Die Sorge wächst: So beeinflusst der zweite Lockdown die Kultureinrichtungen Anja Peper Minden/Bad Oeynhausen. „Ohne Kunst & Kultur wird's still“: Seit gestern verbreitet sich der gleichlautende Hashtag wieder in den Sozialen Netzwerken. Vielen Kulturschaffenden aus der Region kommt der zweite Lockdown ab 2. November tatsächlich wie eine Ohrfeige vor. Viele Künstler haben während der vergangenen Monate unter schwierigsten Bedingungen weitergeprobt. Die Leitungsteams haben komplexe und auf ihr jeweiliges Haus und die Landesvorgaben abgestimmte Hygienepläne ausgetüftelt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begründete die neuen Einschnitte mit den immer höheren Zahlen an positiven Corona-Tests sowie der stark steigenden Zahl an Intensivpatienten. Viele Betroffene aus der Kunst- und Kulturbranche reagieren – bei allem Verständnis für die Situation – frustriert bis verzweifelt. Das MT hat sich gestern in der Branche umgehört. Stadttheater Minden Nach Bekanntwerden der Bund-Länder-Beschlüsse am Mittwoch hat Intendantin Andrea Krauledat (Stadttheater Minden) eine Spätschicht eingelegt, um die Homepage zu aktualisieren: „16 Vorstellungen fallen bis Ende November aus. Der zweite Lockdown trifft uns hart.“ Für einige Veranstaltungen gibt es schon jetzt Nachholtermine. So soll zum Beispiel der Mindener Stichling am 21. Mai 2021 verliehen werden, sofern alles klappt. „In den kommenden Tagen werden wir intensiv daran arbeiten, weitere Ersatztermine zu finden.“ Das Hygienekonzept wurde immer wieder angepasst. Aufgrund der aktuellen Anordnungen gilt bis 1. November auch während der gesamten Veranstaltung die Maskenpflicht. Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ist also auch während der Vorstellung und nicht nur im Einlassbereich oder auf den Gängen verpflichtend. Der Zuschauerraum werde gut belüftet und regelmäßig desinfiziert. Die Zuschauerzahl im Stadttheater Minden ist auf höchstens 147 Personen begrenzt. Die letzte Vorstellung vor dem zweiten Lockdown wird „Familie Braun“ am 1. November ab 18 Uhr sein. Kulturzentrum BÜZ Auch das Kulturzentrum BÜZ hat aufgrund steigender Infektionszahlen Veranstaltungen abgesagt oder verschoben. Das Kabarett Festival mit Barbara Ruscher soll im Oktober 2021 nachgeholt werden, bereits erworbene Tickets behalten ihre Gültigkeit. Auch für das am 31. Oktober geplante Sonderkonzert der Drogenhilfe wird ein neuer Termin gesucht. Nicht nur die Konzerte sind betroffen, sondern auch der Flohmarkt auf dem Johanniskirchhof. Für den geplanten Termin am Samstag, 7. November, werde nun eine Alternative gesucht, schreibt BÜZ-Leiter Peter Ludwig. Die Gebühren für einen bereits erworbenen Flohmarktstand und Eintrittskarten für die entfallenen Veranstaltungen erstattet das BÜZ zurück. Musikschulen Es ist noch nicht klar, ob Musikschulen vom zweiten Lockdown betroffen sind und ab Montag schließen müssen. „Über uns wurde noch nichts gesagt, wir warten ab“, sagt Jürgen Morche (Musik Minden). Sobald eine Nachricht von der Landesregierung vorliegt, wolle er informieren. „Wir sehen uns auf der Ebene der allgemeinbildenden Schulen, die ja offen bleiben.“ Sollte die Musikschule schließen müssen, könne es wieder Online-Unterricht geben. Westfälische Mausefalle Das Amateur-Theater Westfälische Mausefalle plant am 28. Dezember (Premiere) einen Auftritt mit der Komödie „Die Niere“ in der Alten Schule Meißen. Die Aula verfügt über eine Bühne und in normalen Zeiten 199 Sitzplätze – also genau die Größe, nach der die Mausefalle suchte. Unter verschärften Hygiene-Bestimmungen stehen dort immerhin 70 Sitzplätze zur Verfügung. Außerdem verfügt die Aula über große Fensterfronten, kann also gut belüftet werden. Der Kartenverkauf beginnt am 1. November bei der Calpam-Tankstelle Kropa, Kutenhauser Dorfstraße 8 (ausführlicher Bericht folgt). Varieté-Theater GOP „Keine Shows und keine Gastronomie“ heißt es bis 29. November auch für das GOP in Bad Oeynhausen. Das trifft das Varieté-Theater in der Hauptsaison hart. „Ab Montag müssen wir wieder all unsere 90 Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken und können unsere über 80 Aushilfen nicht beschäftigen“, so Direktor Christoph Meyer. Auch die Künstler der neuen Show haben somit ein Auftrittsverbot. „Diese trifft das besonders hart, denn ihr Verdienst ist von den Showtagen abhängig.“

Die Sorge wächst: So beeinflusst der zweite Lockdown die Kultureinrichtungen

Am 1. November öffnet sich der Vorhang des Stadttheaters noch einmal für das Stück „Familie Braun“. Dann müssen die Kultureinrichtungen bis zum 29. November geschlossen bleiben. MT-Foto (Archiv): Alex Lehn © Alex Lehn

Minden/Bad Oeynhausen. „Ohne Kunst & Kultur wird's still“: Seit gestern verbreitet sich der gleichlautende Hashtag wieder in den Sozialen Netzwerken. Vielen Kulturschaffenden aus der Region kommt der zweite Lockdown ab 2. November tatsächlich wie eine Ohrfeige vor. Viele Künstler haben während der vergangenen Monate unter schwierigsten Bedingungen weitergeprobt. Die Leitungsteams haben komplexe und auf ihr jeweiliges Haus und die Landesvorgaben abgestimmte Hygienepläne ausgetüftelt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begründete die neuen Einschnitte mit den immer höheren Zahlen an positiven Corona-Tests sowie der stark steigenden Zahl an Intensivpatienten. Viele Betroffene aus der Kunst- und Kulturbranche reagieren – bei allem Verständnis für die Situation – frustriert bis verzweifelt. Das MT hat sich gestern in der Branche umgehört.

Stadttheater Minden

Nach Bekanntwerden der Bund-Länder-Beschlüsse am Mittwoch hat Intendantin Andrea Krauledat (Stadttheater Minden) eine Spätschicht eingelegt, um die Homepage zu aktualisieren: „16 Vorstellungen fallen bis Ende November aus. Der zweite Lockdown trifft uns hart.“ Für einige Veranstaltungen gibt es schon jetzt Nachholtermine. So soll zum Beispiel der Mindener Stichling am 21. Mai 2021 verliehen werden, sofern alles klappt. „In den kommenden Tagen werden wir intensiv daran arbeiten, weitere Ersatztermine zu finden.“ Das Hygienekonzept wurde immer wieder angepasst. Aufgrund der aktuellen Anordnungen gilt bis 1. November auch während der gesamten Veranstaltung die Maskenpflicht. Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ist also auch während der Vorstellung und nicht nur im Einlassbereich oder auf den Gängen verpflichtend. Der Zuschauerraum werde gut belüftet und regelmäßig desinfiziert. Die Zuschauerzahl im Stadttheater Minden ist auf höchstens 147 Personen begrenzt. Die letzte Vorstellung vor dem zweiten Lockdown wird „Familie Braun“ am 1. November ab 18 Uhr sein.

Kulturzentrum BÜZ

Auch das Kulturzentrum BÜZ hat aufgrund steigender Infektionszahlen Veranstaltungen abgesagt oder verschoben. Das Kabarett Festival mit Barbara Ruscher soll im Oktober 2021 nachgeholt werden, bereits erworbene Tickets behalten ihre Gültigkeit. Auch für das am 31. Oktober geplante Sonderkonzert der Drogenhilfe wird ein neuer Termin gesucht. Nicht nur die Konzerte sind betroffen, sondern auch der Flohmarkt auf dem Johanniskirchhof. Für den geplanten Termin am Samstag, 7. November, werde nun eine Alternative gesucht, schreibt BÜZ-Leiter Peter Ludwig. Die Gebühren für einen bereits erworbenen Flohmarktstand und Eintrittskarten für die entfallenen Veranstaltungen erstattet das BÜZ zurück.

Musikschulen

Es ist noch nicht klar, ob Musikschulen vom zweiten Lockdown betroffen sind und ab Montag schließen müssen. „Über uns wurde noch nichts gesagt, wir warten ab“, sagt Jürgen Morche (Musik Minden). Sobald eine Nachricht von der Landesregierung vorliegt, wolle er informieren. „Wir sehen uns auf der Ebene der allgemeinbildenden Schulen, die ja offen bleiben.“ Sollte die Musikschule schließen müssen, könne es wieder Online-Unterricht geben.

Westfälische Mausefalle

Das Amateur-Theater Westfälische Mausefalle plant am 28. Dezember (Premiere) einen Auftritt mit der Komödie „Die Niere“ in der Alten Schule Meißen. Die Aula verfügt über eine Bühne und in normalen Zeiten 199 Sitzplätze – also genau die Größe, nach der die Mausefalle suchte. Unter verschärften Hygiene-Bestimmungen stehen dort immerhin 70 Sitzplätze zur Verfügung. Außerdem verfügt die Aula über große Fensterfronten, kann also gut belüftet werden. Der Kartenverkauf beginnt am 1. November bei der Calpam-Tankstelle Kropa, Kutenhauser Dorfstraße 8 (ausführlicher Bericht folgt).

Varieté-Theater GOP

„Keine Shows und keine Gastronomie“ heißt es bis 29. November auch für das GOP in Bad Oeynhausen. Das trifft das Varieté-Theater in der Hauptsaison hart. „Ab Montag müssen wir wieder all unsere 90 Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken und können unsere über 80 Aushilfen nicht beschäftigen“, so Direktor Christoph Meyer. Auch die Künstler der neuen Show haben somit ein Auftrittsverbot. „Diese trifft das besonders hart, denn ihr Verdienst ist von den Showtagen abhängig.“

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