Faszination Ararat: Von Minden aus zum Berg der Arche Noah Über die Faszination des Ararat weiß ein Mindener aus Anatolien besser Bescheid als sonst kaum jemand Von Alparslan Bora Minden (ab). Der Ararat ist für Menschen seit Jahrtausenden ein faszinierender Berg. In vielen religiösen Schriften und Überlieferungen taucht er auf als der Berg, an dem Noahs Arche gestrandet sein soll. Ein Mann aus Minden hat eine ganz besondere Beziehung zu ihm. Denn Kemal Ceven kennt den Ararat besser als seine Westentasche. Geboren ist der geprüfte Bergsteiger 1972 als jüngstes von neun Kindern im Dorf Kanikork am Fuße des Ararat. Und seit seiner Kindheit ist er, wie kaum ein anderer, gefesselt von der Faszination, die dieser Berg auf Menschen ausübt.Seit frühester Kindheit überlegte er schon, wie er seinen Bruder, der damals schon regelmäßig Bergsteiger zum Gipfel des Berges führte, überreden konnte, ihn auch einmal mitzunehmen. Im Alter von neun Jahren war es endlich so weit, und Ceven bestieg zum ersten Mal gemeinsam mit seinem Bruder den Gipfel des Ararat. Neun Jahre später erhielt auch er endlich seine Lizenz und hat seitdem nahezu jeden Berg in der Türkei bestiegen.Durch die Liebe an die Weser verschlagenDer ehrgeizige Bergführer arbeitete für viele Agenturen in Istanbul und anderen Städten in der Türkei, für den Deutschen Alpenverein und nahm an zahlreichen Exkursionen teil. Damals arbeitete er noch für wenig Geld, und auch die finanzielle Abhängigkeit von den Agenturen war nicht zuletzt ausschlaggebend dafür, seine eigene Agentur zu gründen.Kemal Ceven wollte mehr, nämlich Arbeit und ein wenig Wohlstand für die Menschen in seiner Heimat schaffen. "Wissen Sie, Ostanatolien ist ein vergessenes Land, und ich kämpfe für die Menschen dort und für Arbeit. Ich selbst hatte in meiner Kindheit keine Schuhe zum Anziehen, und auch heute noch haben die Kinder keine. Die Menschen sind arm, und wenn mich Touristen fragen, was als Geschenk für die Menschen geeignet sei, dann bitte ich sie, alte Anziehsachen und Schuhe mitzubringen."Seit 2002 führt Ceven zusammen mit seinem älteren Bruder Ahmet erfolgreich die Kooperative Tourismus und Bergsteigen "Ceven Travel" und schuf Arbeit für über 40 Menschen in der Region. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Mit gezielter Öffentlichkeitsarbeit machte sich der ehrgeizige Ceven schnell bekannt und arbeitete sogar schon mit Extrembergsteiger Götz Wiegand zusammen, die gemeinsam eine Dokumentation über den Ararat für das Fernsehen drehten.Die Erfolgsgeschichte setzt sich fort. Bald darauf heiratete Ceven seine große Liebe. Die deutsche Frau lernte er auf einer seiner Führungen auf dem Ararat kennen. Nach der Heirat zog er zu ihr nach Minden. Hier lebt er nun in den Wintermonaten, um seine abwechslungsreichen "Traumtouren" für das restliche Jahr in Ostanatolien zu planen."Seit meiner Kindheit waren die Deutschen immer meine Lieblingsbesucher, und ich freue mich sehr, deutsch lernen zu dürfen. Deutschland ist ein sehr schönes Land, nur gibt es in Minden leider keine Berge, nur den Kaiser Wilhelm", scherzt er.Für Kemal Ceven ist Bergsteigen FamiliensacheWenn es ihm seine Zeit erlaubt, nimmt er gerne Einladungen von Freunden aus Deutschland wahr, die er auf Bergtouren in der Türkei kennengelernt hat. So war er schon vier Mal in den Alpen und in Kürze wird er durch die Sächsische Schweiz touren. "Wenn ich einen Berg besteige und oben ankomme, merke ich, wie die Luft meinem Körper und meiner Seele gut tut. Ich fühle mich grenzenlos frei. Die Minuten, die ich dort erlebe, sind unbeschreiblich", schwärmt Ceven.Bergsteigen ist bei ihm Familiensache. Bis zum Lager eins in 3000 Meter Höhe begleitete ihn bereits sein dreijähriger Sohn auf einer seiner Touren, und selbst seine 63-jährige Schwiegermutter bestieg den Ararat sogar schon zweimal, einmal sogar bis zur Spitze. "Das war ein tolles Erlebnis für sie. Sie hat sich sehr gefreut, als sie oben war. Der Ararat ist sehr gut zu besteigen, da die Wege nicht zu steil sind. Jeder Mensch mit einer durchschnittlichen Kondition kann das."Zu sehen ist Kemal Ceven heute Abend um 21.15 Uhr im Bayerischen Fernsehen in der Sendereihe "Bergauf - Bergab", wo er mehr über Berge und Touren in Ostanatolien berichten wird. Weitere Infos im Internet: www.ararat-travel.de

Faszination Ararat: Von Minden aus zum Berg der Arche Noah

Minden (ab). Der Ararat ist für Menschen seit Jahrtausenden ein faszinierender Berg. In vielen religiösen Schriften und Überlieferungen taucht er auf als der Berg, an dem Noahs Arche gestrandet sein soll. Ein Mann aus Minden hat eine ganz besondere Beziehung zu ihm.

Denn Kemal Ceven kennt den Ararat besser als seine Westentasche. Geboren ist der geprüfte Bergsteiger 1972 als jüngstes von neun Kindern im Dorf Kanikork am Fuße des Ararat. Und seit seiner Kindheit ist er, wie kaum ein anderer, gefesselt von der Faszination, die dieser Berg auf Menschen ausübt.

Seit frühester Kindheit überlegte er schon, wie er seinen Bruder, der damals schon regelmäßig Bergsteiger zum Gipfel des Berges führte, überreden konnte, ihn auch einmal mitzunehmen. Im Alter von neun Jahren war es endlich so weit, und Ceven bestieg zum ersten Mal gemeinsam mit seinem Bruder den Gipfel des Ararat. Neun Jahre später erhielt auch er endlich seine Lizenz und hat seitdem nahezu jeden Berg in der Türkei bestiegen.

Durch die Liebe an die Weser verschlagen

Der ehrgeizige Bergführer arbeitete für viele Agenturen in Istanbul und anderen Städten in der Türkei, für den Deutschen Alpenverein und nahm an zahlreichen Exkursionen teil. Damals arbeitete er noch für wenig Geld, und auch die finanzielle Abhängigkeit von den Agenturen war nicht zuletzt ausschlaggebend dafür, seine eigene Agentur zu gründen.

Kemal Ceven wollte mehr, nämlich Arbeit und ein wenig Wohlstand für die Menschen in seiner Heimat schaffen. "Wissen Sie, Ostanatolien ist ein vergessenes Land, und ich kämpfe für die Menschen dort und für Arbeit. Ich selbst hatte in meiner Kindheit keine Schuhe zum Anziehen, und auch heute noch haben die Kinder keine. Die Menschen sind arm, und wenn mich Touristen fragen, was als Geschenk für die Menschen geeignet sei, dann bitte ich sie, alte Anziehsachen und Schuhe mitzubringen."

Seit 2002 führt Ceven zusammen mit seinem älteren Bruder Ahmet erfolgreich die Kooperative Tourismus und Bergsteigen "Ceven Travel" und schuf Arbeit für über 40 Menschen in der Region. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Mit gezielter Öffentlichkeitsarbeit machte sich der ehrgeizige Ceven schnell bekannt und arbeitete sogar schon mit Extrembergsteiger Götz Wiegand zusammen, die gemeinsam eine Dokumentation über den Ararat für das Fernsehen drehten.

Die Erfolgsgeschichte setzt sich fort. Bald darauf heiratete Ceven seine große Liebe. Die deutsche Frau lernte er auf einer seiner Führungen auf dem Ararat kennen. Nach der Heirat zog er zu ihr nach Minden. Hier lebt er nun in den Wintermonaten, um seine abwechslungsreichen "Traumtouren" für das restliche Jahr in Ostanatolien zu planen.

"Seit meiner Kindheit waren die Deutschen immer meine Lieblingsbesucher, und ich freue mich sehr, deutsch lernen zu dürfen. Deutschland ist ein sehr schönes Land, nur gibt es in Minden leider keine Berge, nur den Kaiser Wilhelm", scherzt er.

Für Kemal Ceven ist Bergsteigen Familiensache

Wenn es ihm seine Zeit erlaubt, nimmt er gerne Einladungen von Freunden aus Deutschland wahr, die er auf Bergtouren in der Türkei kennengelernt hat. So war er schon vier Mal in den Alpen und in Kürze wird er durch die Sächsische Schweiz touren. "Wenn ich einen Berg besteige und oben ankomme, merke ich, wie die Luft meinem Körper und meiner Seele gut tut. Ich fühle mich grenzenlos frei. Die Minuten, die ich dort erlebe, sind unbeschreiblich", schwärmt Ceven.

Bergsteigen ist bei ihm Familiensache. Bis zum Lager eins in 3000 Meter Höhe begleitete ihn bereits sein dreijähriger Sohn auf einer seiner Touren, und selbst seine 63-jährige Schwiegermutter bestieg den Ararat sogar schon zweimal, einmal sogar bis zur Spitze. "Das war ein tolles Erlebnis für sie. Sie hat sich sehr gefreut, als sie oben war. Der Ararat ist sehr gut zu besteigen, da die Wege nicht zu steil sind. Jeder Mensch mit einer durchschnittlichen Kondition kann das."

Zu sehen ist Kemal Ceven heute Abend um 21.15 Uhr im Bayerischen Fernsehen in der Sendereihe "Bergauf - Bergab", wo er mehr über Berge und Touren in Ostanatolien berichten wird. Weitere Infos im Internet: www.ararat-travel.de

Copyright © Mindener Tageblatt 2022
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Minden