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Erfolgreiche Forschung: Wie eine junge Wissenschaftlerin die Diagnose von Erkrankungen der Nebennieren verbessert Minden (mt). Das Universitätsinstitut für Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin der Mühlenkreiskliniken (MKK) hat seit dem Beginn der Tätigkeit von Direktor Univ.-Prof. Dr. Jan Borggrefe vor zwei Jahren 50 wissenschaftliche Arbeiten erfolgreich abgeschlossen und in international anerkannten Zeitschriften veröffentlicht. „Die Sonderstellung des Klinikums prädestiniert uns für eine interdisziplinäre und praxisrelevante Forschung. Dabei geht es immer darum, konkrete Lösungen für bestehende Probleme in der Diagnostik und Therapie von Erkrankungen zu finden“, sagt Dr. med. Julius Niehoff, wissenschaftlicher Koordinator des Instituts. Jüngstes Beispiel ist die wissenschaftliche Arbeit der Assistenzärztin und Nachwuchswissenschaftlerin Denise Schönbeck. Eine Studie, an der sie im Rahmen ihrer Promotionsarbeit mitgearbeitet hat, ist kürzlich in der „Radiology“ veröffentlicht worden, die zu den renommiertesten wissenschaftlichen Fachzeitschriften weltweit gehöre, wie die MKK mitteilen. Die Studie beschäftigt sich mit sogenannten Raumforderungen in den Nebennieren. „In diesen kleinen Organen finden wir bei bildgebenden Untersuchungen vergleichsweise häufig gutartige Raumforderungen als Zufallsbefunde. In seltenen Fällen können diese Wucherungen aber auch bösartig sein“, erklärt Dr. Niehoff. Denise Schönbeck habe mit weiteren Wissenschaftlern aus Minden und Köln eine Methode untersucht, mit der diese Raumforderungen in den Nebennieren im Photon-Counting-CT hinsichtlich ihrer Gut- oder Bösartigkeit eingeschätzt werden können, erklärt Dr. Borggrefe. So bleibe den Patienten im Fall eines gutartigen Tumors in der Nebenniere weitere Diagnostik oder gar eine Operation erspart. „Diese Arbeit ist ein schönes Beispiel, wie wissenschaftliche Erkenntnisse direkt den Patientinnen und Patienten zu Gute kommen. Wir haben die Ergebnisse unmittelbar in unsere klinischen Routinen mit aufgenommen“, sagt Dr. Jan Robert Kröger, geschäftsführender Oberarzt des radiologischen Universitätsinstituts in Minden. Mit der Veröffentlichung der Studie in der Fachzeitschrift hat Denise Schönbeck trotz des relevanten Themas nicht gerechnet: „Diesen Erfolg habe ich mir im Traum nicht vorstellen können.“ Das Photon-Counting-CT sei erst seit wenigen Monaten am Klinikum Minden im Einsatz, „und dennoch können wir bereits eine große Anzahl an klinischen Untersuchungen vorweisen“, sagt sie. „Ohne diese einmalige Möglichkeit hätten wir die Forschungsarbeit nicht durchführen können.“ Dr. Jan Borggrefe bestätigt ihre Einschätzung: Weltweit seien rund 35 Photon- Counting-CTs im Einsatz, „eines der ersten beiden Geräte stand in Minden“. Im internationalen Vergleich habe man die meisten Untersuchungen durchgeführt und sei neben der New York University eine der führenden Kliniken. So funktioniert ein Photon-Counting-CT Das Photon-Counting-CT ist eine innovative Technologie, an der weltweit über 20 Jahre geforscht wurde, teilen die Mühlenkreiskliniken mit. Im vergangenen Jahr habe Siemens Healthineers die Marktreife der Technologie verkündet und den ersten CT-Scanner mit dieser neuen Technologie auf den Markt gebracht. An den Detektoren herkömmlicher CTs werden Röntgenstrahlung zunächst in sichtbares Licht umgewandelt, welches anschließend auf einen Lichtsensor trifft und in ein elektrisches Signal umgewandelt wird. In der Radiologie werden Photon-Counting-CTs als eine „Revolution“ betrachtet, die den Ärzten ein ungeahntes Spektrum an diagnostischen Möglichkeiten eröffnet.
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Erfolgreiche Forschung: Wie eine junge Wissenschaftlerin die Diagnose von Erkrankungen der Nebennieren verbessert

Dr. med. Julius Niehoff (links, Denise Schönbeck und Professor Dr. Jan Borggrefe freuen sich über die wissenschaftlichen Erfolge der Radiologie der MKK. Foto: MKK/Stange © privat

Minden (mt). Das Universitätsinstitut für Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin der Mühlenkreiskliniken (MKK) hat seit dem Beginn der Tätigkeit von Direktor Univ.-Prof. Dr. Jan Borggrefe vor zwei Jahren 50 wissenschaftliche Arbeiten erfolgreich abgeschlossen und in international anerkannten Zeitschriften veröffentlicht. „Die Sonderstellung des Klinikums prädestiniert uns für eine interdisziplinäre und praxisrelevante Forschung. Dabei geht es immer darum, konkrete Lösungen für bestehende Probleme in der Diagnostik und Therapie von Erkrankungen zu finden“, sagt Dr. med. Julius Niehoff, wissenschaftlicher Koordinator des Instituts.

Jüngstes Beispiel ist die wissenschaftliche Arbeit der Assistenzärztin und Nachwuchswissenschaftlerin Denise Schönbeck. Eine Studie, an der sie im Rahmen ihrer Promotionsarbeit mitgearbeitet hat, ist kürzlich in der „Radiology“ veröffentlicht worden, die zu den renommiertesten wissenschaftlichen Fachzeitschriften weltweit gehöre, wie die MKK mitteilen. Die Studie beschäftigt sich mit sogenannten Raumforderungen in den Nebennieren. „In diesen kleinen Organen finden wir bei bildgebenden Untersuchungen vergleichsweise häufig gutartige Raumforderungen als Zufallsbefunde. In seltenen Fällen können diese Wucherungen aber auch bösartig sein“, erklärt Dr. Niehoff. Denise Schönbeck habe mit weiteren Wissenschaftlern aus Minden und Köln eine Methode untersucht, mit der diese Raumforderungen in den Nebennieren im Photon-Counting-CT hinsichtlich ihrer Gut- oder Bösartigkeit eingeschätzt werden können, erklärt Dr. Borggrefe. So bleibe den Patienten im Fall eines gutartigen Tumors in der Nebenniere weitere Diagnostik oder gar eine Operation erspart. „Diese Arbeit ist ein schönes Beispiel, wie wissenschaftliche Erkenntnisse direkt den Patientinnen und Patienten zu Gute kommen. Wir haben die Ergebnisse unmittelbar in unsere klinischen Routinen mit aufgenommen“, sagt Dr. Jan Robert Kröger, geschäftsführender Oberarzt des radiologischen Universitätsinstituts in Minden.

Mit der Veröffentlichung der Studie in der Fachzeitschrift hat Denise Schönbeck trotz des relevanten Themas nicht gerechnet: „Diesen Erfolg habe ich mir im Traum nicht vorstellen können.“ Das Photon-Counting-CT sei erst seit wenigen Monaten am Klinikum Minden im Einsatz, „und dennoch können wir bereits eine große Anzahl an klinischen Untersuchungen vorweisen“, sagt sie. „Ohne diese einmalige Möglichkeit hätten wir die Forschungsarbeit nicht durchführen können.“ Dr. Jan Borggrefe bestätigt ihre Einschätzung: Weltweit seien rund 35 Photon- Counting-CTs im Einsatz, „eines der ersten beiden Geräte stand in Minden“. Im internationalen Vergleich habe man die meisten Untersuchungen durchgeführt und sei neben der New York University eine der führenden Kliniken.

Benjamin Piel

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Jeden Donnerstag von unserem Chefredakteur Benjamin Piel

So funktioniert ein Photon-Counting-CT

Das Photon-Counting-CT ist eine innovative Technologie, an der weltweit über 20 Jahre geforscht wurde, teilen die Mühlenkreiskliniken mit. Im vergangenen Jahr habe Siemens Healthineers die Marktreife der Technologie verkündet und den ersten CT-Scanner mit dieser neuen Technologie auf den Markt gebracht. An den Detektoren herkömmlicher CTs werden Röntgenstrahlung zunächst in sichtbares Licht umgewandelt, welches anschließend auf einen Lichtsensor trifft und in ein elektrisches Signal umgewandelt wird. In der Radiologie werden Photon-Counting-CTs als eine „Revolution“ betrachtet, die den Ärzten ein ungeahntes Spektrum an diagnostischen Möglichkeiten eröffnet.

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