Der Ruhm kommt noch - BÜZ organisiert Comedy-Abend zur "Kultur im Hof" Ursula Koch Minden. „Wir haben keinen Bock mehr auf volle Häuser. Der Ruhm ist nichts für uns“, lästert Quichotte zur Eröffnung des Comedy-Abends bei der Kultur im Hof. Rund 50 Zuhörer sitzen im Innenhof der Alten Regierung, der 199 Sitzplätze bietet. Peter Ludwig, Leiter des Kulturzentrums BÜZ, ist mit der Resonanz auf diesen ersten Abend, den sein Haus auf der Bühne der Minden Marketing organisiert, dennoch sehr zufrieden. Er fühle sich verpflichtet, die Förderung der Bundesregierung auch dafür zu nutzen, weniger bekannte Künstler auf die Bühne zu holen. „Weniger bekannt“ ist dabei aber nur als Momentaufnahme zu verstehen. Quichotte, alias Jonas Klee aus Köln, hat bereits einige Comedy und Kleinkunstpreise gewonnen, unter anderem bei „Nightwash“. Der 38-Jährige tritt seit gut zehn Jahren mit Poetry Slam und Stand-up-Comedy auf. Er moderiert den Abend, zeigt sich mit Texten und Liedern vielseitig. Seine Pointen sitzen auf den Punkt und bergen Überraschungen. Etwa, wenn er den Keil aufgreift, den die Rente zwischen die Generationen treibt. Seine Beobachtungen von der Domplatte, wo ältere Herren, die Frage eines jungen Mannes, ob das da vorne der Dom sei, mit „nee Jung, das ist das Empire State Buidling“ und „willkommen in Chicago“ quittieren, führt ihn zu dem Schluss: Für die zahle ich doch gerne. Sein Blues-Titel „Got no money“ besteht aus genau dieser Textzeile und dem Sparkassen-Jingle. Mit vollem Programm ist er im Dezember im BÜZ zu Gast. Den Termin sollte man sich schon mal merken. Victoria Helene Bergemann aus Kiel nimmt seit zehn Jahren an Poetry Slams teil. Sie trägt ihre absurd komischen Texte voller Wortwitz mit unbewegter Mine und lakonischem Tonfall vor und erzeugt genau damit Wirkung, wenn sie erzählt, dass sie Bärte hasst und wie man die gemeinnützig verwenden könnte. Oder die „17 Türen“, die sich in einen Rap über den Eigenheim-Spießertraum steigern. Das krönt sie mit ihrem mit Wortwitz reich garniertem Hörspiel, das zum Finale von allen vier Künstlern vorgetragen wird. Das sind Qualitäten, an die Rainer Holl aus Leipzig mit seiner positiven Weltsicht „auf niedrigem Niveau“ und Florian Hack, der sich über Kindererziehung zum ersten Haustier herantasten will, noch nicht ganz anknüpfen können. Für das BÜZ ist dieser Abend der Auftakt zu einem Open-Air-Programm, das mit Richie Arndt am Samstag fortgesetzt und mit dem Benefiz-Festival am 24. Juli im Hof endet und dann auf dem Johanniskirchhof rund um den Preußen-Container fortgesetzt wird.

Der Ruhm kommt noch - BÜZ organisiert Comedy-Abend zur "Kultur im Hof"

Als Hörspielsprecher ein gutes Team: Florian Hacke, Quichotte, Rainer Holl und Victoria Helene Bergemann (von links) beim Comedy-Programm des BÜZ im Innenhof der Neuen Regierung. MT-Foto: Ursula Koch © Ursula Koch

Minden. „Wir haben keinen Bock mehr auf volle Häuser. Der Ruhm ist nichts für uns“, lästert Quichotte zur Eröffnung des Comedy-Abends bei der Kultur im Hof. Rund 50 Zuhörer sitzen im Innenhof der Alten Regierung, der 199 Sitzplätze bietet. Peter Ludwig, Leiter des Kulturzentrums BÜZ, ist mit der Resonanz auf diesen ersten Abend, den sein Haus auf der Bühne der Minden Marketing organisiert, dennoch sehr zufrieden. Er fühle sich verpflichtet, die Förderung der Bundesregierung auch dafür zu nutzen, weniger bekannte Künstler auf die Bühne zu holen.

„Weniger bekannt“ ist dabei aber nur als Momentaufnahme zu verstehen. Quichotte, alias Jonas Klee aus Köln, hat bereits einige Comedy und Kleinkunstpreise gewonnen, unter anderem bei „Nightwash“. Der 38-Jährige tritt seit gut zehn Jahren mit Poetry Slam und Stand-up-Comedy auf. Er moderiert den Abend, zeigt sich mit Texten und Liedern vielseitig. Seine Pointen sitzen auf den Punkt und bergen Überraschungen. Etwa, wenn er den Keil aufgreift, den die Rente zwischen die Generationen treibt. Seine Beobachtungen von der Domplatte, wo ältere Herren, die Frage eines jungen Mannes, ob das da vorne der Dom sei, mit „nee Jung, das ist das Empire State Buidling“ und „willkommen in Chicago“ quittieren, führt ihn zu dem Schluss: Für die zahle ich doch gerne. Sein Blues-Titel „Got no money“ besteht aus genau dieser Textzeile und dem Sparkassen-Jingle. Mit vollem Programm ist er im Dezember im BÜZ zu Gast. Den Termin sollte man sich schon mal merken.

Victoria Helene Bergemann aus Kiel nimmt seit zehn Jahren an Poetry Slams teil. Sie trägt ihre absurd komischen Texte voller Wortwitz mit unbewegter Mine und lakonischem Tonfall vor und erzeugt genau damit Wirkung, wenn sie erzählt, dass sie Bärte hasst und wie man die gemeinnützig verwenden könnte. Oder die „17 Türen“, die sich in einen Rap über den Eigenheim-Spießertraum steigern. Das krönt sie mit ihrem mit Wortwitz reich garniertem Hörspiel, das zum Finale von allen vier Künstlern vorgetragen wird.


Das sind Qualitäten, an die Rainer Holl aus Leipzig mit seiner positiven Weltsicht „auf niedrigem Niveau“ und Florian Hack, der sich über Kindererziehung zum ersten Haustier herantasten will, noch nicht ganz anknüpfen können.

Für das BÜZ ist dieser Abend der Auftakt zu einem Open-Air-Programm, das mit Richie Arndt am Samstag fortgesetzt und mit dem Benefiz-Festival am 24. Juli im Hof endet und dann auf dem Johanniskirchhof rund um den Preußen-Container fortgesetzt wird.

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