Delta-Variante breitet sich aus: Krisenstab mahnt trotz Lockerungen zur Vorsicht Minden (mt/ps). Nach zuletzt leicht steigenden Corona-Zahlen hat der Kreis Minden-Lübbecke am Freitag lediglich einen neuen, laborbestätigten Corona-Fall vermeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist damit nach zwei Wochen des Anstiegs erstmals wieder leicht gesunken - und zwar auf 8,1. Am Vortag hatte sie bei 8,4 gelegen, noch vor 14 Tagen bei 1. Die vom MT errechneten Zahlen sind ein Vorgriff auf die morgen gültige amtliche Inzidenz des Robert-Koch-Institut, die für den heutigen Donnerstag bei 8,4 liegt. Der leichte Rückgang kommt zustande, da am Freitag nur ein neue Fall gemeldet wurde - einer weniger als vergangenen Freitag. Damit liegt der Kreis unterhalb der neuen, seit heute gültigen Inzidenzstufe 0. Dennoch appelliert der Krisenstab des Kreises Minden-Lübbecke an die Bürger, vorsichtig zu bleiben. „Wir verfolgen die Entwicklung genau und bitten darum, Ansteckungsmöglichkeiten wo es eben geht auch in eigener Verantwortung zu vermeiden", sagt der stellvertretende Leiter des Krisenstabs Hans-Joerg Deichholz. Diese Aussage rührt daher, dass die Inzidenz in den letzten Wochen wieder angestiegen ist. "Die Sommerferien haben gerade begonnen, und das Gesundheitsamt verzeichnet bereits jetzt eine Reihe von Neuinfektionen, die auf Reiserückkehrende zurückzuführen sind. Die Delta-Variante breitet sich auch in Ostwestfalen-Lippe aus und ist mittlerweile bereits mindestens in 15 Fällen im Kreis Minden-Lübbecke festgestellt worden", heißt es in einer Mitteilung aus dem Kreishaus. Auch Christian Busse, Sprecher der Mühlenkreiskliniken, hatte zuletzt im MT-Gespräch mitgeteilt, dass rund 50 bis 60 Prozent der ausgewerteten Labor-Proben Fälle der Delta-Variante gewesen seien. "Bei den aktuellen Fallzahlen ist das noch nicht so schlimm, steigen sie aber weiter, wird es problematisch." Auch aus diesem Grund appelliert der Krisenstab des Kreises an alle Bürger, gerade angesichts der erlaubten Lockerungen weiter umsichtig zu sein und aufeinander Rücksicht zu nehmen. „Halten Sie möglichst Abstand oder tragen einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz bei größeren Menschenansammlungen, wenn nicht beispielsweise durch Veranstaltungsauflagen geklärt ist, ob alle getestet, geimpft oder genesen sind. Gehen Sie lieber einmal öfter zum Testen als einmal zu wenig. Wenn Sie aus dem Urlaub zurück sind, schützen Sie Ihre Freunde, Ihre Familie und ihre Kollegen, indem Sie sich fünf Tage nach Ihrer Rückkehr testen lassen. Und wer noch nicht geimpft ist, kann gerne über das Buchungsportal der KVWL einen Termin bei uns im Impfzentrum vereinbaren. So können wir alle gemeinsam verhindern, dass wie im vergangenen Jahr im Herbst wieder die Zahlen in die Höhe klettern", so Deichholz. Unterdessen ist die Zahl der Patientinnen und Patienten, die wegen einer Corona-Erkrankung in Kliniken im Kreisgebiet behandelt werden, weiterhin niedrig: Wie Kreis-Pressesprecherin Sabine Ohnesorge berichtet, wird im Johannes Wesling Klinikum Minden ein Corona-Patient auf der Intensivstation behandelt, der künstlich beatmet wird. Im Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen, werden derzeit zwei Patienten auf der Intensivstation versorgt. !function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r

Delta-Variante breitet sich aus: Krisenstab mahnt trotz Lockerungen zur Vorsicht

Hans-Joerg Deichholz mahnt als stellvertretender Leiter des Minden-Lübbecker Krisenstabs weiter zur Vorsicht - auch wenn seit heute zahlreiche Lockerungen in Kraft getreten sind. MT-Archivfoto: © Alex Lehn

Minden (mt/ps). Nach zuletzt leicht steigenden Corona-Zahlen hat der Kreis Minden-Lübbecke am Freitag lediglich einen neuen, laborbestätigten Corona-Fall vermeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist damit nach zwei Wochen des Anstiegs erstmals wieder leicht gesunken - und zwar auf 8,1. Am Vortag hatte sie bei 8,4 gelegen, noch vor 14 Tagen bei 1. Die vom MT errechneten Zahlen sind ein Vorgriff auf die morgen gültige amtliche Inzidenz des Robert-Koch-Institut, die für den heutigen Donnerstag bei 8,4 liegt. Der leichte Rückgang kommt zustande, da am Freitag nur ein neue Fall gemeldet wurde - einer weniger als vergangenen Freitag. Damit liegt der Kreis unterhalb der neuen, seit heute gültigen Inzidenzstufe 0. Dennoch appelliert der Krisenstab des Kreises Minden-Lübbecke an die Bürger, vorsichtig zu bleiben.

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„Wir verfolgen die Entwicklung genau und bitten darum, Ansteckungsmöglichkeiten wo es eben geht auch in eigener Verantwortung zu vermeiden", sagt der stellvertretende Leiter des Krisenstabs Hans-Joerg Deichholz. Diese Aussage rührt daher, dass die Inzidenz in den letzten Wochen wieder angestiegen ist. "Die Sommerferien haben gerade begonnen, und das Gesundheitsamt verzeichnet bereits jetzt eine Reihe von Neuinfektionen, die auf Reiserückkehrende zurückzuführen sind. Die Delta-Variante breitet sich auch in Ostwestfalen-Lippe aus und ist mittlerweile bereits mindestens in 15 Fällen im Kreis Minden-Lübbecke festgestellt worden", heißt es in einer Mitteilung aus dem Kreishaus.


Auch Christian Busse, Sprecher der Mühlenkreiskliniken, hatte zuletzt im MT-Gespräch mitgeteilt, dass rund 50 bis 60 Prozent der ausgewerteten Labor-Proben Fälle der Delta-Variante gewesen seien. "Bei den aktuellen Fallzahlen ist das noch nicht so schlimm, steigen sie aber weiter, wird es problematisch." Auch aus diesem Grund appelliert der Krisenstab des Kreises an alle Bürger, gerade angesichts der erlaubten Lockerungen weiter umsichtig zu sein und aufeinander Rücksicht zu nehmen.

„Halten Sie möglichst Abstand oder tragen einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz bei größeren Menschenansammlungen, wenn nicht beispielsweise durch Veranstaltungsauflagen geklärt ist, ob alle getestet, geimpft oder genesen sind. Gehen Sie lieber einmal öfter zum Testen als einmal zu wenig. Wenn Sie aus dem Urlaub zurück sind, schützen Sie Ihre Freunde, Ihre Familie und ihre Kollegen, indem Sie sich fünf Tage nach Ihrer Rückkehr testen lassen. Und wer noch nicht geimpft ist, kann gerne über das Buchungsportal der KVWL einen Termin bei uns im Impfzentrum vereinbaren. So können wir alle gemeinsam verhindern, dass wie im vergangenen Jahr im Herbst wieder die Zahlen in die Höhe klettern", so Deichholz.

Unterdessen ist die Zahl der Patientinnen und Patienten, die wegen einer Corona-Erkrankung in Kliniken im Kreisgebiet behandelt werden, weiterhin niedrig: Wie Kreis-Pressesprecherin Sabine Ohnesorge berichtet, wird im Johannes Wesling Klinikum Minden ein Corona-Patient auf der Intensivstation behandelt, der künstlich beatmet wird. Im Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen, werden derzeit zwei Patienten auf der Intensivstation versorgt.

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Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen Lippe (KVWL) sind nun übrigens insgesamt 178.836 Menschen im Kreisgebiet mindestens einmal geimpft worden sind. Die Quote liegt bei 57,57 Prozent. Vollständig geimpft sind in Minden-Lübbecke nunmehr 133.419 Menschen beziehungsweise 42,95 Prozent der Bevölkerung. Am Wochenende besteht zudem die Möglichkeit diese Zahlen weiter in die Höhe zu treiben, da es eine Sonder-Impfaktion ohne vorherige Anmeldung am Impfzentrum in Unterlübbe geben wird. Die KVWL erfasst alle Impfungen bei Haus- und Fachärzten, über mobile Teams und im Hiller Impfzentrum. Die Impfungen über Betriebsärzte und Krankenhäuser fließen nicht in diese Zahlen ein, weshalb die Impfquoten in der Realität noch etwas höher sein werden. Genaue Angaben auf Kreisebene macht das Robert-Koch-Institut zu diesen Zahlen nicht.

Die neue Corona-Schutzverordnung mit "Stufe 0" im Detail

Mit den Regelungen der neuen Corona-Schutzverordnung treten weitere Lockerungen in Kraft. Zu der bereits bestehenden und bekannten Coronaschutzverordnung im Stufenmodell wird die weitere Stufe 0 hinzugefügt. Diese „Stufe 0" gilt in Kreisen und kreisfreien Städten, die seit mindestens fünf Tagen eine 7-Tage-Inzidenz von 10 oder weniger aufweisen. Einige Lockerungen gelten nur im Zusammenhang mit der landesweiten Inzidenz.

Die Stufe ändert sich wieder, wenn der Grenzwert einer Inzidenz von 10 überschritten wird an acht aufeinanderfolgenden Kalendertagen. Dann gilt wieder der Übergang in Stufe 1. Dies könnte im Kreis Minden-Lübbecke also frühestens - und auch nur im schlechtesten Fall - am 19. Juli Realität werden. Allerdings: in Ausnahmefällen kann das Landesministerium auch einen Wechsel nach drei Tagen verfügen.

Testpflicht für Arbeitnehmer nach dem Urlaub

Beschäftigte ohne vollständigen Impfschutz oder Genesenen-Nachweis, die nach dem 1. Juli 2021 mindestens fünf Tage aufgrund von Urlaub oder ähnlichen Abwesenheiten nicht gearbeitet haben, müssen nach der Rückkehr am ersten Tag an ihrem Arbeitsplatz ein negatives Testergebnis vorweisen oder vor Ort einen Test durchführen. Krankheit oder Home-Office-Zeiten lösen keine Testpflicht aus.

Kontaktbeschränkungen:

  • Keine Beschränkungen
  • Mindestabstände als Empfehlung

Außerschulische Bildung:

  • Kontaktdaten erheben, im Übrigen keine Beschränkungen

Kinder- und Jugendarbeit:

  • Bei Ferienfreizeiten einmalige Testpflicht zu Beginn des Angebots
  • bei Kinder- und Jugendreisen zu Anfang und Ende des Angebots
  • ansonsten keine Einschränkungen mehr

Kultur:

  • Bei Veranstaltungen (Theater, Kino, Konzert) wahlweise Test oder Sitzplan nach Schachbrettmuster, im Übrigen keine Beschränkungen
  • Ab 5.000 Zuschauerinnen/Zuschauern Test und Hygienekonzept erforderlich
  • Besuch von Museen usw. ohne Einschränkungen (auch ohne Maske)
  • Musikfestivals etc. schon vor dem 27.08. zulässig

Sport:

  • Sportausübung ohne Beschränkungen
  • Sportveranstaltungen bis zu 25.000 Zuschauer, max. 50 Prozent der Kapazität.
  • Bis 5.000 Zuschauer außen ohne weitere Beschränkungen, innen mit Test oder Sitzplan im Schachbrettmuster und einer max. Auslastung von 33 Prozent der Kapazität.
  • Ab 5.000 Zuschauerinnen/Zuschauern Test und Hygienekonzept erforderlich

Freizeit:

  • Keine Beschränkungen, Kontaktnachverfolgung aufgehoben (wenn auch für das Land Inzidenzstufe 0 gilt)
  • Betrieb von Clubs und Diskotheken innen erlaubt, mit Konzept, Kontaktnachverfolgung und Test

Einzelhandel:

  • Weiter Maskenpflicht
  • Wegfall der flächenmäßigen Begrenzung (wenn auch für das Land Inzidenzstufe 0 gilt)

Messen/Märkte:

  • Keine Beschränkungen (wenn auch für das Land Inzidenzstufe 0 gilt)

Tagungen/ Kongresse:

  • Keine Beschränkungen

Private Veranstaltungen:

  • Bei mehr als 50 Teilnehmenden entfallen mit Negativtest die Beschränkungen
  • Ohne Test müssen Mindestabstände und Maskenpflicht ab 50 Teilnehmenden weiter beachtet werden

Partys:

  • Bei mehr als 50 Teilnehmenden Testpflicht, dann keine Beschränkungen

Große Festveranstaltungen:

  • Mit Negativtest erlaubt (wenn auch für das Land die Inzidenzstufe 0 gilt)

Gastronomie:

  • Keine Einschränkungen, solange Abstand oder Abtrennung zwischen Tischen
  • Bedienpersonal mit Test (Selbsttest genügt) oder Maske

Beherbergung/ Tourismus:

  • Kontaktnachverfolgung bleibt bestehen, Testerfordernis nur noch bei Gästen aus Gebieten mit einer Inzidenz über 10

Körpernahe Dienstleistungen:

  • Erbringer*innen einer körpernahen Dienstleistung müssen entweder eine medizinische Maske tragen oder einen Negativtestnachweis besitzen.
  • Für die Kund*innen entfällt die Maskenpflicht

Die neue Coronaschutzverordnung gilt zunächst bis zum 05.08.2021. Für Schulen, Kitas und andere Betreuungsangebote hat die neue Verordnung vorerst keine Auswirkungen. Die Regelungen in diesen Bereichen stammen aus der Coronabetreuungsverordnung.

Eine komplette Tabelle mit dem Stufenplan gibt es hier.

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