Er soll die Kultdisco retten: An der Musikbox öffnet der Biergarten „Dos Lunas“ Doris Christoph Minden. Eine Gastwirtschaft in Zeiten der Corona-Einschränkungen zu eröffnen – das klingt mutig. Für Heinz Eichler ist es vor allem ein Hoffnungsschimmer. Er ist Betriebsleiter der „Musikbox", die Diskothek an der Portastraße 96 ist aber seit 16 Wochen geschlossen, mehr als 35 Prozent des Jahresumsatzes seien verloren. Langsam werde es bedrohlich, so Eichler. In den vergangenen Wochen konzentrierte er sich auf die Arbeiten an seinem Wein- und Biergarten „Dos Lunas" (zu deutsch: Zwei Monde), der am Freitag eröffnet wird. Rund 250.000 Euro wurden in die Gastronomie investiert. Sie liegt im Innenhof der Musikbox, Gäste müssen dazu ein paar Stufen neben dem Diskotheken-Eingang hinabsteigen. Es gibt auch einen barrierefreien Zugang. Vom Verkehr der viel befahrenen Straße ist hier nichts zu spüren. Rund 100 Sitzplätze bietet der Biergarten auf dem 350 Quadratmeter großen Gelände, wegen Corona dürfen 86 davon genutzt werden. Zwei Bereiche sind überdacht. Auch eine Bühne ist vorhanden, hier hatte Heinz Eichler mal Sessions geplant. Vielleicht sind in ein paar Wochen ja Sonntags-Matinees möglich, hofft er. Vorerst soll das „Dos Lunas" aber vor allem abends öffnen: mittwochs bis sonntags von 17 bis 22 Uhr. Reservierungen sind per Whatsapp oder SMS möglich. Schon lange gab es Pläne für die Gastronomie, sie sollte als zweites Standbein dienen, um das immer schlechter laufende Party-Geschäft auszugleichen (das MT berichtete). Nun wird das „Dos Lunas" zur einzigen Einnahmequelle der Betreiberfamilie, neben Eichler sind auch seine Tochter Nora und Ehefrau Gitta Nicola Vogt ins Geschäft involviert. „Der Wein- und Biergarten kann vielleicht etwas kompensieren", meint Heinz Eichler. Die Box ersetzen kann er nicht. Andere Gastwirte leiden unter der reduzierten Anzahl an Plätzen im Zuge der Corona-Einschränkungen und fehlende Einnahmen. Gäste müssen Namen und Adressen hinterlassen, die Kellner laufen mit Maske rum, das vermiest vielen einen Restaurantbesuch. Doch Eichler ist zuversichtlich: „Es macht eine Menge aus, ob man draußen sitzt, oder nicht." Er verweist auf andere gutbesuchte Biergärten. Ob die Box, die er vor 40 Jahren öffnete, bald wieder an den Start gehen kann? Eichler glaubt nicht an eine schnelle Wiederbelebung der Clubs, ebenso wie viele seiner Kollegen. „Die Stimmung in der Szene ist gekippt." Auf Auto-Discos, wie andere Betreiber, will er nicht setzen, das sei ihm finanziell zu riskant.

Er soll die Kultdisco retten: An der Musikbox öffnet der Biergarten „Dos Lunas“

Essen unter dem „Abendmahl“: Heinz Eichler und seine Tochter Nora Vogt haben alles für die Eröffnung des „Dos Lunas“ vorbereitet. MT- © Foto: Alex Lehn

Minden. Eine Gastwirtschaft in Zeiten der Corona-Einschränkungen zu eröffnen – das klingt mutig. Für Heinz Eichler ist es vor allem ein Hoffnungsschimmer. Er ist Betriebsleiter der „Musikbox", die Diskothek an der Portastraße 96 ist aber seit 16 Wochen geschlossen, mehr als 35 Prozent des Jahresumsatzes seien verloren. Langsam werde es bedrohlich, so Eichler.

In den vergangenen Wochen konzentrierte er sich auf die Arbeiten an seinem Wein- und Biergarten „Dos Lunas" (zu deutsch: Zwei Monde), der am Freitag eröffnet wird. Rund 250.000 Euro wurden in die Gastronomie investiert.

Sie liegt im Innenhof der Musikbox, Gäste müssen dazu ein paar Stufen neben dem Diskotheken-Eingang hinabsteigen. Es gibt auch einen barrierefreien Zugang. Vom Verkehr der viel befahrenen Straße ist hier nichts zu spüren. Rund 100 Sitzplätze bietet der Biergarten auf dem 350 Quadratmeter großen Gelände, wegen Corona dürfen 86 davon genutzt werden. Zwei Bereiche sind überdacht. Auch eine Bühne ist vorhanden, hier hatte Heinz Eichler mal Sessions geplant. Vielleicht sind in ein paar Wochen ja Sonntags-Matinees möglich, hofft er. Vorerst soll das „Dos Lunas" aber vor allem abends öffnen: mittwochs bis sonntags von 17 bis 22 Uhr. Reservierungen sind per Whatsapp oder SMS möglich.

Schon lange gab es Pläne für die Gastronomie, sie sollte als zweites Standbein dienen, um das immer schlechter laufende Party-Geschäft auszugleichen (das MT berichtete). Nun wird das „Dos Lunas" zur einzigen Einnahmequelle der Betreiberfamilie, neben Eichler sind auch seine Tochter Nora und Ehefrau Gitta Nicola Vogt ins Geschäft involviert. „Der Wein- und Biergarten kann vielleicht etwas kompensieren", meint Heinz Eichler. Die Box ersetzen kann er nicht.

Andere Gastwirte leiden unter der reduzierten Anzahl an Plätzen im Zuge der Corona-Einschränkungen und fehlende Einnahmen. Gäste müssen Namen und Adressen hinterlassen, die Kellner laufen mit Maske rum, das vermiest vielen einen Restaurantbesuch. Doch Eichler ist zuversichtlich: „Es macht eine Menge aus, ob man draußen sitzt, oder nicht." Er verweist auf andere gutbesuchte Biergärten.

Ob die Box, die er vor 40 Jahren öffnete, bald wieder an den Start gehen kann? Eichler glaubt nicht an eine schnelle Wiederbelebung der Clubs, ebenso wie viele seiner Kollegen. „Die Stimmung in der Szene ist gekippt." Auf Auto-Discos, wie andere Betreiber, will er nicht setzen, das sei ihm finanziell zu riskant.

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