Die neuen, alten Corona-Regeln: Das gilt ab Freitag im Kreis Minden-Lübbecke Patrick Schwemling Minden. Wenn der Freitag anbricht, ändern sich für die Menschen im Kreis Minden-Lübbecke wieder einmal die Corona-Regeln. Am frühen Mittwochnachmittag teilte das NRW-Gesundheitsministerium offiziell mit, worüber das Mindener Tageblatt bereits am Montag informiert hatte: der Mühlenkreis wird zum 23. Juli wieder der Inzidenzstufe 1 zugeordnet – exakt zwei Wochen nachdem die Menschen in der Region von den zahlreichen Lockerungen der neu eingeführten Inzidenzstufe 0 profitiert hatten. Hintergrund der neuen Regelungen ist die Tatsache, dass die Inzidenz in Minden-Lübbecke acht Tage in Folge über zehn gelegen hatte und aktuell bereits 23,8 beträgt. „Wir bedauern sehr, dass die Fallzahlen im Kreis – wie fast überall – inzwischen wieder steigen", sagte die Leiterin des Krisenstabes, Kreisdirektorin Cornelia Schöder. Diese Entwicklung hätte sich bereits zu Beginn der Sommerferien abgezeichnet, als es eine Reihe von Neuinfektionen, die auf Reiserückkehrende zurückzuführen waren, gab. Dieser Trend setze sich nun fort. „Wir weisen nochmals darauf hin, dass es weiter wichtig ist, sich an die bekannten Regeln zu halten: Abstand halten, einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz tragen bei größeren Menschenansammlungen, lieber einmal öfter zum Testen gehen", betont die Krisenstabsleiterin. „Urlaubsrückkehrer schützen sich und ihr Umfeld, wenn sie sich fünf Tage nach Rückkehr testen lassen. Wer noch nicht geimpft ist, kann gerne eins der aktuellen Impfangebote unseres mobilen Impfteams wahrnehmen oder einfach ohne Termin zu den neuen Öffnungszeiten in unser Impfzentrum in Unterlübbe kommen." Doch welche Regeln gelten nun? Das MT hat die grundlegendsten Punkte der Corona-Schutzverordnung unter die Lupe genommen und gibt einen Überblick über die neuesten Regeln. Kontaktbeschränkungen Nachdem es in den letzten zwei Wochen keinerlei Beschränkungen gegeben hatte und Mindestabstände nur eine Empfehlung waren, werden die Regelungen in diesem Punkt wieder schärfer angezogen. Treffen im öffentlichen Raum sind ohne Begrenzung für Angehörige aus fünf Haushalten erlaubt. Außerdem können sich bis zu 100 Personen aus beliebigen Haushalten treffen – dann allerdings mit negativem Testnachweis. Ausgenommen aus dieser Zählweise sind alle Menschen, die als vollständig geimpft oder genesen gelten. Dazu zählen Personen, die eine Corona-Erkrankung in den letzten sechs Monaten nachweisen können. Das gilt auch für diejenigen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden und bereits ihre erste Schutzimpfung erhalten haben. Dies gilt auch für die Regelungen der weiteren Unterpunkte. Arbeitnehmer-Testpflicht Beschäftigte ohne vollständigen Impfschutz oder Genesenen-Nachweis, die nach dem 1. Juli 2021 mindestens fünf Tage aufgrund von Urlaub oder ähnlichen Abwesenheiten nicht gearbeitet haben, müssen nach der Rückkehr am ersten Tag an ihrem Arbeitsplatz ein negatives Testergebnis vorweisen oder vor Ort einen Test durchführen. Krankheit oder Home-Office-Zeiten lösen keine Testpflicht aus. Partys, Hochzeiten & Co. Hochzeiten, Geburtstage und andere große Partys, die in den letzten zwei Wochen stattgefunden haben, konnten nahezu ohne große Einschränkungen stattfinden. Bei mehr als 50 Teilnehmenden hätten ohne Test die Mindestabstände und Maskenpflicht beachtet werden müssen, mit einem Test der noch nicht immunisierten Partygäste wären jedoch alle Beschränkungen entfallen. Nun sind Partys und vergleichbare Feiern im Freien ohne Mindestabstand und ohne Maskenpflicht mit bis zu 100 Gästen und innen mit bis zu 50 Gästen möglich, wenn ein negativer Testnachweis vorliegt und einfache Rückverfolgbarkeit sichergestellt ist. Bei privaten Veranstaltungen sind ab Freitag im Freien bis zu 250 Gäste und innen bis zu 100 Gäste möglich. Voraussetzung sind auch hier ein negativer Testnachweis und eine sichergestellte einfache Rückverfolgbarkeit. Es besteht weder draußen eine Maskenpflicht, noch drinnen am Tisch, wenn die besondere Rückverfolgbarkeit sichergestellt ist. Freizeit & Gastronomie Da die Landesinzidenz in NRW, die am Mittwoch den sieben Tag in Folge über zehn (13,8) lag, noch der Inzidenzstufe 0 angehörte, gab es praktisch keine Beschränkungen. Selbst Clubs und Diskotheken durften für Getestete, Genesene und Geimpfte wieder ihre Innenräume öffnen. In Minden wurde an den letzten beiden Wochenenden im Markt 15 gefeiert, während die Musikbox ihre Türen geschlossen hielt. Ab Freitag hat sich das vorerst erledigt. Trotzdem sind die meisten Aktivitäten weiter nahezu ohne Einschränkung möglich. So können Restaurants, Bars und alle anderen Gastronomieangebote sowohl im Innen- als auch Außenbereich ohne einen negativen Testnachweis besucht werden. Für die Innengastronomie gilt dies ausdrücklich nur, wenn die Landesinzidenz unter 35 liegt, was aktuell der Fall ist. Auch in den Freibädern der Region braucht es keinen Test. In Freizeitparks wie etwa dem Potts Park in Dützen müssen ab Freitag jedoch wieder Nachweise über Impfungen, Genesungen oder einem negativen Corona-Test erbracht werden. Einzelhandel Ab Freitag gibt es wieder flächenmäßige Begrenzungen, die es zuletzt weggefallen waren. So ist jetzt wieder nur ein Kunde pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche zugelassen, was sich besonders bei den kleineren Ladenlokalen bemerkbar machen dürfte. Weiter gilt die Maskenpflicht, jedoch gehören ehemalige Regelungen wie Terminbuchungen oder negative Tests bis auf Weiteres der Vergangenheit an. Kultur Veranstaltungen, Konzerte, Theater, Oper oder der Betrieb von Kinos sind mit bis zu 1.000 Personen erlaubt – zumindest so lange die Inzidenz in NRW unter 35 liegt. Dabei gibt es dann zwei Möglichkeiten: entweder ohne Mindestabstand, aber mit negativem Testnachweis oder mit Mindestabstand und ohne Testnachweis. Mehr als 1.000 Personen sind erlaubt, sofern ein Sitzplan, ein negativer Testnachweis sowie die Einhaltung des Mindestabstands oder eine Sitzordnung nach Schachbrettmuster vorhanden sind. Sport Am Donnerstag ist der letzte Tag, an dem Sport ohne jegliche Beschränkungen möglich ist. Allerdings sind die Regeln weiter überschaubar, da bis zu 100 Personen außen und innen Kontaktsport betreiben dürfen, auch ohne negativen Test. Sollte die Landesinzidenz allerdings in die Inzidenzstufe 2 rutschen und nachhaltig über 35 liegen, ist wieder ein negativer Test erforderlich.

Die neuen, alten Corona-Regeln: Das gilt ab Freitag im Kreis Minden-Lübbecke

Ab Freitag gelten wieder neue, alte Regeln im Kreis Minden-Lübbecke. Das MT zeigt einen Überblick mit den wichtigsten Neuerungen. Foto: © imago images/Eibner

Minden. Wenn der Freitag anbricht, ändern sich für die Menschen im Kreis Minden-Lübbecke wieder einmal die Corona-Regeln. Am frühen Mittwochnachmittag teilte das NRW-Gesundheitsministerium offiziell mit, worüber das Mindener Tageblatt bereits am Montag informiert hatte: der Mühlenkreis wird zum 23. Juli wieder der Inzidenzstufe 1 zugeordnet – exakt zwei Wochen nachdem die Menschen in der Region von den zahlreichen Lockerungen der neu eingeführten Inzidenzstufe 0 profitiert hatten.

Hintergrund der neuen Regelungen ist die Tatsache, dass die Inzidenz in Minden-Lübbecke acht Tage in Folge über zehn gelegen hatte und aktuell bereits 23,8 beträgt. „Wir bedauern sehr, dass die Fallzahlen im Kreis – wie fast überall – inzwischen wieder steigen", sagte die Leiterin des Krisenstabes, Kreisdirektorin Cornelia Schöder. Diese Entwicklung hätte sich bereits zu Beginn der Sommerferien abgezeichnet, als es eine Reihe von Neuinfektionen, die auf Reiserückkehrende zurückzuführen waren, gab. Dieser Trend setze sich nun fort.

- © MT-Grafik: Alex Hoffmann
© MT-Grafik: Alex Hoffmann

„Wir weisen nochmals darauf hin, dass es weiter wichtig ist, sich an die bekannten Regeln zu halten: Abstand halten, einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz tragen bei größeren Menschenansammlungen, lieber einmal öfter zum Testen gehen", betont die Krisenstabsleiterin. „Urlaubsrückkehrer schützen sich und ihr Umfeld, wenn sie sich fünf Tage nach Rückkehr testen lassen. Wer noch nicht geimpft ist, kann gerne eins der aktuellen Impfangebote unseres mobilen Impfteams wahrnehmen oder einfach ohne Termin zu den neuen Öffnungszeiten in unser Impfzentrum in Unterlübbe kommen."


Doch welche Regeln gelten nun? Das MT hat die grundlegendsten Punkte der Corona-Schutzverordnung unter die Lupe genommen und gibt einen Überblick über die neuesten Regeln.

Bei Zusammenkünften, etwa beim Essengehen, dürfen nicht mehr als fünf Haushalte zusammenkommen. Mit einem negativen Testnachweis allerdings bis zu 100. Symbolfoto: - © pschwemling
Bei Zusammenkünften, etwa beim Essengehen, dürfen nicht mehr als fünf Haushalte zusammenkommen. Mit einem negativen Testnachweis allerdings bis zu 100. Symbolfoto: - © pschwemling

Kontaktbeschränkungen

Nachdem es in den letzten zwei Wochen keinerlei Beschränkungen gegeben hatte und Mindestabstände nur eine Empfehlung waren, werden die Regelungen in diesem Punkt wieder schärfer angezogen. Treffen im öffentlichen Raum sind ohne Begrenzung für Angehörige aus fünf Haushalten erlaubt. Außerdem können sich bis zu 100 Personen aus beliebigen Haushalten treffen – dann allerdings mit negativem Testnachweis.

Ausgenommen aus dieser Zählweise sind alle Menschen, die als vollständig geimpft oder genesen gelten. Dazu zählen Personen, die eine Corona-Erkrankung in den letzten sechs Monaten nachweisen können. Das gilt auch für diejenigen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden und bereits ihre erste Schutzimpfung erhalten haben. Dies gilt auch für die Regelungen der weiteren Unterpunkte.

Arbeitnehmer-Testpflicht

Beschäftigte ohne vollständigen Impfschutz oder Genesenen-Nachweis, die nach dem 1. Juli 2021 mindestens fünf Tage aufgrund von Urlaub oder ähnlichen Abwesenheiten nicht gearbeitet haben, müssen nach der Rückkehr am ersten Tag an ihrem Arbeitsplatz ein negatives Testergebnis vorweisen oder vor Ort einen Test durchführen. Krankheit oder Home-Office-Zeiten lösen keine Testpflicht aus.

Hochzeitsfeiern und Partys sind im Freien ohne Mindestabstand und ohne Maskenpflicht mit bis zu 100 Gästen erlaubt. Veranstaltungen in Innenräumen mit bis zu 50, wenn bestimmte Regeln eingehalten werden können. Symbolfoto: Imago - © imago stock&people
Hochzeitsfeiern und Partys sind im Freien ohne Mindestabstand und ohne Maskenpflicht mit bis zu 100 Gästen erlaubt. Veranstaltungen in Innenräumen mit bis zu 50, wenn bestimmte Regeln eingehalten werden können. Symbolfoto: Imago - © imago stock&people

Partys, Hochzeiten & Co.

Hochzeiten, Geburtstage und andere große Partys, die in den letzten zwei Wochen stattgefunden haben, konnten nahezu ohne große Einschränkungen stattfinden. Bei mehr als 50 Teilnehmenden hätten ohne Test die Mindestabstände und Maskenpflicht beachtet werden müssen, mit einem Test der noch nicht immunisierten Partygäste wären jedoch alle Beschränkungen entfallen. Nun sind Partys und vergleichbare Feiern im Freien ohne Mindestabstand und ohne Maskenpflicht mit bis zu 100 Gästen und innen mit bis zu 50 Gästen möglich, wenn ein negativer Testnachweis vorliegt und einfache Rückverfolgbarkeit sichergestellt ist. Bei privaten Veranstaltungen sind ab Freitag im Freien bis zu 250 Gäste und innen bis zu 100 Gäste möglich. Voraussetzung sind auch hier ein negativer Testnachweis und eine sichergestellte einfache Rückverfolgbarkeit. Es besteht weder draußen eine Maskenpflicht, noch drinnen am Tisch, wenn die besondere Rückverfolgbarkeit sichergestellt ist.

Besucher des Potts Parks brauchen ab Freitag wieder einen Corona-Test. Dies war zuletzt nicht mehr notwendig. Foto: - © Kerstin Rickert
Besucher des Potts Parks brauchen ab Freitag wieder einen Corona-Test. Dies war zuletzt nicht mehr notwendig. Foto: - © Kerstin Rickert

Freizeit & Gastronomie

Da die Landesinzidenz in NRW, die am Mittwoch den sieben Tag in Folge über zehn (13,8) lag, noch der Inzidenzstufe 0 angehörte, gab es praktisch keine Beschränkungen. Selbst Clubs und Diskotheken durften für Getestete, Genesene und Geimpfte wieder ihre Innenräume öffnen. In Minden wurde an den letzten beiden Wochenenden im Markt 15 gefeiert, während die Musikbox ihre Türen geschlossen hielt. Ab Freitag hat sich das vorerst erledigt. Trotzdem sind die meisten Aktivitäten weiter nahezu ohne Einschränkung möglich.

So können Restaurants, Bars und alle anderen Gastronomieangebote sowohl im Innen- als auch Außenbereich ohne einen negativen Testnachweis besucht werden. Für die Innengastronomie gilt dies ausdrücklich nur, wenn die Landesinzidenz unter 35 liegt, was aktuell der Fall ist. Auch in den Freibädern der Region braucht es keinen Test. In Freizeitparks wie etwa dem Potts Park in Dützen müssen ab Freitag jedoch wieder Nachweise über Impfungen, Genesungen oder einem negativen Corona-Test erbracht werden.

In der Mindener Innenstadt ändert sich nur wenig: die Personenanzahl in den Geschäften wird wieder begrenzt. Foto: - © Alex Lehn
In der Mindener Innenstadt ändert sich nur wenig: die Personenanzahl in den Geschäften wird wieder begrenzt. Foto: - © Alex Lehn

Einzelhandel

Ab Freitag gibt es wieder flächenmäßige Begrenzungen, die es zuletzt weggefallen waren. So ist jetzt wieder nur ein Kunde pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche zugelassen, was sich besonders bei den kleineren Ladenlokalen bemerkbar machen dürfte. Weiter gilt die Maskenpflicht, jedoch gehören ehemalige Regelungen wie Terminbuchungen oder negative Tests bis auf Weiteres der Vergangenheit an.

Empfohlener redaktioneller Inhalt


Wir bieten an dieser Stelle weitere externe Informationen zu dem Artikel an. Mit einem Klick können Sie sich diese anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.

Externe Inhalte

Wenn Sie sich externe Inhalte anzeigen lassen, erklären Sie sich damit einverstanden, dass möglicherweise personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden.
Weitere Hinweise dazu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Kultur

Veranstaltungen, Konzerte, Theater, Oper oder der Betrieb von Kinos sind mit bis zu 1.000 Personen erlaubt – zumindest so lange die Inzidenz in NRW unter 35 liegt. Dabei gibt es dann zwei Möglichkeiten: entweder ohne Mindestabstand, aber mit negativem Testnachweis oder mit Mindestabstand und ohne Testnachweis. Mehr als 1.000 Personen sind erlaubt, sofern ein Sitzplan, ein negativer Testnachweis sowie die Einhaltung des Mindestabstands oder eine Sitzordnung nach Schachbrettmuster vorhanden sind.

Kontaktsport, wie hier beim Fußball, ist weiter möglich - mit bis zu 100 Personen. MT-Foto: - © Fabian Terwey
Kontaktsport, wie hier beim Fußball, ist weiter möglich - mit bis zu 100 Personen. MT-Foto: - © Fabian Terwey

Sport

Am Donnerstag ist der letzte Tag, an dem Sport ohne jegliche Beschränkungen möglich ist. Allerdings sind die Regeln weiter überschaubar, da bis zu 100 Personen außen und innen Kontaktsport betreiben dürfen, auch ohne negativen Test. Sollte die Landesinzidenz allerdings in die Inzidenzstufe 2 rutschen und nachhaltig über 35 liegen, ist wieder ein negativer Test erforderlich.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Minden