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Erfolgs-Podcast in Minden zu Gast: Bei "Macht und Millionen" dreht sich alles um Wirtschaftskriminalität Benjamin Piel Minden. Es ist aus heimischer Perspektive betrachtet eine Besonderheit, dass ausgerechnet jemand, der aus Petershagen-Messlingen stammt, eine der mächtigsten Frauen im deutschen Journalismus zu Fall gebracht hat. Denn es war der Journalist Jan Wehmeyer, der auf der Suche nach eigentlich etwas ganz anderem auf eine interne Untersuchung bei der landeseigenen Messegesellschaft Berlin stieß. So kam schließlich ein seltsamer Beratervertrag mit einem gewissen Gerhard Spörl ans Licht, dem Ehemann von Patricia Schlesinger, der inzwischen zurückgetretenen Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB). Als sich herausstellte, dass ausgerechnet Messe-Aufsichtsrat Wolf-Dieter Wolf, der zeitgleich auch RBB-Aufsichtsratschef war, den Vertrag mit Spörl initiiert hatte, war es das erste Puzzleteil eines Bilds, das sich schließlich als einer der größten Skandale entpuppte, den der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland je hatte durchstehen müssen. „Betrüger haben oft einen Hubschrauberlandeplatz“ Aufgedeckt wurde das Ganze ausgerechnet von einem Medium, das viele bis dahin gar nicht gekannt hatten: dem Online-Wirtschaftsmagazin „Business Insider“, im Besitz von Axel Springer. Chefredakteur Kayhan Özgenc und Redakteurin Solveig Gode stellten diesen und andere Fälle auf Einladung des Mindener Tageblatts bei einem „Mindener Mediengespräch spezial“ im mit knapp 100 Plätzen ausverkauften BÜZ vor. Die beiden haben den Podcast „Macht und Millionen“ erfunden, der Fälle aus der Wirtschaftskriminalität auf unterhaltsame Weise nacherzählt. Packend, niederschwellig und in mundgerechten Happen servierten sie ein Menü, in dem umstrittene Wirtschaftspersönlichkeiten wie der Rahdener Lars Windhorst, der wegen Untreue verurteilte Ex-Bertelsmann-Vorstandsvorsitzende Thomas Middelhoff und Ex-VW-Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn tragende Rollen spielten. Zwei spannende Erkenntnisse: Eine „Kultur der Angst“ in Unternehmen sei der „Nährboden für Korruption“. Und: „Betrüger haben oft einen Hubschrauberlandeplatz.“ Spannend war nach zwei Stunden Programm die Reaktion des Publikums. Begeisterung war bei den Jüngeren und Podcast-Affinen auszumachen. Den Älteren war es dagegen teils „zu poppig, zu oberflächlich“.
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Erfolgs-Podcast in Minden zu Gast: Bei "Macht und Millionen" dreht sich alles um Wirtschaftskriminalität

Stellten im ausverkauften BÜZ Kriminalfälle aus der Wirtschaft vor: Solveig Gode und Kayhan Özgenc mit ihrem Podcast „Macht und Millionen“. Foto: Nils Höltkemeier

Minden. Es ist aus heimischer Perspektive betrachtet eine Besonderheit, dass ausgerechnet jemand, der aus Petershagen-Messlingen stammt, eine der mächtigsten Frauen im deutschen Journalismus zu Fall gebracht hat. Denn es war der Journalist Jan Wehmeyer, der auf der Suche nach eigentlich etwas ganz anderem auf eine interne Untersuchung bei der landeseigenen Messegesellschaft Berlin stieß. So kam schließlich ein seltsamer Beratervertrag mit einem gewissen Gerhard Spörl ans Licht, dem Ehemann von Patricia Schlesinger, der inzwischen zurückgetretenen Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB). Als sich herausstellte, dass ausgerechnet Messe-Aufsichtsrat Wolf-Dieter Wolf, der zeitgleich auch RBB-Aufsichtsratschef war, den Vertrag mit Spörl initiiert hatte, war es das erste Puzzleteil eines Bilds, das sich schließlich als einer der größten Skandale entpuppte, den der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland je hatte durchstehen müssen.

„Betrüger haben oft einen Hubschrauberlandeplatz“

Aufgedeckt wurde das Ganze ausgerechnet von einem Medium, das viele bis dahin gar nicht gekannt hatten: dem Online-Wirtschaftsmagazin „Business Insider“, im Besitz von Axel Springer. Chefredakteur Kayhan Özgenc und Redakteurin Solveig Gode stellten diesen und andere Fälle auf Einladung des Mindener Tageblatts bei einem „Mindener Mediengespräch spezial“ im mit knapp 100 Plätzen ausverkauften BÜZ vor. Die beiden haben den Podcast „Macht und Millionen“ erfunden, der Fälle aus der Wirtschaftskriminalität auf unterhaltsame Weise nacherzählt. Packend, niederschwellig und in mundgerechten Happen servierten sie ein Menü, in dem umstrittene Wirtschaftspersönlichkeiten wie der Rahdener Lars Windhorst, der wegen Untreue verurteilte Ex-Bertelsmann-Vorstandsvorsitzende Thomas Middelhoff und Ex-VW-Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn tragende Rollen spielten. Zwei spannende Erkenntnisse: Eine „Kultur der Angst“ in Unternehmen sei der „Nährboden für Korruption“. Und: „Betrüger haben oft einen Hubschrauberlandeplatz.“

Spannend war nach zwei Stunden Programm die Reaktion des Publikums. Begeisterung war bei den Jüngeren und Podcast-Affinen auszumachen. Den Älteren war es dagegen teils „zu poppig, zu oberflächlich“.

Benjamin Piel

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