Dicke Bretter bohren für "Soziales Dorf" Bundestreffen soll Idee für neue Wohn- und Lebensform voranbringen / Mitstreiter entwickeln Konzept im Internet Von Jürgen Langenkämper Minden (mt). Die Idee eines an sozialen Kriterien orientierten Zusammenwohnens führt die Mitglieder einer Internetinitiative im September zu einem allerersten Bundestreffen nach Minden. Ihr Name ist Programm: "Soziales Dorf im Mühlenkreis". "Wir haben ganz dicke Bretter zu bohren", sagt Hauptinitiator und Ideengeber Detlef Müller. Vor gut zwei Jahren hatte der Mitbegründer der Erwerbsloseninitiative Malz begonnen, hauptsächlich über Kurznachrichten in dem Internet-Netzwerk Twitter (@Soziales_Dorf) auf seine Idee eines neuen sozialen Zusammenlebens unter Einbeziehung sozial Benachteiligter und erkrankter Personen aufmerksam zu machen. Immer mehr folgten ihm auf Twitter und strickten an der Weiterentwicklung der Idee mit. Auch die Friedenswoche unterstützt die Gruppe inzwischen."Der Name ,Soziales Dorf ist angelehnt an Öko-Dörfer", sagt Müller. Ein solches hat er mit Mitstreitern bereits in Sachsen-Anhalt erkundet.Aber das "Soziale Dorf" soll - auf ökologischer Basis zwar - mehr sein als ein Öko-Dorf. Soziale und gesundheitliche Aspekte stehen im Vordergrund. Besonderes Augenmerk legt die Gruppe auf das Problem der mehrfachen Chemikalienunverträglichkeit, auf die die MCS-Kranke Maria Herzger aus Rheinland-Pfalz aufmerksam macht.Für das "Soziale Dorf" wäre eine gesamte Struktur aufzubauen mit Wohnbereichen für 120 bis 150 Leute, Dorfzentrum für sozio-kulturelle Belange, Öko-Kantine und Bio-Hofladen. "Dadurch und durch die Bewirtschaftung von 40 bis 60 Hektar Äckern und Gärten könnten 60 Vollzeitarbeitsplätze entstehen", haben Detlef Müller und seine Initiative kalkuliert. Von einem Gesundheitszentrum, vorwiegend an Alternativmedizin orientiert, könnte auch die von Landflucht der Ärzte bedrohte umwohnende Landbevölkerung profitieren."Einen Fuß in die Tür, um das Projekt aus EU-Mitteln zu fördern, bekommt man selten allein, sondern durch Kooperationspartner vor Ort und am besten in einem anderen Land", sagt Siegfried Menze von der Friwo. Kontakte ins Ausland gebe es bereits, sagt Müller.Bei dem Bundestreffen vom 9. bis 11. September in Minden wollen sich die 15 Mitstreiter aber nicht nur über das Internet und am Telefon sprechen, sondern von Angesicht zu Angesicht besser kennenlernen. Dafür gibt es Diskussionen im Grodno-Haus des Eine-Welt-Dorfs, Besichtigungstouren und Aktionen. Weitere Informationen gibt es im Internet:www.soziales-dorf.eu

Dicke Bretter bohren für "Soziales Dorf"

Minden (mt). Die Idee eines an sozialen Kriterien orientierten Zusammenwohnens führt die Mitglieder einer Internetinitiative im September zu einem allerersten Bundestreffen nach Minden. Ihr Name ist Programm: "Soziales Dorf im Mühlenkreis".

Anschauungsobjekt: Das Öko-Dorf "Sieben Linden" in Sachsen-Anhalt war den Initiatoren der Idee "Soziales Dorf im Mühlenkreis" einen Erkundungsbesuch wert. - © Foto: pr
Anschauungsobjekt: Das Öko-Dorf "Sieben Linden" in Sachsen-Anhalt war den Initiatoren der Idee "Soziales Dorf im Mühlenkreis" einen Erkundungsbesuch wert. - © Foto: pr

"Wir haben ganz dicke Bretter zu bohren", sagt Hauptinitiator und Ideengeber Detlef Müller. Vor gut zwei Jahren hatte der Mitbegründer der Erwerbsloseninitiative Malz begonnen, hauptsächlich über Kurznachrichten in dem Internet-Netzwerk Twitter (@Soziales_Dorf) auf seine Idee eines neuen sozialen Zusammenlebens unter Einbeziehung sozial Benachteiligter und erkrankter Personen aufmerksam zu machen. Immer mehr folgten ihm auf Twitter und strickten an der Weiterentwicklung der Idee mit. Auch die Friedenswoche unterstützt die Gruppe inzwischen.

"Der Name ,Soziales Dorf ist angelehnt an Öko-Dörfer", sagt Müller. Ein solches hat er mit Mitstreitern bereits in Sachsen-Anhalt erkundet.

Aber das "Soziale Dorf" soll - auf ökologischer Basis zwar - mehr sein als ein Öko-Dorf. Soziale und gesundheitliche Aspekte stehen im Vordergrund. Besonderes Augenmerk legt die Gruppe auf das Problem der mehrfachen Chemikalienunverträglichkeit, auf die die MCS-Kranke Maria Herzger aus Rheinland-Pfalz aufmerksam macht.

Für das "Soziale Dorf" wäre eine gesamte Struktur aufzubauen mit Wohnbereichen für 120 bis 150 Leute, Dorfzentrum für sozio-kulturelle Belange, Öko-Kantine und Bio-Hofladen. "Dadurch und durch die Bewirtschaftung von 40 bis 60 Hektar Äckern und Gärten könnten 60 Vollzeitarbeitsplätze entstehen", haben Detlef Müller und seine Initiative kalkuliert. Von einem Gesundheitszentrum, vorwiegend an Alternativmedizin orientiert, könnte auch die von Landflucht der Ärzte bedrohte umwohnende Landbevölkerung profitieren.

"Einen Fuß in die Tür, um das Projekt aus EU-Mitteln zu fördern, bekommt man selten allein, sondern durch Kooperationspartner vor Ort und am besten in einem anderen Land", sagt Siegfried Menze von der Friwo. Kontakte ins Ausland gebe es bereits, sagt Müller.

Bei dem Bundestreffen vom 9. bis 11. September in Minden wollen sich die 15 Mitstreiter aber nicht nur über das Internet und am Telefon sprechen, sondern von Angesicht zu Angesicht besser kennenlernen. Dafür gibt es Diskussionen im Grodno-Haus des Eine-Welt-Dorfs, Besichtigungstouren und Aktionen. Weitere Informationen gibt es im Internet:

www.soziales-dorf.eu

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