Der Ortsvorsteher aus Dützen kämpft für den Alten Friedhof Henning Wandel Minden. Der Alte Friedhof in Dützen ist dem Ortsvorsteher Klaus-Dieter Krug (SPD) ein Herzensanliegen. Und das gleich aus zwei Gründen: Hier zeugen alte Grabsteine von der Geschichte des Dorfes und erinnern an bekannte Dützener Familien. Hier steht aber auch das Kriegerdenkmal mit den Namen der im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten aus dem Ort. Und dieses Denkmal ist dem Sozialdemokraten Krug besonders wichtig. Nicht als Verehrung vermeintlicher Helden, sondern als Mahnmal gegen Krieg und Hass. In diesem Jahr wird die traditionelle Kranzniederlegung zum Volkstrauertag in Dützen ausfallen, es bleibt am 15. November beim Gottesdienst. An Corona liegt es wohl kaum, schließlich wäre es eine stille Zusammenkunft im Freien, mit ausreichend Platz, die nötigen Abstände einzuhalten. „Ich kann mich nicht mehr hinstellen und ,Nie wieder Krieg‘ sagen – bei all den Kriegen, die um uns herum toben“, sagt Krug. Er wirkt ein wenig resigniert. Der Sozialdemokrat weiß, dass ein Kriegerdenkmal politisch auch anders gedeutet werden kann und der Volkstrauertag in der Geschichte einmal eine dunkle Seite hatte. Heute denkt man an Gewaltopfer aller Nationen. Der Volkstrauertag ist ein Tag, der zu Versöhnung, Verständigung und Frieden mahnt. Krug will für den Ort kämpfen und sucht dafür Mitstreiter, die sich mit Spenden an der Pflege und dem Erhalt des Alten Friedhofs und vor allem des Denkmals beteiligen. Und der ehemalige Friedhof soll wieder besser als solcher zu erkennen sein, damit er nicht zum Hundeklo wird. Krug wünscht sich dafür einen Zaun um das Gelände am nordöstlichen Rand des Bürgerparks. Doch das scheint nicht so einfach zu sein: Der alte Friedhof sei schon lange kein Friedhof mehr, sondern eine öffentliche Grünfläche, schreibt die Pressesprecherin der Stadt Minden, Susann Lewerenz, auf MT-Anfrage. Daher gebe es auch keine Einfriedung, es sei auch keine geplant. Die Verschmutzung mit Hundekot sei ein generelles Problem solcher Flächen. Stadt und Städtische Betriebe, die für den Bürgerpark zuständig sind, appellieren daher an alle Hundebesitzer, die Hinterlassenschaften ihrer Tiere einzusammeln und im Mülleimer zu entsorgen. Pressesprecherin Susann Lewerenz widerspricht auch der Einschätzung des Ortsvorstehers, die Stadt würde sich hier nicht kümmern. So sei bereits ein Auftrag zur Reinigung des großen Denkmals erteilt worden, das dafür demnächst komplett eingerüstet wird. Auch werde es regelmäßig von einer Fachfirma auf Standsicherheit geprüft. Erhebliche Beschädigungen an den Steinen seien nicht sichtbar. Und auch um die durch Vandalismus beschädigten und zum Teil zerstörten Grabsteine kümmerten sich die Städtischen Betriebe. Einige Stücke seien „in Obhut genommen worden“ und würden später wieder befestigt. Es soll sich also doch etwas tun am Alten Friedhof in Dützen, auch wenn heute nur noch eine unscheinbare Tafel auf die Geschichte des Ortes hinweist. Und natürlich Klaus-Dieter Krug, der auch weiterhin daran erinnern wird, dass hier vermutlich schon nach dem Dreißigjährigen Krieg Menschen aus dem Dorf bestattet worden sind. Und daran, dass „Nie wieder Krieg“ mehr sein sollte als ein bloßer Satz.

Der Ortsvorsteher aus Dützen kämpft für den Alten Friedhof

Minden. Der Alte Friedhof in Dützen ist dem Ortsvorsteher Klaus-Dieter Krug (SPD) ein Herzensanliegen. Und das gleich aus zwei Gründen: Hier zeugen alte Grabsteine von der Geschichte des Dorfes und erinnern an bekannte Dützener Familien. Hier steht aber auch das Kriegerdenkmal mit den Namen der im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten aus dem Ort. Und dieses Denkmal ist dem Sozialdemokraten Krug besonders wichtig. Nicht als Verehrung vermeintlicher Helden, sondern als Mahnmal gegen Krieg und Hass.

Für Klaus-Dieter Krug ist das Kriegerdenkmal auf dem Alten Friedhof in Dützen vor allem ein Mahnmal. Er will die Geschichte des Ortes wieder in Erinnerung bringen. MT-Foto: Henning Wandel - © Henning Wandel
Für Klaus-Dieter Krug ist das Kriegerdenkmal auf dem Alten Friedhof in Dützen vor allem ein Mahnmal. Er will die Geschichte des Ortes wieder in Erinnerung bringen. MT-Foto: Henning Wandel - © Henning Wandel

In diesem Jahr wird die traditionelle Kranzniederlegung zum Volkstrauertag in Dützen ausfallen, es bleibt am 15. November beim Gottesdienst. An Corona liegt es wohl kaum, schließlich wäre es eine stille Zusammenkunft im Freien, mit ausreichend Platz, die nötigen Abstände einzuhalten. „Ich kann mich nicht mehr hinstellen und ,Nie wieder Krieg sagen – bei all den Kriegen, die um uns herum toben“, sagt Krug. Er wirkt ein wenig resigniert. Der Sozialdemokrat weiß, dass ein Kriegerdenkmal politisch auch anders gedeutet werden kann und der Volkstrauertag in der Geschichte einmal eine dunkle Seite hatte. Heute denkt man an Gewaltopfer aller Nationen. Der Volkstrauertag ist ein Tag, der zu Versöhnung, Verständigung und Frieden mahnt.

Krug will für den Ort kämpfen und sucht dafür Mitstreiter, die sich mit Spenden an der Pflege und dem Erhalt des Alten Friedhofs und vor allem des Denkmals beteiligen. Und der ehemalige Friedhof soll wieder besser als solcher zu erkennen sein, damit er nicht zum Hundeklo wird. Krug wünscht sich dafür einen Zaun um das Gelände am nordöstlichen Rand des Bürgerparks. Doch das scheint nicht so einfach zu sein: Der alte Friedhof sei schon lange kein Friedhof mehr, sondern eine öffentliche Grünfläche, schreibt die Pressesprecherin der Stadt Minden, Susann Lewerenz, auf MT-Anfrage. Daher gebe es auch keine Einfriedung, es sei auch keine geplant. Die Verschmutzung mit Hundekot sei ein generelles Problem solcher Flächen. Stadt und Städtische Betriebe, die für den Bürgerpark zuständig sind, appellieren daher an alle Hundebesitzer, die Hinterlassenschaften ihrer Tiere einzusammeln und im Mülleimer zu entsorgen.

Pressesprecherin Susann Lewerenz widerspricht auch der Einschätzung des Ortsvorstehers, die Stadt würde sich hier nicht kümmern. So sei bereits ein Auftrag zur Reinigung des großen Denkmals erteilt worden, das dafür demnächst komplett eingerüstet wird. Auch werde es regelmäßig von einer Fachfirma auf Standsicherheit geprüft. Erhebliche Beschädigungen an den Steinen seien nicht sichtbar. Und auch um die durch Vandalismus beschädigten und zum Teil zerstörten Grabsteine kümmerten sich die Städtischen Betriebe. Einige Stücke seien „in Obhut genommen worden“ und würden später wieder befestigt.

Es soll sich also doch etwas tun am Alten Friedhof in Dützen, auch wenn heute nur noch eine unscheinbare Tafel auf die Geschichte des Ortes hinweist. Und natürlich Klaus-Dieter Krug, der auch weiterhin daran erinnern wird, dass hier vermutlich schon nach dem Dreißigjährigen Krieg Menschen aus dem Dorf bestattet worden sind. Und daran, dass „Nie wieder Krieg“ mehr sein sollte als ein bloßer Satz.

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