Entspannung in Sicht: Deshalb haben hohe Infektionszahlen an Schulen den Schrecken verloren Stefan Koch,Patrick Schwemling Minden/Lübbecke. Die Corona-Infektionszahlen an den Schulen des Kreises Minden-Lübbecke waren im vergangen September höher, als im November vergangenen Jahres. Damals mündete die Entwicklung in einen totalen Lockdown aller Bildungseinrichtungen – und für die Schülerinnen und Schüler gab es nur noch den Unterricht im Homeoffice aus Ausweg. Jetzt gibt das NRW-Ministerium für Schule und Bildung bekannt, dass nach den Herbstferien sogar die Maskenpflicht im Unterricht gelockert werden könnte, denn die Zahlen haben eine andere Qualität als vor der Zeit ohne Impfstoffe. 318 Schüler und 37 Lehrer fielen im November 2020 bei Corona-Tests positiv auf. Wie der Kreis Minden-Lübbecke auf MT-Anfrage mitteilt, waren im September diesen Jahres insgesamt 341 Personen an 71 Schulen betroffen. Spitzenreiter waren die Johannes-Daniel-Falk-Schulen (Espelkamp) mit 21 infizierten Schülern sowie zwei Lehrern. Es folgen die Kurt-Tucholsky-Gesamtschule in Minden (19 Schüler) und das Leo-Sympher-Berufskolleg (17 Schüler). Die 17 Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs in Minden entfallen allerdings auf eine Gesamtzahl von 3.000 Personen, die dort unterrichtet werden. Wie Dr. Oliver Oberschelp, der stellvertretende Leiter, erklärt, hätten die Infektionen nicht den allgemeinen Betrieb beeinträchtigt, da in den einzelnen Fällen lediglich die Betroffenen und ihre Sitznachbarn die Quarantäne hätten antreten müssen. Mitte September sei zudem die Regelung gekommen, dass angesichts des Maskentragens im Unterricht die Kontaktpersonen positiv Getesteter von der Quarantäne ausgenommen sind. Zudem sei ein Teil der Fälle in der Statistik gar nicht erst infiziert in die Schule gekommen. „Die waren schon vor dem Schulbesuch positiv getestet worden und hatten sich dann krank gemeldet" so Oberschelp. Der stellvertretende Schulleiter merkt zudem an, dass in der Schülerschaft die Impfangebote gut angenommen worden seien. Eine Impfaktion mit dem Impfzentrum des Kreises unter der Beteiligung des Freiherr-vom-Stein-Berufskollegs und das Besselgymnasiums habe es gegeben, wobei alle Impfdosen verbraucht worden seien. Auch bei einer weiteren Impfaktion mit von der Schule bestellten Ärzten hätten noch 80 Schülerinnen und Schüler mitgemacht. „Wenn so etwas ohne bürokratischen Aufwand stattfindet, gibt es gute Erfolge", sagt Oberschelp. Er habe auch festgestellt, dass dadurch Migranten leichter zu erreichen seien. Manche von ihnen seien aufgrund sprachlicher Defizite unzureichend informiert, glaubten zum Teil, dass die Impfungen kostenpflichtig seien. Die Johannes-Daniel-Falk-Schule mit ihren insgesamt 23 Infizierten ist eine Bekenntnisschule in freier Trägerschaft mit mehr als 500 Schülern. Sie befindet sich in der Stadt Espelkamp, die in den vergangenen Wochen wegen hoher Infektionszahlen mit dem Covid-19-Erreger aufgefallen war. Ob der Kreis Minden-Lübbecke hier besonderen Handlungsbedarf sieht? „Corona-Ausbrüche werden für alle Schulen gleichermaßen behandelt und bearbeitet", teilt dazu Dagmar Selle von der Pressestelle mit. Keine Infizierten wurden im September von mehreren Grund- und weiterführenden Schulen gemeldet, darunter die Freie Waldorfschule Minden und das Mindener Ratsgymnasium. „Vielleicht haben wir Glück gehabt", sagt dazu Michael Conrads, der stellvertretende Schulleiter des Rats. Darüber hinaus führt er Faktoren an, die zu dem Trend beigetragen haben. „In den höheren Jahrgängen gibt es eine hohe Impfquote." Die Elternschaft sei besonders sensibilisiert. Zudem fänden die Tests in der Turnhalle und im Freien statt, so dass kein Ungetesteter in den Klassenraum kommen könne. Außerdem seien Kinder aus unter Quarantäne stehenden Familien von vorn herein dem Gymnasium fern geblieben. Eine Stellungnahme der Freien Waldorfschule war in den vergangenen Ferientagen nicht zu bekommen. Wie das Schulministerium für den Schulbetrieb nach den Herbstferien mitteilt, soll nach derzeitigem Stand die Maskenpflicht ab dem 2. November während des Unterrichts entfallen. Eine abschließende Information dazu sollen die Schulen aber noch bekommen. „Für die Kinder ist es eine große Belastung, den ganzen Tag mit Maske arbeiten zu müssen", ist dazu die Erfahrung des stellvertrenden Schulleiters des Rats-Gymnasiums. Sein Kollege vom Leo-Sympher-Berufskolleg sieht die teilweis Aufhebung der Maskenpflicht eher mit Sorgen. „Wie lässt sich der Schutz im Unterricht bewerkstelligen, wenn in der kalten Jahreszeit dann auch nicht mehr die Fenster geöffnet werden können", fragt er sich. Wenn am 25. Oktober der Unterricht wieder beginnt, soll der erste Schultag für alle nach der 3G-Regel starten. Das Ministerium appelliert vor allem an Reiserückkehrer, schon jetzt die für Minderjährige kostenlosen Tests in Anspruch zu nehmen. Und es appelliert an die pädagogische Verantwortung der Lehrerinnen und Lehrer, auf die Bedeutung des Impfschutzes weiterhin hinzuweisen.

Entspannung in Sicht: Deshalb haben hohe Infektionszahlen an Schulen den Schrecken verloren

Mit Maske im Unterricht: Das könnte nach den Herbstferien in Nordrhein-Westfalen zur Vergangenheit gehören, wenn die Infektionszahlen nicht dramatisch ansteigen. Foto: Andreas Arnold/dpa © Verwendung weltweit

Minden/Lübbecke. Die Corona-Infektionszahlen an den Schulen des Kreises Minden-Lübbecke waren im vergangen September höher, als im November vergangenen Jahres. Damals mündete die Entwicklung in einen totalen Lockdown aller Bildungseinrichtungen – und für die Schülerinnen und Schüler gab es nur noch den Unterricht im Homeoffice aus Ausweg. Jetzt gibt das NRW-Ministerium für Schule und Bildung bekannt, dass nach den Herbstferien sogar die Maskenpflicht im Unterricht gelockert werden könnte, denn die Zahlen haben eine andere Qualität als vor der Zeit ohne Impfstoffe.

318 Schüler und 37 Lehrer fielen im November 2020 bei Corona-Tests positiv auf. Wie der Kreis Minden-Lübbecke auf MT-Anfrage mitteilt, waren im September diesen Jahres insgesamt 341 Personen an 71 Schulen betroffen. Spitzenreiter waren die Johannes-Daniel-Falk-Schulen (Espelkamp) mit 21 infizierten Schülern sowie zwei Lehrern. Es folgen die Kurt-Tucholsky-Gesamtschule in Minden (19 Schüler) und das Leo-Sympher-Berufskolleg (17 Schüler).

Malina Reckordt

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Die 17 Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs in Minden entfallen allerdings auf eine Gesamtzahl von 3.000 Personen, die dort unterrichtet werden. Wie Dr. Oliver Oberschelp, der stellvertretende Leiter, erklärt, hätten die Infektionen nicht den allgemeinen Betrieb beeinträchtigt, da in den einzelnen Fällen lediglich die Betroffenen und ihre Sitznachbarn die Quarantäne hätten antreten müssen. Mitte September sei zudem die Regelung gekommen, dass angesichts des Maskentragens im Unterricht die Kontaktpersonen positiv Getesteter von der Quarantäne ausgenommen sind. Zudem sei ein Teil der Fälle in der Statistik gar nicht erst infiziert in die Schule gekommen. „Die waren schon vor dem Schulbesuch positiv getestet worden und hatten sich dann krank gemeldet" so Oberschelp.

Der stellvertretende Schulleiter merkt zudem an, dass in der Schülerschaft die Impfangebote gut angenommen worden seien. Eine Impfaktion mit dem Impfzentrum des Kreises unter der Beteiligung des Freiherr-vom-Stein-Berufskollegs und das Besselgymnasiums habe es gegeben, wobei alle Impfdosen verbraucht worden seien. Auch bei einer weiteren Impfaktion mit von der Schule bestellten Ärzten hätten noch 80 Schülerinnen und Schüler mitgemacht. „Wenn so etwas ohne bürokratischen Aufwand stattfindet, gibt es gute Erfolge", sagt Oberschelp. Er habe auch festgestellt, dass dadurch Migranten leichter zu erreichen seien. Manche von ihnen seien aufgrund sprachlicher Defizite unzureichend informiert, glaubten zum Teil, dass die Impfungen kostenpflichtig seien.

Die Johannes-Daniel-Falk-Schule mit ihren insgesamt 23 Infizierten ist eine Bekenntnisschule in freier Trägerschaft mit mehr als 500 Schülern. Sie befindet sich in der Stadt Espelkamp, die in den vergangenen Wochen wegen hoher Infektionszahlen mit dem Covid-19-Erreger aufgefallen war. Ob der Kreis Minden-Lübbecke hier besonderen Handlungsbedarf sieht? „Corona-Ausbrüche werden für alle Schulen gleichermaßen behandelt und bearbeitet", teilt dazu Dagmar Selle von der Pressestelle mit.

Keine Infizierten wurden im September von mehreren Grund- und weiterführenden Schulen gemeldet, darunter die Freie Waldorfschule Minden und das Mindener Ratsgymnasium. „Vielleicht haben wir Glück gehabt", sagt dazu Michael Conrads, der stellvertretende Schulleiter des Rats. Darüber hinaus führt er Faktoren an, die zu dem Trend beigetragen haben. „In den höheren Jahrgängen gibt es eine hohe Impfquote." Die Elternschaft sei besonders sensibilisiert. Zudem fänden die Tests in der Turnhalle und im Freien statt, so dass kein Ungetesteter in den Klassenraum kommen könne. Außerdem seien Kinder aus unter Quarantäne stehenden Familien von vorn herein dem Gymnasium fern geblieben. Eine Stellungnahme der Freien Waldorfschule war in den vergangenen Ferientagen nicht zu bekommen.

Wie das Schulministerium für den Schulbetrieb nach den Herbstferien mitteilt, soll nach derzeitigem Stand die Maskenpflicht ab dem 2. November während des Unterrichts entfallen. Eine abschließende Information dazu sollen die Schulen aber noch bekommen. „Für die Kinder ist es eine große Belastung, den ganzen Tag mit Maske arbeiten zu müssen", ist dazu die Erfahrung des stellvertrenden Schulleiters des Rats-Gymnasiums. Sein Kollege vom Leo-Sympher-Berufskolleg sieht die teilweis Aufhebung der Maskenpflicht eher mit Sorgen. „Wie lässt sich der Schutz im Unterricht bewerkstelligen, wenn in der kalten Jahreszeit dann auch nicht mehr die Fenster geöffnet werden können", fragt er sich.

Wenn am 25. Oktober der Unterricht wieder beginnt, soll der erste Schultag für alle nach der 3G-Regel starten. Das Ministerium appelliert vor allem an Reiserückkehrer, schon jetzt die für Minderjährige kostenlosen Tests in Anspruch zu nehmen. Und es appelliert an die pädagogische Verantwortung der Lehrerinnen und Lehrer, auf die Bedeutung des Impfschutzes weiterhin hinzuweisen.

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