Der Wunsch nach dem Volksentscheid: Stephan Lorenzen tritt für "Die Basis" an Sandra Spieker Lübbecke. Es klingt wie bei vielen: Unzufriedenheit mit der Politik der anderen Parteien. Das war auch bei Stephan Lorenzen so. „Man wählte die Parteien, die vorher ihre Versprechen gemacht haben und nach der Wahl alles vergessen haben“, sagt der Nettelstedter. So dachte er ganz pragmatisch: Wenn man nur dasitzt und meckert, kommt man nicht weiter. Nach längerer Suche ist er im vergangenen Jahr auf „Die Basis“ gestoßen. Eine Partei, die sich im Juli 2020 aus dem Protest gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen gegründet hat. „Aber nicht wegen Corona, sondern weil mir die Säulen gefielen“, sagt Lorenzen zu seiner Bundestagskandidatur. Säulen? Das sind für ihn: Freiheit, Achtsamkeit, Machtbegrenzung, Schwarmintelligenz. Die Basis-Partei will vor allem den Volksentscheid wieder einführen. „Das finde ich ganz wichtig. Das hätte ich mir schon beim Busbahnhof hier in Lübbecke gewünscht“, sagt Lorenzen. Bei einer Bürgerbefragung hätte das Ergebnis jetzt anders ausgesehen, ist er sich sicher. Jeder könne durch den Volksentscheid auch nach der Wahl noch mitgestalten. Ausbau der A2 oder der ICE-Trasse? Auch dazu würde die Partei die Bürger befragen. Die Antworten seien dann „Ja“, „Nein“ oder „Enthaltung“, bei anderen Fragen würde man „den Widerstand abfragen“ – auf einer Skala von 1 bis 10. Innerhalb der Partei werde das schon so gehandhabt. „Wir sind halt leider noch unbekannt“, sagt Lorenzen. Der Antritt als Bundestagskandidat sei für ihn Neuland. Im Mühlenkreis steckt die Partei noch in den Kinderschuhen: Im März waren es im Altkreis sieben Mitglieder, für einen Kreisverband habe es da noch nicht gereicht. Jetzt bewege man sich „im dreistelligen Bereich“, so Lorenzen. Deutschlandweit hat die Partei nach eigenen Angaben mehr als 26.000 Mitglieder. Die Partei werde immer gleich in die Querdenker-Szene hineingeschoben, das sei ihm klar. „Doch das sind alles keine Querdenker, das sind Selbstdenker“, bezeichnet er sich und seine Mitstreiter. „Wir haben wesentlich mehr zu bieten als Corona.“ Dennoch betont er: Alle Maßnahmen rund um Corona müssten sofort eingestellt werden. „Die Grundrechte müssen wiederhergestellt werden.“ Er ist überzeugt: „Die Geimpften impfen sich für sich selbst.“ Auch die könnten ja das Virus weitergeben. „Ich bin kein Impfgegner.“ Eher ein Skeptiker. Was gar nicht gehe, seien etwa die Impfbusse vor den Schulen. Auch in seinem Bekanntenkreis habe es mehrere Corona-Fälle gegeben, mit schweren und weniger schweren Verläufen. „Die normale Grippe in ihrer schweren Form rafft einen auch dahin, wenn man gesundheitlich angegriffen ist.“ Man fahre die Wirtschaft mit Lockdowns vor die Wand, der Gastronomie und dem Kulturbereich werde geschadet, sagt Lorenzen, der im Facility-Management selbstständig ist. Und welche Themen liegen ihm persönlich am Herzen? „Auf jeden Fall die Stärkung der Landwirtschaft und des Mittelstandes.“ Letzterer habe Deutschland immer wieder aus den Krisen herausgeführt. Sonst bleibt er recht allgemein: Rechte der Kinder stärken, schulische Bildung jedem zugänglich machen, mehr Hausärzte für die Dörfer. Was sagt er dazu, dass der jungen Partei eine Sympathie zur rechten Ecke nahegelegt wird? „Rechts sehe ich bei uns überhaupt nicht.“ Wenn eine Partei mit guten Ideen um die Ecke komme und Erfolg habe, versuche man sie „oft in die rechte Ecke zu rücken“, so seine Erklärung. „Ich habe nichts gegen die AfD, ich finde sie allerdings ein wenig sehr extrem.“ Die Basis grenze sich hier als „Multi-Kulti-Partei“ ab. „Wir haben auch ausländische Direktkandidaten dabei.“

Der Wunsch nach dem Volksentscheid: Stephan Lorenzen tritt für "Die Basis" an

Stephan Lorenzen ist heimatverbunden. Er ist bei der Freilichtbühne Nettelstedt und den Aquarienfreunden aktiv. Foto: Heike von Schulz © Heike von Schulz

Lübbecke. Es klingt wie bei vielen: Unzufriedenheit mit der Politik der anderen Parteien. Das war auch bei Stephan Lorenzen so. „Man wählte die Parteien, die vorher ihre Versprechen gemacht haben und nach der Wahl alles vergessen haben“, sagt der Nettelstedter. So dachte er ganz pragmatisch: Wenn man nur dasitzt und meckert, kommt man nicht weiter. Nach längerer Suche ist er im vergangenen Jahr auf „Die Basis“ gestoßen. Eine Partei, die sich im Juli 2020 aus dem Protest gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen gegründet hat. „Aber nicht wegen Corona, sondern weil mir die Säulen gefielen“, sagt Lorenzen zu seiner Bundestagskandidatur.

Säulen? Das sind für ihn: Freiheit, Achtsamkeit, Machtbegrenzung, Schwarmintelligenz. Die Basis-Partei will vor allem den Volksentscheid wieder einführen. „Das finde ich ganz wichtig. Das hätte ich mir schon beim Busbahnhof hier in Lübbecke gewünscht“, sagt Lorenzen. Bei einer Bürgerbefragung hätte das Ergebnis jetzt anders ausgesehen, ist er sich sicher. Jeder könne durch den Volksentscheid auch nach der Wahl noch mitgestalten.

Ausbau der A2 oder der ICE-Trasse? Auch dazu würde die Partei die Bürger befragen. Die Antworten seien dann „Ja“, „Nein“ oder „Enthaltung“, bei anderen Fragen würde man „den Widerstand abfragen“ – auf einer Skala von 1 bis 10. Innerhalb der Partei werde das schon so gehandhabt.


„Wir sind halt leider noch unbekannt“, sagt Lorenzen. Der Antritt als Bundestagskandidat sei für ihn Neuland. Im Mühlenkreis steckt die Partei noch in den Kinderschuhen: Im März waren es im Altkreis sieben Mitglieder, für einen Kreisverband habe es da noch nicht gereicht. Jetzt bewege man sich „im dreistelligen Bereich“, so Lorenzen. Deutschlandweit hat die Partei nach eigenen Angaben mehr als 26.000 Mitglieder.

Die Partei werde immer gleich in die Querdenker-Szene hineingeschoben, das sei ihm klar. „Doch das sind alles keine Querdenker, das sind Selbstdenker“, bezeichnet er sich und seine Mitstreiter. „Wir haben wesentlich mehr zu bieten als Corona.“ Dennoch betont er: Alle Maßnahmen rund um Corona müssten sofort eingestellt werden. „Die Grundrechte müssen wiederhergestellt werden.“ Er ist überzeugt: „Die Geimpften impfen sich für sich selbst.“ Auch die könnten ja das Virus weitergeben. „Ich bin kein Impfgegner.“ Eher ein Skeptiker. Was gar nicht gehe, seien etwa die Impfbusse vor den Schulen.

Auch in seinem Bekanntenkreis habe es mehrere Corona-Fälle gegeben, mit schweren und weniger schweren Verläufen. „Die normale Grippe in ihrer schweren Form rafft einen auch dahin, wenn man gesundheitlich angegriffen ist.“ Man fahre die Wirtschaft mit Lockdowns vor die Wand, der Gastronomie und dem Kulturbereich werde geschadet, sagt Lorenzen, der im Facility-Management selbstständig ist.

Und welche Themen liegen ihm persönlich am Herzen? „Auf jeden Fall die Stärkung der Landwirtschaft und des Mittelstandes.“ Letzterer habe Deutschland immer wieder aus den Krisen herausgeführt. Sonst bleibt er recht allgemein: Rechte der Kinder stärken, schulische Bildung jedem zugänglich machen, mehr Hausärzte für die Dörfer.

Was sagt er dazu, dass der jungen Partei eine Sympathie zur rechten Ecke nahegelegt wird? „Rechts sehe ich bei uns überhaupt nicht.“ Wenn eine Partei mit guten Ideen um die Ecke komme und Erfolg habe, versuche man sie „oft in die rechte Ecke zu rücken“, so seine Erklärung. „Ich habe nichts gegen die AfD, ich finde sie allerdings ein wenig sehr extrem.“ Die Basis grenze sich hier als „Multi-Kulti-Partei“ ab. „Wir haben auch ausländische Direktkandidaten dabei.“

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