. Viele Ehrenamtliche hatten das Fest gemeinsam organisiert. Foto: Laubig © Andreas Laubig

Minden. „Das Herz der Oberen Altstadt schlägt im Schnurrviertel“ – Quartiersmanagerin Franziska Richardson zeigt sich beeindruckt vom Einsatz und der Eigeninitiative zahlreicher Ehrenamtlicher, die das Schnurrviertelfest organisiert haben. Und ihr Einsatz hat sich gelohnt – es herrscht reger Andrang an den Flohmarktständen und bei den Speisen- und Getränkeanbietern.

Da heißt es „Hühner zur Sonne zur Freiheit“ am Verkaufsstand für wahlweise Rühr- oder Spiegeleier, alles aus biologischer Freilandhaltung. Gegen eine ungezügelte Fortpflanzung der Stadttauben setzt sich dagegen die Initiative Stadttauben ein. Mit künstlichen Eiern werden die Vögel um den Bruterfolg gebracht. „Wir haben bereits mehr als 3.000 Eier ausgetauscht“, sieht Olga Efremoutseva das Anliegen auf einem guten Weg, wobei sie sich mehr Anerkennung durch die Stadt Minden wünsche.

Nebenan wirbt die Volkshochschule für ihr Semesterangebot mit Mentaltraining und Strategien für die Gehaltsverhandlung. Eine heimelige Wohnatmosphäre mit Bett und gasbetriebenem Teekocher hat die Simeonsherberge auf dem Flohmarkt eingerichtet. Der christlich motivierte Verein möchte „Kontakte zwischen Menschen aus unterschiedlichen sozialen, kulturellen oder religiösen Lebenswelten fördern“, wie es sie in der Oberen Altstadt in vielen Formen gibt.


Klappstühle hat die Seebrücke Minden auf dem Friedensplatz aufgestellt. Plakataufsteller fordern Solidarität mit Afghanistan. Am Vormittag hatte es hier noch kluge Schachzüge gegeben, auf den Brettern des Schachclubs „Proleter“. Für den Kaloriennachschub sorgen Dattelbällchen und Kuchen aus der veganen Küche. Es gibt keine professionellen und rein kommerziellen Verkaufsstände, alles basiert auf privater Initiative, Speisen und Getränke werden per freiwilliger Spende bezahlt. Die Preise an den Flohmarktständen sind Verhandlungssache. „Wir haben mit Handzetteln zu einem Vorbereitungstreffen eingeladen“, berichtet Franziska Richardson. „So sind 40 bis 50 Leute zusammengekommen, die das Stadtteilfest gemeinsam organisiert haben.“

Nach allen Seiten offen zeigen sich die Organisatoren beim Musikangebot: Unter dem weißen Zelt-Pavillon kann auftreten, wer mag. Bis auf das Duo „White Coffee“, das auf Einladung des Weltladens dabei ist, bestreiten reine Hobby-Musiker und -Musikerinnen das Programm. So kann man sich am frühen Nachmittag in die Anfangszeiten der Punkbewegung zurückversetzen – handgemachte Musik, laut, einfach und authentisch.

Bei der ausgelassenen und entspannten Stimmung scheint die Pandemie fast vergessen. Eine Kontrolle gibt es am Zugang zum Flohmarktgelände, wo die „Omas gegen Rechts“ bunte Knöpfe an jeden Besucher austeilen, die beim Verlassen des Geländes wieder abgegeben werden. Das Kontingent wird zu keiner Zeit vollständig ausgeschöpft, es gibt immer ausreichend Platz für das geforderte Abstandhalten.

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