Die Lieblingstermine des Sommers sind in der Warteschleife Anja Peper Minden. Das Virus mutiert, der Lockdown ist verlängert und der Impfauftakt in Deutschland verläuft nur schleppend. Niemand kann mit Sicherheit sagen, ob sich in ein paar Monaten schon wieder Tausende draußen versammeln dürfen – oder wollen. Auch das subjektive Sicherheitsgefühl der Besucher spiele eine Rolle entscheidende Rolle, sagen die Veranstalter. Jetzt zu Beginn des Jahres stecken die Organisationsteams in der zweiten Zwangspause. Was heißt das für die Lieblingstermine des Sommers? Die großen Events wie Reenactor-Messe, Gourmetmeile, Kultur-Sommerbühne, Zeitinseln, Kirmespark und Mindener Messe organisiert die Minden Marketing GmbH (MMG). „Noch steht vieles in den Sternen“, sagt Geschäftsführer Dr. Jörg-Friedrich Sander. Angesichts der aktuell schwierigen Situation – OWL gilt seit Tagen als einer der Corona-Hotspots in Nordrhein-Westfalen – ist er allenfalls verhalten optimistisch, was die großen Veranstaltungen des Sommers angeht. „Wir müssen die Impferfolge abwarten.“ Beispiel Gourmetmeile: Die meisten Menschen essen am liebsten in Gesellschaft – das ist das Erfolgsrezept des Events auf dem Simeonsplatz. Allerdings wird es beim Schlemmen gerade zu den Stoßzeiten unter dem großen runden Sonnenschirm gerne auch mal richtig eng. Abstand halten ist schwierig. Würde sich der Einsatz für die Gastronomen an den diversen Ständen überhaupt lohnen, wenn die Besucher nur abgezählt und paarweise etwas bestellen dürften? Der Partystimmung wäre es wohl kaum zuträglich. Die Hygiene-, Infektionsschutz- und Sicherheitsregelungen zu beachten, bedeutet für die Veranstalter großen Aufwand. Das hat der Kirmespark auf Kanzlers Weide im Oktober gezeigt – die Alternative zur Herbstmesse. Der Zugang war nur möglich mit Eintrittskarte und Angabe der Kontaktdaten: Viel Arbeit für das Personal. „Aber für die Schausteller war der Kirmespark ein enorm wichtiges Projekt.“ Sie konnten seit Monaten endlich mal wieder loslegen. Eine Wiederholung des Kirmesparks im Herbst wäre daher denkbar. Wer sich mit der Planung großer Events befasst, stellt fest: Vieles hängt mit vielem zusammen. Weil große Zelte ein hoher Kostenfaktor sind, werden sie manchmal hintereinander für zwei Veranstaltungen genutzt, zum Beispiel für die Reenactor-Messe – dabei geht es um die möglichst authentische Inszenierung geschichtlicher Ereignisse – und auch für das Mindener Oktoberfest, wo ausgelassen geschunkelt und auf den Tischen getanzt wird. Das eine ist ohne das andere nicht zu stemmen. In Bezug auf die Reenactor-Messe kommt hinzu: „Niemand weiß, ob nach Corona die Strukturen noch da sind.“ Und fügt hinzu: „In dieser Situation sitzen wir alle in einem Boot.“ Ebenfalls keine Option: Eine Kultur-Sommerbühne mit Abstand. Wenn dort bekannte Künstler auftreten – beispielsweise Sänger Joris, Götz Alsmann oder Nina Hagen waren in den Vorjahren schon da – müssen genügend Zuschauer kommen, damit sich die Veranstaltung trägt. Einen massiven Handlungsdruck sieht Jörg-Friedrich Sander 2021 in Bezug auf die Wiederbelebung der Innenstadt. Während des Lockdowns haben viele Kunden online bestellt. Um gegenzusteuern, soll wieder Kultur in die Fußgängerzone. Vor Corona hat sich das Format „Martini um 12“ bewährt. „Diese kleinen Konzerte bieten Potenzial für ein Stück Normalität.“ Verkaufsoffene Sonntage sind nach wie vor umstritten und an eine Veranstaltung gekoppelt. Egal ob Veranstalter, Zeltverleiher, Thekenpersonal, Bands: Derzeit hängen sie alle in einem unbefriedigenden Standby-Modus fest. Darum beschränkt sich die Arbeit der Minden Marketing derzeit auf neue Konzepte für den Tourismus. Dazu zählen zum Beispiel Stadtführungen mit Erlebnischarakter, bei denen die Führer beispielsweise als Hexen oder Henker verkleidet sind und die Gäste ins finstere Mittelalter entführen. Manchmal geht es um Pest und Plagen in Minden, manchmal unternehmen die Teilnehmer Segwaytouren. Die Tourist-Information selbst bleibt während des Lockdowns geschlossen. Auch bei der Minden Marketing sind die meisten Mitarbeiter in Kurzarbeit.

Die Lieblingstermine des Sommers sind in der Warteschleife

Eine runde Sache: Die meisten Menschen essen am liebsten in Gesellschaft – das ist seit vielen Jahren eines der Erfolgsrezepte der Gourmetmeile auf dem Simeonsplatz. Foto: pr © pr

Minden. Das Virus mutiert, der Lockdown ist verlängert und der Impfauftakt in Deutschland verläuft nur schleppend. Niemand kann mit Sicherheit sagen, ob sich in ein paar Monaten schon wieder Tausende draußen versammeln dürfen – oder wollen. Auch das subjektive Sicherheitsgefühl der Besucher spiele eine Rolle entscheidende Rolle, sagen die Veranstalter. Jetzt zu Beginn des Jahres stecken die Organisationsteams in der zweiten Zwangspause. Was heißt das für die Lieblingstermine des Sommers?

Die großen Events wie Reenactor-Messe, Gourmetmeile, Kultur-Sommerbühne, Zeitinseln, Kirmespark und Mindener Messe organisiert die Minden Marketing GmbH (MMG). „Noch steht vieles in den Sternen“, sagt Geschäftsführer Dr. Jörg-Friedrich Sander. Angesichts der aktuell schwierigen Situation – OWL gilt seit Tagen als einer der Corona-Hotspots in Nordrhein-Westfalen – ist er allenfalls verhalten optimistisch, was die großen Veranstaltungen des Sommers angeht. „Wir müssen die Impferfolge abwarten.“

Beispiel Gourmetmeile: Die meisten Menschen essen am liebsten in Gesellschaft – das ist das Erfolgsrezept des Events auf dem Simeonsplatz. Allerdings wird es beim Schlemmen gerade zu den Stoßzeiten unter dem großen runden Sonnenschirm gerne auch mal richtig eng. Abstand halten ist schwierig. Würde sich der Einsatz für die Gastronomen an den diversen Ständen überhaupt lohnen, wenn die Besucher nur abgezählt und paarweise etwas bestellen dürften? Der Partystimmung wäre es wohl kaum zuträglich.

Die Hygiene-, Infektionsschutz- und Sicherheitsregelungen zu beachten, bedeutet für die Veranstalter großen Aufwand. Das hat der Kirmespark auf Kanzlers Weide im Oktober gezeigt – die Alternative zur Herbstmesse. Der Zugang war nur möglich mit Eintrittskarte und Angabe der Kontaktdaten: Viel Arbeit für das Personal. „Aber für die Schausteller war der Kirmespark ein enorm wichtiges Projekt.“ Sie konnten seit Monaten endlich mal wieder loslegen. Eine Wiederholung des Kirmesparks im Herbst wäre daher denkbar.

Wer sich mit der Planung großer Events befasst, stellt fest: Vieles hängt mit vielem zusammen. Weil große Zelte ein hoher Kostenfaktor sind, werden sie manchmal hintereinander für zwei Veranstaltungen genutzt, zum Beispiel für die Reenactor-Messe – dabei geht es um die möglichst authentische Inszenierung geschichtlicher Ereignisse – und auch für das Mindener Oktoberfest, wo ausgelassen geschunkelt und auf den Tischen getanzt wird. Das eine ist ohne das andere nicht zu stemmen. In Bezug auf die Reenactor-Messe kommt hinzu: „Niemand weiß, ob nach Corona die Strukturen noch da sind.“ Und fügt hinzu: „In dieser Situation sitzen wir alle in einem Boot.“

Ebenfalls keine Option: Eine Kultur-Sommerbühne mit Abstand. Wenn dort bekannte Künstler auftreten – beispielsweise Sänger Joris, Götz Alsmann oder Nina Hagen waren in den Vorjahren schon da – müssen genügend Zuschauer kommen, damit sich die Veranstaltung trägt.

Einen massiven Handlungsdruck sieht Jörg-Friedrich Sander 2021 in Bezug auf die Wiederbelebung der Innenstadt. Während des Lockdowns haben viele Kunden online bestellt. Um gegenzusteuern, soll wieder Kultur in die Fußgängerzone. Vor Corona hat sich das Format „Martini um 12“ bewährt. „Diese kleinen Konzerte bieten Potenzial für ein Stück Normalität.“ Verkaufsoffene Sonntage sind nach wie vor umstritten und an eine Veranstaltung gekoppelt.

Egal ob Veranstalter, Zeltverleiher, Thekenpersonal, Bands: Derzeit hängen sie alle in einem unbefriedigenden Standby-Modus fest. Darum beschränkt sich die Arbeit der Minden Marketing derzeit auf neue Konzepte für den Tourismus. Dazu zählen zum Beispiel Stadtführungen mit Erlebnischarakter, bei denen die Führer beispielsweise als Hexen oder Henker verkleidet sind und die Gäste ins finstere Mittelalter entführen. Manchmal geht es um Pest und Plagen in Minden, manchmal unternehmen die Teilnehmer Segwaytouren. Die Tourist-Information selbst bleibt während des Lockdowns geschlossen. Auch bei der Minden Marketing sind die meisten Mitarbeiter in Kurzarbeit.

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