Die Sanierung des Sommerbades geht in die Endphase - und die Betreiber vor Gericht Vasco Stemmer Minden. Es ist eine kleine Odyssee, die am 1. Mai zu Ende gehen soll. Dann wird das Sommerbad, pünktlich zum Beginn der Badesaison, den vollständigen Betrieb wieder aufnehmen. Zumindest wenn es nach der Vorsitzenden des Betreibervereins, Kathrin Kosiek, geht: „Ich bin da ganz entspannt und denke, dass wir rechtzeitig fertig sind.“ Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich sollen dann endlich wieder über die ganze Saison und zeitgleich zur Verfügung stehen. Die Sanierungsarbeiten, die zwischenzeitlich zum Erliegen gekommen waren, laufen seit Montag wieder. Eine neue Baufirma hat den Auftrag übernommen. Bereits seit Frühjahr 2019 ist das Sommerbad eine Dauerbaustelle. Damals wurde zunächst der Schwimmerbereich aufwendig saniert, dann sollte das Nichtschwimmerbecken folgen. Doch die Maßnahmen verliefen nicht ohne Probleme.Durch Verzögerungen bei den Arbeiten am Schwimmerbecken lag fast die ganze Badesaison 2019 auf dem Trockenen – erst Anfang Juli konnte das Sommerbad öffnen. Zunächst stand nur das Nichtschwimmerbecken zum Planschen zur Verfügung. Anfang August konnte dann auch das frisch sanierte große Becken eingeweiht werden. Im folgenden Jahr mussten die Badegäste dann auf das Nichtschwimmerbecken verzichten. Es gab Probleme mit der Baufirma. Die sollen jetzt gerichtlich aufgearbeitet werden. „Es sind Bauzeiten nicht eingehalten worden“, erklärt Karsten Martin-Borrego, Prokurist der Mindener Bäder GmbH. Die Tochterfirma der Mindener Entwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH (MEW) ist Besitzerin des Sommerbades. Ursprünglich, so berichtet Martin-Borrego, habe das Nichtschwimmerbecken bereits zur letzten Badesaison fertiggestellt werden sollen. Im Spätherbst 2020 sei der Firma dann der Auftrag entzogen worden. Die Mindener Bäder GmbH prüft jetzt, ob sie zivilrechtliche Schritte gegen das Unternehmen einleitet. „Wir tauschen uns zurzeit über unsere Anwälte aus“, erklärt der Prokurist. Um wie viel Geld es geht, verrät er nicht. Einerseits stünde die genaue Summe der Ansprüche noch nicht fest. Zum anderen könne er diese nicht nennen, solange noch keine offiziellen Forderungen gestellt seien. Die Summe der Regressansprüche ergebe sich unter anderem aus Ausfällen bei den Einnahmen und durch mangelhaft ausgeführte Arbeiten. „Bisher sind noch gar nicht alle Schäden erfasst“, sagt Martin-Borrego. Ob der Fall am Ende tatsächlich vor Gericht landet, sei noch nicht sicher, aber wahrscheinlich. „Viele Auseinandersetzungen rund um Bauarbeiten enden mit einem Vergleich“, berichtet Martin-Borrego. Bisher sehe er allerdings noch keine Anzeichen für eine außergerichtliche Einigung. Kathrin Kosiek beschreibt die Arbeitsweise der Baufirma als zumindest eigenartig. Zum einen hätte diese immer wieder versucht, den Umfang der Arbeiten zu erhöhen. Zum anderen sei auch die Ausführung zumindest in Teilen fragwürdig gewesen – und viel zu langsam. „Einmal kam ein Mann mit einem Schwingschleifer, der sollte das gesamte Becken abschleifen“, berichtet Kosiek.Das Fehlen eines flachen Beckens habe im vergangenen Jahr erheblichen Einfluss auf die Umsätze des Sommerbads gehabt. Besonders für Familien mit Kindern sei ein Besuch ohne diesen Bereich deutlich weniger attraktiv. Auch Schwimmkurse seien im tiefen Wasser nicht so gut durchzuführen. „Da ist die Hemmung für die Kinder ja noch mal größer“, erklärt Kosiek. Die Sanierungsarbeiten hatten im Herbst 2018 begonnen. „Ursprünglich wollten wir von der Stadt nur eine Bürgschaft, um das Nötigste zu machen“, erinnert sich Kosiek an den Anfang des Projekts. Doch es kam anders. 2,16 Millionen Euro flossen aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ in das Sommerbad. Rund 240.000 Euro steuert die Stadt Minden zu den auf insgesamt 2,4 Millionen Euro veranschlagten Kosten bei. Mittlerweile wurde die Summe auf 3,3 Millionen Euro aufgestockt. 650.000 Euro kommen damit von der Stadt und 250.000 von der Mindener Bäder GmbH. Grund für die Erhöhung ist, dass die Angebote allesamt über den für die Ausschreibung kalkulierten Kosten lagen. Zudem seien während der Arbeiten noch Faktoren aufgetaucht, die vorher nicht erkennbar gewesen seien. Zum Beispiel war für das Nichtschwimmerbecken auch eine neue Verrohrung nötig. „Das ist das Problem beim Bauen im Bestand“, erklärt Karsten Martin-Borrego.

Die Sanierung des Sommerbades geht in die Endphase - und die Betreiber vor Gericht

Im Sommerbad gehen seit Montag die Sanierungsarbeiten weiter. Zum Beginn der Badesaison soll alles fertig sein. Foto:pr © Foto:pr

Minden. Es ist eine kleine Odyssee, die am 1. Mai zu Ende gehen soll. Dann wird das Sommerbad, pünktlich zum Beginn der Badesaison, den vollständigen Betrieb wieder aufnehmen. Zumindest wenn es nach der Vorsitzenden des Betreibervereins, Kathrin Kosiek, geht: „Ich bin da ganz entspannt und denke, dass wir rechtzeitig fertig sind.“ Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich sollen dann endlich wieder über die ganze Saison und zeitgleich zur Verfügung stehen. Die Sanierungsarbeiten, die zwischenzeitlich zum Erliegen gekommen waren, laufen seit Montag wieder. Eine neue Baufirma hat den Auftrag übernommen.

Bereits seit Frühjahr 2019 ist das Sommerbad eine Dauerbaustelle. Damals wurde zunächst der Schwimmerbereich aufwendig saniert, dann sollte das Nichtschwimmerbecken folgen. Doch die Maßnahmen verliefen nicht ohne Probleme.Durch Verzögerungen bei den Arbeiten am Schwimmerbecken lag fast die ganze Badesaison 2019 auf dem Trockenen – erst Anfang Juli konnte das Sommerbad öffnen. Zunächst stand nur das Nichtschwimmerbecken zum Planschen zur Verfügung. Anfang August konnte dann auch das frisch sanierte große Becken eingeweiht werden.

Im folgenden Jahr mussten die Badegäste dann auf das Nichtschwimmerbecken verzichten. Es gab Probleme mit der Baufirma. Die sollen jetzt gerichtlich aufgearbeitet werden. „Es sind Bauzeiten nicht eingehalten worden“, erklärt Karsten Martin-Borrego, Prokurist der Mindener Bäder GmbH. Die Tochterfirma der Mindener Entwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH (MEW) ist Besitzerin des Sommerbades. Ursprünglich, so berichtet Martin-Borrego, habe das Nichtschwimmerbecken bereits zur letzten Badesaison fertiggestellt werden sollen.

Im Spätherbst 2020 sei der Firma dann der Auftrag entzogen worden. Die Mindener Bäder GmbH prüft jetzt, ob sie zivilrechtliche Schritte gegen das Unternehmen einleitet. „Wir tauschen uns zurzeit über unsere Anwälte aus“, erklärt der Prokurist. Um wie viel Geld es geht, verrät er nicht. Einerseits stünde die genaue Summe der Ansprüche noch nicht fest. Zum anderen könne er diese nicht nennen, solange noch keine offiziellen Forderungen gestellt seien. Die Summe der Regressansprüche ergebe sich unter anderem aus Ausfällen bei den Einnahmen und durch mangelhaft ausgeführte Arbeiten. „Bisher sind noch gar nicht alle Schäden erfasst“, sagt Martin-Borrego.

Ob der Fall am Ende tatsächlich vor Gericht landet, sei noch nicht sicher, aber wahrscheinlich. „Viele Auseinandersetzungen rund um Bauarbeiten enden mit einem Vergleich“, berichtet Martin-Borrego. Bisher sehe er allerdings noch keine Anzeichen für eine außergerichtliche Einigung.

Kathrin Kosiek beschreibt die Arbeitsweise der Baufirma als zumindest eigenartig. Zum einen hätte diese immer wieder versucht, den Umfang der Arbeiten zu erhöhen. Zum anderen sei auch die Ausführung zumindest in Teilen fragwürdig gewesen – und viel zu langsam. „Einmal kam ein Mann mit einem Schwingschleifer, der sollte das gesamte Becken abschleifen“, berichtet Kosiek.Das Fehlen eines flachen Beckens habe im vergangenen Jahr erheblichen Einfluss auf die Umsätze des Sommerbads gehabt. Besonders für Familien mit Kindern sei ein Besuch ohne diesen Bereich deutlich weniger attraktiv. Auch Schwimmkurse seien im tiefen Wasser nicht so gut durchzuführen. „Da ist die Hemmung für die Kinder ja noch mal größer“, erklärt Kosiek.

Die Sanierungsarbeiten hatten im Herbst 2018 begonnen. „Ursprünglich wollten wir von der Stadt nur eine Bürgschaft, um das Nötigste zu machen“, erinnert sich Kosiek an den Anfang des Projekts. Doch es kam anders. 2,16 Millionen Euro flossen aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ in das Sommerbad. Rund 240.000 Euro steuert die Stadt Minden zu den auf insgesamt 2,4 Millionen Euro veranschlagten Kosten bei.

Mittlerweile wurde die Summe auf 3,3 Millionen Euro aufgestockt. 650.000 Euro kommen damit von der Stadt und 250.000 von der Mindener Bäder GmbH. Grund für die Erhöhung ist, dass die Angebote allesamt über den für die Ausschreibung kalkulierten Kosten lagen. Zudem seien während der Arbeiten noch Faktoren aufgetaucht, die vorher nicht erkennbar gewesen seien. Zum Beispiel war für das Nichtschwimmerbecken auch eine neue Verrohrung nötig. „Das ist das Problem beim Bauen im Bestand“, erklärt Karsten Martin-Borrego.

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