„Den Kreis aus der Lethargie holen“: CDU nominiert Anna Katharina Bölling als Landratskandidatin Joern Spreen-Ledebur,Frank Hartmann Minden/Lübbecke. Anna Katharina Bölling bewirbt sich für die CDU Minden-Lübbecke um das Landratsamt im Mühlenkreis. Mit klarer Mehrheit wurde die gebürtige Bad Oeynhauserin, die mit ihrer Familie in Minden lebt, während einer Versammlung der CDU in der Stadthalle Lübbecke gewählt. Von 167 Stimmberechtigten votierten 159 für die 40-Jährige, die derzeit als Sozialdezernentin im Landkreis Uelzen arbeitet. Vier Christdemokraten stimmten am Montagabend dagegen, vier enthielten sich. Demnach sagten 95,2 Prozent der Delegierten Ja zu Anna-Katharina Bölling. Es gab stehende Ovationen und Blumen. Am 13. September wird sich Bölling damit ebenso wie SPD-Kandidat Ingo Ellerkamp und Grünen-Kandidat Siegfried Gutsche den Wählern stellen. Sie wünsche sich eine starke und geschlossene CDU, sagte Anna Katharina Bölling. Zuvor hatte sie ihre Ziele für den Kreis Minden-Lübbecke vorgestellt, darunter die Digitalisierung. Die sei viel mehr als schnelles Internet, meinte Bölling. Sie möchte beispielsweise erreichen, dass viele Behördengänge von Zuhause online erledigt werden können. Hunderte von Verwaltungsleistungen könnten digitalisiert angeboten werden. Der Klimawandel („Die Bewahrung der Schöpfung ist unsere Verpflichtung“) und der Fachkräftemangel seien die großen Herausforderungen Anfang des Jahres gewesen, dann sei mit Corona eine weitere hinzugekommen, sagte Bölling. Zurzeit seien in Minden-Lübbecke 47.000 Menschen in Kurzarbeit. Die Sicherung von Arbeitsplätzen sei aus ihrer Sicht noch immer die beste Sozialpolitik. Zudem setzt die Landratskandidatin unter anderem auf eine wohnortnahe medizinische Versorgung. Ein weiterer Punkt, den Bölling in ihrer Rede herausgriff, war die zum Beispiel in Lübbecke seit Langem geführte Diskussion über die Verlegung der Kriminalpolizei nach Minden und die reduzierte Besetzung der Polizeiwache durch einen Wachhabenden. Als Landrätin – und damit auch oberste Dienstherrin der Kreispolizei – wolle sie das „subjektive Sicherheitsgefühl stärken“, sagte Bölling. Wie sie das angehen will, ließ sie allerdings offen. Die Wahl Böllings als Kandidatin bewertete CDU-Kreisvorsitzender Dr. Oliver Vogt als ein Zeichen, das von Lübbecke in den Kreis ausgehe. „Die Zeit, in der der Mühlenkreis zu Tode verwaltet wird, muss enden.“ Gestalten statt verwalten – das sei das Motto. Vogt: „Wir haben jetzt eine junge, dynamische Frau, die den Kreis aus der Lethargie holen wird.“ Zuvor hatte Vogt mit Blick auf die Krawalle am Wochenende in Stuttgart SPD, Grüne und Linke scharf angegriffen. Angriffe auf die Polizei seien „Angriffe auf den Rechtsstaat und damit auf uns alle“. SPD, Grüne und Linke hätten eine Mitschuld, sagte Vogt mit Verweis auf die Diskussion um vermeintlichen Rassismus in der Polizei. Dieses gesellschaftliche Klima sei „Ansporn für die gewaltbereite Szene“. Es gebe ein Problem mit Gewalt gegen Polizisten und Sicherheitskräfte. Aber es gebe keinen Rassismus in der Polizei, sagte Vogt. Die Debatte bewertete er als „Pseudo-Debatte“. Bevor die Delegierten in geheimer Wahl ihre Stimmen für die Bewerber für die 30 Wahlbezirke zur Kreistagswahl abgaben, sprach Vogt das Thema Frauenquote an. Eigentlich hätte mindestens ein Drittel der Bewerber weiblich sein müssen. „Wir haben uns bemüht, genügend Frauen für die Mandate zu gewinnen. Das ist aber nicht gelungen“, räumte der Vorsitzende des Kreisverbandes ein. Gewählte Direktbewerber für die CDU zur Kreistagswahl Wahlbezirke 1 bis 8 (Minden):Ulrich Stadtmann, Lennart Ulrich, Frank Wolter, Lutz Abruszat, Marina Bremkes, Sascha Schütte, Dana Ellerhoff, Philipp Müller. Wahlbezirke 9 bis 11 (Porta Westfalica): Florian Staab, Jonas Horstmann, Mike Bertuzzo. Wahlbezirke 12 bis 16 (Bad Oeynhausen): Alexander Nolte-Ernsting, Martina Busche-Oberpenning, Moritz Brünger, Michael Großkurth, Susanne Rongen. Wahlbezirk 17 (Hüllhorst): Sven Öpping. Wahlbezirk 18 bis 19 (Petershagen): Wolfgang Koopmann, Brigitte Sawade-Meyer. Wahlbezirke 20 bis 21 (Hille): Alfred Borgmann, Liane Spilker. Wahlbezirke 22 bis 23 (Espelkamp): Oliver Vogt, Detlef Beckschewe. Wahlbezirke 25 bis 26 (Lübbecke): Andreas Holdmann, Bent Grote. Wahlbezirke 27 bis 28 (Rahden): Ulrich Koors, Sven Reimers. Wahlbezirk 29 (Stemwede): Frank Rabe. Wahlbezirk 30 (Pr. Oldendorf): Rolf-Dieter Schütte.

„Den Kreis aus der Lethargie holen“: CDU nominiert Anna Katharina Bölling als Landratskandidatin

Blumen für die Kandidatin: CDU-Kreisvorsitzender Oliver Vogt überreichte in der Stadthalle Lübbecke Anna Katharina Bölling nach ihrer Wahl zur Landratskandidatin Blumen. Foto: Joern Spreen-Ledebur © Joern Spreen-Ledebur

Minden/Lübbecke. Anna Katharina Bölling bewirbt sich für die CDU Minden-Lübbecke um das Landratsamt im Mühlenkreis. Mit klarer Mehrheit wurde die gebürtige Bad Oeynhauserin, die mit ihrer Familie in Minden lebt, während einer Versammlung der CDU in der Stadthalle Lübbecke gewählt. Von 167 Stimmberechtigten votierten 159 für die 40-Jährige, die derzeit als Sozialdezernentin im Landkreis Uelzen arbeitet. Vier Christdemokraten stimmten am Montagabend dagegen, vier enthielten sich.

Demnach sagten 95,2 Prozent der Delegierten Ja zu Anna-Katharina Bölling. Es gab stehende Ovationen und Blumen. Am 13. September wird sich Bölling damit ebenso wie SPD-Kandidat Ingo Ellerkamp und Grünen-Kandidat Siegfried Gutsche den Wählern stellen.

Sie wünsche sich eine starke und geschlossene CDU, sagte Anna Katharina Bölling. Zuvor hatte sie ihre Ziele für den Kreis Minden-Lübbecke vorgestellt, darunter die Digitalisierung. Die sei viel mehr als schnelles Internet, meinte Bölling. Sie möchte beispielsweise erreichen, dass viele Behördengänge von Zuhause online erledigt werden können. Hunderte von Verwaltungsleistungen könnten digitalisiert angeboten werden.

Der Klimawandel („Die Bewahrung der Schöpfung ist unsere Verpflichtung“) und der Fachkräftemangel seien die großen Herausforderungen Anfang des Jahres gewesen, dann sei mit Corona eine weitere hinzugekommen, sagte Bölling.

Zurzeit seien in Minden-Lübbecke 47.000 Menschen in Kurzarbeit. Die Sicherung von Arbeitsplätzen sei aus ihrer Sicht noch immer die beste Sozialpolitik. Zudem setzt die Landratskandidatin unter anderem auf eine wohnortnahe medizinische Versorgung.

Ein weiterer Punkt, den Bölling in ihrer Rede herausgriff, war die zum Beispiel in Lübbecke seit Langem geführte Diskussion über die Verlegung der Kriminalpolizei nach Minden und die reduzierte Besetzung der Polizeiwache durch einen Wachhabenden. Als Landrätin – und damit auch oberste Dienstherrin der Kreispolizei – wolle sie das „subjektive Sicherheitsgefühl stärken“, sagte Bölling. Wie sie das angehen will, ließ sie allerdings offen.

Die Wahl Böllings als Kandidatin bewertete CDU-Kreisvorsitzender Dr. Oliver Vogt als ein Zeichen, das von Lübbecke in den Kreis ausgehe. „Die Zeit, in der der Mühlenkreis zu Tode verwaltet wird, muss enden.“ Gestalten statt verwalten – das sei das Motto. Vogt: „Wir haben jetzt eine junge, dynamische Frau, die den Kreis aus der Lethargie holen wird.“

Zuvor hatte Vogt mit Blick auf die Krawalle am Wochenende in Stuttgart SPD, Grüne und Linke scharf angegriffen. Angriffe auf die Polizei seien „Angriffe auf den Rechtsstaat und damit auf uns alle“. SPD, Grüne und Linke hätten eine Mitschuld, sagte Vogt mit Verweis auf die Diskussion um vermeintlichen Rassismus in der Polizei. Dieses gesellschaftliche Klima sei „Ansporn für die gewaltbereite Szene“. Es gebe ein Problem mit Gewalt gegen Polizisten und Sicherheitskräfte. Aber es gebe keinen Rassismus in der Polizei, sagte Vogt. Die Debatte bewertete er als „Pseudo-Debatte“.

Bevor die Delegierten in geheimer Wahl ihre Stimmen für die Bewerber für die 30 Wahlbezirke zur Kreistagswahl abgaben, sprach Vogt das Thema Frauenquote an. Eigentlich hätte mindestens ein Drittel der Bewerber weiblich sein müssen. „Wir haben uns bemüht, genügend Frauen für die Mandate zu gewinnen. Das ist aber nicht gelungen“, räumte der Vorsitzende des Kreisverbandes ein.

Gewählte Direktbewerber für die CDU zur Kreistagswahl

Wahlbezirke 1 bis 8 (Minden):Ulrich Stadtmann, Lennart Ulrich, Frank Wolter, Lutz Abruszat, Marina Bremkes, Sascha Schütte, Dana Ellerhoff, Philipp Müller.

Wahlbezirke 9 bis 11 (Porta Westfalica): Florian Staab, Jonas Horstmann, Mike Bertuzzo.

Wahlbezirke 12 bis 16 (Bad Oeynhausen): Alexander Nolte-Ernsting, Martina Busche-Oberpenning, Moritz Brünger, Michael Großkurth, Susanne Rongen.

Wahlbezirk 17 (Hüllhorst): Sven Öpping.

Wahlbezirk 18 bis 19 (Petershagen): Wolfgang Koopmann, Brigitte Sawade-Meyer.

Wahlbezirke 20 bis 21 (Hille): Alfred Borgmann, Liane Spilker.

Wahlbezirke 22 bis 23 (Espelkamp): Oliver Vogt, Detlef Beckschewe.

Wahlbezirke 25 bis 26 (Lübbecke): Andreas Holdmann, Bent Grote.

Wahlbezirke 27 bis 28 (Rahden): Ulrich Koors, Sven Reimers.

Wahlbezirk 29 (Stemwede): Frank Rabe.

Wahlbezirk 30 (Pr. Oldendorf): Rolf-Dieter Schütte.

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