Ein schützender Ring: Peter Paul Medzech gestaltet Sonnenuhr mit schwebendem Ziffernblatt Michael Grundmeier Minden. Sie ist ein Zeitmaß, noch mehr aber ein Symbol: Die von dem Künstler Peter Paul Medzech gestaltete Sonnenuhr ist ihrer Bestimmung übergeben worden. Noch lässt sich die Zeit zwar nicht vom „schwebenden“ Ziffernblatt ablesen – die Botschaft des vier Tonnen schweren Kunstwerks ist dennoch klar: „Für die Betroffenen ist es wichtig, dass sie von einem schützenden Ring der Gemeinschaft umgeben sind“, sagt die Vorsitzende des Vereins „Leben mit Demenz – Alzheimer-Gesellschaft Kreis Minden-Lübbecke“, Harriet Heier. Dieser Schutz mache positive Gefühle möglich, was wiederum helfen könne, die Krankheit ein wenig aufzuhalten. Denn: einer allein könne die Demenz nicht tragen, bezog sich die Vorsitzende auf ein afrikanisches Sprichwort. Gern erinnerte sich Heier an die „positiven Gefühle“ die der Workshop mit Peter Paul Medzech bei allen Teilnehmern (Erkrankten, Angehörigen, Begleitpersonen und Unterstützern) hervorgerufen habe. Viele Menschen gemeinsam könnten viel erreichen, ist sich Heier sicher. Das zeige auch das „Aktivitätsprogramm“ das der Verein angeboten habe. In 13 Workshops lernten die 80 Teilnehmer – Menschen mit Demenz, Angehörige, Gruppenleitungen und Unterstützer – Steine zu bearbeiten und sogar Symbole für die Jahreszeiten zu gestalten. Dabei wurden sie vom Meister angeleitet. Der Übungsstein konnte am Ende des Kurses mitgenommen werden. Zusammen hätten alle Akteure dazu beigetragen, das etwas Schönes entstanden sei, heißt es in einer Projektbeschreibung. Den „Sonnenring“ geschaffen hat der freischaffende Künstler und Bildhauermeister Peter Paul Medzech. Er habe erreichen wollen, dass der aus zwölf Steinsegmenten bestehende Ring „optisch im Raum schwebt“ so Medzech während der Zeremonie. Der fest in einem Stahlrahmen verankerte Ring scheint über den Rand hinauszuragen. Laut Medzech steht die Sonnenuhr für Zusammengehörigkeit und Verbundenheit, aber auch für Werden und Vergehen. „Da steckt ganz viel drin, über das man nachdenken kann“ erklärt der Künstler. Die Arbeit habe ihm viel Spaß gemacht, auch, weil er gerne mit anderen Menschen zusammenarbeite: „Wir haben eine Einheit gefunden, wie sie der Ring symbolisch darstellt, die Sonnenuhr symbolisiert, dass eigentlich die ganze Welt zusammenhalten sollte.“ Zwischen ihm und den Teilnehmern sei eine Symbiose entstanden. Ursprünglich sollte die Arbeit am Sonnenring übrigens schon Anfang 2020 starten. Die feierliche Enthüllung war für Oktober 2020 geplant. Dann kam der erste Lockdown. „Durch die schwierige Corona-Situation konnten längst nicht so viele Menschen in die Arbeit einbezogen werden, wir wir alle es uns gewünscht haben“, heißt es dazu in einem Flyer des Projekts. Zu Wort kam auch Manuela Döring, die gemeinsam mit ihrem Mann die Idee zu dem Projekt hatte. Juwelier Döring hatte damals einen „Minden-Ring“ neu ins Sortiment aufgenommen und wollte zehn Euro vom Verkauf für das Aktivitätsprogramm für Menschen mit Frühdemenz und ihre Familien spenden. Döring nahm die Gäste auf eine „Gedankenreise“ mit, ein Traum, wie sich Demenz auf die eigene Wahrnehmung auswirken könnte. „Sie finden sich in ihrer eigenen Wohnung nicht mehr zurecht...“ Großes Lob kam auch vom Leiter der Städtischen Friedhöfe, Alwin Pamin. Das Projekt sei eines der schönsten der vergangenen 20 Jahre gewesen. „Und die Stelle, die wir hier gefunden haben, kann nicht schöner sein, in der Nähe des grünen Klassenzimmers und des Insektenhotels.“ Das findet auch Friedhofsmeisterin Milena Goldammer, die für die Bepflanzung zuständig war. Sie habe die Pflanzen gemeinsam mit Hilfe von Betroffenen umgesetzt und vor allem warme Farben gewählt: „Man soll sich hier gerne aufhalten.“ Den Standort des „Sonnenrings“ begründete die für die Projektbegleitung zuständige Hanne Piel: „Das hier ist ein Platz des Todes, aber auch des Lebens. Wir waren uns einig, dass hier immer Leben sein wird und hier viele Menschen vorbeigehen werden. Ich wünsche ihnen, dass ihnen die Sonnenuhr genauso ans Herz wächst wie uns.“

Ein schützender Ring: Peter Paul Medzech gestaltet Sonnenuhr mit schwebendem Ziffernblatt

Sonnenuhr Nordfriedhof Medzech © Michael Grundmeier

Minden. Sie ist ein Zeitmaß, noch mehr aber ein Symbol: Die von dem Künstler Peter Paul Medzech gestaltete Sonnenuhr ist ihrer Bestimmung übergeben worden. Noch lässt sich die Zeit zwar nicht vom „schwebenden“ Ziffernblatt ablesen – die Botschaft des vier Tonnen schweren Kunstwerks ist dennoch klar: „Für die Betroffenen ist es wichtig, dass sie von einem schützenden Ring der Gemeinschaft umgeben sind“, sagt die Vorsitzende des Vereins „Leben mit Demenz – Alzheimer-Gesellschaft Kreis Minden-Lübbecke“, Harriet Heier.

Dieser Schutz mache positive Gefühle möglich, was wiederum helfen könne, die Krankheit ein wenig aufzuhalten. Denn: einer allein könne die Demenz nicht tragen, bezog sich die Vorsitzende auf ein afrikanisches Sprichwort. Gern erinnerte sich Heier an die „positiven Gefühle“ die der Workshop mit Peter Paul Medzech bei allen Teilnehmern (Erkrankten, Angehörigen, Begleitpersonen und Unterstützern) hervorgerufen habe. Viele Menschen gemeinsam könnten viel erreichen, ist sich Heier sicher. Das zeige auch das „Aktivitätsprogramm“ das der Verein angeboten habe.

In 13 Workshops lernten die 80 Teilnehmer – Menschen mit Demenz, Angehörige, Gruppenleitungen und Unterstützer – Steine zu bearbeiten und sogar Symbole für die Jahreszeiten zu gestalten. Dabei wurden sie vom Meister angeleitet. Der Übungsstein konnte am Ende des Kurses mitgenommen werden. Zusammen hätten alle Akteure dazu beigetragen, das etwas Schönes entstanden sei, heißt es in einer Projektbeschreibung.

Malina Reckordt

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Den „Sonnenring“ geschaffen hat der freischaffende Künstler und Bildhauermeister Peter Paul Medzech. Er habe erreichen wollen, dass der aus zwölf Steinsegmenten bestehende Ring „optisch im Raum schwebt“ so Medzech während der Zeremonie.

Der fest in einem Stahlrahmen verankerte Ring scheint über den Rand hinauszuragen. Laut Medzech steht die Sonnenuhr für Zusammengehörigkeit und Verbundenheit, aber auch für Werden und Vergehen. „Da steckt ganz viel drin, über das man nachdenken kann“ erklärt der Künstler.

Die Arbeit habe ihm viel Spaß gemacht, auch, weil er gerne mit anderen Menschen zusammenarbeite: „Wir haben eine Einheit gefunden, wie sie der Ring symbolisch darstellt, die Sonnenuhr symbolisiert, dass eigentlich die ganze Welt zusammenhalten sollte.“ Zwischen ihm und den Teilnehmern sei eine Symbiose entstanden.

Ursprünglich sollte die Arbeit am Sonnenring übrigens schon Anfang 2020 starten. Die feierliche Enthüllung war für Oktober 2020 geplant. Dann kam der erste Lockdown. „Durch die schwierige Corona-Situation konnten längst nicht so viele Menschen in die Arbeit einbezogen werden, wir wir alle es uns gewünscht haben“, heißt es dazu in einem Flyer des Projekts.

Zu Wort kam auch Manuela Döring, die gemeinsam mit ihrem Mann die Idee zu dem Projekt hatte. Juwelier Döring hatte damals einen „Minden-Ring“ neu ins Sortiment aufgenommen und wollte zehn Euro vom Verkauf für das Aktivitätsprogramm für Menschen mit Frühdemenz und ihre Familien spenden. Döring nahm die Gäste auf eine „Gedankenreise“ mit, ein Traum, wie sich Demenz auf die eigene Wahrnehmung auswirken könnte. „Sie finden sich in ihrer eigenen Wohnung nicht mehr zurecht...“

Großes Lob kam auch vom Leiter der Städtischen Friedhöfe, Alwin Pamin. Das Projekt sei eines der schönsten der vergangenen 20 Jahre gewesen. „Und die Stelle, die wir hier gefunden haben, kann nicht schöner sein, in der Nähe des grünen Klassenzimmers und des Insektenhotels.“

Das findet auch Friedhofsmeisterin Milena Goldammer, die für die Bepflanzung zuständig war. Sie habe die Pflanzen gemeinsam mit Hilfe von Betroffenen umgesetzt und vor allem warme Farben gewählt: „Man soll sich hier gerne aufhalten.“

Den Standort des „Sonnenrings“ begründete die für die Projektbegleitung zuständige Hanne Piel: „Das hier ist ein Platz des Todes, aber auch des Lebens. Wir waren uns einig, dass hier immer Leben sein wird und hier viele Menschen vorbeigehen werden. Ich wünsche ihnen, dass ihnen die Sonnenuhr genauso ans Herz wächst wie uns.“

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