Die „Nachtfrequenz“ - hier lernen Jugendliche von Musikprofis Kerstin Rickert Minden. Noch stehen die Jugendlichen im Jazz Club vor der Bühne. Auf ihr werden sie am Abend die Ergebnisse aus dem Gesangs-Workshop „Nachtfrequenz“ präsentieren, der gerade auf Hochtouren läuft. Die Teilnehmer sind 13 bis 21 Jahre alt, und bei einigen ist eine gewisse Anspannung zu spüren. Die Blicke der jungen Sängerinnen und Sänger wandern zwischen Notenblättern und Vocal-Coach Juliette Jacobsen hin und her. Die ist schon jetzt ganz angetan von ihren Schützlingen und gibt letzte Tipps auf dem Weg zur Bühnenreife. Eine besondere Herausforderung ist, dass die Nachwuchssänger nicht nur aufeinander hören müssen, sondern gleichzeitig auf die Musiker, die sie begleiten. Juliette Jacobsen hat ihre Band aus Hannover mitgebracht. Klaus Merkel, beim Jazz Club für die Jugendarbeit zuständig, unterstützt an der Gitarre und mit Stift und Papier. Im Stück „Somebody that I used to know“ singen alle im Chor und es geht vor allem um die Abstimmung mit der Band – zum Beispiel an welchen Stellen Pausen für den Gesang vorgesehen sind. Bei „Seasons of love“ wird es schon schwieriger. „Jetzt wird es solistisch. Wer möchte ein Solo singen?“, fragt Juliette Jacobsen. Die Reaktion ist verhalten, so richtig traut sich noch niemand. Doch nach ein paar aufmunternden Worten wagen sich ein paar Mutige hervor. Nächster Schritt: das Stück aufteilen in Solo-Parts und Passagen, in denen alle zusammen singen. Juliette Jacobsen geht mit ihren Schülern kurz die Noten durch und lässt sie die Takte für die entsprechenden Stellen notieren. Zur Sicherheit hält Klaus Merkel noch schriftlich fest, wer welches Solo übernimmt. „Das Aufteilen ist wichtig, damit die Einsätze klappen“, erklärt die Workshop-Leiterin. Indem ein Stück so eine klare Struktur bekommt, weicht auch die anfängliche Nervosität bei den Sängerinnen und Sängern. Bereits im ersten Durchlauf setzen sie das Erlernte souverän um, und als für das nächste Stück wieder Solisten gefragt sind, zögern nur noch wenige. Auch Eva nicht. „Ich würde gerne einen Chorus übernehmen“, sagt die 14-Jährige. Sie ist eine der jüngsten Teilnehmerinnen und der Workshop für sie eine ganz neue Erfahrung. „In der Grundschule habe ich mal im Chor gesungen, aber das ist ja schon lange her“, erzählt sie, nachdem sie ihren Solo-Part am Abend vor Publikum erfolgreich gemeistert hat. „Ich hatte mich angemeldet, weil ich einfach gerne singe, und es hat mir sehr viel Spaß“, lautet ihr Fazit. Wieder mehr in dem Bereich zu machen, könne sie sich durchaus vorstellen. Lotte ist ist bereits Chorsängerin bei „Tookula“ und wagt nun den nächsten Schritt: Als eine von vier Teilnehmern steht sie beim Abschlusskonzert ganz allein mit der Band auf der Bühne. Die Ballade „Love on the brain“ von Rihanna hat sie sich für ihren ersten Solo-Auftritt ausgesucht, der wirkt, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. „Aus dem Workshop nehme ich ganz viel mit“, sagt sie anschließend. „Wir haben tolle Tipps bekommen, wie man live mit Band vor Publikum singt und Bühnenpräsenz gelernt“, so die 17-Jährige. Nicht zuletzt sei es nach der langen Zeit der Kontaktbeschränkungen auch ein schönes Gefühl, wieder neue Menschen treffen zu können. Mit dem Abschlusskonzert am Abend endete die diesjährige „Nachfrequenz – Nacht der Jugendkultur“. Der Gesangs-Workshop im Jazz Club war eines von zahlreichen, vom Land NRW geförderten Kultur-Projekten für Jugendliche in einhundert Städten und Gemeinden Nordrhein-Westfalens. In Minden waren noch ein Graffiti-Workshop des Vereins Hack & Lack am Kinder- und Jugendkreativzentrum Anne Frank und mit der „Biju Pixelparty“ ein Outdoor-Gaming-Event von Stadtbibliothek und Juxbude im Angebot. Ein Rap-Workshop im Preußenmuseum musste mangels Nachfrage ausfallen. Dem Gesangs-Workshop im Jazz Club ging noch ein Vorbereitungstag voraus, den die Dr. Strothmann Stiftung finanziert hatte.

Die „Nachtfrequenz“ - hier lernen Jugendliche von Musikprofis

Mit einem Abschlusskonzerte endete die diesjährige „Nachtsequenz“. Foto: Kerstin Rickert © x

Minden. Noch stehen die Jugendlichen im Jazz Club vor der Bühne. Auf ihr werden sie am Abend die Ergebnisse aus dem Gesangs-Workshop „Nachtfrequenz“ präsentieren, der gerade auf Hochtouren läuft. Die Teilnehmer sind 13 bis 21 Jahre alt, und bei einigen ist eine gewisse Anspannung zu spüren. Die Blicke der jungen Sängerinnen und Sänger wandern zwischen Notenblättern und Vocal-Coach Juliette Jacobsen hin und her. Die ist schon jetzt ganz angetan von ihren Schützlingen und gibt letzte Tipps auf dem Weg zur Bühnenreife.

Eine besondere Herausforderung ist, dass die Nachwuchssänger nicht nur aufeinander hören müssen, sondern gleichzeitig auf die Musiker, die sie begleiten. Juliette Jacobsen hat ihre Band aus Hannover mitgebracht. Klaus Merkel, beim Jazz Club für die Jugendarbeit zuständig, unterstützt an der Gitarre und mit Stift und Papier.

Im Stück „Somebody that I used to know“ singen alle im Chor und es geht vor allem um die Abstimmung mit der Band – zum Beispiel an welchen Stellen Pausen für den Gesang vorgesehen sind. Bei „Seasons of love“ wird es schon schwieriger. „Jetzt wird es solistisch. Wer möchte ein Solo singen?“, fragt Juliette Jacobsen. Die Reaktion ist verhalten, so richtig traut sich noch niemand. Doch nach ein paar aufmunternden Worten wagen sich ein paar Mutige hervor.


Nächster Schritt: das Stück aufteilen in Solo-Parts und Passagen, in denen alle zusammen singen. Juliette Jacobsen geht mit ihren Schülern kurz die Noten durch und lässt sie die Takte für die entsprechenden Stellen notieren. Zur Sicherheit hält Klaus Merkel noch schriftlich fest, wer welches Solo übernimmt. „Das Aufteilen ist wichtig, damit die Einsätze klappen“, erklärt die Workshop-Leiterin.

Indem ein Stück so eine klare Struktur bekommt, weicht auch die anfängliche Nervosität bei den Sängerinnen und Sängern. Bereits im ersten Durchlauf setzen sie das Erlernte souverän um, und als für das nächste Stück wieder Solisten gefragt sind, zögern nur noch wenige. Auch Eva nicht. „Ich würde gerne einen Chorus übernehmen“, sagt die 14-Jährige.

Sie ist eine der jüngsten Teilnehmerinnen und der Workshop für sie eine ganz neue Erfahrung. „In der Grundschule habe ich mal im Chor gesungen, aber das ist ja schon lange her“, erzählt sie, nachdem sie ihren Solo-Part am Abend vor Publikum erfolgreich gemeistert hat. „Ich hatte mich angemeldet, weil ich einfach gerne singe, und es hat mir sehr viel Spaß“, lautet ihr Fazit. Wieder mehr in dem Bereich zu machen, könne sie sich durchaus vorstellen.

Lotte ist ist bereits Chorsängerin bei „Tookula“ und wagt nun den nächsten Schritt: Als eine von vier Teilnehmern steht sie beim Abschlusskonzert ganz allein mit der Band auf der Bühne. Die Ballade „Love on the brain“ von Rihanna hat sie sich für ihren ersten Solo-Auftritt ausgesucht, der wirkt, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. „Aus dem Workshop nehme ich ganz viel mit“, sagt sie anschließend. „Wir haben tolle Tipps bekommen, wie man live mit Band vor Publikum singt und Bühnenpräsenz gelernt“, so die 17-Jährige. Nicht zuletzt sei es nach der langen Zeit der Kontaktbeschränkungen auch ein schönes Gefühl, wieder neue Menschen treffen zu können.

Mit dem Abschlusskonzert am Abend endete die diesjährige „Nachfrequenz – Nacht der Jugendkultur“. Der Gesangs-Workshop im Jazz Club war eines von zahlreichen, vom Land NRW geförderten Kultur-Projekten für Jugendliche in einhundert Städten und Gemeinden Nordrhein-Westfalens. In Minden waren noch ein Graffiti-Workshop des Vereins Hack & Lack am Kinder- und Jugendkreativzentrum Anne Frank und mit der „Biju Pixelparty“ ein Outdoor-Gaming-Event von Stadtbibliothek und Juxbude im Angebot. Ein Rap-Workshop im Preußenmuseum musste mangels Nachfrage ausfallen. Dem Gesangs-Workshop im Jazz Club ging noch ein Vorbereitungstag voraus, den die Dr. Strothmann Stiftung finanziert hatte.

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