Der Weg zum Türsteher: IHK-Dozent erläutert, wie Berufseinstieg in die Sicherheitsbranche gelingt Minden (fat). Die Nachfrage nach Bewachern ist über die Jahre ungebrochen. Das berichtet die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen. Die Branche sei vergleichsweise stabil mit einem anhaltend hohen Bedarf an Personal. Daran werde sich der aktuellen Einschätzung nach auch in naher Zukunft nichts ändern. Die IHK-Unterrichtungen seien bereits einige Monate im Voraus ausgebucht. Dozent Björn Nimmermann unterrichtet seit fünf Jahren unter anderem in der IHK-Zweigstelle Minden die halbjährig stattfindenden Kurse und erklärt, was die Teilnehmer mitbringen sollten, um den krisenfesten Job zu ergreifen. „Ziel der Unterrichtung ist es, danach eigenverantwortlich Wachtätigkeiten zu übernehmen“, erklärt Nimmermann. Der 50-Jährige hat 30 Jahre Erfahrung in der Branche und ist Inhaber einer international tätigen Sicherheitsfirma: „Für viele Tätigkeiten wie beispielsweise Doorman-Jobs vorm Juwelier oder Revierfahrten reicht dieser Grundkurs aus.“ Als Ladendetektiv oder Disco-Türsteher sei dagegen eine weitere Qualifikationsstufe zu erlangen – das Bestehen der schriftlichen sowie mündlichen Sachkundeprüfung. „Vorqualifikationen oder bestimmte Schulabschlüsse für die Unterrichtung sind dagegen nicht nötig“, erklärt Nimmermann. Voraussetzung seien allerdings Deutschkenntnisse auf einem B1-Sprachniveau. Zudem erfolgt eine Zuverlässigkeitsüberprüfung im Bundeszentralregister. So dürften beispielsweise Mitglieder verfassungswidriger Organisationen die Arbeit nicht ausüben. Inhaltliche Schwerpunkte der 40 Unterrichtseinheiten umfassenden Unterrichtungswoche seien laut Nimmermann der Umgang mit Menschen und die Rechtskunde: „Dabei geht es darum, zu erklären, welche Rechte ich habe.“ Das Jedermannsrecht beinhalte beispielsweise jedem, sich Angriffen zu Wehr setzen zu dürfen und Personen, die man bei einer Straftat beobachtet, festzuhalten. „Solche praktischen Rollenspiele sind im Kurs derzeit coronabedingt nur eingeschränkt möglich. Ich lasse die Teilnehmer aber beispielsweise Sicherheitskonzepte erstellen – immer je nach Interessensgebieten“, berichtet der Dozent aus dem Ruhrgebiet. Eine Abschlussprüfung gebe es nicht. Die IHK entscheidet jedoch mittels mündlicher und schriftlicher Abfragen, ob der Teilnehmer für den Job geeignet ist und die Bestätigung erhält. An den Unterrichtungen nehmen in Coronazeiten hygienebedingt sieben bis zehn Personen teil. Vor der Pandemie waren bis zu 20 zulässig. „Die Motivationen, an dem Kurs teilzunehmen, sind sehr unterschiedlich“, berichtet Nimmermann: „Es gibt Studenten, die nebenbei in der Branche arbeiten wollen, aber auch Kraftfahrer, die ihren ursprünglichen Job nicht mehr ausüben können. Für andere ist es der erste Schritt auf dem Weg zum Ausbildungsberuf Fachkraft für Schutz und Sicherheit.“ Pandemiebedingt sei die Nachfrage nach der Unterrichtung angestiegen, weil es vermehrt Jobs als Sicherheitskraft vor Super- oder Baumärkten gebe. Dass der Frauenanteil in seinen Kursen signifikant angestiegen sei, beobachtet Nimmermann indes nicht: „Die Quote liegt da stets zwischen 15 und 20 Prozent.“ Vor- oder Nachteile je nach Geschlecht sieht der Dozent ebensowenig: „Das lässt sich nicht pauschal sagen. Es hängt immer von der Situation ab.“ Zuverlässig, hilfsbereit, durchsetzungsfähig, belastbar und teamfähig sollte man sein, um einen Job in der Sicherheitsbranche zu ergreifen: „Es ist kein Job wie jeder andere. Man sollte schon besonderen Spaß daran haben. Denn die Bezahlung und die Arbeitszeiten sind nicht immer attraktiv.“ Gerade zu Beginn der Pandemie habe sich vor Supermärkten laut Nimmermann gezeigt, dass viele Kunden froh gewesen seien, dass jemand da war, der die Situation in geordnete Bahnen gelenkt habe: „Mit anhaltender Dauer der Pandemie sind die Leute aber genervter. Dann trifft der Ärger die Sicherheitskraft und damit oft den Falschen.“ Auf der anderen Seite sei es ein vielseitiger Job mit vielen verschiedenen Tätigkeitsfeldern:. Nimmermann selbst berät beispielsweise Unternehmen und Privatpersonen in Sachen Sicherheit: „Wer will, kann aber auch bei größeren Sportveranstaltungen, Konzerten oder bei Geld- und Werttransporten Verantwortung für die Sicherheit übernehmen.“ Die Unterrichtung bei der IHK ist der erste Schritt dahin.

Der Weg zum Türsteher: IHK-Dozent erläutert, wie Berufseinstieg in die Sicherheitsbranche gelingt

Türöffner: Die IHK Ostwestfalen verhilft zum Berufseinstieg in die Sicherheitsbranche. Symbolfoto: imago © imago sportfotodienst

Minden (fat). Die Nachfrage nach Bewachern ist über die Jahre ungebrochen. Das berichtet die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen. Die Branche sei vergleichsweise stabil mit einem anhaltend hohen Bedarf an Personal. Daran werde sich der aktuellen Einschätzung nach auch in naher Zukunft nichts ändern. Die IHK-Unterrichtungen seien bereits einige Monate im Voraus ausgebucht. Dozent Björn Nimmermann unterrichtet seit fünf Jahren unter anderem in der IHK-Zweigstelle Minden die halbjährig stattfindenden Kurse und erklärt, was die Teilnehmer mitbringen sollten, um den krisenfesten Job zu ergreifen.

„Ziel der Unterrichtung ist es, danach eigenverantwortlich Wachtätigkeiten zu übernehmen“, erklärt Nimmermann. Der 50-Jährige hat 30 Jahre Erfahrung in der Branche und ist Inhaber einer international tätigen Sicherheitsfirma: „Für viele Tätigkeiten wie beispielsweise Doorman-Jobs vorm Juwelier oder Revierfahrten reicht dieser Grundkurs aus.“ Als Ladendetektiv oder Disco-Türsteher sei dagegen eine weitere Qualifikationsstufe zu erlangen – das Bestehen der schriftlichen sowie mündlichen Sachkundeprüfung. „Vorqualifikationen oder bestimmte Schulabschlüsse für die Unterrichtung sind dagegen nicht nötig“, erklärt Nimmermann. Voraussetzung seien allerdings Deutschkenntnisse auf einem B1-Sprachniveau. Zudem erfolgt eine Zuverlässigkeitsüberprüfung im Bundeszentralregister. So dürften beispielsweise Mitglieder verfassungswidriger Organisationen die Arbeit nicht ausüben.

Inhaltliche Schwerpunkte der 40 Unterrichtseinheiten umfassenden Unterrichtungswoche seien laut Nimmermann der Umgang mit Menschen und die Rechtskunde: „Dabei geht es darum, zu erklären, welche Rechte ich habe.“ Das Jedermannsrecht beinhalte beispielsweise jedem, sich Angriffen zu Wehr setzen zu dürfen und Personen, die man bei einer Straftat beobachtet, festzuhalten. „Solche praktischen Rollenspiele sind im Kurs derzeit coronabedingt nur eingeschränkt möglich. Ich lasse die Teilnehmer aber beispielsweise Sicherheitskonzepte erstellen – immer je nach Interessensgebieten“, berichtet der Dozent aus dem Ruhrgebiet. Eine Abschlussprüfung gebe es nicht. Die IHK entscheidet jedoch mittels mündlicher und schriftlicher Abfragen, ob der Teilnehmer für den Job geeignet ist und die Bestätigung erhält.


An den Unterrichtungen nehmen in Coronazeiten hygienebedingt sieben bis zehn Personen teil. Vor der Pandemie waren bis zu 20 zulässig. „Die Motivationen, an dem Kurs teilzunehmen, sind sehr unterschiedlich“, berichtet Nimmermann: „Es gibt Studenten, die nebenbei in der Branche arbeiten wollen, aber auch Kraftfahrer, die ihren ursprünglichen Job nicht mehr ausüben können. Für andere ist es der erste Schritt auf dem Weg zum Ausbildungsberuf Fachkraft für Schutz und Sicherheit.“ Pandemiebedingt sei die Nachfrage nach der Unterrichtung angestiegen, weil es vermehrt Jobs als Sicherheitskraft vor Super- oder Baumärkten gebe.

Dass der Frauenanteil in seinen Kursen signifikant angestiegen sei, beobachtet Nimmermann indes nicht: „Die Quote liegt da stets zwischen 15 und 20 Prozent.“ Vor- oder Nachteile je nach Geschlecht sieht der Dozent ebensowenig: „Das lässt sich nicht pauschal sagen. Es hängt immer von der Situation ab.“ Zuverlässig, hilfsbereit, durchsetzungsfähig, belastbar und teamfähig sollte man sein, um einen Job in der Sicherheitsbranche zu ergreifen: „Es ist kein Job wie jeder andere. Man sollte schon besonderen Spaß daran haben. Denn die Bezahlung und die Arbeitszeiten sind nicht immer attraktiv.“

Gerade zu Beginn der Pandemie habe sich vor Supermärkten laut Nimmermann gezeigt, dass viele Kunden froh gewesen seien, dass jemand da war, der die Situation in geordnete Bahnen gelenkt habe: „Mit anhaltender Dauer der Pandemie sind die Leute aber genervter. Dann trifft der Ärger die Sicherheitskraft und damit oft den Falschen.“ Auf der anderen Seite sei es ein vielseitiger Job mit vielen verschiedenen Tätigkeitsfeldern:. Nimmermann selbst berät beispielsweise Unternehmen und Privatpersonen in Sachen Sicherheit: „Wer will, kann aber auch bei größeren Sportveranstaltungen, Konzerten oder bei Geld- und Werttransporten Verantwortung für die Sicherheit übernehmen.“ Die Unterrichtung bei der IHK ist der erste Schritt dahin.

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