„Ein Unding, was hier passiert“: Bekannter DJ aus Minden kämpft gegen Müll am Dankerser Sportplatz Patrick Schwemling Minden. Eigentlich hatte sich Frank Timmermann auf diesen Samstag vor knapp vier Wochen gefreut. Nach einer gesundheitlichen Zwangspause konnte der passionierte Läufer endlich sein neues Paar Laufschuhe einweihen. Der Dankerser dreht seine Runden regelmäßig auf dem Sportplatz an der Olafstraße, auch diesmal war das sein Plan. „Und dann kommt man dort an und sieht Müll ohne Ende", erinnert sich der 40-Jährige Wochen später noch genau an den Anblick, der ihn dazu veranlasst hat, seinen Unmut über das soziale Netzwerk Facebook breit zu machen: „Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen könnte." Im MT-Gespräch auf dem Sportplatz relativiert Timmermann, der in der Region vor allem als DJ sehr bekannt ist und viele Menschen in den sozialen Netzwerken erreicht, seine Wortwahl. „Da bin ich aus der Emotion heraus etwas über das Ziel hinausgeschossen. Dennoch ist es für mich weiterhin ein absolutes Unding, wie es hier aussieht und was hier passiert", redet sich der Dankerser in Rage. Auch an diesem Tag liegt Müll auf der Laufbahn und vor allem in den angrenzenden Büschen. In Wochen zuvor hat der 40-Jährige die Situation genau beobachtet und festgestellt, dass oftmals nach Fußballspielen Hinterlassenschaften wie leere Plastikflaschen oder Zigarettenkippen zu finden seien. „Manchmal werden auch einfach Stühle und Bänke auf der Laufbahn stehen gelassen", sagt Timmermann, der nach seinem emotionalen Aufruf den Worten auch Taten sprechen ließ: Er reinigte am 1. November den Platz in Eigenregie. „Ich hatte eigentlich gehofft, dass mögliche Verursacher meinen Beitrag sehen und helfen. Das war nicht der Fall, aber ein Anwohner ist kurzerhand dazugekommen", sagt der Dankerser. Dabei sei fast eine ganze Mülltonne an Abfall zusammengekommen. In der Hoffnung, dass es sauber bleiben würde, brach er kurz darauf wieder zum Sportplatz auf – und traute seinen Augen kaum. „Drei, vier Tage war der Platz offensichtlich richtig sauber. Danach sah es genauso aus wie vor der Aufräumaktion. Ich dachte ich habe mich in der Woche vertan", so Timmermann. Mindener "Hot Spots" werden regelmäßig kontrolliert Wie Katharina Heß, Pressesprecherin der Stadt Minden mitteilt, sind für die Müllbeseitigung auf öffentlichen Wegen, Plätzen und Straßen, Parks und Spielplätzen die Städtischen Betriebe Minden (SBM) zuständig, soweit es sich um städtische Flächen handelt. Dies ist bei dem Sportplatz in Dankersen der Fall. Die Mindener „Hots Spots", wie Heß sie nennt, werden von den Mitarbeitern der Straßenreinigung regelmäßig angefahren und kontrolliert, um zu verhindern, dass sich die Müllberge ansammeln und wachsen. „Das kann für mich aber nicht die Lösung des Problems sein", sagt Timmermann zu den Problemen in Dankersen und fordert viel mehr, dass man mit den Verursachern ins Gespräch kommt, aufklärt und dafür sorgt, dass das Gelände nachhaltig sauber bleibt. „Wir leben in einer Solidargemeinschaft und das man sich an solche Regeln hält, erwarte ich von jedem Einzelnen." Da die Verursacher meist nicht direkt ermittelt werden können, gestaltet sich das allerdings schwierig, wie das Beispiel von illegalen Müllablagerungen zeigt: So beträgt der Anteil der erstatteten Anzeigen im Verhältnis zum Gesamtaufkommen der illegalen Müllablagerungen in Minden nur einen kleinen Bruchteil, wie Heß mitteilt. Die Höhe der Strafe käme dann immer auf den Einzelfall an. „Nach dem Gesetz über Ordnungswidrigkeiten kann die Geldbuße bis zu eintausend Euro betragen. Nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz kann eine Geldbuße bis zu hunderttausend Euro geahndet werden", erklärt die Pressesprecherin. „Illegale Müllablagerungen auf öffentliche Fläche werden unverzüglich bearbeitet und sind in der Regel innerhalb weniger Tage entfernt", so Heß. Saisonbedingt komme es jedoch vor, dass die Personalkapazitäten anderweitig gebunden sind, wie beispielsweise aktuell zur Laubzeit, so dass die Entfernung illegalen Mülls sich etwas verzögern kann. Das sei allerdings eher die Ausnahme. Dabei können auch die Bürgerinnen und Bürger helfen, indem sie die Stadt auf unterschiedlichsten Wegen (siehe Infobox) auf Müllansammlungen aufmerksam macht. Timmermann hofft indes, dass all diese Angebote nicht unbedingt häufig genutzt werden müssen. „Wir sprechen von Klimastreiks, veganer Ernährung und so vielem mehr, um unseren Planeten zu schützen. Aber es fängt doch gerade bei der Umweltverschmutzung an. Ich kann nicht verstehen, warum man sich nicht an gewisse Spielregeln halten kann", sagt der Dankerser und kündigt an auch weiterhin die Situation rund um den Sportplatz zu beobachten. „Ich werde weiterhin für die Sauberkeit des Platzes kämpfen, denn ich akzeptiere nicht in einer Müllhalde zu joggen, nur weil einige Teilnehmer der Gesellschaft meinen, sie könnten wüten wie sie wollten", erklärte der Berufs-DJ zuletzt in einem Beitrag auf seinem Facebook-Profil und fügte an: „Alles, was ich möchte, sind Rücksicht und Umsicht."

„Ein Unding, was hier passiert“: Bekannter DJ aus Minden kämpft gegen Müll am Dankerser Sportplatz

Frank Timmermann wohnt nur einen Steinwurf vom dem Sportplatz in Dankersen entfernt und geht dort regelmäßig laufen. Dabei ist ihm aufgefallen, dass dauernd Müll auf dem Gelände herumfliegt. MT-Foto: © Patrick Schwemling

Minden. Eigentlich hatte sich Frank Timmermann auf diesen Samstag vor knapp vier Wochen gefreut. Nach einer gesundheitlichen Zwangspause konnte der passionierte Läufer endlich sein neues Paar Laufschuhe einweihen. Der Dankerser dreht seine Runden regelmäßig auf dem Sportplatz an der Olafstraße, auch diesmal war das sein Plan. „Und dann kommt man dort an und sieht Müll ohne Ende", erinnert sich der 40-Jährige Wochen später noch genau an den Anblick, der ihn dazu veranlasst hat, seinen Unmut über das soziale Netzwerk Facebook breit zu machen: „Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen könnte."

Im MT-Gespräch auf dem Sportplatz relativiert Timmermann, der in der Region vor allem als DJ sehr bekannt ist und viele Menschen in den sozialen Netzwerken erreicht, seine Wortwahl. „Da bin ich aus der Emotion heraus etwas über das Ziel hinausgeschossen. Dennoch ist es für mich weiterhin ein absolutes Unding, wie es hier aussieht und was hier passiert", redet sich der Dankerser in Rage. Auch an diesem Tag liegt Müll auf der Laufbahn und vor allem in den angrenzenden Büschen.

In den Büschen rund um das Gelände liegt meist mehr Müll als in den Abfalleimern. Foto: - © Patrick Schwemling
In den Büschen rund um das Gelände liegt meist mehr Müll als in den Abfalleimern. Foto: - © Patrick Schwemling
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In Wochen zuvor hat der 40-Jährige die Situation genau beobachtet und festgestellt, dass oftmals nach Fußballspielen Hinterlassenschaften wie leere Plastikflaschen oder Zigarettenkippen zu finden seien. „Manchmal werden auch einfach Stühle und Bänke auf der Laufbahn stehen gelassen", sagt Timmermann, der nach seinem emotionalen Aufruf den Worten auch Taten sprechen ließ: Er reinigte am 1. November den Platz in Eigenregie.

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„Ich hatte eigentlich gehofft, dass mögliche Verursacher meinen Beitrag sehen und helfen. Das war nicht der Fall, aber ein Anwohner ist kurzerhand dazugekommen", sagt der Dankerser. Dabei sei fast eine ganze Mülltonne an Abfall zusammengekommen. In der Hoffnung, dass es sauber bleiben würde, brach er kurz darauf wieder zum Sportplatz auf – und traute seinen Augen kaum. „Drei, vier Tage war der Platz offensichtlich richtig sauber. Danach sah es genauso aus wie vor der Aufräumaktion. Ich dachte ich habe mich in der Woche vertan", so Timmermann.

Mindener "Hot Spots" werden regelmäßig kontrolliert

Wie Katharina Heß, Pressesprecherin der Stadt Minden mitteilt, sind für die Müllbeseitigung auf öffentlichen Wegen, Plätzen und Straßen, Parks und Spielplätzen die Städtischen Betriebe Minden (SBM) zuständig, soweit es sich um städtische Flächen handelt. Dies ist bei dem Sportplatz in Dankersen der Fall. Die Mindener „Hots Spots", wie Heß sie nennt, werden von den Mitarbeitern der Straßenreinigung regelmäßig angefahren und kontrolliert, um zu verhindern, dass sich die Müllberge ansammeln und wachsen.

„Das kann für mich aber nicht die Lösung des Problems sein", sagt Timmermann zu den Problemen in Dankersen und fordert viel mehr, dass man mit den Verursachern ins Gespräch kommt, aufklärt und dafür sorgt, dass das Gelände nachhaltig sauber bleibt. „Wir leben in einer Solidargemeinschaft und das man sich an solche Regeln hält, erwarte ich von jedem Einzelnen."

Auf dem Gelände steht auch ein Altglas-Container. Oft werden dort kaputte Flaschen nicht richtig entsorgt. Foto: - © pr
Auf dem Gelände steht auch ein Altglas-Container. Oft werden dort kaputte Flaschen nicht richtig entsorgt. Foto: - © pr

Da die Verursacher meist nicht direkt ermittelt werden können, gestaltet sich das allerdings schwierig, wie das Beispiel von illegalen Müllablagerungen zeigt: So beträgt der Anteil der erstatteten Anzeigen im Verhältnis zum Gesamtaufkommen der illegalen Müllablagerungen in Minden nur einen kleinen Bruchteil, wie Heß mitteilt. Die Höhe der Strafe käme dann immer auf den Einzelfall an. „Nach dem Gesetz über Ordnungswidrigkeiten kann die Geldbuße bis zu eintausend Euro betragen. Nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz kann eine Geldbuße bis zu hunderttausend Euro geahndet werden", erklärt die Pressesprecherin.

„Illegale Müllablagerungen auf öffentliche Fläche werden unverzüglich bearbeitet und sind in der Regel innerhalb weniger Tage entfernt", so Heß. Saisonbedingt komme es jedoch vor, dass die Personalkapazitäten anderweitig gebunden sind, wie beispielsweise aktuell zur Laubzeit, so dass die Entfernung illegalen Mülls sich etwas verzögern kann. Das sei allerdings eher die Ausnahme. Dabei können auch die Bürgerinnen und Bürger helfen, indem sie die Stadt auf unterschiedlichsten Wegen (siehe Infobox) auf Müllansammlungen aufmerksam macht.

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Timmermann hofft indes, dass all diese Angebote nicht unbedingt häufig genutzt werden müssen. „Wir sprechen von Klimastreiks, veganer Ernährung und so vielem mehr, um unseren Planeten zu schützen. Aber es fängt doch gerade bei der Umweltverschmutzung an. Ich kann nicht verstehen, warum man sich nicht an gewisse Spielregeln halten kann", sagt der Dankerser und kündigt an auch weiterhin die Situation rund um den Sportplatz zu beobachten.

„Ich werde weiterhin für die Sauberkeit des Platzes kämpfen, denn ich akzeptiere nicht in einer Müllhalde zu joggen, nur weil einige Teilnehmer der Gesellschaft meinen, sie könnten wüten wie sie wollten", erklärte der Berufs-DJ zuletzt in einem Beitrag auf seinem Facebook-Profil und fügte an: „Alles, was ich möchte, sind Rücksicht und Umsicht."

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