Dombau-Verein begeht 75-jähriges Bestehen mit Festakt Ursula Koch Minden. Auf einer großen Leinwand hinter dem Altar im Mindener Dom ist ein Foto der zerstörten Kathedrale nach den Bombentreffern am 28. März 1945 zu sehen. Es stehen nur noch die Außenmauern, das Dach fehlt, an Stelle der Fenster klaffen Löcher. Nur ein Jahr später gründen Mindenerinnen und Mindener den Dombau-Verein, um das mehr als 1000 Jahre alte Gotteshaus wieder aufzubauen. Das ist 75 Jahre her, dementsprechend feierte der Verein sein Jubiläum jetzt mit einem Festakt. Für NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach erzählen diese 75 Jahre „eine Geschichte von Menschen, die Mut und Hoffnung zeigten“ und fügt hinzu: „Ein Dom ist mehr als ein Gebäude“. Allerdings erlebe sie häufig, dass Menschen nicht daran glaubten, was Menschen schaffen könnten. Sie beschreibt den Verein als Beschützer und Wächter des Domes. Und jetzt, wo der Wiederaufbau abgeschlossen sei, widme sich der Verein anderen Aufgaben, stellt sie mit Verweis auf den Domschatz heraus. Die Arbeit der Ehrenamtlichen nennt sie ein sichtbares Zeichen für Frieden und Aussöhnung sowie den Schutz der christlichen Werte. „Sie haben einen besonders schönen Dom, darum würde ich mich an Ihrer Stelle mit Paderborn gar nicht vergleichen“, rät sie den Vereinsmitgliedern zu Selbstbewusstsein. Zuvor hatte auch Weihbischof Josef Holtkotte in seiner Predigt zum Pontifikalamt die Leistung des Wiederaufbaus betont. Domorganist Peter Wagner gestaltete mit Werken französischer und belgischer Komponisten den feierlichen musikalischen Rahmen. Dompropst Roland Falkenhahn betonte in seiner Rede zum Festakt die Dankbarkeit: für ehrenamtliches Engagement über 75 Jahre, für die Entscheidung für den Wiederaufbau in einer Zeit, als vielen Menschen Wohnungen wichtiger gewesen seien, für die Klugheit in der Anlage der Struktur. Und er dankt auch dem Land, das den Vierungsturm finanziert und damit 2011 den äußeren Wiederaufbau abgeschlossen hatte. Der Vereinsvorsitzende Hans-Jürgen Amtage nannte die Gründung ein „Zeichen des Zusammenstehens und Bekenntnis zum Frieden“ von Bürgern und Politikern und eben auch Katholiken und Protestanten. Der Wiederaufbau sei „praktizierte Ökumene“. Sanierung und Restaurierung seien immer noch wichtige Themen, zu denen mit dem Betrieb des Domschatzes zuletzt ein weiteres hinzugekommen sie. „Ohne die ehrenamtlichen geht nichts“, betont auch er und bedankt sich, dass sie auch in der Pandemie bei der Stange geblieben sind. „Ohne den Verein wäre der Dom möglicherweise gar nicht wieder aufgebaut worden“, erinnert Bürgermeister Michael Jäcke. Mit 1.000 Jahren sei er das älteste Bauwerk der Stadt und darum ein besonderer Identifi-kationspunkt. Der Wiederaufbau sei ab 1946 ein „echter Kraftakt“ gewesen, bei dem es vor allem an Geld fehlte und trotzdem sei das Projekt nach elf Jahren Bauzeit abgeschlossen worden: „Für mich ist er das schönste frühgotische Bauwerk Westfalens“.

Dombau-Verein begeht 75-jähriges Bestehen mit Festakt

Weihbischof Josef Holtkotte, Bürgermeister Michael Jäcke und NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach beim Festakt zum Jubiläum des Dombau-Vereins. Foto: Kerstin Rickert

Minden. Auf einer großen Leinwand hinter dem Altar im Mindener Dom ist ein Foto der zerstörten Kathedrale nach den Bombentreffern am 28. März 1945 zu sehen. Es stehen nur noch die Außenmauern, das Dach fehlt, an Stelle der Fenster klaffen Löcher. Nur ein Jahr später gründen Mindenerinnen und Mindener den Dombau-Verein, um das mehr als 1000 Jahre alte Gotteshaus wieder aufzubauen.

Das ist 75 Jahre her, dementsprechend feierte der Verein sein Jubiläum jetzt mit einem Festakt. Für NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach erzählen diese 75 Jahre „eine Geschichte von Menschen, die Mut und Hoffnung zeigten“ und fügt hinzu: „Ein Dom ist mehr als ein Gebäude“. Allerdings erlebe sie häufig, dass Menschen nicht daran glaubten, was Menschen schaffen könnten. Sie beschreibt den Verein als Beschützer und Wächter des Domes. Und jetzt, wo der Wiederaufbau abgeschlossen sei, widme sich der Verein anderen Aufgaben, stellt sie mit Verweis auf den Domschatz heraus. Die Arbeit der Ehrenamtlichen nennt sie ein sichtbares Zeichen für Frieden und Aussöhnung sowie den Schutz der christlichen Werte. „Sie haben einen besonders schönen Dom, darum würde ich mich an Ihrer Stelle mit Paderborn gar nicht vergleichen“, rät sie den Vereinsmitgliedern zu Selbstbewusstsein.

Zuvor hatte auch Weihbischof Josef Holtkotte in seiner Predigt zum Pontifikalamt die Leistung des Wiederaufbaus betont. Domorganist Peter Wagner gestaltete mit Werken französischer und belgischer Komponisten den feierlichen musikalischen Rahmen. Dompropst Roland Falkenhahn betonte in seiner Rede zum Festakt die Dankbarkeit: für ehrenamtliches Engagement über 75 Jahre, für die Entscheidung für den Wiederaufbau in einer Zeit, als vielen Menschen Wohnungen wichtiger gewesen seien, für die Klugheit in der Anlage der Struktur. Und er dankt auch dem Land, das den Vierungsturm finanziert und damit 2011 den äußeren Wiederaufbau abgeschlossen hatte.

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Patrick Schwemmling

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Der Vereinsvorsitzende Hans-Jürgen Amtage nannte die Gründung ein „Zeichen des Zusammenstehens und Bekenntnis zum Frieden“ von Bürgern und Politikern und eben auch Katholiken und Protestanten. Der Wiederaufbau sei „praktizierte Ökumene“. Sanierung und Restaurierung seien immer noch wichtige Themen, zu denen mit dem Betrieb des Domschatzes zuletzt ein weiteres hinzugekommen sie. „Ohne die ehrenamtlichen geht nichts“, betont auch er und bedankt sich, dass sie auch in der Pandemie bei der Stange geblieben sind.

„Ohne den Verein wäre der Dom möglicherweise gar nicht wieder aufgebaut worden“, erinnert Bürgermeister Michael Jäcke. Mit 1.000 Jahren sei er das älteste Bauwerk der Stadt und darum ein besonderer Identifi-kationspunkt. Der Wiederaufbau sei ab 1946 ein „echter Kraftakt“ gewesen, bei dem es vor allem an Geld fehlte und trotzdem sei das Projekt nach elf Jahren Bauzeit abgeschlossen worden: „Für mich ist er das schönste frühgotische Bauwerk Westfalens“.

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