Ende der Gratis-Coronatests: So lief der erste Zahltag an hiesigen Zentren Ursula Koch,Stefan Koch,Claudia Hyna Minden. Seit gestern müssen Ungeimpfte über 18 Jahre für einen Corona-Schnelltest bezahlen. Darum hatte es am Drive-In-Testzentrum auf Kanzlers Weide am Sonntag noch einmal einen regelrechten Ansturm gegeben, berichtet Christian Busse, Pressesprecher der Mühlenkreiskliniken. Dort seien etwa 1.400 Tests durchgeführt worden. Das seien 50 Prozent mehr gewesen als an bisherigen Spitzentagen. Die Zahlen hätten deutlich über denen der vergangenen Wochen gelegen, so Busse weiter. Es hätten sich lange Schlangen vor den Teststraßen gebildet. Den Schnelltest bieten die Mühlenkreiskliniken für 8,80 Euro an. „Wir haben lange hin- und hergerechnet, weil wir den Test so günstig wie möglich anbieten wollen“, erläutert Busse. Den Mühlenkreiskliniken sei wichtig, dass sich weiterhin so viele Menschen wie möglich testen lassen. Außerdem gehe es darum, Ungeimpften weiterhin die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Das Testzentrum müsse wirtschaftlich betrieben werden können, aber es gehe nicht darum, damit Geld zu verdienen, erläutert der Pressesprecher die Preispolitik. Das Zentrum am Klinikum ist weiterhin täglich von 7 bis 19 Uhr, das auf Kanzlers Weide 6 bis 20.30 Uhr geöffnet. Am Montagvormittag seien auf Kanzlers Weide 206 Schnelltests durchgeführt worden. Die Hälfte davon sei kostenpflichtig gewesen, berichtet Busse. Es habe einige Menschen gegeben, die überrascht waren, dass sie bezahlen mussten. Die Mehrheit sei aber informiert gewesen. Es habe wenig Diskussionen gegeben, meldet der Pressesprecher. Für Jugendliche, Schwangere und Personen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können, sowie bei Frei-testung aus der Quarantäne, bleibt der Test kostenlos. Insgesamt seien deutlich weniger Tests durchgeführt worden, aber mehr, als Busse selber erwartet hatte. Der zuverlässigere PCR-Test kostet 50 Euro. Parallel zu den Tests werben die Kliniken weiterhin bei jeder Gelegenheit für die Impfung. Es müssten bereits jetzt wieder medizinisch nicht dringende Operationen verschoben werden. Busse warnt: „Die Winterwelle unter den Ungeimpften fängt jetzt erst an.“ Der bisherige Anstieg der Inzidenzwerte sei auf Reiserückkehrer zurückzuführen gewesen. Auch bei den Teststellen der Vivas-Apotheke am Scharn, der Königstor-Apotheke und der Apotheke am Porta-Markt nutzten nach Auskunft des Betreibers Günther Stange viele den Samstag aus, um sich noch einmal kostenfrei testen zu lassen. „Es war belebt“, stellt er fest. Nach dem Ruhetag am Sonntag sei dann der Montag eher „verhalten“ angelaufen. Wie viele der Kunden von den Regelungen der Kostenbefreiung profitieren konnten – 12,98 Euro waren für den Test in den drei Apotheken zu entrichten – stand am Montag noch nicht fest. In diesem Zusammenhang weist Stange darauf hin, dass unterschiedliche Nachweise zur Kostenbefreiung vorzulegen seien. So müsste die Gruppe der Stillenden, ebenso wie die Fälle mit einer Kontraindikation, eine ärztliche Bescheinigung vorlegen, Schwangere dagegen einen Mutterpass. Noch sind Stanges Testzentren von montags bis samstags zehn beziehungsweise in Porta Westfalica elf Stunden geöffnet. Sollte die Nachfrage ein derart breit ausgelegtes Angebot unwirtschaftlich machen, müsse über Veränderungen nachgedacht werden, räumt der Apotheker ein. Er meint, dass angesichts der vom Robert-Koch-Institut gemeldeten hohen Quote von Impfdurchbrüchen sich auch Geimpfte durchaus einen Schnelltest „gönnen“ sollten. Bereits Geimpfte kamen auch zum Testzentrum am Badesee in Petershagen-Lahde – angesichts der Kosten wollen sie aber künftig davon Abstand nehmen, hat Betreiber Alexander von Eye vernommen. Insgesamt gebe es viele Testwillige, die mehrmals wöchentlich oder sogar täglich kamen. Am Sonntag sei noch einmal ein „richtig starker Tag“ gewesen, gestern waren die Zahlen leicht rückläufig. Von den Besuchern waren 30 Prozent Selbstzahler, der Rest verteilte sich auf Gruppen, für die die Kosten übernommen werden, wie für unter 18-Jährige oder Schwangere. Die Kosten für den Test habe er mit zehn Euro so knapp kalkuliert wie möglich. Mindestens bis Ende des Jahres werde er das Testzentrum am Badesee zu den üblichen Öffnungszeiten weiterführen, kündigt er an. Das sei umso wichtiger, da ja aktuell viele Zentren geschlossen hätten – etwa in der Nähe in Wasserstraße und Uchte, aber auch in Hille und Porta Westfalica. „Wir werden weiterhin gebraucht“, ist er überzeugt.

Ende der Gratis-Coronatests: So lief der erste Zahltag an hiesigen Zentren

Die Corona-Testzentren erlebten am Sonntag noch einmal lange Warteschlangen. MT-Archivfoto: Alex Lehn

Minden. Seit gestern müssen Ungeimpfte über 18 Jahre für einen Corona-Schnelltest bezahlen. Darum hatte es am Drive-In-Testzentrum auf Kanzlers Weide am Sonntag noch einmal einen regelrechten Ansturm gegeben, berichtet Christian Busse, Pressesprecher der Mühlenkreiskliniken. Dort seien etwa 1.400 Tests durchgeführt worden. Das seien 50 Prozent mehr gewesen als an bisherigen Spitzentagen. Die Zahlen hätten deutlich über denen der vergangenen Wochen gelegen, so Busse weiter. Es hätten sich lange Schlangen vor den Teststraßen gebildet.

Den Schnelltest bieten die Mühlenkreiskliniken für 8,80 Euro an. „Wir haben lange hin- und hergerechnet, weil wir den Test so günstig wie möglich anbieten wollen“, erläutert Busse. Den Mühlenkreiskliniken sei wichtig, dass sich weiterhin so viele Menschen wie möglich testen lassen. Außerdem gehe es darum, Ungeimpften weiterhin die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Das Testzentrum müsse wirtschaftlich betrieben werden können, aber es gehe nicht darum, damit Geld zu verdienen, erläutert der Pressesprecher die Preispolitik. Das Zentrum am Klinikum ist weiterhin täglich von 7 bis 19 Uhr, das auf Kanzlers Weide 6 bis 20.30 Uhr geöffnet.

Am Montagvormittag seien auf Kanzlers Weide 206 Schnelltests durchgeführt worden. Die Hälfte davon sei kostenpflichtig gewesen, berichtet Busse. Es habe einige Menschen gegeben, die überrascht waren, dass sie bezahlen mussten. Die Mehrheit sei aber informiert gewesen. Es habe wenig Diskussionen gegeben, meldet der Pressesprecher. Für Jugendliche, Schwangere und Personen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können, sowie bei Frei-testung aus der Quarantäne, bleibt der Test kostenlos. Insgesamt seien deutlich weniger Tests durchgeführt worden, aber mehr, als Busse selber erwartet hatte. Der zuverlässigere PCR-Test kostet 50 Euro.

Malina Reckordt

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Parallel zu den Tests werben die Kliniken weiterhin bei jeder Gelegenheit für die Impfung. Es müssten bereits jetzt wieder medizinisch nicht dringende Operationen verschoben werden. Busse warnt: „Die Winterwelle unter den Ungeimpften fängt jetzt erst an.“ Der bisherige Anstieg der Inzidenzwerte sei auf Reiserückkehrer zurückzuführen gewesen.

Auch bei den Teststellen der Vivas-Apotheke am Scharn, der Königstor-Apotheke und der Apotheke am Porta-Markt nutzten nach Auskunft des Betreibers Günther Stange viele den Samstag aus, um sich noch einmal kostenfrei testen zu lassen. „Es war belebt“, stellt er fest. Nach dem Ruhetag am Sonntag sei dann der Montag eher „verhalten“ angelaufen. Wie viele der Kunden von den Regelungen der Kostenbefreiung profitieren konnten – 12,98 Euro waren für den Test in den drei Apotheken zu entrichten – stand am Montag noch nicht fest.

In diesem Zusammenhang weist Stange darauf hin, dass unterschiedliche Nachweise zur Kostenbefreiung vorzulegen seien. So müsste die Gruppe der Stillenden, ebenso wie die Fälle mit einer Kontraindikation, eine ärztliche Bescheinigung vorlegen, Schwangere dagegen einen Mutterpass.

Noch sind Stanges Testzentren von montags bis samstags zehn beziehungsweise in Porta Westfalica elf Stunden geöffnet. Sollte die Nachfrage ein derart breit ausgelegtes Angebot unwirtschaftlich machen, müsse über Veränderungen nachgedacht werden, räumt der Apotheker ein. Er meint, dass angesichts der vom Robert-Koch-Institut gemeldeten hohen Quote von Impfdurchbrüchen sich auch Geimpfte durchaus einen Schnelltest „gönnen“ sollten.

Bereits Geimpfte kamen auch zum Testzentrum am Badesee in Petershagen-Lahde – angesichts der Kosten wollen sie aber künftig davon Abstand nehmen, hat Betreiber Alexander von Eye vernommen. Insgesamt gebe es viele Testwillige, die mehrmals wöchentlich oder sogar täglich kamen. Am Sonntag sei noch einmal ein „richtig starker Tag“ gewesen, gestern waren die Zahlen leicht rückläufig.

Von den Besuchern waren 30 Prozent Selbstzahler, der Rest verteilte sich auf Gruppen, für die die Kosten übernommen werden, wie für unter 18-Jährige oder Schwangere. Die Kosten für den Test habe er mit zehn Euro so knapp kalkuliert wie möglich. Mindestens bis Ende des Jahres werde er das Testzentrum am Badesee zu den üblichen Öffnungszeiten weiterführen, kündigt er an. Das sei umso wichtiger, da ja aktuell viele Zentren geschlossen hätten – etwa in der Nähe in Wasserstraße und Uchte, aber auch in Hille und Porta Westfalica. „Wir werden weiterhin gebraucht“, ist er überzeugt.

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