Ein ambitionierter Rahmenplan für die Zukunft der Oberen Altstadt Monika Jäger Minden (mt). Jetzt kann es schnell gehen: Schon Ende Februar 2019 soll die „Rahmenplanung Obere Altstadt“ beschlossen sein. Mitte Januar bereits sollen dem Bauausschuss die endgültigen Pläne dafür vorliegen. Wer künftig in der Oberen Altstadt bauen und etwas entwickeln will, kann sich in diesem Plan informieren, wie das Viertel einmal werden soll. Und wenn dann Baugenehmigungen erteilt werden, können sie sich auf das Gesamtziel ausrichten. Bei so einem Rahmenplan geht es um die Zukunft des Quartiers – auch und gerade um Ideale und mögliche Ziele. Er enthält keine rechtlich bindenden Festsetzungen. Vorteil dabei: Künftig hat die Stadt ein klares Konzept, wie es mit dem Quartier insgesamt weitergehen soll. Das bedeutet aber nicht, dass alles auch so kommt. Wichtig ist erst einmal, Chancen und Möglichkeiten zu zeigen, Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln. Das Planungsbüro WoltersPartner, Experten der Stadtverwaltung und vor allem die Bürger des Viertels entwickelten gemeinsam viele Ziele und Ideen, die Stadtplanerin Bérénice Preller jetzt dem Fachausschuss noch einmal vorstellte. Denn die Politik wird sich entscheiden müssen: Jeweils drei Konzepte gibt es für die insgesamt vier Teilquartiere, und jedes bedeutet durchaus einschneidende Veränderungen. Längst nicht alle sind einfach umzusetzen. Zum Beispiel die Hahler Straße. Diese soll verkehrsberuhigt werden, ein Quartiersplatz und ein Biergarten könnten entstehen und vor allem soll ein schmaler Weg auf das Areal des benachbarten ehemaligen Gefängnisses führen. Wer den Biergarten betreibt oder ob das Gelände für den Quartiersplatz zur Verfügung stehen wird – das gehört zu den Fragen für die Zukunft. Ob und wo ein Weg auf das Gelände des denkmalgeschützten Alten Gefängnisses führen wird, hängt auch vom Konzept für dieses Teilgebiet ab. Hier die Zugänge zu verbessern, ist eines der Anliegen der Planer. Der Hof könnte künftig gemeinschaftlich genutzt werden. Soll es lieber ein Studentenwohnheim mit Bolzplatz werden? Oder ein Quartierstreff mit Café und Gemeinschaftsgarten? Die Verwaltung favorisiert ein Zentrum für Kultur, Kunst und Theater, mit Café und kleinem Park. Allerdings gehört die Anlage aus altem Gefängnis und ehemaligem Amtsgericht dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, der nach eigener Aussage beides nur zusammen vermarkten will. Während sich schon mehrere Interessenten gemeldet haben, die den hinteren Teil des Gebäudeensembles gerne umgestalten würden, fehlen noch stimmige Konzepte für beide Häuser. In jedem Fall sollte die hohe Mauer rundum auch in Richtung Rampenloch geöffnet werden. Frage hier: Wie viele Häuser sollten in der ehemaligen Bordellstraße stehen bleiben? Nur das ganz hinten, das unter Denkmalschutz steht? Kleinteilige Wohnbebauung mit viel Grün und Hinterhöfen ist hier das Ziel. Auch die Parkplätze am Königswall sollten für Wohnen und kleine Läden weichen, und die Mindener Stadtplaner empfehlen unter anderem auch einen kleinen gestalteten Platz an der Ecke Rampenloch/Königswall. Hier sollen sich Familien und Menschen jeden Alters wohlfühlen, einander treffen und gemeinsam ihr Viertel mit Leben füllen. Und da die Stadt hier am Rampenloch Grundstücke gekauft hat, kann sie an dieser Stelle auch recht schnell mit der Entwicklung anfangen. Die entsprechenden weiteren Schritte sollen kurzfristig folgen. Autos verschwinden in einer Tiefgarage und einem Quartiersparkhaus. Das jedenfalls könnte Wirklichkeit werden, wenn das Hagemeyer-Parkhaus an der Greisenbruchstraße umgebaut würde. Das ehemalige Haus Döpner an der Ecke, das unter Denkmalschutz steht, ist im Plan mit „Café/Bistro/Kunst“ gekennzeichnet, und auch um dieses herum wäre ein kleiner Platz denkbar. Hier können sich die Bewohner entspannen, die in neuen Wohnungen auf dem Parkhaus leben.?Kommentar

Ein ambitionierter Rahmenplan für die Zukunft der Oberen Altstadt

Minden (mt). Jetzt kann es schnell gehen: Schon Ende Februar 2019 soll die „Rahmenplanung Obere Altstadt“ beschlossen sein. Mitte Januar bereits sollen dem Bauausschuss die endgültigen Pläne dafür vorliegen.

Wer künftig in der Oberen Altstadt bauen und etwas entwickeln will, kann sich in diesem Plan informieren, wie das Viertel einmal werden soll. Und wenn dann Baugenehmigungen erteilt werden, können sie sich auf das Gesamtziel ausrichten.

Bei so einem Rahmenplan geht es um die Zukunft des Quartiers – auch und gerade um Ideale und mögliche Ziele. Er enthält keine rechtlich bindenden Festsetzungen. Vorteil dabei: Künftig hat die Stadt ein klares Konzept, wie es mit dem Quartier insgesamt weitergehen soll. Das bedeutet aber nicht, dass alles auch so kommt. Wichtig ist erst einmal, Chancen und Möglichkeiten zu zeigen, Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln.

Das Planungsbüro WoltersPartner, Experten der Stadtverwaltung und vor allem die Bürger des Viertels entwickelten gemeinsam viele Ziele und Ideen, die Stadtplanerin Bérénice Preller jetzt dem Fachausschuss noch einmal vorstellte. Denn die Politik wird sich entscheiden müssen: Jeweils drei Konzepte gibt es für die insgesamt vier Teilquartiere, und jedes bedeutet durchaus einschneidende Veränderungen. Längst nicht alle sind einfach umzusetzen.

Zum Beispiel die Hahler Straße. Diese soll verkehrsberuhigt werden, ein Quartiersplatz und ein Biergarten könnten entstehen und vor allem soll ein schmaler Weg auf das Areal des benachbarten ehemaligen Gefängnisses führen. Wer den Biergarten betreibt oder ob das Gelände für den Quartiersplatz zur Verfügung stehen wird – das gehört zu den Fragen für die Zukunft.

Ob und wo ein Weg auf das Gelände des denkmalgeschützten Alten Gefängnisses führen wird, hängt auch vom Konzept für dieses Teilgebiet ab. Hier die Zugänge zu verbessern, ist eines der Anliegen der Planer. Der Hof könnte künftig gemeinschaftlich genutzt werden. Soll es lieber ein Studentenwohnheim mit Bolzplatz werden? Oder ein Quartierstreff mit Café und Gemeinschaftsgarten? Die Verwaltung favorisiert ein Zentrum für Kultur, Kunst und Theater, mit Café und kleinem Park.

Allerdings gehört die Anlage aus altem Gefängnis und ehemaligem Amtsgericht dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, der nach eigener Aussage beides nur zusammen vermarkten will. Während sich schon mehrere Interessenten gemeldet haben, die den hinteren Teil des Gebäudeensembles gerne umgestalten würden, fehlen noch stimmige Konzepte für beide Häuser.

In jedem Fall sollte die hohe Mauer rundum auch in Richtung Rampenloch geöffnet werden. Frage hier: Wie viele Häuser sollten in der ehemaligen Bordellstraße stehen bleiben? Nur das ganz hinten, das unter Denkmalschutz steht? Kleinteilige Wohnbebauung mit viel Grün und Hinterhöfen ist hier das Ziel. Auch die Parkplätze am Königswall sollten für Wohnen und kleine Läden weichen, und die Mindener Stadtplaner empfehlen unter anderem auch einen kleinen gestalteten Platz an der Ecke Rampenloch/Königswall.

Hier sollen sich Familien und Menschen jeden Alters wohlfühlen, einander treffen und gemeinsam ihr Viertel mit Leben füllen. Und da die Stadt hier am Rampenloch Grundstücke gekauft hat, kann sie an dieser Stelle auch recht schnell mit der Entwicklung anfangen. Die entsprechenden weiteren Schritte sollen kurzfristig folgen.

Autos verschwinden in einer Tiefgarage und einem Quartiersparkhaus. Das jedenfalls könnte Wirklichkeit werden, wenn das Hagemeyer-Parkhaus an der Greisenbruchstraße umgebaut würde. Das ehemalige Haus Döpner an der Ecke, das unter Denkmalschutz steht, ist im Plan mit „Café/Bistro/Kunst“ gekennzeichnet, und auch um dieses herum wäre ein kleiner Platz denkbar. Hier können sich die Bewohner entspannen, die in neuen Wohnungen auf dem Parkhaus leben.?Kommentar

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