Ein Paradies für Sternengucker: Käufer für die ehemalige Windmühle Bölhorst gesucht Anja Peper Minden. Das Beste kommt zum Schluss. „Jetzt wird’s richtig gut“, sagt Frank Baumann und steigt die letzte der drei Treppen hinauf. Und tatsächlich: nicht zu viel versprochen. Vom höchsten Punkt in Bölhorst aus hat man einen 360-Grad-Blick. An diesem sonnigen Tag zeichnet sich die scharf umrissene Silhouette des Kaiser-Wilhelm-Denkmals klar gegen den blauen Himmel ab. Auch der Blick ins Land lohnt sich. Vermutlich kann es hier oben sehr romantisch werden, wenn die Sterne zu sehen sind: Ein Teleskop steht neben der halbrunden cremeweißen Couchgarnitur. Ein Ort für Sternengucker. Wer das zum ersten Mal sieht, kann dem Impuls kaum widerstehen, sich ein paar Mal um die eigene Achse zu drehen. Frank Baumann kennt das schon. Er ist Makler bei der Firma Buller Immobilien in Bad Oeynhausen und wird in der nächsten Zeit die Interessenten durch die ehemalige Windmühle Bölhorst führen. Der Bau stammt aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Der Bungalow wurde zu Beginn der 60er Jahre angebaut. Dort befinden sich Küche, Badezimmer und Co. In der ehemaligen Mühle selbst sind bisher das Empfangs- und Esszimmer (Erdgeschoss), zwei Schlafzimmer (erste und zweite Etage) sowie ganz oben die Aussichtsplattform mit zwölf Fenstern. Die bisherigen Eigentümer hatten offenbar ein Faible für antike Dinge. Möbel aus Massivholz, Bettwäsche aus Gobelinstoff mit kunstvoll eingewirkten Bildern. Schwere Truhen mit Schnitzereien, ein altes Spinnrad, klassische Ausgaben der Werke von Schiller und Shakespeare. Die Atmosphäre hat etwas von einem Museum. Nach dem Verkauf entscheidet sich, was mit den Möbeln passieren soll. Frank Baumann bringt jahrzehntelange Berufserfahrung mit und kann sich verschiedene Varianten für die Zukunft der Windmühle Bölhorst vorstellen: Entweder als Privatwohnung wie bisher – inzwischen sind im Mühlenkreis schon fünf ehemalige Mühlen bewohnt. Die anderen werden meist von Mühlenvereinen unterhalten. Oder auch als Ferien-Immobilie. Radfahrer könnten hier einen Zwischenstopp einlegen und übernachten. Urlaub in Deutschland ist seit dem Corona-Sommer 2020 durchaus wieder angesagt. Auch ungewöhnliche Orte zum Übernachten liegen im Trend. Mühlen sind mit ihrer Tradition und Geschichte außergewöhnliche Unterkünfte. Auch die bekannte Unternehmensgruppe Jochen Schweizer (Erlebnisgutscheine) bietet bereits Kurzurlaub in Windmühlen an. Hier auf der Bölhorst begeistert natürlich besonders die beeindruckende Aussicht – auf die Porta Westfalica, auf die Weserauen, auf Minden, auf die norddeutsche Tiefebene. Mühle und Bungalow sollen zusammen 750.000 Euro kosten. Weil es viel zu sehen gibt, plant Frank Baumann drei Stunden ein für den Rundgang mit Interessenten. Die können gerne auch am Wochenende kommen. Allerdings wird grundsätzlich ein Bonitätsnachweis verlangt, mit dem die potenziellen Käufer ihre Zahlungsfähigkeit untermauern. So sollen auch so genannte Immobilientouristen ferngehalten werden, die gar kein echtes Interesse am Kauf haben, sondern nur neugierig sind. Die künftigen Eigentümer haben hier acht Zimmer zur Verfügung und 375 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche. Das Areal umfasst eine Fläche von etwa 2014 Quadratmetern. Die Ölzentralheizung stammt aus dem Jahr 1990.

Ein Paradies für Sternengucker: Käufer für die ehemalige Windmühle Bölhorst gesucht

Minden. Das Beste kommt zum Schluss. „Jetzt wird’s richtig gut“, sagt Frank Baumann und steigt die letzte der drei Treppen hinauf. Und tatsächlich: nicht zu viel versprochen. Vom höchsten Punkt in Bölhorst aus hat man einen 360-Grad-Blick. An diesem sonnigen Tag zeichnet sich die scharf umrissene Silhouette des Kaiser-Wilhelm-Denkmals klar gegen den blauen Himmel ab. Auch der Blick ins Land lohnt sich. Vermutlich kann es hier oben sehr romantisch werden, wenn die Sterne zu sehen sind: Ein Teleskop steht neben der halbrunden cremeweißen Couchgarnitur. Ein Ort für Sternengucker. Wer das zum ersten Mal sieht, kann dem Impuls kaum widerstehen, sich ein paar Mal um die eigene Achse zu drehen.

Blick ins Land: Sobald die Bäume zurückgeschnitten sind, hat man vom höchsten Punkt in Bölhorst allerbeste Aussicht. MT-Fotos: Alex Lehn - © Alex Lehn
Blick ins Land: Sobald die Bäume zurückgeschnitten sind, hat man vom höchsten Punkt in Bölhorst allerbeste Aussicht. MT-Fotos: Alex Lehn - © Alex Lehn

Frank Baumann kennt das schon. Er ist Makler bei der Firma Buller Immobilien in Bad Oeynhausen und wird in der nächsten Zeit die Interessenten durch die ehemalige Windmühle Bölhorst führen. Der Bau stammt aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Der Bungalow wurde zu Beginn der 60er Jahre angebaut. Dort befinden sich Küche, Badezimmer und Co. In der ehemaligen Mühle selbst sind bisher das Empfangs- und Esszimmer (Erdgeschoss), zwei Schlafzimmer (erste und zweite Etage) sowie ganz oben die Aussichtsplattform mit zwölf Fenstern. Die bisherigen Eigentümer hatten offenbar ein Faible für antike Dinge. Möbel aus Massivholz, Bettwäsche aus Gobelinstoff mit kunstvoll eingewirkten Bildern. Schwere Truhen mit Schnitzereien, ein altes Spinnrad, klassische Ausgaben der Werke von Schiller und Shakespeare. Die Atmosphäre hat etwas von einem Museum. Nach dem Verkauf entscheidet sich, was mit den Möbeln passieren soll.

Frank Baumann bringt jahrzehntelange Berufserfahrung mit und kann sich verschiedene Varianten für die Zukunft der Windmühle Bölhorst vorstellen: Entweder als Privatwohnung wie bisher – inzwischen sind im Mühlenkreis schon fünf ehemalige Mühlen bewohnt. Die anderen werden meist von Mühlenvereinen unterhalten. Oder auch als Ferien-Immobilie. Radfahrer könnten hier einen Zwischenstopp einlegen und übernachten. Urlaub in Deutschland ist seit dem Corona-Sommer 2020 durchaus wieder angesagt. Auch ungewöhnliche Orte zum Übernachten liegen im Trend. Mühlen sind mit ihrer Tradition und Geschichte außergewöhnliche Unterkünfte. Auch die bekannte Unternehmensgruppe Jochen Schweizer (Erlebnisgutscheine) bietet bereits Kurzurlaub in Windmühlen an. Hier auf der Bölhorst begeistert natürlich besonders die beeindruckende Aussicht – auf die Porta Westfalica, auf die Weserauen, auf Minden, auf die norddeutsche Tiefebene. Mühle und Bungalow sollen zusammen 750.000 Euro kosten.


Weil es viel zu sehen gibt, plant Frank Baumann drei Stunden ein für den Rundgang mit Interessenten. Die können gerne auch am Wochenende kommen. Allerdings wird grundsätzlich ein Bonitätsnachweis verlangt, mit dem die potenziellen Käufer ihre Zahlungsfähigkeit untermauern. So sollen auch so genannte Immobilientouristen ferngehalten werden, die gar kein echtes Interesse am Kauf haben, sondern nur neugierig sind.

Das Refugium mit Couchgarnitur: Garant für ein paar gemütliche Stunden. - © Alex Lehn
Das Refugium mit Couchgarnitur: Garant für ein paar gemütliche Stunden. - © Alex Lehn

Die künftigen Eigentümer haben hier acht Zimmer zur Verfügung und 375 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche. Das Areal umfasst eine Fläche von etwa 2014 Quadratmetern. Die Ölzentralheizung stammt aus dem Jahr 1990.

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