Die Mühlenkreiskliniken wollen bis zu 3.000 Coronatests pro Tag wuppen Stefan Koch Minden. Die Ausbreitung von Coronainfektionen im Kreis Gütersloh schlägt sich auch im Betrieb des Johannes-Wesling-Klinikums in Minden nieder. Wegen des gestiegenen Bedarfs soll dort das Labor seine tägliche Zahl von 2.000 Probentests auf 3.000 steigern. Mitarbeiter der Mühlenkreiskliniken aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf sind zudem aufgerufen, sich testen zu lassen. Und die Geschäftsführung versucht noch mehr Personal für die Testungen zu ergattern, bei denen die Mühlenkreiskliniken auch in den Infektionsgebieten aushelfen. Weil die Zeit bei der Suche nach Verstärkung knapp ist, gehen sie dabei neue Wege. „Wir suchen BTAs, MTAs, MTLAs oder Biologen (m/w/d) – Kurzbewerbungen an bewerbungen@muehlenkreiskliniken.de“, war kürzlich als Aufruf in Sozialen Netzwerken bei solchen Nutzern von Endgeräten zu lesen, die als potenzielle Bewerber infrage kamen. Wie Christian Busse, Pressesprecher der Mühlenkreiskliniken, erklärt, war dieser Aufruf erfolgreich. „Wir haben einige sehr gute Bewerbungen bekommen. Die Einstellungsgespräche laufen und die Einstellungen werden vorbereitet.“ Erst einmal sei eine Einstellung für sechs Monate vorgesehen. Grundsätzlich handele es sich bei den Bewerbern um begehrtes Fachpersonal, bei dem eine Weiterbeschäftigung je nach persönlichen Wünschen und der weiteren Entwicklung möglich sei. Und die sieht derzeit wegen der Lage im Kreis Gütersloh und auch Warendorf düster aus. Auch die Kliniken und Krankenhäuser in Minden-Lübbecke sind aufgefordert, Behandlungsreserven für Patienten aus den anderen Regionen in Ostwestfalen-Lippe bereit zu halten. Die Besuchsregelung wurde bei den Mühlenkreiskliniken nach einer eingehenden Risikoanalyse bislang noch nicht eingeschränkt. Bis in den Kreis Herford hinein haben die anderen Krankenhäuser aber wieder ihre gelockerten Besuchsregeln aufgehoben. „Seit dem Ausbruch in Gütersloh ist die Zahl der Corona-Tests noch einmal deutlich angestiegen“, sagt Busse. Mehr als 2.000 Proben würden derzeit täglich im Labor der Mühlenkreiskliniken untersucht. Diese Proben stammten aus Unternehmen in den Kreisen Minden-Lübbecke, Herford, Gütersloh, der Stadt Bielefeld, aus Arztpraxen in der Region sowie aus den Krankenhäusern in der Umgebung. „Auch vom Gesundheitsamt angeordnete Proben werden im Labor der Mühlenkreiskliniken untersucht.“ Da es weitere Anfragen gebe, planten die Mühlenkreiskliniken den weiteren Ausbau der Kapazitäten – sowohl technisch als auch personell. Laut Busse seien die etwa 2.000 PCR-Proben (Polymerase-Kettenreaktion zum Nachweis von RNA des Sars-CoV2-Virus) im Labor der Mühlenkreiskliniken etwa zwei Prozent des deutschlandweiten Testvolumens. „Wir planen aber eine Aufstockung auf mehr als 3.000 Proben täglich.“ Die Ergebnisse würden schnell und zuverlässig über eine datenschutzrechtlich geprüfte Schnittstelle auf das Handy des Getesteten übermittelt. Wie Busse erklärt, ließen sich verstärkt Menschen testen, die durch ihren Berufsalltag besonders gefährdet seien. Das sei in solchen Branchen der Fall, wo Mitarbeiter viele Begegnungen hätten. Dazu zähle insbesondere medizinisches Fachpersonal. Auch dort, wo der vom Robert-Koch-Institut empfohlene Mindestabstand von zwei Metern nicht immer eingehalten werden könne, liege ein Risikofaktor für eine Infektion vor. Betroffen seien unter anderem Verkäufer, Außendienstler, Monteure, Kraftfahrer, Mitarbeiter in der Produktion, Lehrer, Erzieher und viele weitere. Neben dem Mehraufwand im Labor des Johannes-Wesling-Klinikums haben die Mühlenkreiskliniken Entnahme-Teams für Coronatests zu verschiedenen Unternehmen in den Kreis Gütersloh geschickt. Einsätze bei der Firma Tönnies habe es aber nicht gegeben, erklärt Busse. Die Landesregierung hatte in den vergangenen Tagen ein weitgehendes Herunterfahren für die Kreise Gütersloh und Warendorf verfügt. Viele Menschen, die auch keine Krankheitsanzeichen verspürten, ließen sich dort testen, um bei einem negativen Befund ihre Urlaubsreise antreten zu können. Denn zahlreiche Urlaubsregionen machen derzeit die Aufnahme von Gästen aus den lokalen Krisengebieten von solchen Vorsorgemaßnahmen abhängig. Bund und Länder hatten zuvor vereinbart, dass Schutzmaßnahmen ergriffen werden müssen, wenn sich in einer Stadt oder einem Kreis innerhalb von sieben Tagen mehr als 50 Menschen pro 100.000 Einwohner infizieren.

Die Mühlenkreiskliniken wollen bis zu 3.000 Coronatests pro Tag wuppen

Im Labor der Mühlenkreiskliniken steigt seit Wochen die Zahl der Coronatests an. Demnächst sollen die Mitarbeiter dort die Zahl von 3.000 pro Tag schaffen. MT-Foto: Alexander Lehn © Lehn Alexander

Minden. Die Ausbreitung von Coronainfektionen im Kreis Gütersloh schlägt sich auch im Betrieb des Johannes-Wesling-Klinikums in Minden nieder. Wegen des gestiegenen Bedarfs soll dort das Labor seine tägliche Zahl von 2.000 Probentests auf 3.000 steigern. Mitarbeiter der Mühlenkreiskliniken aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf sind zudem aufgerufen, sich testen zu lassen. Und die Geschäftsführung versucht noch mehr Personal für die Testungen zu ergattern, bei denen die Mühlenkreiskliniken auch in den Infektionsgebieten aushelfen. Weil die Zeit bei der Suche nach Verstärkung knapp ist, gehen sie dabei neue Wege.

„Wir suchen BTAs, MTAs, MTLAs oder Biologen (m/w/d) – Kurzbewerbungen an bewerbungen@muehlenkreiskliniken.de“, war kürzlich als Aufruf in Sozialen Netzwerken bei solchen Nutzern von Endgeräten zu lesen, die als potenzielle Bewerber infrage kamen. Wie Christian Busse, Pressesprecher der Mühlenkreiskliniken, erklärt, war dieser Aufruf erfolgreich. „Wir haben einige sehr gute Bewerbungen bekommen. Die Einstellungsgespräche laufen und die Einstellungen werden vorbereitet.“

Erst einmal sei eine Einstellung für sechs Monate vorgesehen. Grundsätzlich handele es sich bei den Bewerbern um begehrtes Fachpersonal, bei dem eine Weiterbeschäftigung je nach persönlichen Wünschen und der weiteren Entwicklung möglich sei.

Und die sieht derzeit wegen der Lage im Kreis Gütersloh und auch Warendorf düster aus. Auch die Kliniken und Krankenhäuser in Minden-Lübbecke sind aufgefordert, Behandlungsreserven für Patienten aus den anderen Regionen in Ostwestfalen-Lippe bereit zu halten. Die Besuchsregelung wurde bei den Mühlenkreiskliniken nach einer eingehenden Risikoanalyse bislang noch nicht eingeschränkt. Bis in den Kreis Herford hinein haben die anderen Krankenhäuser aber wieder ihre gelockerten Besuchsregeln aufgehoben.

„Seit dem Ausbruch in Gütersloh ist die Zahl der Corona-Tests noch einmal deutlich angestiegen“, sagt Busse. Mehr als 2.000 Proben würden derzeit täglich im Labor der Mühlenkreiskliniken untersucht. Diese Proben stammten aus Unternehmen in den Kreisen Minden-Lübbecke, Herford, Gütersloh, der Stadt Bielefeld, aus Arztpraxen in der Region sowie aus den Krankenhäusern in der Umgebung. „Auch vom Gesundheitsamt angeordnete Proben werden im Labor der Mühlenkreiskliniken untersucht.“ Da es weitere Anfragen gebe, planten die Mühlenkreiskliniken den weiteren Ausbau der Kapazitäten – sowohl technisch als auch personell.

Laut Busse seien die etwa 2.000 PCR-Proben (Polymerase-Kettenreaktion zum Nachweis von RNA des Sars-CoV2-Virus) im Labor der Mühlenkreiskliniken etwa zwei Prozent des deutschlandweiten Testvolumens. „Wir planen aber eine Aufstockung auf mehr als 3.000 Proben täglich.“ Die Ergebnisse würden schnell und zuverlässig über eine datenschutzrechtlich geprüfte Schnittstelle auf das Handy des Getesteten übermittelt.

Wie Busse erklärt, ließen sich verstärkt Menschen testen, die durch ihren Berufsalltag besonders gefährdet seien. Das sei in solchen Branchen der Fall, wo Mitarbeiter viele Begegnungen hätten. Dazu zähle insbesondere medizinisches Fachpersonal. Auch dort, wo der vom Robert-Koch-Institut empfohlene Mindestabstand von zwei Metern nicht immer eingehalten werden könne, liege ein Risikofaktor für eine Infektion vor. Betroffen seien unter anderem Verkäufer, Außendienstler, Monteure, Kraftfahrer, Mitarbeiter in der Produktion, Lehrer, Erzieher und viele weitere.

Neben dem Mehraufwand im Labor des Johannes-Wesling-Klinikums haben die Mühlenkreiskliniken Entnahme-Teams für Coronatests zu verschiedenen Unternehmen in den Kreis Gütersloh geschickt. Einsätze bei der Firma Tönnies habe es aber nicht gegeben, erklärt Busse.

Die Landesregierung hatte in den vergangenen Tagen ein weitgehendes Herunterfahren für die Kreise Gütersloh und Warendorf verfügt. Viele Menschen, die auch keine Krankheitsanzeichen verspürten, ließen sich dort testen, um bei einem negativen Befund ihre Urlaubsreise antreten zu können. Denn zahlreiche Urlaubsregionen machen derzeit die Aufnahme von Gästen aus den lokalen Krisengebieten von solchen Vorsorgemaßnahmen abhängig. Bund und Länder hatten zuvor vereinbart, dass Schutzmaßnahmen ergriffen werden müssen, wenn sich in einer Stadt oder einem Kreis innerhalb von sieben Tagen mehr als 50 Menschen pro 100.000 Einwohner infizieren.

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