"Es lohnt sich nicht mehr": Die Linden-Apotheke am Mindener ZOB schließt Anja Peper Minden. Die Linden-Apotheke am ZOB schließt am 31. Dezember. „Es lohnt sich nicht mehr“, so Apothekerin Beatrix Friemann-Vorwerk. Der Standort am Busbahnhof habe sich über die Jahre stetig verschlechtert. Schon vor der endgültigen Schließung der Obermarktpassage waren nach und nach die Arztpraxen aus dem Einkaufscenter weggezogen. Hinzu kommt die Konkurrenz der Internetapotheken – und nicht zuletzt Corona. Die Ursachen des Apotheken-Sterbens sind vielschichtig. Ob es schon einen Nachmieter gibt, ist noch nicht bekannt. Beatrix Friemann-Vorwerk ist froh, niemanden in die Arbeitslosigkeit entlassen zu müssen. Das Team hat die Möglichkeit, im Januar in die Vivas-Apotheke am Scharn zu wechseln. In dem neuen Geschäftshaus neben dem Rathaus sind die Rahmenbedingungen deutlich besser. Im Filialverbund ist die Logistik (samt Botendienst) deutlich einfacher, zudem ist das Kosmetiksortiment größer und ein Lagerroboter verwaltet die mehr als 10.000 vorrätigen Produkte. Betreiber der Apotheke am Scharn ist Günter Stange. Er äußert grundsätzliche Kritik am System: „Die deutschen Apotheker haben schwere Wettbewerbsnachteile. Sie sind in ein Bürokratie- und Vorschriftenkorsett eingebunden, das den wirtschaftlichen Betrieb einer Einzelapotheke zunehmend schwierig macht.“ Er geht davon aus, dass noch mehr Apotheken schließen werden, solange die Politik die Versorgung mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln durch ausländische Versandapotheken zulässt. In die Linden-Apotheke kamen im alten Jahr nur noch geschätzte 60 bis 70 Prozent der Kunden des Vorjahres. Gerade den alten Menschen sei der Fußweg zunehmend schwer gefallen, seit auch die zur Obermarkpassage gehörende Tiefgarage geschlossen ist. Hinzu kommt: Die bessere Hygiene in der Corona-Pandemie hat dafür gesorgt, dass auch weniger Grippemittel, Hustensäfte oder Nasensprays verkauft wurden. Nach und nach informieren Beatrix Friemann-Vorwerk und Anke Kilwing nun die Kunden über die anstehende Schließung. Sollten Anfang des Jahres noch Medikamente aus nicht abgeholten Bestellungen dort sein, sollen diese persönlich nach Hause geliefert werden. Damit endet zum Jahreswechsel die mehr als 40-jährige Geschichte der Linden-Apotheke am ZOB. Sie war 1978 von Sibylle und Dr. Willy Kilwing eröffnet worden.

"Es lohnt sich nicht mehr": Die Linden-Apotheke am Mindener ZOB schließt

Beatrix Friemann-Vorwerk (vorne rechts) schließt am 31. Dezember die Linden-Apotheke am ZOB. MT-Foto: Anja Peper © Anja Peper

Minden. Die Linden-Apotheke am ZOB schließt am 31. Dezember. „Es lohnt sich nicht mehr“, so Apothekerin Beatrix Friemann-Vorwerk. Der Standort am Busbahnhof habe sich über die Jahre stetig verschlechtert. Schon vor der endgültigen Schließung der Obermarktpassage waren nach und nach die Arztpraxen aus dem Einkaufscenter weggezogen. Hinzu kommt die Konkurrenz der Internetapotheken – und nicht zuletzt Corona. Die Ursachen des Apotheken-Sterbens sind vielschichtig.

Ob es schon einen Nachmieter gibt, ist noch nicht bekannt. Beatrix Friemann-Vorwerk ist froh, niemanden in die Arbeitslosigkeit entlassen zu müssen. Das Team hat die Möglichkeit, im Januar in die Vivas-Apotheke am Scharn zu wechseln. In dem neuen Geschäftshaus neben dem Rathaus sind die Rahmenbedingungen deutlich besser. Im Filialverbund ist die Logistik (samt Botendienst) deutlich einfacher, zudem ist das Kosmetiksortiment größer und ein Lagerroboter verwaltet die mehr als 10.000 vorrätigen Produkte.

Betreiber der Apotheke am Scharn ist Günter Stange. Er äußert grundsätzliche Kritik am System: „Die deutschen Apotheker haben schwere Wettbewerbsnachteile. Sie sind in ein Bürokratie- und Vorschriftenkorsett eingebunden, das den wirtschaftlichen Betrieb einer Einzelapotheke zunehmend schwierig macht.“ Er geht davon aus, dass noch mehr Apotheken schließen werden, solange die Politik die Versorgung mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln durch ausländische Versandapotheken zulässt.

In die Linden-Apotheke kamen im alten Jahr nur noch geschätzte 60 bis 70 Prozent der Kunden des Vorjahres. Gerade den alten Menschen sei der Fußweg zunehmend schwer gefallen, seit auch die zur Obermarkpassage gehörende Tiefgarage geschlossen ist. Hinzu kommt: Die bessere Hygiene in der Corona-Pandemie hat dafür gesorgt, dass auch weniger Grippemittel, Hustensäfte oder Nasensprays verkauft wurden.

Nach und nach informieren Beatrix Friemann-Vorwerk und Anke Kilwing nun die Kunden über die anstehende Schließung. Sollten Anfang des Jahres noch Medikamente aus nicht abgeholten Bestellungen dort sein, sollen diese persönlich nach Hause geliefert werden. Damit endet zum Jahreswechsel die mehr als 40-jährige Geschichte der Linden-Apotheke am ZOB. Sie war 1978 von Sibylle und Dr. Willy Kilwing eröffnet worden.

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