„Ein Glücksfall“: Maria Stocka gibt seit 25 Jahren Gesangskurse bei der VHS Kerstin Rickert Minden (kr). Neun Frauen und Männer stehen auf der Bühne des Jazz Clubs. Sie wirken spürbar aufgeregt, doch das ändert sich schnell, als die Band die ersten Töne anschlägt. „Ich weiß, was ich will“, der 40 Jahre alte Song von Udo Jürgens, ist exzellent gewählt, um den Amateursängern das Lampenfieber zu nehmen. Und er ist gleichzeitig eine schöne Hommage an die Frau, die sie auf diesen Abend vor Publikum vorbereitet hat. Seit 25 Jahren gibt Maria Stocka bei der Volkshochschule Minden Gesangskurse im Bereich Pop, Rock und Jazz. Von Anfang an habe sie genau gewusst, was sie will, sagt der ehemalige VHS-Direktor Dietmar Lehmann, 1994 noch Leiter des Programmbereichs Kulturelle Bildung, in seiner Rede. Für die VHS, die bis dahin vor allem Kurse in klassischem Gesang angeboten habe, sei die Zusammenarbeit mit Maria Stocka ein Glücksfall gewesen. So habe sich die Möglichkeit ergeben, dass die vielfältigen Formen der Kunst auch im musikalischen Bereich ihren Niederschlag in der Programmgestaltung gefunden hätten. Rund 1.000 Schüler hat Maria Stocka in all den Jahren stark gemacht für die Bühne. „Bühnenstark“ ist denn auch der Konzertabend überschrieben, der so etwas wie eine Momentaufnahme in der langjährigen Arbeit der Mindener Jazzsängerin und Gesangsdozentin ist. Auf der Bühne steht nicht die 56-Jährige selbst im Mittelpunkt, sondern neun ihrer Schüler. Mit ihnen hat Maria Stocka im Vorfeld des Konzertes fleißig geübt. Stimmbildung und Bühnenperformance, aber auch Entspannungstechniken gehörten zu den Inhalten eines zweimonatigen Workshops. Für den großen Auftritt vor Publikum wurde das Programm zusammengestellt und an den Stücken gefeilt. Im Ergebnis wirkt das wie aus einem Guss und gut abgestimmt auf die ganz unterschiedlichen Vorlieben und Möglichkeiten der Workshop-Teilnehmer. „Ich weiß, was ich will“ gerät zum verheißungsvollen Auftakt. Die mit Andy Mokrus (Piano), Rudy Rebb (Gitarre), Daniel Hopf (Bass) und Vincent Golly (Schlagzeug) exzellent besetzte Band aus professionellen Musikern trägt die neun Sängerinnen und Sänger souverän durch den ersten Song. Die anfängliche Nervosität verfliegt, das Publikum lässt mitreißen und trägt seinen Teil zu einer entspannten Atmosphäre bei. Beste Voraussetzungen für Jörg Diller und Oxana Katke, die mit „This love“ von Maroon 5 und dem Chanson „Qué vendrá“ die ersten Solo-Auftritte hinlegen, bevor Madlen Buschhorn sich dem rockigen „What's up“ von 4 Non Blondes widmet. In „Cantaloupe Island“ von Herbie Hancock darf die Band sich ganz auf sich konzentrieren, mit Andreas Löw als Front-Sänger in „Sweet low, sweet chariot“ kommen Gospel-Fans auf ihre Kosten. Nicht nur ein Genuss fürs Ohr, sondern auch fürs Auge ist der Auftritt von Heidi McFeeley und Dieter Moormann. Stilecht das Outfit: er in enger Lederjacke, sie im karierten Hemd und Cowboy-Hut für „Summer wine“, einen Country-Hit aus den Sechzigern. Auch stimmlich liefern die beiden mit ihrem Duett eine klasse Leitung ab. Die Blicke, die sie sich dabei immer wieder zuwerfen und das stimmungsvolle Spiel von Jörg Diller auf der Mundharmonika tun ihr Übriges, dass das Publikum in begeisterten Jubel verfällt. Den zweiten Teil nach der Pause läutet die Band mit dem funkigen Instrumentalstück „The Chicken“ aus der Feder des James-Brown-Saxofonisten Pee Wee Ellis ein. Anschließend wechseln sich abermals Solo-Auftritte und Duette ab. Die Musikauswahl ist stilistisch vielseitig und reicht vom Beatles-Song „You never give me your money“ (Dieter Moormann) über den Country-Song „Past the point of rescue“ in der Version der irischen Folksängerin Mary Black (Heidi McFeeley) bis zur rührenden Interpretation der Pop-Ballade „That`s what friends are for“ durch Oxana Katke und Andreas Löw. Ela Reimer singt und performt unter anderem „If I were a boy“, Sylke Bergtold „The story“ und in eleganter Abendrobe zusammen mit Harry Kruse „Die Schöne und das Biest“. Letzterem gehört auch das krönende Finale. Seit fast 25 Jahren ist Harry Kruse Gesangsschüler von Maria Stocka und sein Auftritt zeigt, wie sehr es sich lohnt, dran zu bleiben. Wie er mit seiner tiefen, klangvollen Stimme den Song „I love you more than you`ll ever know“ von Blood, Sweat & Tears in der Version des Jazz-Sängers Kevin Mahogany interpretiert, das geht unter die Haut und sorgt beim Publikum für restlose Begeisterung.

„Ein Glücksfall“: Maria Stocka gibt seit 25 Jahren Gesangskurse bei der VHS

Eigentlich stand Maria Stocka nur als Moderatorin auf der Bühne. Auf Wunsch des Publikums sang sie zum Schluss selbst noch einen Song. Foto: Kerstin Rickert © Kerstin Rickert

Minden (kr). Neun Frauen und Männer stehen auf der Bühne des Jazz Clubs. Sie wirken spürbar aufgeregt, doch das ändert sich schnell, als die Band die ersten Töne anschlägt. „Ich weiß, was ich will“, der 40 Jahre alte Song von Udo Jürgens, ist exzellent gewählt, um den Amateursängern das Lampenfieber zu nehmen. Und er ist gleichzeitig eine schöne Hommage an die Frau, die sie auf diesen Abend vor Publikum vorbereitet hat.

Seit 25 Jahren gibt Maria Stocka bei der Volkshochschule Minden Gesangskurse im Bereich Pop, Rock und Jazz. Von Anfang an habe sie genau gewusst, was sie will, sagt der ehemalige VHS-Direktor Dietmar Lehmann, 1994 noch Leiter des Programmbereichs Kulturelle Bildung, in seiner Rede. Für die VHS, die bis dahin vor allem Kurse in klassischem Gesang angeboten habe, sei die Zusammenarbeit mit Maria Stocka ein Glücksfall gewesen. So habe sich die Möglichkeit ergeben, dass die vielfältigen Formen der Kunst auch im musikalischen Bereich ihren Niederschlag in der Programmgestaltung gefunden hätten. Rund 1.000 Schüler hat Maria Stocka in all den Jahren stark gemacht für die Bühne. „Bühnenstark“ ist denn auch der Konzertabend überschrieben, der so etwas wie eine Momentaufnahme in der langjährigen Arbeit der Mindener Jazzsängerin und Gesangsdozentin ist.

Auf der Bühne steht nicht die 56-Jährige selbst im Mittelpunkt, sondern neun ihrer Schüler. Mit ihnen hat Maria Stocka im Vorfeld des Konzertes fleißig geübt. Stimmbildung und Bühnenperformance, aber auch Entspannungstechniken gehörten zu den Inhalten eines zweimonatigen Workshops. Für den großen Auftritt vor Publikum wurde das Programm zusammengestellt und an den Stücken gefeilt. Im Ergebnis wirkt das wie aus einem Guss und gut abgestimmt auf die ganz unterschiedlichen Vorlieben und Möglichkeiten der Workshop-Teilnehmer. „Ich weiß, was ich will“ gerät zum verheißungsvollen Auftakt. Die mit Andy Mokrus (Piano), Rudy Rebb (Gitarre), Daniel Hopf (Bass) und Vincent Golly (Schlagzeug) exzellent besetzte Band aus professionellen Musikern trägt die neun Sängerinnen und Sänger souverän durch den ersten Song. Die anfängliche Nervosität verfliegt, das Publikum lässt mitreißen und trägt seinen Teil zu einer entspannten Atmosphäre bei.

Beste Voraussetzungen für Jörg Diller und Oxana Katke, die mit „This love“ von Maroon 5 und dem Chanson „Qué vendrá“ die ersten Solo-Auftritte hinlegen, bevor Madlen Buschhorn sich dem rockigen „What's up“ von 4 Non Blondes widmet. In „Cantaloupe Island“ von Herbie Hancock darf die Band sich ganz auf sich konzentrieren, mit Andreas Löw als Front-Sänger in „Sweet low, sweet chariot“ kommen Gospel-Fans auf ihre Kosten. Nicht nur ein Genuss fürs Ohr, sondern auch fürs Auge ist der Auftritt von Heidi McFeeley und Dieter Moormann. Stilecht das Outfit: er in enger Lederjacke, sie im karierten Hemd und Cowboy-Hut für „Summer wine“, einen Country-Hit aus den Sechzigern. Auch stimmlich liefern die beiden mit ihrem Duett eine klasse Leitung ab. Die Blicke, die sie sich dabei immer wieder zuwerfen und das stimmungsvolle Spiel von Jörg Diller auf der Mundharmonika tun ihr Übriges, dass das Publikum in begeisterten Jubel verfällt.

Den zweiten Teil nach der Pause läutet die Band mit dem funkigen Instrumentalstück „The Chicken“ aus der Feder des James-Brown-Saxofonisten Pee Wee Ellis ein. Anschließend wechseln sich abermals Solo-Auftritte und Duette ab. Die Musikauswahl ist stilistisch vielseitig und reicht vom Beatles-Song „You never give me your money“ (Dieter Moormann) über den Country-Song „Past the point of rescue“ in der Version der irischen Folksängerin Mary Black (Heidi McFeeley) bis zur rührenden Interpretation der Pop-Ballade „That`s what friends are for“ durch Oxana Katke und Andreas Löw. Ela Reimer singt und performt unter anderem „If I were a boy“, Sylke Bergtold „The story“ und in eleganter Abendrobe zusammen mit Harry Kruse „Die Schöne und das Biest“. Letzterem gehört auch das krönende Finale. Seit fast 25 Jahren ist Harry Kruse Gesangsschüler von Maria Stocka und sein Auftritt zeigt, wie sehr es sich lohnt, dran zu bleiben. Wie er mit seiner tiefen, klangvollen Stimme den Song „I love you more than you`ll ever know“ von Blood, Sweat & Tears in der Version des Jazz-Sängers Kevin Mahogany interpretiert, das geht unter die Haut und sorgt beim Publikum für restlose Begeisterung.

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