Die Porta steht erneut im Fokus der Vortragsreihe "Blaupause" Ursula Koch Minden/Porta Westfalica. Dass Porta Westfalica gleich zwei Mal am Anfang der neuen Vortragsreihe „Blaupause“ im LWL-Preußenmuseum steht ist „eigentlich ein glücklicher Zufall“, sagt Museumsleiterin Dr. Sylvia Necker. „Ich möchte deutlich machen, dass dieses Museum, das Kaiser-Wilhelm-Denkmal und die KZ-Gedenkstätte Porta zusammenhängen.“ Darum hat die Museumsleiterin, die auch für das Infozentrum am Denkmal verantwortlich ist, Thomas Lange, Geschäftsführer der Gedenkstätte, als Referenten für die zweite „Blaupause“ am kommenden Dienstag, 20. Oktober, um 19 Uhr im Ständersaal gebeten. Um „Perspektiven der Erinnerungsarbeit an der Porta Westfalica“ soll es dann gehen. Im Gespräch wird deutlich, dass es beiden Historikern darum geht, eine Verbindung zwischen dem Infozentrum am Denkmal und der KZ-Gedenkstätte und ihren Orten in Barkhausen, Neesen und Hausberge. Dass beides unbedingt zusammenhängt, macht Necker deutlich: „Die preußische Geschichte endet erst mit der Auflösung des preußischen Staates 1947“. Der Zeitraum zwischen 1918 und 1938 werde häufig ausgeblendet. Den Vortrag von Lange sieht sie als Auftakt für eine Zusammenarbeit. Gemeinsam möchten sie die Erinnerungsarbeit in der Region voranbringen. Necker sucht nach Wegen, um Menschen, die aus rein touristischem Interesse zum Kaiser-Denkmal kommen, zumindest für eine kurze Zeitspanne dazu zu bringen, sich mit der NS-Geschichte in Porta zu beschäftigen. Und Lange möchte gerne, dass die Besucher am Denkmal auf die KZ-Gedenkstätte aufmerksam gemacht werden. Letztlich steht auch das Denkmal über Stollen, in denen die Nazis Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge schuften ließen. Nur die Stollen im Wittekindsberg wurden durch die Sprengungen der Briten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs so stark zerstört, dass sie heute nicht mehr zugänglich gemacht werden können, erläutert Lange. Der möchte mit seinem Verein bis 2026 eine Gedenkstätte errichten, die möglichst nah am Eingang zum Stollen „Dachs I“ liegen soll. Den hatte der Verein 2016 zum ersten Mal öffentlich zugänglich gemacht. In den letzten Jahren führten Vereinsmitglieder zwischen Juni und August 3.000 Besucher durch die Anlage. Dort wurden 3.300 Häftlinge der Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme in Barkhausen, Neesen und Hausberge gezwungen, die Stollen für die Rüstungsproduktion auszubauen. Die kurze Saison für die Führungen ist einer Fledermauskolonie geschuldet, die in den Stollen lebt. „Wir wollen nicht Gedenken gegen Artenschutz ausspielen“, sagt Lange. Er wartet in Kürze auf ein Gutachten, das Wege aufzeigen soll, wie sich beides miteinander vereinbaren lasse. Mit 3.000 Besuchern sei der Verein mit seinen ehrenamtlichen Kräften am Rande der Leistungsfähigkeit. Die Nachfrage sei deutlich größer. Weil in diesem Jahr aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen gar keine Führungen stattfinden konnten, bietet der Verein auf seiner Internetseite virtuelle Führungen in Form von Interviews zu einzelnen Themenkomplexen an. Das erste Video ist in dieser Woche zu sehen. Bis zum Jahresende sollen jeden Freitag weitere elf Videos von zehn Minuten Länge folgen. Darüber hinaus bietet sich der Verein ebenso wie das Preußenmuseum als Kooperationspartner für Schulen an. Der Eintritt zur Reihe „Blaupause“ ist frei. Im Ständersaal des LWL-Preußenmuseums sind bis zu 90 Zuhörer erlaubt. In diesem Jahr folgen noch die Vorträge „Karrieren in Preußen. Frauen in Männerdomänen“ (17. November) und „Regieren Sie doch selbst, Madame - Luise Henriette von Oranien“ (8. Dezember).

Die Porta steht erneut im Fokus der Vortragsreihe "Blaupause"

In der zweiten „Blaupause“ sprechen Sylvia Necker, Leiterin des LWL-Preußenmuseums, und Thomas Lange, Geschäftsführer der KZ-Gedenkstätte Porta, über mögliche Formen der Erinnerungsarbeit in der Region. © MT-Foto: Ursula Koch

Minden/Porta Westfalica. Dass Porta Westfalica gleich zwei Mal am Anfang der neuen Vortragsreihe „Blaupause“ im LWL-Preußenmuseum steht ist „eigentlich ein glücklicher Zufall“, sagt Museumsleiterin Dr. Sylvia Necker. „Ich möchte deutlich machen, dass dieses Museum, das Kaiser-Wilhelm-Denkmal und die KZ-Gedenkstätte Porta zusammenhängen.“ Darum hat die Museumsleiterin, die auch für das Infozentrum am Denkmal verantwortlich ist, Thomas Lange, Geschäftsführer der Gedenkstätte, als Referenten für die zweite „Blaupause“ am kommenden Dienstag, 20. Oktober, um 19 Uhr im Ständersaal gebeten. Um „Perspektiven der Erinnerungsarbeit an der Porta Westfalica“ soll es dann gehen.

Im Gespräch wird deutlich, dass es beiden Historikern darum geht, eine Verbindung zwischen dem Infozentrum am Denkmal und der KZ-Gedenkstätte und ihren Orten in Barkhausen, Neesen und Hausberge. Dass beides unbedingt zusammenhängt, macht Necker deutlich: „Die preußische Geschichte endet erst mit der Auflösung des preußischen Staates 1947“. Der Zeitraum zwischen 1918 und 1938 werde häufig ausgeblendet.

Den Vortrag von Lange sieht sie als Auftakt für eine Zusammenarbeit. Gemeinsam möchten sie die Erinnerungsarbeit in der Region voranbringen. Necker sucht nach Wegen, um Menschen, die aus rein touristischem Interesse zum Kaiser-Denkmal kommen, zumindest für eine kurze Zeitspanne dazu zu bringen, sich mit der NS-Geschichte in Porta zu beschäftigen. Und Lange möchte gerne, dass die Besucher am Denkmal auf die KZ-Gedenkstätte aufmerksam gemacht werden.

Letztlich steht auch das Denkmal über Stollen, in denen die Nazis Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge schuften ließen. Nur die Stollen im Wittekindsberg wurden durch die Sprengungen der Briten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs so stark zerstört, dass sie heute nicht mehr zugänglich gemacht werden können, erläutert Lange.

Der möchte mit seinem Verein bis 2026 eine Gedenkstätte errichten, die möglichst nah am Eingang zum Stollen „Dachs I“ liegen soll. Den hatte der Verein 2016 zum ersten Mal öffentlich zugänglich gemacht. In den letzten Jahren führten Vereinsmitglieder zwischen Juni und August 3.000 Besucher durch die Anlage. Dort wurden 3.300 Häftlinge der Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme in Barkhausen, Neesen und Hausberge gezwungen, die Stollen für die Rüstungsproduktion auszubauen.

Die kurze Saison für die Führungen ist einer Fledermauskolonie geschuldet, die in den Stollen lebt. „Wir wollen nicht Gedenken gegen Artenschutz ausspielen“, sagt Lange. Er wartet in Kürze auf ein Gutachten, das Wege aufzeigen soll, wie sich beides miteinander vereinbaren lasse.

Mit 3.000 Besuchern sei der Verein mit seinen ehrenamtlichen Kräften am Rande der Leistungsfähigkeit. Die Nachfrage sei deutlich größer. Weil in diesem Jahr aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen gar keine Führungen stattfinden konnten, bietet der Verein auf seiner Internetseite virtuelle Führungen in Form von Interviews zu einzelnen Themenkomplexen an. Das erste Video ist in dieser Woche zu sehen. Bis zum Jahresende sollen jeden Freitag weitere elf Videos von zehn Minuten Länge folgen. Darüber hinaus bietet sich der Verein ebenso wie das Preußenmuseum als Kooperationspartner für Schulen an.

Der Eintritt zur Reihe „Blaupause“ ist frei. Im Ständersaal des LWL-Preußenmuseums sind bis zu 90 Zuhörer erlaubt. In diesem Jahr folgen noch die Vorträge „Karrieren in Preußen. Frauen in Männerdomänen“ (17. November) und „Regieren Sie doch selbst, Madame - Luise Henriette von Oranien“ (8. Dezember).

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