Der große Corona-Überblick: Die wichtigsten Fakten zu den aktuellen Themen Patrick Schwemling Minden. Die Corona-Pandemie beschäftigt alle Länder dieser Welt. Das Virus ist ein riesiges globales Problem. Es sorgt dafür, dass die Menschen sich seit fast eineinhalb Jahren auf einer emotionalen Achterbahnfahrt zwischen Verboten, Lockerungen und immer wieder neuen Regelungen befinden. Viele von ihnen hinterlässt das Hin und Her zwischen der x-ten Corona-Schutzverordnung, Reiseauflagen, Kontaktbeschränkungen und Impfungen zunehmend ratloser. Täglich erreichen die MT-Redaktion Fragen zu allen möglichen Bereichen – von Terminen im Impfzentrum bis hin zu Quarantäneverordnungen nach der Reiserückkehr. Ein Versuch des Überblicks zu den meistgestellten Fragen in den letzten Wochen. Inzidenzstufe: Was heißt und bedeutet das? Der Kreis Minden-Lübbecke befindet sich seit dem 23. Juli in der sogenannten Inzidenzstufe 1, die bei einer Inzidenz von 10,1 bis 35 greift. Zuvor galten rund zwei Wochen die Regelungen der Stufe 0, in der beispielsweise jegliche Kontaktbeschränkungen aufgehoben wurden. Mit dem am Dienstag gültigen Inzidenzwert von 21,3 laut Robert-Koch-Institut (RKI) wird der Mühlenkreis auch noch mindestens zehn weitere Tage in der ersten Stufe bleiben. Ein Wechsel in die höhere Stufe zwei, mit der diverse Einschränkungen verbunden wären, würde nämlich erst zwei Tage, nachdem die Inzidenz acht Tage in Folge über dem Grenzwert von 35 gelegen hat, erfolgen. Dies gilt für jeden Schritt in eine höhere Inzidenzstufe, wenngleich Nordrhein-Westfalen die Regeln für die dritte Stufe (Inzidenz höher als 50) aktuell aussetzt. Interessant: Für die Zuordnung in eine niedrige Stufe muss der Inzidenzwert nur fünf Tage unterschritten werden, ehe nach zwei Tagen Lockerungen greifen würden. Welche Regeln gelten im Moment überhaupt? Treffen im öffentlichen Raum sind ohne Begrenzung für Angehörige aus fünf Haushalten erlaubt. Außerdem können sich bis zu 100 Personen aus beliebigen Haushalten treffen – dann allerdings mit negativem Testnachweis. Es gelten jedoch eine Reihe von Ausnahmen für vollständig Geimpfte oder Genesene: Wenn ein negativer Test Voraussetzung für eine Teilnahme ist, benötigen diese einen entsprechenden Impf- oder Genesenen-Nachweis. Wenn für eine Veranstaltung eine bestimmte Begrenzung der Personenzahl gilt, werden sie nicht mitgezählt – es sei denn, es geht um eine Begrenzung der räumlichen Kapazität. Unabhängig von der Inzidenzstufe gilt seit dem 1. Juli eine Testpflicht für Arbeitnehmer. Beschäftigte ohne vollständigen Impfschutz oder Genesenen-Nachweis, die mindestens fünf Tage aufgrund von Urlaub oder ähnlichen Abwesenheiten nicht gearbeitet haben, müssen nach der Rückkehr an ihren Arbeitsplatz ein negatives Testergebnis vorweisen oder vor Ort einen Test durchführen. Krankheit oder Home-Office-Zeiten lösen keine Testpflicht aus. Feiern im Sinne eines Party-Charakters sind im Freien ohne Mindestabstand und ohne Maskenpflicht mit bis zu 100 Gästen und innen mit bis zu 50 Gästen möglich, wenn ein negativer Test vorliegt und einfache Rückverfolgbarkeit sichergestellt ist. Bei privaten Veranstaltungen sind im Freien bis zu 250 Gäste und innen bis zu 100 Gäste möglich. Voraussetzung sind auch hier ein negativer Test und eine sichergestellte einfache Rückverfolgbarkeit. Wie Kreis-Pressesprecherin Mirjana Lenz mitteilt, sei jeweils das kommunale Ordnungsamt die Kontrollinstanz zur Überprüfung der geltenden Regeln. Auf die Frage, ob in letzter Zeit Verstöße registriert wurden, gab es keine Antwort. Restaurants, Bars und alle anderen Gastronomieangebote können sowohl im Innen- als auch Außenbereich ohne negativen Testnachweis besucht werden. Für die Innengastronomie gilt dies ausdrücklich nur, wenn die Landesinzidenz unter 35 liegt. Diese betrug am Dienstag 25,4. Im Einzelhandel herrscht weiter eine Maskenpflicht, dazu dürfen nicht beliebig viele Menschen in die Läden: Nur ein Kunde pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche ist zugelassen. Reisen: Quarantäne, Kreuzimpfung und Co. Wann muss ich nach dem Urlaub in Quarantäne? Diese Frage umtreibt gerade in den Sommerferien die Menschen in der Region. Dabei gilt: Jeder Reisende, ob geimpft oder ungeimpft, muss nach Rückkehr aus Virusvariantengebieten in eine 14-tägige Quarantäne. Das RKI stuft aktuell allerdings nur Brasilien und Uruguay als solche ein. Nach Reisen aus Hochrisikogebieten wie derzeit Spanien, Portugal oder den Niederlanden sind vollständig Geimpfte und Genesene von einer Quarantäne befreit, die Einreise muss zuvor jedoch digital angemeldet werden (einreiseanmeldung.de). Von nicht notwendigen touristischen Reisen in diese Regionen rät das Auswärtige Amt allerdings ab, wenngleich weiterhin viele Menschen dort Urlaub machen. Wer noch nicht vollständig geimpft ist, braucht für die Einreise einen negativen Corona-Test. Dieser darf maximal 48 Stunden (Antigen-Schnelltest) oder 72 Stunden (PCR-Test) alt sein. Dennoch müssen alle nicht vollständig Geimpften, die aus einem Hochrisikogebiet kommen, für zehn Tage in Quarantäne. Diese kann erst fünf Tage nach der Einreise mit einem weiteren negativen Test beendet werden. Unter 12-Jährige brauchen keinen Test, allerdings müssen auch sie in Quarantäne. Diese endet nach dem fünften Tag der Einreise automatisch. Neben der Quarantäne bewegt das Thema Kreuzimpfung, also beispielsweise die erste Impfung mit AstraZeneca und die Zweite mit Biontech oder Moderna, die Menschen. Wer eine solche Impf-Kombination erhalten hat, gilt in der Europäischen Union (EU) als vollständig geimpft. Als Nachweis wird seit dem 1. Juli in allen 27 EU-Mitgliedsstaaten sowie der Schweiz, Island, Norwegen, Vatikan, San Marino und Liechtenstein das digitale Covid-Zertifikat akzeptiert. Dies kann auf dem Mobiltelefon per App (Covpass oder Corona-Warn) mittels QR-Code abgespeichert werden. Den Code bekommt jeder Geimpfte auch in Papierform und ist somit nicht auf ein Smartphone angewiesen. Die Ausstellung erfolgt entweder direkt nach der Impfung, beim Hausarzt oder in Apotheken nach Vorlage des Impfpasses oder der Corona-Impfbescheinigung. Wichtig: Die zweite Impfdosis muss mindestens zwei Wochen zurückliegen und beide Impfstoffe müssen in der EU zugelassen sein. Sind diese Bedingungen erfüllt, werden Kreuzimpfungen innerhalb der EU ebenso anerkannt wie Impfungen mit einem Impfstoff. Generell zeigt sich: In den allermeisten Ländern der Welt ist vor allem der Status „vollständig geimpft“ wichtig. So wird es beispielsweise auch in den beliebten Urlaubsländern Ägypten oder der Türkei gehandhabt. Allerdings gibt es weiterhin mehrere Länder auf der Welt, die eine Einreise trotz Impfung nicht erlauben. Allen voran sind da die USA zu nennen, aber auch große Teile Asiens wie beispielsweise China. Auch in Australien gilt weiterhin ein Einreiseverbot für alle Ausländer ohne ständigen Aufenthaltstitel. Dazu ist Touristen die Einreise nach Indonesien mit der beliebten Urlaubsinsel Bali nicht gestattet. Wo kann ich mich im Moment impfen lassen? Die Impf-Kampagne hat die Menschen im Mühlenkreis in den letzten Monaten auf Trab gehalten. War es noch vor wenigen Wochen schwer bis unmöglich einen Termin zu ergattern, ist der große Ansturm auf die Corona-Impfungen nun vorbei. Wer jetzt geimpft werden möchte, hat mehrere Möglichkeiten – und muss dafür immer weniger Aufwand betreiben. So kann jeder auch ohne Termin ins Hiller Impfzentrum fahren. Dieses hat wegen der sinkenden Nachfrage jedoch die Öffnungszeiten angepasst: sonntags und montags bleibt es geschlossen, während es dienstags bis freitags von 13 bis 20 Uhr und samstags von 7.30 bis 14.30 Uhr öffnet. „Zu Beginn ist immer etwas mehr los, kurze Zeit später beruhigt sich dann die Lage“, gibt Lenz einen Tipp für den Besuch. Am gestrigen Dienstag bildeten sich dort jedoch so lange Warteschlangen, dass die Kreisverwaltung am Nachmittag darum bat, es nicht mehr aufzusuchen. Weiterhin werden Corona-Impfungen in Haus- und Facharztpraxen durchgeführt. Da jede Praxis dabei verschieden verfährt, teilweise aber auch nicht impft, ist eine Kontaktaufnahme diesbezüglich im Vorfeld ratsam. Um weiter möglichst viele Impfungen zu verabreichen, hat der Kreis Minden-Lübbecke zusammen mit dem Impfzentrum in den letzten Wochen den Einsatz von mobilen Teams stark ausgeweitet. In der letzten Woche wurden so 660 Menschen geimpft, in dieser gibt es wieder sechs Sonder-Veranstaltungen. Im MT-Verbreitungsgebiet wird heute um 16.30 Uhr in Petershagen am Edeka Röthemeier geimpft, am Sonntag um 10 Uhr dann auf dem Flohmarkt am Porta-Markt in Porta Westfalica. Darüber hinaus werden seit vergangenem Samstag Kinder ab 12 Jahren im Impfzentrum geimpft. Bei der Auftakt-Veranstaltung erhielten 400 Kinder und Jugendliche ihre erste Schutzimpfung. Wegen des großen Erfolgs wird diese Aktion an diesem Samstag wiederholt. Übrigens: Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe wurden in Minden-Lübbecke rund 190.000 Menschen erstgeimpft, bereits mehr als 160.000 sind vollständig geimpft. Wenn man die unter 12-Jährigen, die nicht geimpft werden dürfen, außen vor lässt, liegt die Impfquote im Kreis bei knapp 70 Prozent für die Erstimpfungen und etwa 60 Prozent bei den vollständig geimpften Menschen. Gibt es eine Drittimpfung? Impfung nach Genesung? „Im Impfzentrum wird derzeit noch keine Drittimpfung angeboten“, sagt Lenz zum aktuellen Stand der Dinge im Kreis Minden-Lübbecke. Allerdings sagt sie auch: „Es ist geplant, dass alle Dritt- oder Zweitimpfungen nach Johnson mit einem mRNA-Impfstoff durchgeführt werden.“ Damit ist klar, dass weitere Impfungen vornehmlich mit den Impfstoffen der Hersteller Biontech und Moderna durchgeführt wurden. Lenz teilte jedoch auch mit, dass es sich dabei bisher lediglich um einen Beschluss der Gesundheitsminister handele. „Dieser Beschluss wird durch das Land noch konkretisiert werden.“ Auch das Thema Impfung nach einer überstandenen Covid-Infektion umtreibt die Menschen. Der Kreis hat dazu auf die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) verwiesen. Diese empfiehlt nach der Infektion eine Impfstoffdosis zu verabreichen. Wer während der Erkrankung Symptome zeigte, solle in der Regel sechs Monate nach Infektion geimpft werden. Wegen der besseren Impfstoffverfügbarkeit und Unbedenklichkeit der Impfung sei die Impfung jedoch bereits vier Wochen nach dem Ende der Symptome möglich. Wer während seiner Infektion keine Symptome zeigte, könne die empfohlene einmalige Impfung bereits vier Wochen nach der Labordiagnose bekommen. Ein weiterer Fall sind Personen, die einmal geimpft wurden und bei denen nach der Impfung eine Covid-Infektion nachgewiesen wurde. Die zweite Impfung solle dann in der Regel sechs Monate nach Ende der Symptome oder der Diagnose erfolgen. Aber auch hier gilt: „Die Gabe einer Impfstoffdosis ist bereits vier Wochen nach dem Ende der Symptome möglich.“ Impfpass, Zertifikat und weitere Nachweise Zuallererst: Wenn sich der Impfpass nicht mehr finden lässt, bei einer Reise abhanden oder sogar gestohlen worden ist, ist das kein Ausschlusskriterium für einen Corona-Impfung. Sie erfolgt auch ohne ihn. Die Impfung soll zwar im Impfpass erfasst werden, aber wenn keiner vorhanden ist, stellt der Arzt oder das Impfzentrum eine Ersatzbestätigung aus und bescheinigt darin die Schutzimpfung. Ein neuer Impfpass kann übrigens kostenlos in Arztpraxen oder beim Gesundheitsamt abgeholt und ausgestellt werden. Der Kreis Minden-Lübbecke hat an alle Personen, die in den vergangenen sechs Monaten positiv auf das Corona-Virus getestet wurden, Genesenen-Nachweise verschickt. „Um die Wahrscheinlichkeit einer Fälschung zu verringern, wird die Papierform mit eingedrucktem Siegel verwendet“, erklärt Lenz. Die Genesung könne in den Impfpass eingetragen werden, um in Apotheken ein Zertifikat für den digitalen Impfausweis erhalten. Hier habe es zuletzt immer wieder Probleme mit der Ausstellung der Zertifikate gegeben. „Heute läuft es bei uns, am Wochenende funktionierte es nicht“, hieß es beispielsweise aus der Marien-Apotheke. Auch die Vivas-Apotheke in der Innenstadt habe zuletzt Probleme gehabt. So oder so: Der digitale Impf- und Genesennachweis ist stark nachgefragt. „Bei uns fragen viele Menschen danach und lassen ihn sich auch ausstellen“, sagt die Mitarbeiterin der Marien-Apotheke. Dies sei seit Einführung des digitalen Nachweises der Fall gewesen und heute noch immer noch so.

Der große Corona-Überblick: Die wichtigsten Fakten zu den aktuellen Themen

Mit zwei Corona-Schutzimpfungen im Impfpass sind derzeit etliche Reisen ohne große Einschränkungen möglich. In Apotheken lässt sich zuvor das digitale Impfzertifikat der EU ausstellen. Symbolfoto: Sascha Steinach/ Imago © imago images/Steinach

Minden. Die Corona-Pandemie beschäftigt alle Länder dieser Welt. Das Virus ist ein riesiges globales Problem. Es sorgt dafür, dass die Menschen sich seit fast eineinhalb Jahren auf einer emotionalen Achterbahnfahrt zwischen Verboten, Lockerungen und immer wieder neuen Regelungen befinden. Viele von ihnen hinterlässt das Hin und Her zwischen der x-ten Corona-Schutzverordnung, Reiseauflagen, Kontaktbeschränkungen und Impfungen zunehmend ratloser. Täglich erreichen die MT-Redaktion Fragen zu allen möglichen Bereichen – von Terminen im Impfzentrum bis hin zu Quarantäneverordnungen nach der Reiserückkehr. Ein Versuch des Überblicks zu den meistgestellten Fragen in den letzten Wochen.

Inzidenzstufe: Was heißt und bedeutet das?

Der Kreis Minden-Lübbecke befindet sich seit dem 23. Juli in der sogenannten Inzidenzstufe 1, die bei einer Inzidenz von 10,1 bis 35 greift. Zuvor galten rund zwei Wochen die Regelungen der Stufe 0, in der beispielsweise jegliche Kontaktbeschränkungen aufgehoben wurden. Mit dem am Dienstag gültigen Inzidenzwert von 21,3 laut Robert-Koch-Institut (RKI) wird der Mühlenkreis auch noch mindestens zehn weitere Tage in der ersten Stufe bleiben.


Ein Wechsel in die höhere Stufe zwei, mit der diverse Einschränkungen verbunden wären, würde nämlich erst zwei Tage, nachdem die Inzidenz acht Tage in Folge über dem Grenzwert von 35 gelegen hat, erfolgen. Dies gilt für jeden Schritt in eine höhere Inzidenzstufe, wenngleich Nordrhein-Westfalen die Regeln für die dritte Stufe (Inzidenz höher als 50) aktuell aussetzt. Interessant: Für die Zuordnung in eine niedrige Stufe muss der Inzidenzwert nur fünf Tage unterschritten werden, ehe nach zwei Tagen Lockerungen greifen würden.

Welche Regeln gelten im Moment überhaupt?

Treffen im öffentlichen Raum sind ohne Begrenzung für Angehörige aus fünf Haushalten erlaubt. Außerdem können sich bis zu 100 Personen aus beliebigen Haushalten treffen – dann allerdings mit negativem Testnachweis. Es gelten jedoch eine Reihe von Ausnahmen für vollständig Geimpfte oder Genesene: Wenn ein negativer Test Voraussetzung für eine Teilnahme ist, benötigen diese einen entsprechenden Impf- oder Genesenen-Nachweis. Wenn für eine Veranstaltung eine bestimmte Begrenzung der Personenzahl gilt, werden sie nicht mitgezählt – es sei denn, es geht um eine Begrenzung der räumlichen Kapazität.

Unabhängig von der Inzidenzstufe gilt seit dem 1. Juli eine Testpflicht für Arbeitnehmer. Beschäftigte ohne vollständigen Impfschutz oder Genesenen-Nachweis, die mindestens fünf Tage aufgrund von Urlaub oder ähnlichen Abwesenheiten nicht gearbeitet haben, müssen nach der Rückkehr an ihren Arbeitsplatz ein negatives Testergebnis vorweisen oder vor Ort einen Test durchführen. Krankheit oder Home-Office-Zeiten lösen keine Testpflicht aus.

Feiern im Sinne eines Party-Charakters sind im Freien ohne Mindestabstand und ohne Maskenpflicht mit bis zu 100 Gästen und innen mit bis zu 50 Gästen möglich, wenn ein negativer Test vorliegt und einfache Rückverfolgbarkeit sichergestellt ist. Bei privaten Veranstaltungen sind im Freien bis zu 250 Gäste und innen bis zu 100 Gäste möglich. Voraussetzung sind auch hier ein negativer Test und eine sichergestellte einfache Rückverfolgbarkeit. Wie Kreis-Pressesprecherin Mirjana Lenz mitteilt, sei jeweils das kommunale Ordnungsamt die Kontrollinstanz zur Überprüfung der geltenden Regeln. Auf die Frage, ob in letzter Zeit Verstöße registriert wurden, gab es keine Antwort.

Restaurants, Bars und alle anderen Gastronomieangebote können sowohl im Innen- als auch Außenbereich ohne negativen Testnachweis besucht werden. Für die Innengastronomie gilt dies ausdrücklich nur, wenn die Landesinzidenz unter 35 liegt. Diese betrug am Dienstag 25,4. Im Einzelhandel herrscht weiter eine Maskenpflicht, dazu dürfen nicht beliebig viele Menschen in die Läden: Nur ein Kunde pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche ist zugelassen.

Reisen: Quarantäne, Kreuzimpfung und Co.

Wann muss ich nach dem Urlaub in Quarantäne? Diese Frage umtreibt gerade in den Sommerferien die Menschen in der Region. Dabei gilt: Jeder Reisende, ob geimpft oder ungeimpft, muss nach Rückkehr aus Virusvariantengebieten in eine 14-tägige Quarantäne. Das RKI stuft aktuell allerdings nur Brasilien und Uruguay als solche ein. Nach Reisen aus Hochrisikogebieten wie derzeit Spanien, Portugal oder den Niederlanden sind vollständig Geimpfte und Genesene von einer Quarantäne befreit, die Einreise muss zuvor jedoch digital angemeldet werden (einreiseanmeldung.de). Von nicht notwendigen touristischen Reisen in diese Regionen rät das Auswärtige Amt allerdings ab, wenngleich weiterhin viele Menschen dort Urlaub machen.

Wer noch nicht vollständig geimpft ist, braucht für die Einreise einen negativen Corona-Test. Dieser darf maximal 48 Stunden (Antigen-Schnelltest) oder 72 Stunden (PCR-Test) alt sein. Dennoch müssen alle nicht vollständig Geimpften, die aus einem Hochrisikogebiet kommen, für zehn Tage in Quarantäne. Diese kann erst fünf Tage nach der Einreise mit einem weiteren negativen Test beendet werden. Unter 12-Jährige brauchen keinen Test, allerdings müssen auch sie in Quarantäne. Diese endet nach dem fünften Tag der Einreise automatisch.

Neben der Quarantäne bewegt das Thema Kreuzimpfung, also beispielsweise die erste Impfung mit AstraZeneca und die Zweite mit Biontech oder Moderna, die Menschen. Wer eine solche Impf-Kombination erhalten hat, gilt in der Europäischen Union (EU) als vollständig geimpft. Als Nachweis wird seit dem 1. Juli in allen 27 EU-Mitgliedsstaaten sowie der Schweiz, Island, Norwegen, Vatikan, San Marino und Liechtenstein das digitale Covid-Zertifikat akzeptiert. Dies kann auf dem Mobiltelefon per App (Covpass oder Corona-Warn) mittels QR-Code abgespeichert werden. Den Code bekommt jeder Geimpfte auch in Papierform und ist somit nicht auf ein Smartphone angewiesen. Die Ausstellung erfolgt entweder direkt nach der Impfung, beim Hausarzt oder in Apotheken nach Vorlage des Impfpasses oder der Corona-Impfbescheinigung.

Wichtig: Die zweite Impfdosis muss mindestens zwei Wochen zurückliegen und beide Impfstoffe müssen in der EU zugelassen sein. Sind diese Bedingungen erfüllt, werden Kreuzimpfungen innerhalb der EU ebenso anerkannt wie Impfungen mit einem Impfstoff.

Generell zeigt sich: In den allermeisten Ländern der Welt ist vor allem der Status „vollständig geimpft“ wichtig. So wird es beispielsweise auch in den beliebten Urlaubsländern Ägypten oder der Türkei gehandhabt. Allerdings gibt es weiterhin mehrere Länder auf der Welt, die eine Einreise trotz Impfung nicht erlauben. Allen voran sind da die USA zu nennen, aber auch große Teile Asiens wie beispielsweise China. Auch in Australien gilt weiterhin ein Einreiseverbot für alle Ausländer ohne ständigen Aufenthaltstitel. Dazu ist Touristen die Einreise nach Indonesien mit der beliebten Urlaubsinsel Bali nicht gestattet.

Wo kann ich mich im Moment impfen lassen?

Die Impf-Kampagne hat die Menschen im Mühlenkreis in den letzten Monaten auf Trab gehalten. War es noch vor wenigen Wochen schwer bis unmöglich einen Termin zu ergattern, ist der große Ansturm auf die Corona-Impfungen nun vorbei. Wer jetzt geimpft werden möchte, hat mehrere Möglichkeiten – und muss dafür immer weniger Aufwand betreiben.

So kann jeder auch ohne Termin ins Hiller Impfzentrum fahren. Dieses hat wegen der sinkenden Nachfrage jedoch die Öffnungszeiten angepasst: sonntags und montags bleibt es geschlossen, während es dienstags bis freitags von 13 bis 20 Uhr und samstags von 7.30 bis 14.30 Uhr öffnet. „Zu Beginn ist immer etwas mehr los, kurze Zeit später beruhigt sich dann die Lage“, gibt Lenz einen Tipp für den Besuch. Am gestrigen Dienstag bildeten sich dort jedoch so lange Warteschlangen, dass die Kreisverwaltung am Nachmittag darum bat, es nicht mehr aufzusuchen.

Weiterhin werden Corona-Impfungen in Haus- und Facharztpraxen durchgeführt. Da jede Praxis dabei verschieden verfährt, teilweise aber auch nicht impft, ist eine Kontaktaufnahme diesbezüglich im Vorfeld ratsam.

Um weiter möglichst viele Impfungen zu verabreichen, hat der Kreis Minden-Lübbecke zusammen mit dem Impfzentrum in den letzten Wochen den Einsatz von mobilen Teams stark ausgeweitet. In der letzten Woche wurden so 660 Menschen geimpft, in dieser gibt es wieder sechs Sonder-Veranstaltungen. Im MT-Verbreitungsgebiet wird heute um 16.30 Uhr in Petershagen am Edeka Röthemeier geimpft, am Sonntag um 10 Uhr dann auf dem Flohmarkt am Porta-Markt in Porta Westfalica. Darüber hinaus werden seit vergangenem Samstag Kinder ab 12 Jahren im Impfzentrum geimpft. Bei der Auftakt-Veranstaltung erhielten 400 Kinder und Jugendliche ihre erste Schutzimpfung. Wegen des großen Erfolgs wird diese Aktion an diesem Samstag wiederholt.

Übrigens: Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe wurden in Minden-Lübbecke rund 190.000 Menschen erstgeimpft, bereits mehr als 160.000 sind vollständig geimpft. Wenn man die unter 12-Jährigen, die nicht geimpft werden dürfen, außen vor lässt, liegt die Impfquote im Kreis bei knapp 70 Prozent für die Erstimpfungen und etwa 60 Prozent bei den vollständig geimpften Menschen.

Gibt es eine Drittimpfung? Impfung nach Genesung?

„Im Impfzentrum wird derzeit noch keine Drittimpfung angeboten“, sagt Lenz zum aktuellen Stand der Dinge im Kreis Minden-Lübbecke. Allerdings sagt sie auch: „Es ist geplant, dass alle Dritt- oder Zweitimpfungen nach Johnson mit einem mRNA-Impfstoff durchgeführt werden.“ Damit ist klar, dass weitere Impfungen vornehmlich mit den Impfstoffen der Hersteller Biontech und Moderna durchgeführt wurden. Lenz teilte jedoch auch mit, dass es sich dabei bisher lediglich um einen Beschluss der Gesundheitsminister handele. „Dieser Beschluss wird durch das Land noch konkretisiert werden.“

Auch das Thema Impfung nach einer überstandenen Covid-Infektion umtreibt die Menschen. Der Kreis hat dazu auf die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) verwiesen. Diese empfiehlt nach der Infektion eine Impfstoffdosis zu verabreichen. Wer während der Erkrankung Symptome zeigte, solle in der Regel sechs Monate nach Infektion geimpft werden. Wegen der besseren Impfstoffverfügbarkeit und Unbedenklichkeit der Impfung sei die Impfung jedoch bereits vier Wochen nach dem Ende der Symptome möglich. Wer während seiner Infektion keine Symptome zeigte, könne die empfohlene einmalige Impfung bereits vier Wochen nach der Labordiagnose bekommen.

Ein weiterer Fall sind Personen, die einmal geimpft wurden und bei denen nach der Impfung eine Covid-Infektion nachgewiesen wurde. Die zweite Impfung solle dann in der Regel sechs Monate nach Ende der Symptome oder der Diagnose erfolgen. Aber auch hier gilt: „Die Gabe einer Impfstoffdosis ist bereits vier Wochen nach dem Ende der Symptome möglich.“

Impfpass, Zertifikat und weitere Nachweise

Zuallererst: Wenn sich der Impfpass nicht mehr finden lässt, bei einer Reise abhanden oder sogar gestohlen worden ist, ist das kein Ausschlusskriterium für einen Corona-Impfung. Sie erfolgt auch ohne ihn. Die Impfung soll zwar im Impfpass erfasst werden, aber wenn keiner vorhanden ist, stellt der Arzt oder das Impfzentrum eine Ersatzbestätigung aus und bescheinigt darin die Schutzimpfung. Ein neuer Impfpass kann übrigens kostenlos in Arztpraxen oder beim Gesundheitsamt abgeholt und ausgestellt werden.

Der Kreis Minden-Lübbecke hat an alle Personen, die in den vergangenen sechs Monaten positiv auf das Corona-Virus getestet wurden, Genesenen-Nachweise verschickt. „Um die Wahrscheinlichkeit einer Fälschung zu verringern, wird die Papierform mit eingedrucktem Siegel verwendet“, erklärt Lenz. Die Genesung könne in den Impfpass eingetragen werden, um in Apotheken ein Zertifikat für den digitalen Impfausweis erhalten.

Hier habe es zuletzt immer wieder Probleme mit der Ausstellung der Zertifikate gegeben. „Heute läuft es bei uns, am Wochenende funktionierte es nicht“, hieß es beispielsweise aus der Marien-Apotheke. Auch die Vivas-Apotheke in der Innenstadt habe zuletzt Probleme gehabt. So oder so: Der digitale Impf- und Genesennachweis ist stark nachgefragt. „Bei uns fragen viele Menschen danach und lassen ihn sich auch ausstellen“, sagt die Mitarbeiterin der Marien-Apotheke. Dies sei seit Einführung des digitalen Nachweises der Fall gewesen und heute noch immer noch so.

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