Die Stichlinge teilen ihre Saison - das volle Programm kommt im Herbst Ursula Koch Minden. Einfach mal den Mund halten – das liegt einem Mindener Stichling nicht. Anfang Januar befinden sich die Amateur-Kabarettisten seit 55 Jahren im Ausnahmezustand, denn Ende Januar ist Premiere und bis dahin werden Texte aktualisiert, die szenische Ausgestaltung verfeinert. Und dann geht es auf Tournee durch Ostwestfalen und darüber hinaus. Die Corona-Pandemie sorgt dafür, dass diese liebgewonnenen Gewohnheiten über den Haufen geworfen werden. Ende Januar bleibt es erst einmal still im Vortragssaal der Sparkasse. „Negativ bleiben, positiv denken“ haben Birger Hausmann und Kirsten Gerlhof für sich zum Motto erkoren und einen Plan B gemacht. Weil sie seit November nicht mehr gemeinsam proben können – zu viele Haushalte, die da zusammenkommen – haben sie ihre Saison geteilt. Ab März bis Mai wollen sie mit szenischen Lesungen in der näheren Umgebung auftreten, darunter im Gemeindesaal von St. Marien, in Bückeburg, Bünde, Bad Salzuflen, Detmold, Rinteln, Rahden und Rehburg-Loccum. Mit dem gewohnten szenischen Programm wollen sie von September bis November auf Tour – dann sind auch die Auftritte in der Sparkasse, im Stadttheater, der Aula des Leo-Sympher-Kollegs, in Ostwestfalen-Lippe und Niedersachsen geplant. „Not macht erfinderisch“, kommentiert Regisseur Birger Hausmann diese Planungen, die aber auch wieder ohne Gewähr geschmiedet wurden. Nachdem die Stichlinge ihre Saison im März vorzeitig abbrechen mussten und schließlich auch geplante Nachholtermine abgesagt werden mussten, sei es ihm gelegentlich schon schwer gefallen, sich immer wieder neu zu motivieren, gesteht Hausmann, der seit Beginn als Motor das Ensemble am Laufen hält. Aufmunternde E-Mails von Veranstaltern und Fans haben dafür gesorgt, dass der auch in diesem Jahr weiter läuft. Voller Optimismus hatte er mit seiner Truppe im September mit den Proben begonnen, erste Texte geschrieben und an der szenischen Umsetzung gearbeitet. Mit den steigenden Infektionszahlen stellten sich die sieben Kabarettisten um und hielten auch die Abstandsvorgaben ein, bis gar nichts mehr ging. „Proben per Videokonferenz funktionieren nicht. Wir brauchen den Sichtkontakt. Alles andere tötet meine Kreativität“, sagt Kirsten Gerlhof, die seit mittlerweile 24 Jahren auf der Bühne steht und auch Texte für das Programm schreibt. Anfang November haben sie und Hausmann zusammen mit Annika Hus, Frank Oesterwinter, Jürgen Juchtmann, Martin Jahnke und Pianist Stephan Winkelhake entschieden, dass die „normale Premiere“ ausfällt. Die szenische Lesung wird Texte und Lieder enthalten, die im Herbst dann auch gespielt werden. Mit einem Unterschied: Alle Songs werden als Playback eingespielt, „damit wie nicht sechs Meter Abstand zwischen Bühne und erster Publikumsreihe einhalten müssen“, erläutert Hausmann. Weil sich die Akteure aber nicht vorstellen können, auf der Bühne nur die Lippen zu bewegen, lassen sie die Puppen singen – kleine wuschelige grüne Monster, mit großem Maul. Ein knackiges, 60-minütiges Amuse-Gueule auf das dann im Herbst folgende Mehrgänge-Menü „Maskenball. Eine Revue à la carte“. „Die Lesung ist eine ganz neue Erfahrung für uns, weil wir den Körper gar nicht einsetzen können“, sagt Gerlhof. Das werde eine Herausforderung, auf die sie schon gespannt ist. Das Menü wird selbstverständlich unter Einhaltung der AHA-Regeln serviert, soll dem Gast aber Aha-Erlebnisse bescheren. Eingestreut gibt es einige Nummern aus 55 Jahren Kabarett-Geschichte, aber „scharf gewürzt und frisch garniert“, verspricht Hausmann. „Wir müssen zum Glück nicht vom Kabarett leben. Für uns ist die Hauptsache, dass es weitergeht.“

Die Stichlinge teilen ihre Saison - das volle Programm kommt im Herbst

Birger Hausmann und Kirsten Gerlhof von den Mindener Stichlingen mit zwei Aushilfsakteuren für die Saison 2021 Foto: Ursula Koch © Ursula Koch

Minden. Einfach mal den Mund halten – das liegt einem Mindener Stichling nicht. Anfang Januar befinden sich die Amateur-Kabarettisten seit 55 Jahren im Ausnahmezustand, denn Ende Januar ist Premiere und bis dahin werden Texte aktualisiert, die szenische Ausgestaltung verfeinert. Und dann geht es auf Tournee durch Ostwestfalen und darüber hinaus.

Die Corona-Pandemie sorgt dafür, dass diese liebgewonnenen Gewohnheiten über den Haufen geworfen werden. Ende Januar bleibt es erst einmal still im Vortragssaal der Sparkasse. „Negativ bleiben, positiv denken“ haben Birger Hausmann und Kirsten Gerlhof für sich zum Motto erkoren und einen Plan B gemacht. Weil sie seit November nicht mehr gemeinsam proben können – zu viele Haushalte, die da zusammenkommen – haben sie ihre Saison geteilt. Ab März bis Mai wollen sie mit szenischen Lesungen in der näheren Umgebung auftreten, darunter im Gemeindesaal von St. Marien, in Bückeburg, Bünde, Bad Salzuflen, Detmold, Rinteln, Rahden und Rehburg-Loccum. Mit dem gewohnten szenischen Programm wollen sie von September bis November auf Tour – dann sind auch die Auftritte in der Sparkasse, im Stadttheater, der Aula des Leo-Sympher-Kollegs, in Ostwestfalen-Lippe und Niedersachsen geplant.

„Not macht erfinderisch“, kommentiert Regisseur Birger Hausmann diese Planungen, die aber auch wieder ohne Gewähr geschmiedet wurden. Nachdem die Stichlinge ihre Saison im März vorzeitig abbrechen mussten und schließlich auch geplante Nachholtermine abgesagt werden mussten, sei es ihm gelegentlich schon schwer gefallen, sich immer wieder neu zu motivieren, gesteht Hausmann, der seit Beginn als Motor das Ensemble am Laufen hält. Aufmunternde E-Mails von Veranstaltern und Fans haben dafür gesorgt, dass der auch in diesem Jahr weiter läuft.

Voller Optimismus hatte er mit seiner Truppe im September mit den Proben begonnen, erste Texte geschrieben und an der szenischen Umsetzung gearbeitet. Mit den steigenden Infektionszahlen stellten sich die sieben Kabarettisten um und hielten auch die Abstandsvorgaben ein, bis gar nichts mehr ging. „Proben per Videokonferenz funktionieren nicht. Wir brauchen den Sichtkontakt. Alles andere tötet meine Kreativität“, sagt Kirsten Gerlhof, die seit mittlerweile 24 Jahren auf der Bühne steht und auch Texte für das Programm schreibt. Anfang November haben sie und Hausmann zusammen mit Annika Hus, Frank Oesterwinter, Jürgen Juchtmann, Martin Jahnke und Pianist Stephan Winkelhake entschieden, dass die „normale Premiere“ ausfällt.

Die szenische Lesung wird Texte und Lieder enthalten, die im Herbst dann auch gespielt werden. Mit einem Unterschied: Alle Songs werden als Playback eingespielt, „damit wie nicht sechs Meter Abstand zwischen Bühne und erster Publikumsreihe einhalten müssen“, erläutert Hausmann. Weil sich die Akteure aber nicht vorstellen können, auf der Bühne nur die Lippen zu bewegen, lassen sie die Puppen singen – kleine wuschelige grüne Monster, mit großem Maul. Ein knackiges, 60-minütiges Amuse-Gueule auf das dann im Herbst folgende Mehrgänge-Menü „Maskenball. Eine Revue à la carte“.

„Die Lesung ist eine ganz neue Erfahrung für uns, weil wir den Körper gar nicht einsetzen können“, sagt Gerlhof. Das werde eine Herausforderung, auf die sie schon gespannt ist. Das Menü wird selbstverständlich unter Einhaltung der AHA-Regeln serviert, soll dem Gast aber Aha-Erlebnisse bescheren. Eingestreut gibt es einige Nummern aus 55 Jahren Kabarett-Geschichte, aber „scharf gewürzt und frisch garniert“, verspricht Hausmann. „Wir müssen zum Glück nicht vom Kabarett leben. Für uns ist die Hauptsache, dass es weitergeht.“

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