Ein spannendes Viertel - Land fördert Stadtentwicklungsprojekt Rechtes Weserufer mit 547.200 Euro Ursula Koch Minden. Den Wohnraum aufwerten, die Weserauen als Erlebnisraum erschließen, neue Verbindungswege zwischen Bahnhof und Innenstadt schaffen – all das sind Pläne der Stadt Minden für „Neues Leben am Kohlenufer“ zwischen Mittellandkanal, Bahnhof und Kanzlers Weide. Das Stadtentwicklungskonzept umfasst mehr als 40 Einzelmaßnahmen. Damit die weiter vorangetrieben werden können, überreichte Ina Scharrenbach (CDU), NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung, am Mittwoch einen Förderbescheid über 547.200 Euro an den Ersten Beigeordneten Peter Kienzle. Damit fördert das Land zu 80 Prozent ein Paket mit Investitionen von insgesamt 684.000 Euro. Stadtplaner David Sauerwald stellte der Ministerin bei einem kleinen Rundgang drei neuralgische Punkte und die Ideen dazu vor. Es gehe darum, ein Viertel, von dem in den vergangenen Jahrzehnten vor allem die Schattenseiten wahrgenommen worden seien, aufzuwerten, führte Kienzle in das Thema ein. Das Konzept der Stadt beinhalte mehr als 40 Einzelmaßnahmen, bei denen die Bürgerinnen und Bürger mitreden sollen. Sauerwald führt die Ministerin zuerst an die Bunte Brücke mit Blick auf den Überflutungsbereich der Weser. Mit der großen Grünfläche solle die Weserlandschaft erlebbar gemacht werden. Das sei ein Projekt, das für die nächsten Jahre ins Auge gefasst sei. In der Ferne ist die Eisenbahnbrücke sichtbar, die bislang von der Mindener Kreisbahn (MKB) genutzt wird. Dazu solle eine Machbarkeitsstudie klären, ob sie als Brücke für Fußgänger und Radfahrer geöffnet werden könne. „Das ist ein wichtiger Schulweg“, erläutert Sauerwald die Gründe für dieses Vorhaben. Außerdem sei daran gedacht, einen Bus-Shuttle zwischen Bahnhof und Innenstadt einzurichten, um die Distanz von immerhin einem Kilometer zu überbrücken. Zwischen dem Bahnhof und dem Gelände des Güterbahnhofs soll eine Überführung für mehr Verbindung sorgen. Sauerwald setzt den Rundgang in der Laxburg fort, obwohl die nicht im Förderbescheid dieses Jahres enthalten ist. Dies war einst Mindens modernste Siedlung mit fließendem Wasser und Gaslaternen, die zwischen 1850 und 1870 errichtet wurde, macht Sauerwald deutlich. Dort solle der Platz neu gestaltet werden und Leerstandsmanagement betrieben werden. Die Gehwege und das alte Kopfsteinpflaster seien bereits saniert worden. Für die Unterführungen zum Bahnhof gelte, dass sie besser beleuchtet werden sollen. Den Bahnhofsvorplatz bezeichnet der Stadtplaner als „sehr unstrukturiert“. Dort konkurrieren Fußgänger und Radfahrer mit dem Autoverkehr. Durch die Nähe zum geplanten Railcampus gelte es, die Nutzung des Bahnhofsgebäudes zu überdenken. Ein multimodales Verkehrskonzept soll nach seinen Angaben demnächst ausgeschrieben werden, ebenso wie ein Stadtteilbüro, das die Pläne der Stadt mit Ideen und Wünschen der Bewohner koordiniere. Das sei notwendig, weil das Quartiersmanagement außerhalb dieses Planungsgebietes liege. „Städtebauförderung ist immer ein Zukunftsversprechen“, sagte Scharrenbach. Die Laxburg nannte sie ein „baukulturell spannendes“ Viertel. Die Herausforderung sei wohl mehr der Ruf in der eigenen Stadt. „Das Mindener Projekt ist für OWL ein besonderes, weil viele Punkte auf einmal angedacht werden“, sagte Melanie Adriaans, von der Regionale 2022, die das Land NRW als regionales Strukturentwicklungsinstrument einsetzt. OWL entwickelt dazu das neue „UrbanLand“, das eine neue Stadt-Land-Beziehung herstellen will.

Ein spannendes Viertel - Land fördert Stadtentwicklungsprojekt Rechtes Weserufer mit 547.200 Euro

Stadtplaner David Sauerwald (links) und Beigeordneter Peter Kienzle (rechts) erläutern NRW Bau-Ministerin Ina Scharrenbach (2. von links) und Melanie Adriaans (Regionale 2022) die Pläne der Stadt zum Rechten Weserufer. MT-Foto: Alex Lehn © Alex Lehn

Minden. Den Wohnraum aufwerten, die Weserauen als Erlebnisraum erschließen, neue Verbindungswege zwischen Bahnhof und Innenstadt schaffen – all das sind Pläne der Stadt Minden für „Neues Leben am Kohlenufer“ zwischen Mittellandkanal, Bahnhof und Kanzlers Weide. Das Stadtentwicklungskonzept umfasst mehr als 40 Einzelmaßnahmen. Damit die weiter vorangetrieben werden können, überreichte Ina Scharrenbach (CDU), NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung, am Mittwoch einen Förderbescheid über 547.200 Euro an den Ersten Beigeordneten Peter Kienzle. Damit fördert das Land zu 80 Prozent ein Paket mit Investitionen von insgesamt 684.000 Euro.

Stadtplaner David Sauerwald stellte der Ministerin bei einem kleinen Rundgang drei neuralgische Punkte und die Ideen dazu vor. Es gehe darum, ein Viertel, von dem in den vergangenen Jahrzehnten vor allem die Schattenseiten wahrgenommen worden seien, aufzuwerten, führte Kienzle in das Thema ein. Das Konzept der Stadt beinhalte mehr als 40 Einzelmaßnahmen, bei denen die Bürgerinnen und Bürger mitreden sollen.

Sauerwald führt die Ministerin zuerst an die Bunte Brücke mit Blick auf den Überflutungsbereich der Weser. Mit der großen Grünfläche solle die Weserlandschaft erlebbar gemacht werden. Das sei ein Projekt, das für die nächsten Jahre ins Auge gefasst sei. In der Ferne ist die Eisenbahnbrücke sichtbar, die bislang von der Mindener Kreisbahn (MKB) genutzt wird. Dazu solle eine Machbarkeitsstudie klären, ob sie als Brücke für Fußgänger und Radfahrer geöffnet werden könne. „Das ist ein wichtiger Schulweg“, erläutert Sauerwald die Gründe für dieses Vorhaben. Außerdem sei daran gedacht, einen Bus-Shuttle zwischen Bahnhof und Innenstadt einzurichten, um die Distanz von immerhin einem Kilometer zu überbrücken. Zwischen dem Bahnhof und dem Gelände des Güterbahnhofs soll eine Überführung für mehr Verbindung sorgen.


Sauerwald setzt den Rundgang in der Laxburg fort, obwohl die nicht im Förderbescheid dieses Jahres enthalten ist. Dies war einst Mindens modernste Siedlung mit fließendem Wasser und Gaslaternen, die zwischen 1850 und 1870 errichtet wurde, macht Sauerwald deutlich. Dort solle der Platz neu gestaltet werden und Leerstandsmanagement betrieben werden. Die Gehwege und das alte Kopfsteinpflaster seien bereits saniert worden.

Für die Unterführungen zum Bahnhof gelte, dass sie besser beleuchtet werden sollen. Den Bahnhofsvorplatz bezeichnet der Stadtplaner als „sehr unstrukturiert“. Dort konkurrieren Fußgänger und Radfahrer mit dem Autoverkehr. Durch die Nähe zum geplanten Railcampus gelte es, die Nutzung des Bahnhofsgebäudes zu überdenken. Ein multimodales Verkehrskonzept soll nach seinen Angaben demnächst ausgeschrieben werden, ebenso wie ein Stadtteilbüro, das die Pläne der Stadt mit Ideen und Wünschen der Bewohner koordiniere. Das sei notwendig, weil das Quartiersmanagement außerhalb dieses Planungsgebietes liege.

„Städtebauförderung ist immer ein Zukunftsversprechen“, sagte Scharrenbach. Die Laxburg nannte sie ein „baukulturell spannendes“ Viertel. Die Herausforderung sei wohl mehr der Ruf in der eigenen Stadt. „Das Mindener Projekt ist für OWL ein besonderes, weil viele Punkte auf einmal angedacht werden“, sagte Melanie Adriaans, von der Regionale 2022, die das Land NRW als regionales Strukturentwicklungsinstrument einsetzt. OWL entwickelt dazu das neue „UrbanLand“, das eine neue Stadt-Land-Beziehung herstellen will.

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