„Ein Balance-Akt“: So reagiert der Kreis Minden-Lübbecke auf die steigende Zahl an Corona-Neuinfektionen Sebastian Radermacher,Jan Henning Rogge,Thomas Lieske,Malina Reckordt,Astrid Plaßhenrich,Jürgen Langenkämper Minden. Seit Sonntag weisen die Zahlen den Kreis Minden-Lübbecke als Risikogebiet aus, seit Montag stuft es auch die Kreisverwaltung so ein – damit gelten ab sofort neue Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die aktuellen Zahlen 37 weitere Corona-Infektionen hat der Kreis am Montag registriert. Die Zahl der laborbestätigten Fälle ist damit auf 1.315 angestiegen, davon gelten 1.036 als abgeschlossen. Aktuell infiziert sind im Kreisgebiet 279 Menschen – so viele wie noch nie seit Beginn der Corona-Pandemie. Wie kommt es in Minden-Lübbecke zu den steigenden Zahlen? Gibt es Hotspots? Es habe zuletzt einzelne Veranstaltungen gegeben, die legal durchgeführt wurden, aber zu erhöhten Infektionszahlen geführt hätten, berichtete Gesundheitsdezernent Hans-Joerg Deichholz am Montag auf einer Pressekonferenz des Kreises. Auch Reiserückkehrer aus Risikogebieten spielten weiterhin eine Rolle. Die Zunahme sei aber nicht auf einen „Hotspot" zurückzuführen. „Die Infektionen ziehen sich quer durchs Kreisgebiet." Neue Einschränkungen Laut der aktuell gültigen Coronaschutzverordnung gilt für den Kreis Minden-Lübbecke nun eine Maskenpflicht auf Sitz- und Stehplätzen bei Konzerten, Sportevents, Theateraufführungen oder sonstigen Veranstaltungen in geschlossenen Räumen, erklärte Jan Boße, Justiziar des Kreises. Zudem seien Veranstaltungen (innen und außen) mit maximal 100 Personen zulässig. Ausnahmen seien möglich, wenn entsprechende Hygienekonzepte vorlägen. Der Betrieb gastronomischer Einrichtungen und der Verkauf alkoholischer Getränke ist in der Zeit von 23 bis 6 Uhr nicht zulässig. An Hochzeiten oder Geburtstagsfeiern dürfen laut Boße maximal zehn Personen teilnehmen. Und in der Öffentlichkeit dürfen sich nur noch maximal fünf Personen oder Menschen aus zwei Haushalten zusammen aufhalten. Außerdem gelten kreisweit zwei weitere Regelungen, die über die Coronaschutzverordnung des Landes NRW hinausgehen: Um eine Gefährdung durch Aerosole zu reduzieren, sind bei Sportveranstaltungen in geschlossenen Räumen ab sofort Fangesänge, Sprechchöre und Unterstützungsrufe nicht mehr zulässig, betonte Boße. Das Mitsingen bei öffentlichen Veranstaltungen, Aufführungen und Konzerten sei ebenfalls untersagt. Auch in Gottesdiensten und auf Trauerfeiern sei gemeinsames Singen nicht erlaubt. Maskenpflicht auch in den Fußgängerzonen? Eine Maskenpflicht in den Innenstädten ist bislang noch nicht angeordnet. Der Krisenstab werde diese Frage am Mittwoch mit den Städten und Gemeinden diskutieren, kündigte Kreisdirektorin Cornelia Schöder an. Ziel sei ein gemeinsames Vorgehen. Eine solche Maskenpflicht müsste von den Ordnungsbehörden auch adäquat überwacht werden, sagte Deichholz. Und das bedeute einen großen Personalaufwand. Das bleibt erlaubt Für Freizeitsportler ändert sich zunächst einmal nichts, auch Fitnessstudios bleiben unter den geltenden Auflagen geöffnet. Vereinssport kann ebenfalls nach wie vor stattfinden, hieß es auf der Pressekonferenz. Auch Kulturverstaltungen können unter den geltenden Hygienevorschriften stattfinden. Nachverfolgung Das Gesundheitsamt des Kreises wurde bereits auf 67 Vollzeitkräfte aufgestockt, 16 mehr als vor der Pandemie. Doch das reicht mit Blick auf die stark steigenden Zahlen nicht aus, wie Dr. Elke Lustfeld, Leiterin des Gesundheitsamtes, verdeutlichte. Allein am vergangenen Wochenende seien mehr als 150 Infektionen hinzugekommen – bislang sei es personell nicht möglich gewesen, alle Kontaktpersonen zu informieren. Deshalb stockt der Kreis das Personal kurzfristig noch einmal auf: 40 Mitarbeiter werden aus anderen Bereichen im Kreishaus abgezogen, um im Gesundheitsamt auszuhelfen, kündigte Deichholz an. Dort müssen sie nun kurzfristig geschult werden, sie lernen die Software kennen und werden dann von erfahrenen Mitarbeitern eingearbeitet. „Das ist eine verantwortungsvolle Aufgabe", sagte die Leiterin des Gesundheitsamtes. Der Kreis habe die Hoffnung, mit dem vorhandenen Personal die Aufgaben bewältigen zu können, sagte Deichholz. Er machte aber klar: „Die Mitarbeiter, die nun abgezogen werden, fehlen in den anderen Ämtern – das wird sich dort bemerkbar machen." Externe Hilfe Für die Zukunft hofft die Kreisverwaltung auch auf externe Hilfe. Zwei Scouts des Robert-Koch-Instituts sind bereits im Gesundheitsamt tätig und helfen bei der Nachverfolgung der Infektionsketten. Laut Cornelia Schöder wird der Kreis auch Hilfe von der Bundeswehr anfordern – ob diese Unterstützung zugesagt werde, sei zurzeit aber noch völlig unklar. Wie geht es weiter? Dr. Elke Lustfeld geht davon aus, dass die bestätigten Neuinfektionen in den nächsten Tagen weiter zunehmen werden. „Die jetzt getroffenen Maßnahmen werden erst in zehn bis 15 Tagen ihre Wirkung zeigen." Cornelia Schöder appelliert an die Bevölkerung, sich an die Abstands- und Hygieneregeln zu halten, einen Mund-Nase-Schutz zu tragen und die persönlichen Kontakte so gut es geht zu reduzieren. „Wir haben es mit unserem Verhalten selbst in der Hand, die Entwicklung der Pandemie in den Griff zu bekommen", sagte sie. Und Deichholz ergänzte: „Wir hoffen, möglichst wenig öffentliches Leben einzuschränken. Das ist ein Balance-Akt." !function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(a){if(void 0!==a.data["datawrapper-height"])for(var e in a.data["datawrapper-height"]){var t=document.getElementById("datawrapper-chart-"+e)||document.querySelector("iframe[src*='"+e+"']");t&&(t.style.height=a.data["datawrapper-height"][e]+"px")}}))}(); Kommunen In der Stadt Minden gehört ab sofort zu den Verschärfungen, dass in einem Restaurant nur noch bis maximal fünf Personen an einem Tisch sitzen dürfen. Gleiches gilt für die Nutzung einer Ferienwohnung. Mehr Personen sind nur zulässig, wenn alle aus einer Familie oder nur aus zwei Hausständen kommen. Das Standesamt hat zudem festgelegt, dass neben dem Brautpaar und der Standesbeamtin nur noch zehn Gäste – inklusive Trauzeugen, Kinder und Fotograf – bei der Trauung dabei sein dürfen, teilte die Stadt mit. Die Stadt Porta Westfalica hält nach Angaben von Sachgebietsleiter Carsten Dierks an den bisherigen Beschränkungen fest: „Nach derzeitigem Stand sind momentan keine weitergehenden Regelungen für Porta Westfalica geplant." Die Verordnung des Landes NRW regele das öffentliche Leben ohnehin. Die Stadt Porta sei dafür zuständig, die Einhaltung dieser Regeln zu kontrollieren. „Der Publikumsverkehr für die Stadtverwaltung wird weiterhin nur nach vorheriger Terminabsprache zugelassen. Es gelten hausinterne Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz der Bürger und der Beschäftigten der Stadtverwaltung." Die Stadt Petershagenrichtet sich auf die geltenden zusätzlichen Beschränkungen der Corona-Schutzverordnung und darüber hinausgehende Regelungen des Kreises Minden-Lübbecke ein. „Vor Ort werden dann situationsabhängig gegebenenfalls Entscheidungen vom internen Krisenstab getroffen", teilte Pressesprecherin Tatjana Brast am Montagnachmittag mit. Soweit es dabei um Personalentscheidungen gehe, werde der Personalrat der Stadt mit eingebunden. „In den Verwaltungsdienststellen gelten zunächst weiterhin die bekannten Regelungen: Maskenpflicht, Abstandsregelungen, Desinfektion." Besuchsverbot im Klinikum An allen Standorten der Mühlenkreiskliniken sind ab sofort keine Patientenbesuche mehr zugelassen. „Die pandemische Entwicklung lässt uns im Moment leider keine andere Wahl. Jede Person, die Zutritt zum Krankenhaus hat, vergrößert das Infektionsrisiko für Patientinnen und Patienten sowie für unsere Mitarbeitenden. Daher müssen wir alle nicht zwingend erforderlichen Kontakte vermeiden und leider diesen Schritt gehen", sagt Dr. Peter Witte, Direktor des Instituts für Krankenhaushygiene der Mühlenkreiskliniken. Ausnahmen des Besuchsverbots gelten für das Eltern-Kind-Zentrum, wo weiterhin ein Elternteil unbeschränkten Zugang hat, für minderjährige oder betreuungsbedürftige Patienten, für Schwangere im Kreißsaal sowie auf der Neugeborenen-Station. Außerdem sind Besuche im Ausnahmefall nach ärztlicher Genehmigung zulässig. Vereinbarte Termine in den Ambulanzen zu Untersuchungen oder Operationen bleiben bestehen, teilte das Klinikum am Montag mit. Sportverbände reagieren unterschiedlich Auch der Amateursport fährt seinen Spiel- und Trainingsbetrieb wieder zurück: Der Westdeutsche Tischtennis-Verband (WTTV) hat am Sonntagabend alle Meisterschaften und Pokalwettbewerbe bis Ende des Jahres unterbrochen. Im Volleyball pausiert der Spielbetrieb bis einschließlich 22. November. Den Mannschaften ist aber freigestellt, ob sie ihre Punktspiele austragen, sofern die Hygienevorgaben eingehalten werden. Die Basketballer haben gleich ihren Saisonstart verschoben. Anstatt wie geplant am 31. Oktober zu starten, geht es nun erst im Januar los. Anders reagiert der Handball und Fußball. Die zuständigen Verbände sehen von einer Generalabsage ab. Spiele können unbürokratisch verlegt werden, wenn diese in einem Risikogebiet ausgetragen werden und müssen verlegt werden, wenn positive Coronafälle in einer Mannschaft oder im Umfeld auftreten. Im Fußballverband Westfalen konnten – Stand Freitag – von den bislang 25.500 Partien 98,2 Prozent ausgetragen werden. Die Handballabteilung des TuS Eintracht Oberlübbe hat am Sonntag auf die steigenden Fallzahlen bereits reagiert: Solange der Inzidenzwert im Kreis über 50 liegt, wird für die Jugendabteilung kein Training oder Spiel stattfinden. ?Seite 25

„Ein Balance-Akt“: So reagiert der Kreis Minden-Lübbecke auf die steigende Zahl an Corona-Neuinfektionen

Dr. Elke Lustfeld, Hans-Joerg Deichholz, Cornelia Schöder und Jan Boße (v.l.)bei der Pressekonferenz des Kreises. © MT-Foto: Alex Lehn

Minden. Seit Sonntag weisen die Zahlen den Kreis Minden-Lübbecke als Risikogebiet aus, seit Montag stuft es auch die Kreisverwaltung so ein – damit gelten ab sofort neue Einschränkungen im öffentlichen Leben.

Die aktuellen Zahlen

37 weitere Corona-Infektionen hat der Kreis am Montag registriert. Die Zahl der laborbestätigten Fälle ist damit auf 1.315 angestiegen, davon gelten 1.036 als abgeschlossen. Aktuell infiziert sind im Kreisgebiet 279 Menschen – so viele wie noch nie seit Beginn der Corona-Pandemie.

Wie kommt es in Minden-Lübbecke zu den steigenden Zahlen? Gibt es Hotspots? Es habe zuletzt einzelne Veranstaltungen gegeben, die legal durchgeführt wurden, aber zu erhöhten Infektionszahlen geführt hätten, berichtete Gesundheitsdezernent Hans-Joerg Deichholz am Montag auf einer Pressekonferenz des Kreises. Auch Reiserückkehrer aus Risikogebieten spielten weiterhin eine Rolle. Die Zunahme sei aber nicht auf einen „Hotspot" zurückzuführen. „Die Infektionen ziehen sich quer durchs Kreisgebiet."

Neue Einschränkungen

Laut der aktuell gültigen Coronaschutzverordnung gilt für den Kreis Minden-Lübbecke nun eine Maskenpflicht auf Sitz- und Stehplätzen bei Konzerten, Sportevents, Theateraufführungen oder sonstigen Veranstaltungen in geschlossenen Räumen, erklärte Jan Boße, Justiziar des Kreises. Zudem seien Veranstaltungen (innen und außen) mit maximal 100 Personen zulässig. Ausnahmen seien möglich, wenn entsprechende Hygienekonzepte vorlägen.

Der Betrieb gastronomischer Einrichtungen und der Verkauf alkoholischer Getränke ist in der Zeit von 23 bis 6 Uhr nicht zulässig. An Hochzeiten oder Geburtstagsfeiern dürfen laut Boße maximal zehn Personen teilnehmen. Und in der Öffentlichkeit dürfen sich nur noch maximal fünf Personen oder Menschen aus zwei Haushalten zusammen aufhalten.

Außerdem gelten kreisweit zwei weitere Regelungen, die über die Coronaschutzverordnung des Landes NRW hinausgehen: Um eine Gefährdung durch Aerosole zu reduzieren, sind bei Sportveranstaltungen in geschlossenen Räumen ab sofort Fangesänge, Sprechchöre und Unterstützungsrufe nicht mehr zulässig, betonte Boße. Das Mitsingen bei öffentlichen Veranstaltungen, Aufführungen und Konzerten sei ebenfalls untersagt. Auch in Gottesdiensten und auf Trauerfeiern sei gemeinsames Singen nicht erlaubt.

Maskenpflicht auch in den Fußgängerzonen?

Eine Maskenpflicht in den Innenstädten ist bislang noch nicht angeordnet. Der Krisenstab werde diese Frage am Mittwoch mit den Städten und Gemeinden diskutieren, kündigte Kreisdirektorin Cornelia Schöder an. Ziel sei ein gemeinsames Vorgehen. Eine solche Maskenpflicht müsste von den Ordnungsbehörden auch adäquat überwacht werden, sagte Deichholz. Und das bedeute einen großen Personalaufwand.

Das bleibt erlaubt

Für Freizeitsportler ändert sich zunächst einmal nichts, auch Fitnessstudios bleiben unter den geltenden Auflagen geöffnet. Vereinssport kann ebenfalls nach wie vor stattfinden, hieß es auf der Pressekonferenz. Auch Kulturverstaltungen können unter den geltenden Hygienevorschriften stattfinden.

Nachverfolgung

Das Gesundheitsamt des Kreises wurde bereits auf 67 Vollzeitkräfte aufgestockt, 16 mehr als vor der Pandemie. Doch das reicht mit Blick auf die stark steigenden Zahlen nicht aus, wie Dr. Elke Lustfeld, Leiterin des Gesundheitsamtes, verdeutlichte. Allein am vergangenen Wochenende seien mehr als 150 Infektionen hinzugekommen – bislang sei es personell nicht möglich gewesen, alle Kontaktpersonen zu informieren.

Deshalb stockt der Kreis das Personal kurzfristig noch einmal auf: 40 Mitarbeiter werden aus anderen Bereichen im Kreishaus abgezogen, um im Gesundheitsamt auszuhelfen, kündigte Deichholz an. Dort müssen sie nun kurzfristig geschult werden, sie lernen die Software kennen und werden dann von erfahrenen Mitarbeitern eingearbeitet. „Das ist eine verantwortungsvolle Aufgabe", sagte die Leiterin des Gesundheitsamtes. Der Kreis habe die Hoffnung, mit dem vorhandenen Personal die Aufgaben bewältigen zu können, sagte Deichholz. Er machte aber klar: „Die Mitarbeiter, die nun abgezogen werden, fehlen in den anderen Ämtern – das wird sich dort bemerkbar machen."

Externe Hilfe

Für die Zukunft hofft die Kreisverwaltung auch auf externe Hilfe. Zwei Scouts des Robert-Koch-Instituts sind bereits im Gesundheitsamt tätig und helfen bei der Nachverfolgung der Infektionsketten. Laut Cornelia Schöder wird der Kreis auch Hilfe von der Bundeswehr anfordern – ob diese Unterstützung zugesagt werde, sei zurzeit aber noch völlig unklar.

Wie geht es weiter?

Dr. Elke Lustfeld geht davon aus, dass die bestätigten Neuinfektionen in den nächsten Tagen weiter zunehmen werden. „Die jetzt getroffenen Maßnahmen werden erst in zehn bis 15 Tagen ihre Wirkung zeigen." Cornelia Schöder appelliert an die Bevölkerung, sich an die Abstands- und Hygieneregeln zu halten, einen Mund-Nase-Schutz zu tragen und die persönlichen Kontakte so gut es geht zu reduzieren. „Wir haben es mit unserem Verhalten selbst in der Hand, die Entwicklung der Pandemie in den Griff zu bekommen", sagte sie. Und Deichholz ergänzte: „Wir hoffen, möglichst wenig öffentliches Leben einzuschränken. Das ist ein Balance-Akt."

Kommunen

In der Stadt Minden gehört ab sofort zu den Verschärfungen, dass in einem Restaurant nur noch bis maximal fünf Personen an einem Tisch sitzen dürfen. Gleiches gilt für die Nutzung einer Ferienwohnung. Mehr Personen sind nur zulässig, wenn alle aus einer Familie oder nur aus zwei Hausständen kommen. Das Standesamt hat zudem festgelegt, dass neben dem Brautpaar und der Standesbeamtin nur noch zehn Gäste – inklusive Trauzeugen, Kinder und Fotograf – bei der Trauung dabei sein dürfen, teilte die Stadt mit.

Die Stadt Porta Westfalica hält nach Angaben von Sachgebietsleiter Carsten Dierks an den bisherigen Beschränkungen fest: „Nach derzeitigem Stand sind momentan keine weitergehenden Regelungen für Porta Westfalica geplant." Die Verordnung des Landes NRW regele das öffentliche Leben ohnehin. Die Stadt Porta sei dafür zuständig, die Einhaltung dieser Regeln zu kontrollieren. „Der Publikumsverkehr für die Stadtverwaltung wird weiterhin nur nach vorheriger Terminabsprache zugelassen. Es gelten hausinterne Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz der Bürger und der Beschäftigten der Stadtverwaltung."

Die Stadt Petershagenrichtet sich auf die geltenden zusätzlichen Beschränkungen der Corona-Schutzverordnung und darüber hinausgehende Regelungen des Kreises Minden-Lübbecke ein. „Vor Ort werden dann situationsabhängig gegebenenfalls Entscheidungen vom internen Krisenstab getroffen", teilte Pressesprecherin Tatjana Brast am Montagnachmittag mit. Soweit es dabei um Personalentscheidungen gehe, werde der Personalrat der Stadt mit eingebunden. „In den Verwaltungsdienststellen gelten zunächst weiterhin die bekannten Regelungen: Maskenpflicht, Abstandsregelungen, Desinfektion."

Besuchsverbot im Klinikum

An allen Standorten der Mühlenkreiskliniken sind ab sofort keine Patientenbesuche mehr zugelassen. „Die pandemische Entwicklung lässt uns im Moment leider keine andere Wahl. Jede Person, die Zutritt zum Krankenhaus hat, vergrößert das Infektionsrisiko für Patientinnen und Patienten sowie für unsere Mitarbeitenden. Daher müssen wir alle nicht zwingend erforderlichen Kontakte vermeiden und leider diesen Schritt gehen", sagt Dr. Peter Witte, Direktor des Instituts für Krankenhaushygiene der Mühlenkreiskliniken.

Ausnahmen des Besuchsverbots gelten für das Eltern-Kind-Zentrum, wo weiterhin ein Elternteil unbeschränkten Zugang hat, für minderjährige oder betreuungsbedürftige Patienten, für Schwangere im Kreißsaal sowie auf der Neugeborenen-Station. Außerdem sind Besuche im Ausnahmefall nach ärztlicher Genehmigung zulässig. Vereinbarte Termine in den Ambulanzen zu Untersuchungen oder Operationen bleiben bestehen, teilte das Klinikum am Montag mit.

Sportverbände reagieren unterschiedlich

Auch der Amateursport fährt seinen Spiel- und Trainingsbetrieb wieder zurück: Der Westdeutsche Tischtennis-Verband (WTTV) hat am Sonntagabend alle Meisterschaften und Pokalwettbewerbe bis Ende des Jahres unterbrochen. Im Volleyball pausiert der Spielbetrieb bis einschließlich 22. November. Den Mannschaften ist aber freigestellt, ob sie ihre Punktspiele austragen, sofern die Hygienevorgaben eingehalten werden. Die Basketballer haben gleich ihren Saisonstart verschoben. Anstatt wie geplant am 31. Oktober zu starten, geht es nun erst im Januar los. Anders reagiert der Handball und Fußball. Die zuständigen Verbände sehen von einer Generalabsage ab. Spiele können unbürokratisch verlegt werden, wenn diese in einem Risikogebiet ausgetragen werden und müssen verlegt werden, wenn positive Coronafälle in einer Mannschaft oder im Umfeld auftreten. Im Fußballverband Westfalen konnten – Stand Freitag – von den bislang 25.500 Partien 98,2 Prozent ausgetragen werden. Die Handballabteilung des TuS Eintracht Oberlübbe hat am Sonntag auf die steigenden Fallzahlen bereits reagiert: Solange der Inzidenzwert im Kreis über 50 liegt, wird für die Jugendabteilung kein Training oder Spiel stattfinden. ?Seite 25

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