Ein Herz für Igel: Mindenerin päppelt verletzte Tiere wieder auf Leonie Meyer Minden. Gefahren für Igel lauern überall. Eine von ihnen ist besonders groß: der Mäherroboter. Das Gerät wird angeschaltet und bei seiner Gartenarbeit meist aus den Augen gelassen. Schließlich wurde der elektrische Helfer genau dafür erfunden. Für die Igel kann er allerdings den Tod bedeuten. Eine Mindenerin hat es sich zur Aufgabe gemacht, die verletzen Vierbeiner aufzunehmen und wieder aufzupäppeln. Sie behandelt auch andere Verletzungen. „Durch Corona habe ich viel mehr Zeit im Garten verbracht", sagt Kerstin Pehlke. Dabei sei ihr ein Igel aufgefallen, der hilfebedürftig erschien. „Ich habe begonnen ihn zu füttern, allerdings bekam er grünen Durchfall. Ich habe dann bei der Igelhilfe in Herford angerufen", erklärt die Tierliebhaberin. Dort wurde der Igel untersucht, Kapazität für eine Pflegestelle gab es aufgrund von Überfüllung nicht mehr. Pehlke nahm ihn daraufhin mit und bekam telefonische Unterstützung von der Igelhilfe. „Sie waren sehr freundlich und haben ihr Fachwissen weitergegeben, so dass ich selbst den Igel verpflegen konnte," berichtet die Mindenerin. Kurze Zeit darauf fand Pehlke den nächsten Igel und nahm ihn in ihre Obhut. Binnen kürzester Zeit wurde die 40-Jährige zur Igelexpertin. Zusätzlich zu den Tipps der Igelhilfe beschäftigte sie sich auch mit Fachliteratur. Die Mindenerin blieb jedoch nicht die Einzige, die einen Igel fand. „Meine Nachbarin stand eines Tages vor meiner Tür und meinte, dass sie ein Igelbaby gefunden hat." Auf eine erneute Nachfrage in Herford bekam Pehlke allerdings dieselbe Antwort wie zuvor. Und es blieb nicht bei den wenigen Igelfunden: Schon kurz darauf ist Kerstin Pehlke die Pflegerin von acht Igelbabys. Mittlerweile ist sie eine Anlaufstelle für den Mühlenkreis. Da sich Pehlke auch in Zukunft um die Igel kümmern will, quartierte sie die Tiere erst im Arbeitszimmer ein. In diesem Jahr musste dann das Gästezimmer weichen, worin sich nun ein Behandlungszimmer für Igel befindet. Für den jährlichen Winterschlaf hat die Pflegerin mehrere Gehege mit jeweils einem Schlafhaus im Garten. Dort könne sie die kleinen Patienten auch im Auge behalten und schauen, ob es ihnen gut geht. Falls nicht, werden die Vierbeiner mit ins Haus genommen. Die Melitta-Mitarbeiterin ist während der Pandemie ans Home-Office gebunden. Dieser Wechsel kam ihr bei ihrer neuen Aufgabe sehr gelegen. „Die zeitintensivste Aufgabe als Igel-Mama im Alltag ist das Putzen," sagt die 40-Jährige. Nach ihrem regulären Feierabend werde also sauber gemacht und die Igel würden medizinisch versorgt. „Sie sind auf meine Hilfe angewiesen." Die leidenschaftliche Igelpflegerin ist sich sicher, dass die Zahl der hilfebedürftigen Tiere weiterhin steigt. „Das liegt daran, dass wir einen generellen Rückgang an Insekten beobachten, deshalb essen die Igel mehr Regenwürmer oder Schnecken mit Parasiten", erklärt sie und fügt an: „Ein gesunder Igel isst jedoch Käfer, die stärken nämlich das Immunsystem. Somit sind also viele Körper schon automatisch geschwächt." Die häufigsten Ursachen, durch die Igel Leid erfahren würden, seien unter anderem die Gartenarbeit mit entsprechenden Geräten, aber auch Vergiftungen durch Rattengift, Dünger oder Schneckenhorn. Auch der Straßenverkehr ist eine Gefahrenquelle. Besonders häufig würden äußere Verletzungen durch Mähroboter verursacht. „Ein Rasenmäherroboter bahnt sich leise an. Ein Igel rollt sich instinktiv zu einer Kugel zusammen und reagiert für mehrere Minuten nicht mehr. Die Tiere flüchten dann mit Wunden und sterben oft einen qualvollen Tod in ihrem Versteck", bedauert Pehlke. Die Arbeit gehe ihr sehr nah. „Aber ich liebe die Tiere und möchte ihnen auch in Zukunft helfen."

Ein Herz für Igel: Mindenerin päppelt verletzte Tiere wieder auf

Igel Lotta bekmmt ihre Medizin. Foto: © Kerstin Pehlke

Minden. Gefahren für Igel lauern überall. Eine von ihnen ist besonders groß: der Mäherroboter. Das Gerät wird angeschaltet und bei seiner Gartenarbeit meist aus den Augen gelassen. Schließlich wurde der elektrische Helfer genau dafür erfunden. Für die Igel kann er allerdings den Tod bedeuten. Eine Mindenerin hat es sich zur Aufgabe gemacht, die verletzen Vierbeiner aufzunehmen und wieder aufzupäppeln. Sie behandelt auch andere Verletzungen.

„Durch Corona habe ich viel mehr Zeit im Garten verbracht", sagt Kerstin Pehlke. Dabei sei ihr ein Igel aufgefallen, der hilfebedürftig erschien. „Ich habe begonnen ihn zu füttern, allerdings bekam er grünen Durchfall. Ich habe dann bei der Igelhilfe in Herford angerufen", erklärt die Tierliebhaberin. Dort wurde der Igel untersucht, Kapazität für eine Pflegestelle gab es aufgrund von Überfüllung nicht mehr. Pehlke nahm ihn daraufhin mit und bekam telefonische Unterstützung von der Igelhilfe. „Sie waren sehr freundlich und haben ihr Fachwissen weitergegeben, so dass ich selbst den Igel verpflegen konnte," berichtet die Mindenerin.

Kurze Zeit darauf fand Pehlke den nächsten Igel und nahm ihn in ihre Obhut. Binnen kürzester Zeit wurde die 40-Jährige zur Igelexpertin. Zusätzlich zu den Tipps der Igelhilfe beschäftigte sie sich auch mit Fachliteratur. Die Mindenerin blieb jedoch nicht die Einzige, die einen Igel fand. „Meine Nachbarin stand eines Tages vor meiner Tür und meinte, dass sie ein Igelbaby gefunden hat." Auf eine erneute Nachfrage in Herford bekam Pehlke allerdings dieselbe Antwort wie zuvor. Und es blieb nicht bei den wenigen Igelfunden: Schon kurz darauf ist Kerstin Pehlke die Pflegerin von acht Igelbabys. Mittlerweile ist sie eine Anlaufstelle für den Mühlenkreis.


Da sich Pehlke auch in Zukunft um die Igel kümmern will, quartierte sie die Tiere erst im Arbeitszimmer ein. In diesem Jahr musste dann das Gästezimmer weichen, worin sich nun ein Behandlungszimmer für Igel befindet. Für den jährlichen Winterschlaf hat die Pflegerin mehrere Gehege mit jeweils einem Schlafhaus im Garten. Dort könne sie die kleinen Patienten auch im Auge behalten und schauen, ob es ihnen gut geht. Falls nicht, werden die Vierbeiner mit ins Haus genommen.

Die Melitta-Mitarbeiterin ist während der Pandemie ans Home-Office gebunden. Dieser Wechsel kam ihr bei ihrer neuen Aufgabe sehr gelegen. „Die zeitintensivste Aufgabe als Igel-Mama im Alltag ist das Putzen," sagt die 40-Jährige. Nach ihrem regulären Feierabend werde also sauber gemacht und die Igel würden medizinisch versorgt. „Sie sind auf meine Hilfe angewiesen."

Die leidenschaftliche Igelpflegerin ist sich sicher, dass die Zahl der hilfebedürftigen Tiere weiterhin steigt. „Das liegt daran, dass wir einen generellen Rückgang an Insekten beobachten, deshalb essen die Igel mehr Regenwürmer oder Schnecken mit Parasiten", erklärt sie und fügt an: „Ein gesunder Igel isst jedoch Käfer, die stärken nämlich das Immunsystem. Somit sind also viele Körper schon automatisch geschwächt."

Die häufigsten Ursachen, durch die Igel Leid erfahren würden, seien unter anderem die Gartenarbeit mit entsprechenden Geräten, aber auch Vergiftungen durch Rattengift, Dünger oder Schneckenhorn. Auch der Straßenverkehr ist eine Gefahrenquelle. Besonders häufig würden äußere Verletzungen durch Mähroboter verursacht. „Ein Rasenmäherroboter bahnt sich leise an. Ein Igel rollt sich instinktiv zu einer Kugel zusammen und reagiert für mehrere Minuten nicht mehr. Die Tiere flüchten dann mit Wunden und sterben oft einen qualvollen Tod in ihrem Versteck", bedauert Pehlke. Die Arbeit gehe ihr sehr nah. „Aber ich liebe die Tiere und möchte ihnen auch in Zukunft helfen."

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