Lob und Leckerchen: Eine Bückeburgerin bringt "Dogdance" nach Minden Leandra Finke Minden. Ein Klicken, Kommando, Handzeichen und schon tanzen Andrea Lewis und Border Collie Holly bei leiser Hintergrundmusik durch die Trainingshalle am Mindener Tierheim. Zur Belohnung gibt es ein Leckerchen für die Hündin. Dogdancing heißt der Hundesport, bei dem die 53-Jährige Anfang September in Baden-Württemberg mit Holly den zweiten Platz bei den Deutschen Meisterschaften belegte - und zwar in der Kategorie "Heelwork to Music". Dabei steht der Hund im Mittelpunkt, und tanzt zusammen mit dem Menschen zu einer Choreografie. Was zunächst für den Zuschauer einfach aussieht, erfordert von Mensch und Tier eine sehr gute Teamarbeit und die Beherrschung verschiedenster Tricks innerhalb einer Choreografie, die zu frei gewählter Musik aufgeführt wird. "In keiner anderen Hundesportart wird so Kreativität und Teamwork vereint", betont die gebürtige Oberlübberin Andrea Lewis. Sie lebt zusammen mit ihren drei Border Collies und Therapiehunden Nya, Wednesday und Holly in Bückeburg. Als Diplomsozialpädagogin arbeitet sie in Minden und bietet hundgestützte Pädagogik an. Seit drei Jahren trainiert Lewis am Mindener Tierheim mit ihren Hunden unter dem Namen "Rockindogs". "Meine Hunde sind meine große Leidenschaft", sagt Lewis. Bereits seit 1999 geht sie ihrem großem Hobby nach, und tanzte in diversen Dogdance-Gruppen. Ihr Ziel ist es, den Sport bekannter zu machen und langfristig eine lokale Gruppe aufzubauen. Dogdance ist für jeden Menschen und jeden Hund geeignet, auch ältere oder gehandicapte Hunde und Menschen können diesen Sport ausüben. Deswegen bezeichnet der deutsche Verband der Gebrauchshundsportvereine (DVG) die Sportart als Breitensport. "Jeder kann mitmachen, das ist das Schöne. Aber nicht jeder Hund hat Lust darauf. Beim Training muss man mit einfachen Übungen anfangen und dann weiter dranbleiben, weil es dann anspruchsvol wird," erzählt Lewis. Die 53-Jährige arbeitet im Training spielerisch und nur mit positiven Belohnungen. Das können Leckerchen, Lob oder auch Streicheleinheiten sein. Für sie ist es besonders wichtig, dass auch für das Tier der Spaß im Vordergrund steht. Komplexe Tricks bestehen aus vielen einzelnen Schritten. Hund und Hundebesitzer brauchen viel Geduld zum Einüben. Zu den "Basics" gehören bespielsweise Pfote geben und Slalom laufen. Die Bezeichnungen der Kommandos können englische, deutsche oder französische Begriffe sowie Fantasiewörter sein. Diese benutzt Lewis, wenn der Hund die Tricks seitenverkehrt aufführen soll: Aus "Side" wird dann das Kommando "Edis". Im Wettbewerb werden unterschiedliche Kriterien bewertet. Dazu gehören Teamwork, Dynamik, Musikkonzept, Choreografie sowie die Ausführung der einzelnen Tricks und Kombinationen. In der klassischen Wettbewerbssituation wird auf Klicker und Leckerchen verzichtet. Eine Ausnahme ist die sogenannte Fun-Klasse. Hier wird die Verwendung von Futter und Spielzeug ausdrücklich erwünscht, laut DVG. Dogdancing schnell erklärt Ursprünglich entstand der Sport in den neunziger Jahren als Showprogramm in den Vereinigten Staaten und in Großbritannien. Dabei handelt es sich um eine Abwandlung von Obedience, einer strengen Unterordnung des Hundes. Dogdancing ist der Überbegriff für die Kategorien Heelwork to music (HTM), was übersetzt Fußarbeit zu Musik bedeutet, und dem Freestyle, bei dem Hund und Mensch in der Choreografie keine Grenzen gesetzt und Elemente aus anderen Hundesportarten erlaubt sind. HTM wird nicht nur nah am Fuß des Hundehalters ausgeführt, Hunde dürfen sich auf bis zu 50 Zentimeter vom Mensch entfernen. Insgesamt gibt es 18 verschiedene Fußpositionen, die der Hund vorwärts, rückwärts und seitwärts vorführen kann.

Lob und Leckerchen: Eine Bückeburgerin bringt "Dogdance" nach Minden

Border Collie Holly mit Pokal. Mt- © Foto: Leandra Finke.

Minden. Ein Klicken, Kommando, Handzeichen und schon tanzen Andrea Lewis und Border Collie Holly bei leiser Hintergrundmusik durch die Trainingshalle am Mindener Tierheim. Zur Belohnung gibt es ein Leckerchen für die Hündin. Dogdancing heißt der Hundesport, bei dem die 53-Jährige Anfang September in Baden-Württemberg mit Holly den zweiten Platz bei den Deutschen Meisterschaften belegte - und zwar in der Kategorie "Heelwork to Music". Dabei steht der Hund im Mittelpunkt, und tanzt zusammen mit dem Menschen zu einer Choreografie.

Was zunächst für den Zuschauer einfach aussieht, erfordert von Mensch und Tier eine sehr gute Teamarbeit und die Beherrschung verschiedenster Tricks innerhalb einer Choreografie, die zu frei gewählter Musik aufgeführt wird. "In keiner anderen Hundesportart wird so Kreativität und Teamwork vereint", betont die gebürtige Oberlübberin Andrea Lewis. Sie lebt zusammen mit ihren drei Border Collies und Therapiehunden Nya, Wednesday und Holly in Bückeburg. Als Diplomsozialpädagogin arbeitet sie in Minden und bietet hundgestützte Pädagogik an.

Hündin Holly und Andrea Lewis in Aktion. - © MT-Foto: Charlotte Schermer
Hündin Holly und Andrea Lewis in Aktion. - © MT-Foto: Charlotte Schermer

Seit drei Jahren trainiert Lewis am Mindener Tierheim mit ihren Hunden unter dem Namen "Rockindogs". "Meine Hunde sind meine große Leidenschaft", sagt Lewis. Bereits seit 1999 geht sie ihrem großem Hobby nach, und tanzte in diversen Dogdance-Gruppen. Ihr Ziel ist es, den Sport bekannter zu machen und langfristig eine lokale Gruppe aufzubauen.

Dogdance ist für jeden Menschen und jeden Hund geeignet, auch ältere oder gehandicapte Hunde und Menschen können diesen Sport ausüben. Deswegen bezeichnet der deutsche Verband der Gebrauchshundsportvereine (DVG) die Sportart als Breitensport. "Jeder kann mitmachen, das ist das Schöne. Aber nicht jeder Hund hat Lust darauf. Beim Training muss man mit einfachen Übungen anfangen und dann weiter dranbleiben, weil es dann anspruchsvol wird," erzählt Lewis.

Die 53-Jährige arbeitet im Training spielerisch und nur mit positiven Belohnungen. Das können Leckerchen, Lob oder auch Streicheleinheiten sein. Für sie ist es besonders wichtig, dass auch für das Tier der Spaß im Vordergrund steht. Komplexe Tricks bestehen aus vielen einzelnen Schritten. Hund und Hundebesitzer brauchen viel Geduld zum Einüben. Zu den "Basics" gehören bespielsweise Pfote geben und Slalom laufen. Die Bezeichnungen der Kommandos können englische, deutsche oder französische Begriffe sowie Fantasiewörter sein. Diese benutzt Lewis, wenn der Hund die Tricks seitenverkehrt aufführen soll: Aus "Side" wird dann das Kommando "Edis".

Im Wettbewerb werden unterschiedliche Kriterien bewertet. Dazu gehören Teamwork, Dynamik, Musikkonzept, Choreografie sowie die Ausführung der einzelnen Tricks und Kombinationen. In der klassischen Wettbewerbssituation wird auf Klicker und Leckerchen verzichtet. Eine Ausnahme ist die sogenannte Fun-Klasse. Hier wird die Verwendung von Futter und Spielzeug ausdrücklich erwünscht, laut DVG.

Dogdancing schnell erklärt

Ursprünglich entstand der Sport in den neunziger Jahren als Showprogramm in den Vereinigten Staaten und in Großbritannien. Dabei handelt es sich um eine Abwandlung von Obedience, einer strengen Unterordnung des Hundes. Dogdancing ist der Überbegriff für die Kategorien Heelwork to music (HTM), was übersetzt Fußarbeit zu Musik bedeutet, und dem Freestyle, bei dem Hund und Mensch in der Choreografie keine Grenzen gesetzt und Elemente aus anderen Hundesportarten erlaubt sind. HTM wird nicht nur nah am Fuß des Hundehalters ausgeführt, Hunde dürfen sich auf bis zu 50 Zentimeter vom Mensch entfernen. Insgesamt gibt es 18 verschiedene Fußpositionen, die der Hund vorwärts, rückwärts und seitwärts vorführen kann.

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