Entscheidung vertagt: Architekten sollen Pläne für Aufzug an der Martinitreppe noch einmal überarbeiten Monika Jäger Minden. Eine weitere Beratungsschleife für den Aufzug in der Innenstadt – Auslöser dafür ist derjenige, der seinerzeit die aktuellen Planungen überhaupt erst möglich gemacht hat: Alexander Lange, Mindener Geschäftsmann. Ihm gehört nicht nur das Geschäftshaus „Martinicarré“, sondern auch das Grundstück, auf dem der ursprüngliche Aufzug entstehen sollte: Die Lücke hinten in der Gebäudereihe. „Wir brauchen mehr Bedenkzeit“, sagte er am Dienstag gegenüber dem MT. In der vergangenen Woche seien ihm bei der Stadt die Pläne auch anhand neu erstellter Modelle vorgestellt worden. Lange interessiert sich nicht nur wegen des Grundstücks dafür, was an diesem Herzstück in der Stadt geschehen wird, sondern auch als Nachbar und Investor des inzwischen aufwendig sanierten Geschäftshauses. So seien seit etwa zwei Jahren die Verträge für den geplanten Grundstückstausch nicht modifiziert worden – „zu einem Turm und einer Brücke ist in dem Vertrag noch gar nichts geregelt“. Zweitens müsse er auch an seine Mieter denken. Wenn unmittelbar vor den Fenstern der Kieferorthopädiepraxis im dritten Stock künftig Menschen über eine Glasbrücke gingen, könnte das extrem störend sein – unter anderem auch für die Patienten. Auch wenn einmal ein Restaurant auf dem Dach eröffnen würde, hätten die Besucher dann die Aussicht vor allem auf die Brücke statt in die Stadt. Sechs Meter betrage der Abstand des Bauwerks zur Fassade des Geschäftshauses maximal, 50 bis 60 Zentimeter minimal. Auch das gelte es zu bedenken. All das habe Langes Rechtsanwalt der Stadt Anfang der Woche mitgeteilt. Lange selbst denkt, dass auch aus gestalterischer Sicht nochmals über die ursprünglich vorgeschlagene Variante in der Gebäudelücke nachgedacht werden sollte. Unter anderem habe er den Erker des Glasbaus so gewählt, dass er mit dem Rathauserker gemeinsam einen Eingang in den Scharn darstelle. Und dieser Eindruck könnte durch einen Turm auf dem Treppenpodest gestört werden – ebenso wie der Blick in die Stadt für alle, die von oben die Martinitreppe herab gehen. Verschiedene Modelle zu besprechen, und das möglichst frühzeitig auch mit den Nachbarn, das hätte längst passieren müssen, findet Thomas Döring. Er möchte auf keinen Fall, dass die Sicht auf sein Juweliergeschäft an der Ecke der Treppe verstellt wird – was nach seiner Überzeugung bei einem Turm der Fall wäre – auch bei einem, der etwas weiter weggerückt wäre. Zudem macht er sich Sorgen, dass hinter dem Turm eine dunkle Ecke entstehen könnte und kritisiert, dass Turm und Brücke bis vor kurzem nicht von allen Seiten visualisiert wurden. Wie sieht das Bauwerk beispielsweise aus Fußgängerperspektive aus? Und wie von hinten? Döring kenne niemanden aus der Nachbarschaft, der das Modell von TR Architekten gut findet. Sein Fazit: „Wir Nachbarn fühlen uns nicht mitgenommen.“ Das könnte nun anders werden. Ob die Lücke vielleicht doch ein guter Ort für einen Aufzug an der Martinitreppe ist, sollen TR Architekten nochmals prüfen. Darüber hat jetzt Baubeigeordneter Lars Bursian am Montag die Politik informiert. Gemeinsam sollten nun die Prämissen für eine weitere Variante entsprechend dem Ursprungsentwurf einer Anlage im hinteren Bereich festgelegt werden. Dann gäbe es am Ende zwei ganz verschiedene Modelle, über die dann die Politik entscheiden kann. „Ich kann sehr gut verstehen, dass Herr Lange alles sehr genau prüfen möchte“, sagt Bursian. „Mit ist doch vor allem wichtig, dass wir mit dem Projekt insgesamt weiter kommen und am Ende Entscheidungen getroffen werden.“

Entscheidung vertagt: Architekten sollen Pläne für Aufzug an der Martinitreppe noch einmal überarbeiten

Die Martinitreppe verbindet die Unter- und Oberstadt. Wo wäre ein Aufzug am besten platziert? Dazu gibt es verschiedene Meinungen. MT-Archivfoto: Alex Lehn © Lehn Alexander

Minden. Eine weitere Beratungsschleife für den Aufzug in der Innenstadt – Auslöser dafür ist derjenige, der seinerzeit die aktuellen Planungen überhaupt erst möglich gemacht hat: Alexander Lange, Mindener Geschäftsmann. Ihm gehört nicht nur das Geschäftshaus „Martinicarré“, sondern auch das Grundstück, auf dem der ursprüngliche Aufzug entstehen sollte: Die Lücke hinten in der Gebäudereihe. „Wir brauchen mehr Bedenkzeit“, sagte er am Dienstag gegenüber dem MT.

In der vergangenen Woche seien ihm bei der Stadt die Pläne auch anhand neu erstellter Modelle vorgestellt worden. Lange interessiert sich nicht nur wegen des Grundstücks dafür, was an diesem Herzstück in der Stadt geschehen wird, sondern auch als Nachbar und Investor des inzwischen aufwendig sanierten Geschäftshauses.

So seien seit etwa zwei Jahren die Verträge für den geplanten Grundstückstausch nicht modifiziert worden – „zu einem Turm und einer Brücke ist in dem Vertrag noch gar nichts geregelt“. Zweitens müsse er auch an seine Mieter denken. Wenn unmittelbar vor den Fenstern der Kieferorthopädiepraxis im dritten Stock künftig Menschen über eine Glasbrücke gingen, könnte das extrem störend sein – unter anderem auch für die Patienten. Auch wenn einmal ein Restaurant auf dem Dach eröffnen würde, hätten die Besucher dann die Aussicht vor allem auf die Brücke statt in die Stadt. Sechs Meter betrage der Abstand des Bauwerks zur Fassade des Geschäftshauses maximal, 50 bis 60 Zentimeter minimal. Auch das gelte es zu bedenken.

Malina Reckordt

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All das habe Langes Rechtsanwalt der Stadt Anfang der Woche mitgeteilt. Lange selbst denkt, dass auch aus gestalterischer Sicht nochmals über die ursprünglich vorgeschlagene Variante in der Gebäudelücke nachgedacht werden sollte. Unter anderem habe er den Erker des Glasbaus so gewählt, dass er mit dem Rathauserker gemeinsam einen Eingang in den Scharn darstelle. Und dieser Eindruck könnte durch einen Turm auf dem Treppenpodest gestört werden – ebenso wie der Blick in die Stadt für alle, die von oben die Martinitreppe herab gehen.

Verschiedene Modelle zu besprechen, und das möglichst frühzeitig auch mit den Nachbarn, das hätte längst passieren müssen, findet Thomas Döring. Er möchte auf keinen Fall, dass die Sicht auf sein Juweliergeschäft an der Ecke der Treppe verstellt wird – was nach seiner Überzeugung bei einem Turm der Fall wäre – auch bei einem, der etwas weiter weggerückt wäre. Zudem macht er sich Sorgen, dass hinter dem Turm eine dunkle Ecke entstehen könnte und kritisiert, dass Turm und Brücke bis vor kurzem nicht von allen Seiten visualisiert wurden. Wie sieht das Bauwerk beispielsweise aus Fußgängerperspektive aus? Und wie von hinten? Döring kenne niemanden aus der Nachbarschaft, der das Modell von TR Architekten gut findet. Sein Fazit: „Wir Nachbarn fühlen uns nicht mitgenommen.“

Das könnte nun anders werden. Ob die Lücke vielleicht doch ein guter Ort für einen Aufzug an der Martinitreppe ist, sollen TR Architekten nochmals prüfen. Darüber hat jetzt Baubeigeordneter Lars Bursian am Montag die Politik informiert. Gemeinsam sollten nun die Prämissen für eine weitere Variante entsprechend dem Ursprungsentwurf einer Anlage im hinteren Bereich festgelegt werden.

Dann gäbe es am Ende zwei ganz verschiedene Modelle, über die dann die Politik entscheiden kann. „Ich kann sehr gut verstehen, dass Herr Lange alles sehr genau prüfen möchte“, sagt Bursian. „Mit ist doch vor allem wichtig, dass wir mit dem Projekt insgesamt weiter kommen und am Ende Entscheidungen getroffen werden.“

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