Der Neunte geht an Burkhard Hedtmann Verein "Mehr Minden" verleiht seinen Bürgerpreis an beliebten und bekannten Kleinkünstler aus Kutenhausen Von Stefan Koch Minden (mt). Die Zeiten von Schnittchen und Rotwein im Burk-Theater schienen aufzuleben - wenngleich der Raum diesmal gleich mehrere Wohnzimmer hätte fassen können: Am Mittwoch verlieh der Verein zur Förderung des 1200-jährigen Minden Burkhard Hedtmann den Bürgerpreis 2008 im Rathaussaal. Und dabei verzauberte der überregional bekannte Kleinkünstler die weit mehr als 200 Gäste in eine große Familie. "Schön, dass ihr da seid - und zwar jeder einzelne", erklärte Hedtmann zu Eröffnung des kulturellen Teils der Preisverleihung am Mittwoch, wobei er bekundete, dass es schließlich an der Zeit sei, das Publikum zu dutzen. Begleitet wurde sein Auftritt auf bewährtem Hocker hinter dem Notenhalter von der ihm auch zu anderen gemeinsamen Veranstaltungen zur Seite stehenden A-capella-Boy-Group "Voice" sowie von Patrick Ahrend am Flügel.Wie Alexander Lange, Vorsitzender des Kulturfördervereins, mitteilte, sei die Preisverleihung an Hedtmann mittlerweile schon die neunte ihrer Art, sodass im kommenden Jahr das zehnjährige Bestehen der kulturellen Trophäe gefeiert werden könne. Der Verein "Mehr Minden" war zum Stadtjubiläum im Jahr 1998 entstanden. Damals hatten die Akteure an eine Fortsetzung ihrer Kulturarbeit gedacht, sodass es zur Tradition wurde, alljährlich verdiente Vertreter des Mindener Kulturlebens zu würdigen.Wie Lange erklärte, wachse die Zahl der eingereichten Vorschläge zur Preisverleihung von Jahr zu Jahr. Die Auswahl des 51-Jährigen sei ohne Gegenstimme erfolgt. Die Jury hatte aus dem Vorstand des Vereins, dem Bürgerpreisträger des Jahres 2007 - Eduard Schynol - sowie MT-Chefredakteur Christoph Pepper bestanden."Wir ehren hier und heute einen Zauberer und das ist ungewöhnlich", sagte Bertram Schulte, Leiter des Mindener Stadttheaters in seiner Laudatio am Mittwoch. Hedtmann gelinge es in seiner Darstellung, die Grenzen des Erklärlichen zu überwinden. Er könne aus "Gedanken Gold machen". Für ihn gelte die von Friedrich Schiller formulierte Forderung, dass die "Freiheit des Gemütes" im "lebendigen Spiel seiner Kräfte" liege.Künstlerische Anfänge als BühnenzaubererBurkhard Hedtmann wurde 1957 in Maaslingen geboren und wuchs in Kutenhausen auf. Heute ist er Lehrer für die Fächer Deutsch und Sport an der Fachschule für Sozialpädagogik auf dem Wittekindshof in Bad Oeynhausen. Seinen Einstieg in die Kulturszene nahm der Kleinkünstler als Bühnenzauberer bei Veranstaltungen im Hansehaus. Im Jahr 1990 beschloss er, sein Wohnzimmer für poetisch-musikalische Abende zu nutzen. Das Burk-Theater mit Schnittchen und Rotwein für die Gäste war geboren, dessen Ruf bald überregionale Bedeutung erlangte, sodass Eintrittskarten Monate im Voraus zu buchen waren. Seit der Schließung der Kleinkunstbühne im Jahr 2002 ist Hedtmann in wechselnder Besetzung mit Sönke Grunwaldt, Guido Meyer und Robert Werther an anderen Veranstaltungsorten präsent. Zudem ist er Autor mehrerer Bücher mit Gedichten und Prosa.Eine satte Probe davon gab er natürlich auch am Mittwochabend indem er seinem Wortwitze freien Lauf ließ - vom platten Spaß bis zu den letzten Dingen ("Ich werde mir das Leben nehmen? Das mache ich schon seit Jahren und das bekommt mir gut"). Komik lässt er aus der erzählten Szene entstehen, wenn seine Figur zum Beispiel für ein Radiointerview ihren ganzen künstlerischen Werdegang in 25 Sekunden unterbringen soll. Dann folgt das Gleichnis von Graffiti-Botschaften am düsteren Wunstorfer Bahnhof, die zu einer Entscheidung auffordern. Und da ist schließlich das Gelächter, wenn eine Greisin in der Pointe mit nicht genehmigungsfähiger Pyrotechnik den Jahreswechsel am Himmel über Kutenhausen zu begehen begehrt.Kurzum: Die Verleihung des Mindener Bürgerpreises an Burkhard Hedtmann war längst schon fällig.

Der Neunte geht an Burkhard Hedtmann

Minden (mt). Die Zeiten von Schnittchen und Rotwein im Burk-Theater schienen aufzuleben - wenngleich der Raum diesmal gleich mehrere Wohnzimmer hätte fassen können: Am Mittwoch verlieh der Verein zur Förderung des 1200-jährigen Minden Burkhard Hedtmann den Bürgerpreis 2008 im Rathaussaal. Und dabei verzauberte der überregional bekannte Kleinkünstler die weit mehr als 200 Gäste in eine große Familie.

Den Bürgerpreis nahm am Mittwoch Burkhard Hedtmann (r.) von Alexander Lange entgegen. - © MT-Foto: Stefan Koch
Den Bürgerpreis nahm am Mittwoch Burkhard Hedtmann (r.) von Alexander Lange entgegen. - © MT-Foto: Stefan Koch

"Schön, dass ihr da seid - und zwar jeder einzelne", erklärte Hedtmann zu Eröffnung des kulturellen Teils der Preisverleihung am Mittwoch, wobei er bekundete, dass es schließlich an der Zeit sei, das Publikum zu dutzen. Begleitet wurde sein Auftritt auf bewährtem Hocker hinter dem Notenhalter von der ihm auch zu anderen gemeinsamen Veranstaltungen zur Seite stehenden A-capella-Boy-Group "Voice" sowie von Patrick Ahrend am Flügel.

Wie Alexander Lange, Vorsitzender des Kulturfördervereins, mitteilte, sei die Preisverleihung an Hedtmann mittlerweile schon die neunte ihrer Art, sodass im kommenden Jahr das zehnjährige Bestehen der kulturellen Trophäe gefeiert werden könne. Der Verein "Mehr Minden" war zum Stadtjubiläum im Jahr 1998 entstanden. Damals hatten die Akteure an eine Fortsetzung ihrer Kulturarbeit gedacht, sodass es zur Tradition wurde, alljährlich verdiente Vertreter des Mindener Kulturlebens zu würdigen.

Wie Lange erklärte, wachse die Zahl der eingereichten Vorschläge zur Preisverleihung von Jahr zu Jahr. Die Auswahl des 51-Jährigen sei ohne Gegenstimme erfolgt. Die Jury hatte aus dem Vorstand des Vereins, dem Bürgerpreisträger des Jahres 2007 - Eduard Schynol - sowie MT-Chefredakteur Christoph Pepper bestanden.

"Wir ehren hier und heute einen Zauberer und das ist ungewöhnlich", sagte Bertram Schulte, Leiter des Mindener Stadttheaters in seiner Laudatio am Mittwoch. Hedtmann gelinge es in seiner Darstellung, die Grenzen des Erklärlichen zu überwinden. Er könne aus "Gedanken Gold machen". Für ihn gelte die von Friedrich Schiller formulierte Forderung, dass die "Freiheit des Gemütes" im "lebendigen Spiel seiner Kräfte" liege.

Künstlerische Anfänge als Bühnenzauberer

Burkhard Hedtmann wurde 1957 in Maaslingen geboren und wuchs in Kutenhausen auf. Heute ist er Lehrer für die Fächer Deutsch und Sport an der Fachschule für Sozialpädagogik auf dem Wittekindshof in Bad Oeynhausen. Seinen Einstieg in die Kulturszene nahm der Kleinkünstler als Bühnenzauberer bei Veranstaltungen im Hansehaus. Im Jahr 1990 beschloss er, sein Wohnzimmer für poetisch-musikalische Abende zu nutzen. Das Burk-Theater mit Schnittchen und Rotwein für die Gäste war geboren, dessen Ruf bald überregionale Bedeutung erlangte, sodass Eintrittskarten Monate im Voraus zu buchen waren. Seit der Schließung der Kleinkunstbühne im Jahr 2002 ist Hedtmann in wechselnder Besetzung mit Sönke Grunwaldt, Guido Meyer und Robert Werther an anderen Veranstaltungsorten präsent. Zudem ist er Autor mehrerer Bücher mit Gedichten und Prosa.

Eine satte Probe davon gab er natürlich auch am Mittwochabend indem er seinem Wortwitze freien Lauf ließ - vom platten Spaß bis zu den letzten Dingen ("Ich werde mir das Leben nehmen? Das mache ich schon seit Jahren und das bekommt mir gut"). Komik lässt er aus der erzählten Szene entstehen, wenn seine Figur zum Beispiel für ein Radiointerview ihren ganzen künstlerischen Werdegang in 25 Sekunden unterbringen soll. Dann folgt das Gleichnis von Graffiti-Botschaften am düsteren Wunstorfer Bahnhof, die zu einer Entscheidung auffordern. Und da ist schließlich das Gelächter, wenn eine Greisin in der Pointe mit nicht genehmigungsfähiger Pyrotechnik den Jahreswechsel am Himmel über Kutenhausen zu begehen begehrt.

Kurzum: Die Verleihung des Mindener Bürgerpreises an Burkhard Hedtmann war längst schon fällig.

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