Digital Detox: MT-Redakteurin hat bis auf Rabattcodes nicht viel verpasst Malina Reckordt Minden. Seit einer Woche liegt mein Smartphone irgendwo rum. Beim Einkaufen, Spazieren oder beim Besuch einer Freundin bleibt es Zuhause, beim Arbeiten befindet es sich außer Reichweite, beim Fernsehen, Frühstücken oder Abendessen ebenfalls. Und siehe da: es ist kein Problem. Als ich mich am Montag vor einer Woche zum Digital Detox entschieden habe, betrug meine Bildschirmzeit noch satte vier Stunden. Einen Tag später konnte ich die Zeit immerhin schon halbieren. Ein gemäßigter Entzug erwies sich offenbar als hilfreich. Denn das Ziel von maximal 30 Minuten Bildschirmzeit habe ich an den folgenden Tagen auch fast immer erreicht – genau genommen betrug sie 26, 31, 32, 34, 25, 28 und 33 Minuten. Aber wollen mir mal nicht so kleinlich sein. Warum ich das Ziel manchmal knapp verpasst habe, hat nämlich Gründe. Selbst wenn das Smartphone irgendwo ungenutzt in der Ecke rumliegt, ploppen Push-Nachrichten trotzdem weiterhin auf und somit läuft auch die Bildschirmzeit. Für jede einzelne App die Benachrichtigungen auszustellen, hätte zu viel Zeit gekostet, daher habe ich nun den Nicht-Stören-Modus aktiviert und das Smartphone schlummert vor sich hin. Es gibt allerdings noch eine zweite Tücke, die meine Bildschirmzeit in die Höhe getrieben hat. Ich war nämlich joggen und offenbar unzufrieden mit der Musik-Playlist. Ich habe ständig die Titel übersprungen und jedes Mal muss der Bildschirm geleuchtet haben. So betrug die Bildschirmzeit anschließend eine Stunde. Blöd gelaufen, aber ich weiß ja, dass ich nicht „gedaddelt" habe. Wie es mir sonst so geht? Nicht besser, aber auch nicht schlechter. Wirklich fehlen tut mir das Smartphone nicht. Das liegt allerdings sicherlich auch daran, dass ich fast 24/7 Zuhause bin. Um Mails zu checken, Überweisungen zu tätigen oder Dinge online zu bestellen, nutze ich nun einfach den Laptop. Anders ist es beim Telefonieren oder Musik hören, da habe ich keine Alternative und muss zum Handy greifen. Dass ich durch den Verzicht viel produktiver geworden bin, kann ich leider (noch) nicht behaupten. Bis auf die Sport-, Putz-, Koch- und Backeinheiten gibt da es nicht viel zu nennen. Als ich kürzlich mit einer Freundin unterwegs war, fragte ich sie: „Und, habe ich schon was verpasst?" Offenbar nicht. Denn – der Corona-Pandemie sei dank – passiert momentan eh nicht viel. Vermutlich sind mir bei Instagram lediglich ein paar Rabattcodes von Influencern entgangen. Wie ärgerlich. Übrigens: Vor Beginn meiner Smartphone-Abstinenz waren sich alle einig: „Das schaffst du doch eh nicht." Tja, ihr werdet schon noch sehen, dachte ich mir. Allerdings können sieben Wochen auch noch verdammt lang werden.

Digital Detox: MT-Redakteurin hat bis auf Rabattcodes nicht viel verpasst

Ziel unterboten: Am zweiten Tag der Fastenzeit betrug die Bildschirmzeit 26 Minuten – statt wie üblich vier Stunden. MT-Foto: Patrick Schwemling

Minden. Seit einer Woche liegt mein Smartphone irgendwo rum. Beim Einkaufen, Spazieren oder beim Besuch einer Freundin bleibt es Zuhause, beim Arbeiten befindet es sich außer Reichweite, beim Fernsehen, Frühstücken oder Abendessen ebenfalls. Und siehe da: es ist kein Problem.

Als ich mich am Montag vor einer Woche zum Digital Detox entschieden habe, betrug meine Bildschirmzeit noch satte vier Stunden. Einen Tag später konnte ich die Zeit immerhin schon halbieren. Ein gemäßigter Entzug erwies sich offenbar als hilfreich. Denn das Ziel von maximal 30 Minuten Bildschirmzeit habe ich an den folgenden Tagen auch fast immer erreicht – genau genommen betrug sie 26, 31, 32, 34, 25, 28 und 33 Minuten. Aber wollen mir mal nicht so kleinlich sein. Warum ich das Ziel manchmal knapp verpasst habe, hat nämlich Gründe.

Selbst wenn das Smartphone irgendwo ungenutzt in der Ecke rumliegt, ploppen Push-Nachrichten trotzdem weiterhin auf und somit läuft auch die Bildschirmzeit. Für jede einzelne App die Benachrichtigungen auszustellen, hätte zu viel Zeit gekostet, daher habe ich nun den Nicht-Stören-Modus aktiviert und das Smartphone schlummert vor sich hin. Es gibt allerdings noch eine zweite Tücke, die meine Bildschirmzeit in die Höhe getrieben hat. Ich war nämlich joggen und offenbar unzufrieden mit der Musik-Playlist. Ich habe ständig die Titel übersprungen und jedes Mal muss der Bildschirm geleuchtet haben. So betrug die Bildschirmzeit anschließend eine Stunde. Blöd gelaufen, aber ich weiß ja, dass ich nicht „gedaddelt" habe.

Wie es mir sonst so geht? Nicht besser, aber auch nicht schlechter. Wirklich fehlen tut mir das Smartphone nicht. Das liegt allerdings sicherlich auch daran, dass ich fast 24/7 Zuhause bin. Um Mails zu checken, Überweisungen zu tätigen oder Dinge online zu bestellen, nutze ich nun einfach den Laptop. Anders ist es beim Telefonieren oder Musik hören, da habe ich keine Alternative und muss zum Handy greifen.

Dass ich durch den Verzicht viel produktiver geworden bin, kann ich leider (noch) nicht behaupten. Bis auf die Sport-, Putz-, Koch- und Backeinheiten gibt da es nicht viel zu nennen. Als ich kürzlich mit einer Freundin unterwegs war, fragte ich sie: „Und, habe ich schon was verpasst?" Offenbar nicht. Denn – der Corona-Pandemie sei dank – passiert momentan eh nicht viel. Vermutlich sind mir bei Instagram lediglich ein paar Rabattcodes von Influencern entgangen. Wie ärgerlich.

Übrigens: Vor Beginn meiner Smartphone-Abstinenz waren sich alle einig: „Das schaffst du doch eh nicht." Tja, ihr werdet schon noch sehen, dachte ich mir. Allerdings können sieben Wochen auch noch verdammt lang werden.

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