Die Stones waren der Auslöser: Muckertreff feiert 25-jähriges Bestehen Ursula Koch Minden. Ein Konzert der Rolling Stones 1996 in Hannover auf ihrer Voodoo-Lounge-Tournee war der Auslöser: Da trafen sich zufällig einige Mindener Musiker, die sich entschieden, eine Erinnerungsparty mit den Hits der Stones zu feiern. Wenn dann schon mal mehrere Musiker zusammen sind, dann greifen sie auch zu ihren Instrumenten, erinnert sich der Gitarrist Heiko Grannemann, der drei Jahrzehnte lang Tanzmusik gespielt hat. So wurde der Muckertreff geboren, der am Sonntag, 25. Juli, um 12 Uhr im Fort A sein 25. Jubiläum feiert. Das wäre streng genommen schon am ersten Sonntag nach Neujahr dran gewesen – aber Corona... Angefangen hat das alles im Trecker-Schuppen von Rudi Lichtsinn in Wietersheim. Der war damals schon zum Partyraum umgebaut. Über der Theke hing ein Eimer, in den jeder fünf D-Mark für Getränke und Bratwurst werfen musste. Rudi Lichtsinn selber spielt zwar kein Instrument, „aber er singt ganz passabel Satisfaction“, sagt Grannemann. 50 bis 70 Personen fanden in seinem Party-Schuppen und um den überdachten Grillplatz. Spontane Sessions in ebenso spontaner Zusammensetzung mit Oldies von Beatles, Stones, Shadows oder Eagles waren dort Programm. „Diese Musik ist immer der gemeinsame Nenner“, sagt der Gitarrist Klaus Fuhse, der inzwischen die Organisation übernommen hat. Neben Grannemann gehörten auch Dietmar Möller, Klaus Oremek, Manfred Fister, Klaus Bardhuhn, Paule Meyer, Paul Eyres, Bernd Lampe und Peter Faydeck zu den Muckern der frühen Treffen. Der Sonntag nach Neujahr ist darum für Musiker ein guter Termin, weil sie dann keine Auftritte haben. An allen anderen Wochenenden muss immer jemand spielen, manchmal bis tief in die Nacht. 2008 und 2009 legte der „Muckertreff“ eine kurze Pause ein, weil der Raum bei Lichtsinn nicht mehr zur Verfügung stand. Seitdem findet der Januar-Treff im BÜZ statt – mit mittlerweile etwa 30 aktiven Musikern sowie rund 300 Freunden und Zuhörern. „Das hat einen sehr familiären Charakter“, sagt Fuhse. Inzwischen fänden sich die Bands allerdings nicht mehr ganz so spontan zusammen. Anfänger und neue Bands würden das Treffen aber nutzen, um sich dem Publikum vorzustellen. Von einigen Musikern hätten auch schon die Kinder mitgespielt. „Das Publikum ist sehr großzügig“, sagt Fuhse. Das sei auch wichtig, weil der Schritt auf die Bühne für viele Musiker Überwindung bedeutet. Auch aus Bückeburg und Hameln kommen inzwischen ganze Bands zum Muckertreff. Der bekam ab 2013 noch einen Ableger, die Sommer-Variante unter freiem Himmel im Fort A. Dort seien schon über den Sonntag verteilt bis zu 600 Zuhörer gezählt worden, berichtet Fuhse. Zu den Konstanten zählt auch Portas ehemaliger Bürgermeister Stephan Böhme, der regelmäßig sein Schlagzeug zur Verfügung stellt. Robert Mühlbach und Andreas Zelle sorgen im Fort A in der Technik für den richtigen Ton. Und wenn Routiniers wie Peter Wilcek, Ray Pasnen oder Oliver Schröder auf der Bühne stünden, dann trauten sich auch die anderen Musiker dazu, hat Fuhse beobachtet. Ab und zu hat sich auch schon mal Prominenz blicken lassen: Zacki etwa, der als Schlagzeuger in der Band von Helmut Zerlett aus der Harald-Schmidt-Show mitspielte. Oder Alan Silson, Gitarrist der Band Smokie, der inzwischen in Lübbecke lebt. Und aus den spontanen Sessions haben sich auch Bands formiert. Fuhse nennt die Hogger Nights und die Spokes als Beispiele. Gründungsmitglied Heiko Grannemann tritt heute nicht mehr auf. Er hat sich derweil aufs „Homerecording“ verlegt und tüftelt am Computer an neuen Stücken. „Das macht Spaß“, sagt er. Bislang habe ihm die Zeit gefehlt, das auf die Bühne zu bringen: „Vielleicht mache ich das irgendwann mal.“ Beim Muckertreff sind noch immer Soul und Rock die vorherrschenden Musikrichtungen. Anfangs war Tanzmusik verpönt, aber selbst an Schlagern haben die Musiker ihren Spaß. Und der soll bei den Treffen weiterhin im Vordergrund stehen. Für den Muckertreff am Sonntag, 25. Juli, von 12 bis 18 Uhr, im Fort A, Festungsstraße 20, Minden, ist der Eintritt frei, es wird um eine Hutspende gebeten. Zugang haben alle, die getestet, genesen oder geimpft sind.

Die Stones waren der Auslöser: Muckertreff feiert 25-jähriges Bestehen

Heiko Grannemann (links) und Klaus Fuhse organisieren seit 25 Jahren den Muckertreff. MT-Foto: Ursula Koch © Ursula Koch

Minden. Ein Konzert der Rolling Stones 1996 in Hannover auf ihrer Voodoo-Lounge-Tournee war der Auslöser: Da trafen sich zufällig einige Mindener Musiker, die sich entschieden, eine Erinnerungsparty mit den Hits der Stones zu feiern. Wenn dann schon mal mehrere Musiker zusammen sind, dann greifen sie auch zu ihren Instrumenten, erinnert sich der Gitarrist Heiko Grannemann, der drei Jahrzehnte lang Tanzmusik gespielt hat. So wurde der Muckertreff geboren, der am Sonntag, 25. Juli, um 12 Uhr im Fort A sein 25. Jubiläum feiert.

Das wäre streng genommen schon am ersten Sonntag nach Neujahr dran gewesen – aber Corona... Angefangen hat das alles im Trecker-Schuppen von Rudi Lichtsinn in Wietersheim. Der war damals schon zum Partyraum umgebaut. Über der Theke hing ein Eimer, in den jeder fünf D-Mark für Getränke und Bratwurst werfen musste. Rudi Lichtsinn selber spielt zwar kein Instrument, „aber er singt ganz passabel Satisfaction“, sagt Grannemann.

50 bis 70 Personen fanden in seinem Party-Schuppen und um den überdachten Grillplatz. Spontane Sessions in ebenso spontaner Zusammensetzung mit Oldies von Beatles, Stones, Shadows oder Eagles waren dort Programm. „Diese Musik ist immer der gemeinsame Nenner“, sagt der Gitarrist Klaus Fuhse, der inzwischen die Organisation übernommen hat. Neben Grannemann gehörten auch Dietmar Möller, Klaus Oremek, Manfred Fister, Klaus Bardhuhn, Paule Meyer, Paul Eyres, Bernd Lampe und Peter Faydeck zu den Muckern der frühen Treffen.


Der Sonntag nach Neujahr ist darum für Musiker ein guter Termin, weil sie dann keine Auftritte haben. An allen anderen Wochenenden muss immer jemand spielen, manchmal bis tief in die Nacht.

2008 und 2009 legte der „Muckertreff“ eine kurze Pause ein, weil der Raum bei Lichtsinn nicht mehr zur Verfügung stand. Seitdem findet der Januar-Treff im BÜZ statt – mit mittlerweile etwa 30 aktiven Musikern sowie rund 300 Freunden und Zuhörern. „Das hat einen sehr familiären Charakter“, sagt Fuhse. Inzwischen fänden sich die Bands allerdings nicht mehr ganz so spontan zusammen. Anfänger und neue Bands würden das Treffen aber nutzen, um sich dem Publikum vorzustellen. Von einigen Musikern hätten auch schon die Kinder mitgespielt. „Das Publikum ist sehr großzügig“, sagt Fuhse. Das sei auch wichtig, weil der Schritt auf die Bühne für viele Musiker Überwindung bedeutet.

Auch aus Bückeburg und Hameln kommen inzwischen ganze Bands zum Muckertreff. Der bekam ab 2013 noch einen Ableger, die Sommer-Variante unter freiem Himmel im Fort A. Dort seien schon über den Sonntag verteilt bis zu 600 Zuhörer gezählt worden, berichtet Fuhse. Zu den Konstanten zählt auch Portas ehemaliger Bürgermeister Stephan Böhme, der regelmäßig sein Schlagzeug zur Verfügung stellt. Robert Mühlbach und Andreas Zelle sorgen im Fort A in der Technik für den richtigen Ton. Und wenn Routiniers wie Peter Wilcek, Ray Pasnen oder Oliver Schröder auf der Bühne stünden, dann trauten sich auch die anderen Musiker dazu, hat Fuhse beobachtet.

Ab und zu hat sich auch schon mal Prominenz blicken lassen: Zacki etwa, der als Schlagzeuger in der Band von Helmut Zerlett aus der Harald-Schmidt-Show mitspielte. Oder Alan Silson, Gitarrist der Band Smokie, der inzwischen in Lübbecke lebt. Und aus den spontanen Sessions haben sich auch Bands formiert. Fuhse nennt die Hogger Nights und die Spokes als Beispiele.

Gründungsmitglied Heiko Grannemann tritt heute nicht mehr auf. Er hat sich derweil aufs „Homerecording“ verlegt und tüftelt am Computer an neuen Stücken. „Das macht Spaß“, sagt er. Bislang habe ihm die Zeit gefehlt, das auf die Bühne zu bringen: „Vielleicht mache ich das irgendwann mal.“ Beim Muckertreff sind noch immer Soul und Rock die vorherrschenden Musikrichtungen. Anfangs war Tanzmusik verpönt, aber selbst an Schlagern haben die Musiker ihren Spaß. Und der soll bei den Treffen weiterhin im Vordergrund stehen.

Für den Muckertreff am Sonntag, 25. Juli, von 12 bis 18 Uhr, im Fort A, Festungsstraße 20, Minden, ist der Eintritt frei, es wird um eine Hutspende gebeten. Zugang haben alle, die getestet, genesen oder geimpft sind.

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