Digitalisierung an Mindener Schulen: Gemischtes Bild an Förderschulen Jan Henning Rogge Minden. An den Mindener Schulen kommt die Digitalisierung nur langsam voran – das ist das Ergebnis einer Umfrage, die das MT durchgeführt und vor einer Woche veröffentlicht hat. Während Gymnasien hauptsächlich mit nicht ausreichenden Internetverbindungen zu kämpfen haben, gibt es an Grundschulen Probleme mit der technischen Ausstattung. Doch wie ist die Situation an Mindener Förderschulen – und wie geht es weiter mit dem Breitbandausbau an den Schulen? In Minden gibt es zwei Förderschulen in öffentlicher Trägerschaft (Stadt und Kreis) und eine in kirchlicher Trägerschaft. Befragt wurden die beiden Schulen in staatlicher Trägerschaft. Digitaler Distanzunterricht findet an beiden Schulen statt. Das klappt laut Umfrage allerdings nur mittelmäßig gut. Beide Schulen nutzen unterschiedliche Lernplattformen, sind mit den technischen Möglichkeiten der Programme aber jeweils zufrieden. Während eine Schule über einen guten Internetanschluss verfügt, bewertet die andere Schule die Qualität ihres Internetanschlusses als mittelmäßig, das Ergebnis findet sich auch in der Bewertung der Qualität von Videokonferenzen wieder. Große Unterschiede gibt es bei der technischen Ausstattung der Lehrkräfte – an einer Schule arbeiten die meisten mit Dienstgeräten, an der anderen mit privaten. Die Ausstattung der Schüler mit Geräten, mit denen sie dem digitalen Unterricht folgen können, bewerten beide Schulen als gut, zudem stehen Leihgeräte zur Verfügung. Unterschiedlich bewerten die Schulen die Fähigkeiten der Schüler, dem digitalen Distanzunterricht zu folgen, an einer Schule ist die mehrheitlich gut, an der anderen mehrheitlich schlecht. Andrea Born von der Förderschule Rodenbeck, deren Träger der Kreis ist, stellt fest, dass die Probleme sehr individuell sind. „Das ist unsere Hauptschwierigkeit. Wir haben Schüler in Wohngruppen, die sich Geräte teilen müssen. Es gibt aber auch viele, mit deren Familien wir eng verzahnt sind, da klappt es dann sehr gut.“ Über die Notbetreuung seien außerdem einige Schüler in der Schule gewesen, auch hier habe es dann gut geklappt. Generell ist sie aber froh, dass die Dinge nun endlich in Bewegung kommen. „Als Lehrer hatten wir immer das Gefühl, hinter der technischen Entwicklung hinterher zu rennen – das ändert sich jetzt durch Corona und das ist gut.“ An der Kuhlenkampschule habe der digitale Distanzunterricht insgesamt recht gut geklappt, sagt Schulleiterin Sarah Darlath. „Alle Kollegen haben ab dem Sommer den Umgang mit der Lernplattform IServe intensiv geübt. Bei den Kindern, die technisch dazu in der Lage waren, hat das gut geklappt.“ Mit der guten technischen Ausstattung ihrer Schüler hatte sie allerdings nicht gerechnet. „Das hat uns positiv überrascht, bei wie vielen ein Gerät da ist. Allerdings nützen die Geräte nur denen etwas, die Internet zuhause haben – und das sind nicht alle.“ Was auf Distanz insgesamt funktioniert, funktioniert aber noch lange nicht in der Schule: In mehreren Räumen gibt es überhaupt kein WLAN, da vor mehreren Jahren entschieden wurde, die vorbereitende technische Infrastruktur hier nicht einzubauen. Damit gibt es in diesen Räumen auch keine einfache Möglichkeit, drahtloses Internet im benötigten Umfang bereitzustellen. Abgesehen davon fehlt es auch an der Kuhlenkampschule an der benötigten Bandbreite, um einer größeren Anzahl von Lehrern und Schülern parallel einen Internetzugang zu ermöglichen. Nach derzeitigem Stand soll sich das auch nicht ändern, da der bestehende Anschluss der Schule zu gut ist, um mit Fördergeldern ausgebaut zu werden. Wie es mit dem Ausbau des Glasfasernetzes an den Schulen generell weitergeht, ist ebenfalls unklar. Nachdem beim Bildungsausschuss bekannt wurde, dass die Anbindung durch die beauftragte Firma Greenfiber erst 2023 erfolgen soll, will die Stadt nun handeln. „Es wurden seit dem letzten Bildungsausschuss bereits mehrere Gespräche mit dem Ziel eines vorgezogenen und verbindlichen Ausbaus geführt“, teilt die Pressestelle mit. Und weiter: „Sollten diese nicht fruchten, wurden bereits parallel Kontakte zu anderen Anbietern gesucht. Genaueres wird zum geeigneten Zeitpunkt bekanntgegeben.“ Schule digital Die Schulen sollen digitaler werden und müssen gleichzeitig mit den Herausforderungen wie Distanz- oder Wechselunterricht umgehen. Das Mindener Tageblatt berichtet in einer Serie über die vielfältigen Herausforderungen.

Digitalisierung an Mindener Schulen: Gemischtes Bild an Förderschulen

Schnelles Internet ist auch an den Förderschulen ein Thema. Während die Förderschule Rodenbeck mit der Bandbreite zufrieden ist, gibt es an der Kuhlenkampschule Probleme. Symbolfoto: Jochen Tack /imago © imago images/Jochen Tack

Minden. An den Mindener Schulen kommt die Digitalisierung nur langsam voran – das ist das Ergebnis einer Umfrage, die das MT durchgeführt und vor einer Woche veröffentlicht hat. Während Gymnasien hauptsächlich mit nicht ausreichenden Internetverbindungen zu kämpfen haben, gibt es an Grundschulen Probleme mit der technischen Ausstattung. Doch wie ist die Situation an Mindener Förderschulen – und wie geht es weiter mit dem Breitbandausbau an den Schulen?

In Minden gibt es zwei Förderschulen in öffentlicher Trägerschaft (Stadt und Kreis) und eine in kirchlicher Trägerschaft. Befragt wurden die beiden Schulen in staatlicher Trägerschaft. Digitaler Distanzunterricht findet an beiden Schulen statt. Das klappt laut Umfrage allerdings nur mittelmäßig gut. Beide Schulen nutzen unterschiedliche Lernplattformen, sind mit den technischen Möglichkeiten der Programme aber jeweils zufrieden. Während eine Schule über einen guten Internetanschluss verfügt, bewertet die andere Schule die Qualität ihres Internetanschlusses als mittelmäßig, das Ergebnis findet sich auch in der Bewertung der Qualität von Videokonferenzen wieder.

Große Unterschiede gibt es bei der technischen Ausstattung der Lehrkräfte – an einer Schule arbeiten die meisten mit Dienstgeräten, an der anderen mit privaten. Die Ausstattung der Schüler mit Geräten, mit denen sie dem digitalen Unterricht folgen können, bewerten beide Schulen als gut, zudem stehen Leihgeräte zur Verfügung. Unterschiedlich bewerten die Schulen die Fähigkeiten der Schüler, dem digitalen Distanzunterricht zu folgen, an einer Schule ist die mehrheitlich gut, an der anderen mehrheitlich schlecht.


Andrea Born von der Förderschule Rodenbeck, deren Träger der Kreis ist, stellt fest, dass die Probleme sehr individuell sind. „Das ist unsere Hauptschwierigkeit. Wir haben Schüler in Wohngruppen, die sich Geräte teilen müssen. Es gibt aber auch viele, mit deren Familien wir eng verzahnt sind, da klappt es dann sehr gut.“ Über die Notbetreuung seien außerdem einige Schüler in der Schule gewesen, auch hier habe es dann gut geklappt. Generell ist sie aber froh, dass die Dinge nun endlich in Bewegung kommen. „Als Lehrer hatten wir immer das Gefühl, hinter der technischen Entwicklung hinterher zu rennen – das ändert sich jetzt durch Corona und das ist gut.“

An der Kuhlenkampschule habe der digitale Distanzunterricht insgesamt recht gut geklappt, sagt Schulleiterin Sarah Darlath. „Alle Kollegen haben ab dem Sommer den Umgang mit der Lernplattform IServe intensiv geübt. Bei den Kindern, die technisch dazu in der Lage waren, hat das gut geklappt.“ Mit der guten technischen Ausstattung ihrer Schüler hatte sie allerdings nicht gerechnet. „Das hat uns positiv überrascht, bei wie vielen ein Gerät da ist. Allerdings nützen die Geräte nur denen etwas, die Internet zuhause haben – und das sind nicht alle.“

Was auf Distanz insgesamt funktioniert, funktioniert aber noch lange nicht in der Schule: In mehreren Räumen gibt es überhaupt kein WLAN, da vor mehreren Jahren entschieden wurde, die vorbereitende technische Infrastruktur hier nicht einzubauen. Damit gibt es in diesen Räumen auch keine einfache Möglichkeit, drahtloses Internet im benötigten Umfang bereitzustellen. Abgesehen davon fehlt es auch an der Kuhlenkampschule an der benötigten Bandbreite, um einer größeren Anzahl von Lehrern und Schülern parallel einen Internetzugang zu ermöglichen. Nach derzeitigem Stand soll sich das auch nicht ändern, da der bestehende Anschluss der Schule zu gut ist, um mit Fördergeldern ausgebaut zu werden.

Wie es mit dem Ausbau des Glasfasernetzes an den Schulen generell weitergeht, ist ebenfalls unklar. Nachdem beim Bildungsausschuss bekannt wurde, dass die Anbindung durch die beauftragte Firma Greenfiber erst 2023 erfolgen soll, will die Stadt nun handeln. „Es wurden seit dem letzten Bildungsausschuss bereits mehrere Gespräche mit dem Ziel eines vorgezogenen und verbindlichen Ausbaus geführt“, teilt die Pressestelle mit. Und weiter: „Sollten diese nicht fruchten, wurden bereits parallel Kontakte zu anderen Anbietern gesucht. Genaueres wird zum geeigneten Zeitpunkt bekanntgegeben.“

Schule digital

Die Schulen sollen digitaler werden und müssen gleichzeitig mit den Herausforderungen wie Distanz- oder Wechselunterricht umgehen. Das Mindener Tageblatt berichtet in einer Serie über die vielfältigen Herausforderungen.

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